Unterkunft

Wer keine USD 5000 (EUR 5.588,47) plus Steuern und Bearbeitungsgebühren für eine Nacht in der Penthouse-Suite des Hotel Okura ausgeben kann, muss deshalb keine Bauchschmerzen haben. Tokio bietet etwas für jeden. Alle wichtigen Geschäfts- und Touristengebiete, selbst die Ginza und der Bezirk Hibiya, die eher teuer sind, bieten Unterkünfte für jeden Bedarf.

Zunächst zu den Deluxe Hotels. Die meisten großen 4- und 5-Sterne Hotels liegen sehr zentral. Handels-Geschäftsgebiete und andere interessante Orte in Tokio, wie die Ginza, Marunouchi, Shinagawa, Ebisu, Shinjuku, Ikebukuro und Roppongi, können meist zu Fuß erreicht werden. Viele dieser Hotels können mit dem Limousinen Bus Service direkt vom Narita Flughafen aus erreicht werden. Am Flughafen kann man auch Reservierungen vornehmen. Einige der Hotels sind in einheimischem Besitz, andere gehören zu weltweiten Hotelketten, aber alle bieten höchsten Standard im internationalen Hotelservice. Da Platz in Tokio Mangelware ist, sind die Zimmer normalerweise kleiner, als in anderen Städten, aber Gäste haben hier mit Sicherheit einen komfortablen und angenehmen Aufenthalt. Der Großteil des Personals spricht Englisch. Die Aufmerksamkeit, die jedem Detail gewidmet wird ist sehr japanisch und einmalig. Die Preise liegen zwischen JPY 26000 und JPY 32000 (EUR 237,32-292,09) für ein Einzel-, etwas höher für ein Doppelzimmer.

Grundsätzlich gilt in Tokio, wie in ganz Japan, dass man bekommt, wofür man bezahlt. Für weniger Geld gibt es kleinere Zimmer und weniger Annehmlichkeiten, man kann aber dennoch fantastische Angebote finden. Egal wie teuer die Unterkunft ist, man kann sicher sein, dass das Management alles getan hat, um zu gewährleisten, dass die Zimmer sauber sind und reichlich heißes Wasser aus dem Hahn kommt. Sauberkeit ist eine Priorität der Japaner. Wer hier ein Gast ist, wird auch wirklich so behandelt.

Es gibt viele gute Hotels mit moderaten Preisen, die Einzelzimmer für JPY 11000 bis JPY 22000 (EUR 100,41-200,81) bieten. Die Zimmer der teureren Häuser sind mit einem Telefon mit Durchwahl, CATV und einer Minibar ausgestattet. In den günstigeren Häusern gibt es in den Gängen Verkaufsautomaten für Getränke und Snacks, lokale Fernsehsender und vielleicht ein Münztelefon in der Halle. Alle Zimmer haben ein eigenes Bad und Klimaanlagen. Geschäftshotels in der japanischen Lesart werden fast ausschließlich von japanischen Angestellten (z.B. Vertretern, usw.) genutzt. Dort wird kaum Englisch gesprochen. Daher haben sich diverse Hotelgruppen zusammengetan, um den Bedürfnissen der internationalen Reisenden Rechnung zu tragen. Die wärmstens empfohlene Welcome Inn Group ist eine von ihnen. Reservierungen können online vorgenommen werden.

Es gibt auch Budget Hotels, eine Unterkunft kann man hier für unter USD 100 (EUR 111,77) erhalten! Recht spartanisch, mit Badezimmern, die gemeinsam genutzt werden (eigenes Handtuch mitbringen) und engen Räumlichkeiten, sind diese Unterkünfte oft genauso fröhlich, wie billig. Ihre Gemeinschaftsräume sind freundlich und schlicht und der Treffpunkt von unzähligen Reisenden aus der ganzen Welt. Das ist der Ort, an dem Reiseabenteuer ausgetauscht werden.

Jugendherbergen sind eine Rarität, aber vorhanden. Oft sind sie auf Wochen im Voraus ausgebucht. Ein Bett im Schlafsaal kostet weniger als JPY 5000 (EUR 45,64). Man sollte ein Mitglied des Internationalen Jugendherbergsvereins sein und muss eventuell morgens bei den Routinearbeiten mit anpacken! Nun zu einigen Unterkünften die einmalig japanisch sind - Ryokans, Kapselhotels und Unterkünfte für Selbstversorger. Ryokans sind authentische Gasthäuser im japanischen Stil. Sie haben normalerweise nur wenige Zimmer und geben dem Besucher die einmalige Möglichkeit einen Eindruck des traditionellen japanischen Lebensstils zu bekommen. Die Zimmer haben Tatami Böden, dekorierte Alkoven und manchmal einen kleinen, aber erstaunlichen Garten im japanischen Stil. Gäste tragen einen Yukata (Baumwollkimono) und schlafen auf einem Futon (Matratze und Decke), der abends auf den Boden gelegt und tagsüber in einen Schrank gepackt wird. Das Essen ist im Allgemeinen einheimische Kost: Sukiyaki, Tempura, Sashimi, etc., mit einer guten Auswahl von Sake (Reiswein). Ein Bad im Gemeinschafts- Ofuro (Japanisches Bad) ist sehr entspannend und regt den Appetit auf ein herzhaftes Essen an. Insgesamt eine unvergessliche Erfahrung.

Kapselhotels wurden in den 70er und 80er Jahren gebaut, am Höhepunkt der Zeit, in der ganz Japan arbeitssüchtig war. Wie der Name schon sagt, bieten sie eine Kapsel als Schlafgelegenheit, gerade groß genug für ein Bett und eine Aktentasche. Louis Vuitton Koffer sind hier nicht erlaubt! Man sollte auch nicht versuchen sich hinzustellen, weil man sich garantiert den Kopf an der niedrigen Decke stößt. Tatsächlich kann man sich kaum hinsetzen! Kapselhotels sind praktisch für den betrunkenen Arbeitnehmer mit fast leerem Geldbeutel, wenn er den letzten Zug nach Hause verpasst hat. Sie bieten aber auch eine Erfahrung fürs Leben für den abendteuerlustigen Reisenden.

Unterkünfte für Selbstversorger bieten eine gute Alternative für den Besucher, der etwas länger in der Hauptstadt bleiben möchte. Sie sind so etwas, wie ein Apartel im westlichen Stil. Ausgestattet mit Bad, Kochgelegenheit und einem Kühlschrank, liegen sie im Bereich von spärlich möbliert, bis zur Luxus-Unterkunft. Ein einwöchiger Aufenthalt ist ab JPY 28000 (EUR 255,58) erhältlich.

Abschließend sei gesagt, dass die Abreisezeit der meisten Hotels um 10:00 Uhr ist. Wer länger bleiben möchte, muss das vorher aushandeln und damit rechnen, etwas mehr zu zahlen. Zusätzlich gibt es noch eine ganz andere Art von Hotels mit zwei Preisklassen: eine für eine Übernachtung, und die andere für einige Stunden. Die meisten von ihnen sind Drive-In Hotels und können leicht an ihren Rokoko Fassaden und schreienden Neonschildern erkannt werden. Einige sehen aus wie Disney Schlösser (beispielsweise das Hotel Chantilly). Die Japaner nennen sie Love Hotels. Sie sind in ganz Tokio und über die japanische Insel verteilt. Gäste geben ihren Namen nicht an und Fragen werden nicht gestellt. Man zahlt sein Geld und geht dann seinen Privatgeschäften nach. Schönen Aufenthalt!Wcities

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