Allgemeines

Auf den ersten Blick wirkt Peking überdimensional und weitläufig. Die langen, breiten Boulevards und ein Labyrinth aus Überführungen und Autobahnen können für Neuankömmlinge unglaublich überwältigend sein.

Glücklicherweise hat das Chaos eine gewisse Ordnung. Im Herzen Pekings liegt Die Verbotene Stadt, die von vier konzentrischen Ringstraßen umgeben ist. Die erste ist kaum nennenswert, die zweite und dritte jedoch sind wichtig, um durch die Stadt navigieren zu können, die vierte für Fahrten zum Flughafen, oder zu entlegenen Vororten. Die Ringstraßen sind entsprechend der Himmelsrichtungen unterteilt. Verwirrende Schilder wie „Östliche, dritte Ringstraße, Nordstraße“ bezeichnen also lediglich den nördlichsten Teil des östlichen Abschnitts der dritten Ringstraße. Easy!

Peking besteht aus zehn Stadtteilen und acht Verwaltungsbezirken. Die Stadtteile selbst können durch deren auffallende Unterschiede nochmals in Areale aufgeteilt werden. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich im östlichen Chaoyang sowie in den zentral gelegenen Bezirken Dongcheng und Xicheng. Folgend, die Highlights der Bezirke:

Chaoyang-Bezirk

Chaoyang, das Finanzzentrum mit der höchsten Bevölkerungsdichte Pekings, hat ein ausgedehntes Angebot für Besucher parat. Innerhalb des Bezirks liegt der Chaoyang-Park, Sanlitun inklusive Nachtleben sowie Jianguomen und Ritan, die beiden Geschäfts- und Diplomatenviertel der Stadt. Chaoyang ist außerdem Zuhause der Pekinger Künstlerszene Dashanzi, die sich, seit Gründung in einer verlassenen Fabrik, massiv ausgeweitet hat.

Jianguomen und Ritan

International geht es hier zu: Touristen, Geschäftsleute und Einheimische. Auf der Hauptstraße, der Jianguomenwai Avenue, wimmelt es nur vor Menschen, Autos und Händlern, die von Raubkopien bis hin zu Rikscha-Fahrten alles an den Mann bringen wollen. Viele der großen Hotelketten und Bürogebäude befinden sich in diesem Teil der Stadt, u.a. das gigantische China World Hotel, in dem sich das fabelhafte Aria, ein Restaurant mit Weinbar, befindet. Touristen können ihr Verhandlungsgeschick in der belebten Silk Alley testen. Einige Blocks entfernt kann man um die Botschaften im Ritan Park schon wieder Ruhe und Frieden genießen. Das Stone Boat Cafe ist zur Entspannung ideal geeignet.

Sanlitun

In diesem Viertel, zwischen den Straßen Sanlitun-Nord und Sanlitun-Süd, befinden sich unzählige Bars und Pubs. An Sonnentagen ist dies der perfekte Ort für Chill-out-Drinks in den Straßencafes, um sich ein Bild vom Treiben der Einheimischen zu machen. Neben den allgegenwärtigen Cafes und Bars befinden sich hier außerdem verschrobene Einkaufsläden, die von gerahmtem Kitsch bis tibetanischer Handwerkskunst alles anbieten. Der nahegelegene Sanlitun-Markt ist für seine Designer-Schnäppchen bekannt. Im vierten Stockwerk stehen Schneider zur Verfügung, die einem zu niedrigen Preisen und in angemessenem Zeitrahmen Kleidungsstücke nach Wahl zusammenstellen. Nachts scheint die dekadente Seite Sanlituns durch. Bar- und Clubgänger können den Abend in der Q Bar mit hervorragenden Cocktails beginnen, um später ins Den und ins Vogue weiterzuziehen.

Chaoyang Park

Ein weiterer Park, der bestens geeignet ist, sich ein Bild von Einheimischen zu verschaffen, ist der Chaoyang Park. Gehobene Bars, Pubs, Restaurants und Geschäfte wurden hier vor kurzem eröffnet. Frisch gebackenes Brot gibt es bei Bella's und direkt nebenan bei Jenny Lou's werden importierte Lebensmittel verkauft. Im Big Easy kann man den Tag mit einem würzigen Cajun-Gericht und Blues beschließen, um daraufhin die Nacht in Pekings angesagtestem Club World of Suzie Wong Club zu beginnen.

Dashanzi

Mit Hilfe von Spezialisten aus der ehemaligen DDR wurden in den 50er Jahren die Dashanzi-Fabriken im Bauhausstil errichtet. Einst produzierten diese das Sound-Equipment des Worker' Stadium und des Tiananmen-Platzes. Heute befinden sich hämmernde Bildhauer, mit Farbe hantierende Maler und viel Platz, um die kreativen Auswüchse der avantgardistischen Kunstszene Pekings zu beherbergen, in diesen Hallen. Durch einen Wink des Schicksals konnten sich die Fabrikverwalter und die Künstler, die den alten subventionierten Sommerpalast Mitte der 90er verlassen mussten, einigen. Durch Mundpropaganda kamen immer mehr Künstler auf das Fabrikgelände. 2002 florierte die ganze Kunstszene vor Ort. Mittelpunkt der Dashanzi-Community ist 798 Space. Hier finden Events, Fashionshows und Ausstellungen statt. Im Oktober findet außerdem jährlich die schillerndste Halloween-Party Pekings statt. Das ehemalige Fabrikgelände ist der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich. So können auch Besucher das Campus-ähnliche Gelände mit Bäumen gesäumten Wegen genießen und dabei ein wenig von der kreativen Energie der gerade entstehender Kunst aufsaugen.

