Attraktionen

Wenn man in Betracht zieht, dass Tokio sich über 2 000 km² ausbreitet und das Zuhause von mehr als 12 Millionen Menschen (die Bevölkerungszahl, während des Tages, ist weitaus höher) ist, ist es wirklich bemerkenswert, dass es so gut wie kein öffentliches Verkehrssystem gibt. Die Gründe hierfür liegen in der Planung (Bauen war nur eine Begleiterscheinung des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Krieg), dem Timing (es gab einen gewissen Zeitdruck, um die Stadt bei den Olympischen Spielen 1964 präsentieren zu können) und in der Tatsache, dass die Japaner hartnäckige Verfechter von Ordnung und Disziplin sind.

Der Mittelpunkt von Tokios Eisenbahnverkehr ist die Überland Yamanote Linie, die 1885 angefangen und 1925 fertig gestellt wurde. Die Yamanote (manchmal abgekürzt auf Yamate) umfasst 30 Haltestellen und fährt in einer Schleife zu den meisten großen Zentren der Stadt. Sie ist schnell, sauber, effizient, sicher und unveränderlich pünktlich. Die Yamanote ist ein Teil der Japan Railways (JR) East, ein riesiges Schienennetzwerk, das sich über den ganzen Osten Japans erstreckt.

Innerhalb Tokios und seiner Umgebung gibt es 29 verschiedene JR Linien und viele andere private. Alle Linien und Züge sind farblich gekennzeichnet: GRÜN für Yamanote, ORANGE für Chuo, GELB für Sobu, etc. Diese Farbkennung spiegelt sich bei den 13 U-Bahn Linien wieder. Die meisten dieser Linien gehören zur privaten Eidan Linie, der Rest zur kommunalen Toei Linie. Beide Unternehmen bieten Fahrscheinblöcke zu günstigeren Preisen und Kurzzeit-Fahrscheine und, wie bei den Zügen, Pendlerpässe für einen, drei oder mehr Monate. Fast alle U-Bahn Stationen sind im Sommer klimatisiert und im Winter beheizt. Sie sind gut beleuchtet, sauber und mit solchen Annehmlichkeiten, wie Telefonen, Verkaufsautomaten und Kiosken ausgestattet.

Das Zug- und das U-Bahn System sind zusammen für den Transport des Großteils der Arbeitnehmer der Stadt verantwortlich. Das betont ihre Effizienz, Pünktlichkeit und Sicherheit genauso, wie die Tatsache, dass Parkplätze in der Stadt sehr teuer und sehr schwer zu finden sind. Um ein Auto zu kaufen, verlangt das Gesetz, das man einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung nachweisen kann, und das kann zwischen JPY 15,000 und JPY 60,000 (EUR 136,92-547,67) monatlich kosten! Aber trotz seiner großen Annehmlichkeit (man kann die Zeit, die man braucht, um von A nach B zu kommen, mit der Stoppuhr nehmen) und seiner Beliebtheit, oder vielleicht wegen seiner Beliebtheit, gibt es einen Nachteil beim Zugfahren: lange Stunden, die man stehend im Zug verbringt und die Unbequemlichkeit im Gedränge während der Hauptgeschäftszeit. Es stimmt tatsächlich, dass weiß behandschuhte Angestellte der Eisenbahn die Menge wie Sardinen in eine Büchse drücken.

Zu den erwähnenswerten Strecken gehören die Arakawa Straßenbahn Linie, die einen zusätzlichen Eindruck von der kunterbunten Natur der Bezirke Tokios vermittelt, und die Neue Transit Yurikamome, die über die malerische Rainbow Bridge fährt.

Die meisten Busse in Tokio gehören zur Toei Bus Company. Eine einfache Fahrt kostet JPY 200 (EUR 1,83). Registrierte Rentner und Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Bequem und sauber, fahren Tokios Busse auf lokalen Routen und bieten eine andere Art, die Stadt anzuschauen. Man sollte allerdings nicht mit dem Bus fahren, wenn man es eilig hat. Das Verkehrsaufkommen ist nicht vorhersehbar. Auch wenn man erst spät zurückfahren möchte, sind Busse keine Hilfe. Die meisten fahren nur bis 21:30 Uhr. Eine Warnung vorweg: die Routen an den Bushaltestellen sind in Japanisch, man muss also Richtungshinweise erfragen.

Sie sind vielleicht nicht so bedächtig wie die Taxis in London, aber die Taxis in Tokio zeichnen sich durch etwas anderes aus: es gibt kein Trinkgeld und keine Extragebühr für Taschen im Kofferraum. Preise fangen bei JPY 660 (EUR 6,02) für die ersten zwei Kilometer an, für jeweils weitere 274 Meter fallen JPY 80 (EUR 0,73) an. Zwischen 23:00 und 5:00 Uhr wird ein 30%iger Zuschlag verlangt. Taxifahrer sind sehr höflich und ehrlich. Manchmal kann man eine gewisse Abneigung feststellen, wenn Ausländer einsteigen, aber das liegt daran, dass fast keiner der Fahrer Englisch spricht. Es empfiehlt sich das Ziel auf Japanisch aufzuschreiben oder eine Karte zur Hand zu haben. Nicht vergessen, dass sich die Beifahrertür automatisch öffnet und schließt. Vor dem Einsteigen empfiehlt es sich zur Seite zu treten und auf das Öffnen der Tür zu warten, ansonsten kann man sich auf dem Boden liegend wiederfinden! Taxis zeigen mit einem roten Licht an, dass sie frei sind, grün leuchtet, wenn sie besetzt sind, blau, wenn sie warten. Es gibt ausgeschriebene Wartebereiche in der Stadt, aber Taxis können jederzeit und überall angehalten werden.

Mietwagen haben wettbewerbsfähige Preise, machen aber für die innerstädtische Fortbewegung wenig Sinn. Wer ein Auto leihen möchte, braucht sowohl seinen Internationalen Führerschein, wie auch das heimische Gegenstück. Die Straßenschilder sind international, aber die meisten Straßennamen und Hinweisschilder sind in japanischer Schrift geschrieben. Japanische Autos haben das Lenkrad auf der rechten Seite (wie in England). Es gibt keine Selbstbedienung an Tankstellen. Parken kostet ab JPY100 (EUR 0,91) für 15 Minuten für einen Platz im Freien und kann bis zu JPY 800 (EUR 7,30) pro Stunde in einem Parkhaus kosten. Kostenloses Parken am Straßenrand gibt es so gut wie gar nicht. Also, wenn man Tokio nicht verlassen will und kein erfahrener internationaler Fahrer ist, ist das Mieten eines Autos keine gute Idee.

Und dann kann man natürlich noch laufen. Immer ein guter Weg, um die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Sicher, geordnet, mit kontrollierten Fußgängerüberwegen. Das Einzige, worauf man achten sollte, ist keine Zweiräder im Rücken zu haben. In Tokio fahren Fahrräder weiterhin auf dem Bürgersteig, und der ist oft voll von abgestellten Rädern. Gute Zeiten, um in Tokio zu laufen, sind Sonntage und Ferienzeiten, wenn die Bürgersteige weniger verstopft sind und viele Straßen (z.B. in Ginza, Shinjuku, Harajuku und vor dem Imperialen Palast) für den Verkehr gesperrt werden.Wcities

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