Allgemeines
Hier ist ein schneller Führer für den Besucher der riesigen, verwirrenden Metropole
Tokio. Man könnte sagen, dass alle Straßen nach
Nihonbashi führen, da alle Entfernungen von und nach Tokio von hier aus gemessen werden. Die Nihonbashi (wörtlich übersetzt "Japan Brücke") ist Jahrhunderte alt, wobei die momentane Konstruktion im westlichen Stil aus der
Meiji Periode (1868-1912) stammt und früher ein auffälliges Wahrzeichen war. Heute verkümmert sie im Schatten der Gebäude, die sie umzingeln, und einer über ihr verlaufenden Autobahn.
Mitsukoshi (Japans ältestes Kaufhaus, noch immer an seinem ursprünglichen Platz) und
Takashimaya, eine weitere ehrwürdige Einkaufsinstitution, lohnen einen Besuch.
Marunouchi-Otemachi ist Tokios Hauptgeschäftszentrum. Wenn man aber nicht gerade zum
Bahnhof Tokio (ebenfalls aus der Meiji Periode) oder, zur Erneuerung des Visas, zum
Einwanderungszentrum, oder zur
Börse von Tokio möchte, gibt es hier für Besucher wenig zu sehen. Statt dessen sollte man zur
Ginza fahren. Hier gibt es Kaufhäuser, Boutiquen, Buchhandlungen und Lokale für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die Ginza ist das Paradestück der Nation, vergleichbar mit der Fifth Avenue in New York und der Oxford Street in London.
Die Preise sind in den Kaufhäusern Japans überall gleich, es ist also überflüssig auf die Suche nach Sonderangeboten zu gehen. Wichtig ist nur, sich nicht in ein schickes Restaurant zu begeben, wo die hohen Preise schockierend sind! Wenn man die
Harumi-dori (eine der wenigen Straßen mit einem Namen in Tokio) von der Ginza aus heruntergeht, kommt man nach
Yurakucho-Hibiya. Viele Fluggesellschaften haben hier ihre Büros. Die merkwürdigen
yakitori (gegrilltes Huhn) Stände unter den Schienenwegen sind einen Blick wert. Schön sind auch die Blumenbeete im
Hibiya Park. Zum
Imperial Hotel, auf imperialen Erlass entlang des Parkes gebaut, gehörte ein von Frank Lloyd Wright entworfenes Gebäude. Man kann auch mit den Joggern auf der 5 Kilometer langen Peripherie des
Imperial Palace -Geländes mitlaufen, oder einen netten Spaziergang im Palace East Garden machen. Weitere Sehenswürdigkeiten, die man zu Fuß erreichen kann, sind
Budokan, einer der Veranstaltungsorte der Olympischen Spiele in Tokio 1964;
Chidorigafuchi, ein von Bäumen gesäumter Steinweg, dessen Bäume im Frühling wunderschöne
sakura Kirschblüten tragen;
Yasukuni Shrine, das kontroverse Denkmal für die japanischen Kriegsopfer; und das beeindruckende
Diet (Parlaments) Gebäude.
Nach einer kurzen U-Bahn Fahrt erreicht man
Roppongi, weltberühmt für sein Nachtleben. Früher ein verschlafenes Dorf, ist Roppongi heute das Zentrum der Szene von Diskos, Clubs, Bars, Pubs und Restaurants. Dazu gehören solche modischen Orte, das
Hard Rock Cafe. Der
Tokyo Tower, nach dem Eifelturm modelliert, aber höher, ist von hier aus zu sehen und einfach zu erreichen. Der Fahrstuhl bringt den Besucher zum Observatorium - wo man vielleicht einen Blick auf
Mt. Fuji's perfekten Kegel werfen kann. Im nahegelegenen
Azabu-Hiroo befinden sich viele Botschaften. Hier wohnen auch einige Ausländer (die Glücklichen, die sich die wahnsinnig hohen Mieten leisten können). In
Akasaka-mitsuke (manchmal "Little Seoul" genannt) gibt es noch mehr Nachtleben, allerdings hauptsächlich für reiche Einheimische.
Junge Leute versammeln sich an drei Orten:
Shibuya, Harajuku und Shinjuku. Shibuya und Shinjuku sind große Zentren mit der üblichen Mischung aus Kaufhäusern, Geschäften und Lokalen. An der Shibuya Station würdigt ein einmaliges Denkmal -
Hachiko - die Treue eines Hundes zu seinem Herren. Für fast alle Tokioer ist es ein bekannter Treffpunkt. Shibuya beinhaltet
Aoyama, eine modische Gegend mit Designer-Geschäften und Cafes im Pariser Stil. 4 000 000 Pendler nutzen täglich die Shinjuku Station, man sollte sich von dem Gedränge aber nicht einschüchtern lassen. Kleinere Verbrechen gibt es hier kaum. Tatsächlich ist ganz Tokio sicher, und die Menschen sind allgemein hilfreich und ehrlich. Shinjuku ist bei Tag und Nacht ein lebhafter, Neon-beleuchteter Ort mit einer Atmosphäre, die ein wenig der von New Yorks Greenwich Village gleicht. Ein verräucherter Jazz-Club? Gibt es, zusammen mit
ramen (Nudel) Läden,
pachinko (die japanische Antwort auf Münzspielautomaten) Salons, und solch globaler Markengeschäfte wie Virgin Records, Tiffany und Gucci. Es gibt sogar Barnys, ein komplett aus New York verschifftes Kaufhaus. Außerdem findet man hier noch zwei neue Wahrzeichen: Das Tokyo Metropolitan Government Office, mit seinen futuristischen 48-stöckigen Zwillingstürmen, und den riesigen Takashimaya Times Square. Harajuku wird am Wochenende lebendig, wenn die Jungen und Schönen hier sehen und gesehen werden wollen. Beim Bahnhof um die Ecke gibt es das
Nationale Gymnasium, den
Meiji Shrine und den
Yoyogi Park, alles Wahrzeichen von Tokio.
Schon zu Edo Zeiten (1603-1867) geschäftige Zentren, gehören
Asakusa und
Ueno zu dem, was Tokioer
shitamachi nennen (meint "Innenstadt"). In Asakusa ist ein Besuch des
Senso-ji, Tokios ältestem Tempel, ein Muss. Der Weg dorthin ist mit Geschäften gepflastert, die traditionelle, bunte Handarbeiten anbieten. Bei
Ameyoko in Ueno kann man ungewöhnliche Sonderangebote ergattern, von getrocknetem Tintenfisch bis zu gefälschten Designer-Hemden. Kulturliebhaber sollten in das Tokyo National Museum und das
National Museum of Western Art im
Ueno Park gehen.
Vier weitere Gegenden sind eine Erwähnung wert:
Akihabara, das Einkaufsparadies für alles, was elektrisch oder elektronisch ist;
Ikebukuro, meistens wegen des umwerfenden Blicks von der Spitze der
Sunshine City besucht; es war einer der ersten Wolkenkratzer im für Erdbeben anfälligen Tokio;
Korakuen, ein Gelände mit einem Vergnügungspark und dem Tokyo Dome, eine moderne Sportarena (hauptsächlich Baseball), die bis zu 56 000 Besucher aufnimmt; und
Odaiba, ein laufendes Bauprojekt an der Küste, das von der Einschienenbahn angefahren wird und wie der Stadtkern aus der Zukunft aussieht.