Chongwen-Bezirk

Im südlichen Teil der Stadt, ein Warenumschlagsplatz seit jeher, wird versucht alles von Brillen bis Sportausrüstung an den Mann zu bringen. Qianmen ist die älteste Einkaufsgegend Pekings. Hier befindet sich außerdem der Himmelstempel und der Hongqiao-Markt, eine wahre Fundgrube für Bizarres und auch Banales. Der Markt ist bestens geeignet um das „alte“ Peking zu genießen, auch wenn man nicht gerade in Einkaufslaune ist.

Dongcheng-Bezirk

Durch den Tiananmen-Platz, die Verbotene Stadt, und Maos Mausoleum ist dieser Bezirk das Touristen-Mekka Pekings. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass die besten Hotels der Stadt hier vor Ort sind, u.a. das Beijing Hotel. Nach erschöpfenden Sightseeing-Touren ist ein Einkaufsbummel durch die Wangfujing-Einkaufsgegend sehr empfehlenswert.

Wangfujing

Wangfujing ist die Haupteinkaufsstraße Pekings. Teilweise ist sie für Autofahrer gesperrt und von Shopaholics sowie Touristen gleichermaßen dauerbevölkert. Nach monatelangen Renovierungsarbeiten ist diese pulsierende Straße nun Symbol des Pekinger Fortschritts. Im Waiwen Shudian, einem Buchladen für fremdsprachige Literatur findet man vom chinesischen Wörterbuch bis hin zum neuesten Bestseller eine ganze Bandbreite an exzellenter Literatur. Shopping am Sundongan Plaza, einer gigantischen Shopping Mall, ist sehr zu empfehlen. Für den exotischen, kleinen Hunger bieten Stände auf dem nächtlichen Wangfujing Markt frittierte Skorpione und andere Delikatessen an. Wem Insekten nicht zusagen sollten, dem sind mit einigen der besten 4- und 5-Sterne-Hotels der Gegend eine Alternative geboten.

Fengtai-Bezirk

Dieser Bezirk, im Südwesten Pekings, beherbergt das Yangtai-Sportzentrum in dem die Softball-Turniere der Olympischen Spiele 2008 ausgetragen werden. Hauptsächlich ist dieser Bezirk der Industrie vorbehalten, bietet jedoch auch einige kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten, die es Wert sind, besucht zu werden, u.a. das Weltraummuseum, den Fengtai-Park sowie die Marco-Polo-Brücke.

Haidian-Bezirk

Der Bezirk im Nordwesten der Stadt ist auch als Universitätsviertel bekannt. Neben der Universität Peking und der Quinghua Universität, die um die Spitze am Elitenhimmel Chinas kämpfen, befinden sich zehn weitere Universitäten in der Gegend. Durch die junge Studentenbevölkerung hat das Viertel den Ruf besonders hip zu sein. Der Haidian-Bezirk ist außerdem dafür bekannt im High-Tech-Bereich ganz vorne mitzumischen. Neben billigen Restaurants und Bars, in denen hauptsächlich Studenten zugegen sind, bietet Solutions eine gehobene Auswahl. Alte Landkarten gibt es im 02 Sun Bookstore zu bestaunen, gesunde Desserts im Cafe Yogur Berry. Der Sommerpalast, Weltkulturerbe, und die Ruinen des Alten Sommerpalastes sowie Yuanmingyuan befinden sich ebenso in Haidian.

Xidan und Xuanwu

Wie Wangfujing sind diese beiden Bezirke für zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten bekannt, werden jedoch hauptsächlich von Einheimischen besucht. Xuanwu war zu Zeiten des chinesischen Reiches der Unterschicht vorbehalten. Nachdem die Republik ausgerufen wurde zogen einige Minderheiten in den Bezirk. Bis zu den Vorbereitungen der Olympischen Spiele war dieser Bezirk als „Klein Lanzhou“ bekannt, da viele Hui, eine ethnische Minderheit Chinas, u.a. sesshaft in der Stadt Lanzhou, vor Ort wohnten. Schnäppchen kann man in den kleinen Läden und an den Ständen immer ergattern. Einkaufszentren der Gegend sind u.a. Parksons und Xidan.

Xicheng-Bezirk

Als Stadtbezirk des Westens bekannt, ist in Xicheng das alte Peking zuhause. Hier, unmittelbar westlich der Verbotenen Stadt, ist die Verbindung aus neuem und altem China deutlich spürbar. Vor den Zeiten des Kommunismus lebten hier reiche Kaufleute. Heute ist Xicheng Pekings Bezirk für Kultur, Historie, Business, Finanzen und Politik. Auf der Jinjongjie-Straße befinden sich das Finanz- sowie das Handelszentrum der Stadt. Natur befindet sich auch direkt ums Eck, im Jingshan Park und im Pekinger Zoo. Im Beihai Park macht man einen regelrechten Ausflug in die Vergangenheit. Pekings ältester Park entstand bereits im 10. Jahrhundert. Das Houhai-Viertel bietet Entertainment und Restaurants. „Bejing Punk“ hat hier ebenfalls seine Wurzeln. Das Tor zu den berühmten engen Gassen der Pekinger „Hutongs“, einem architektonischen Augenschmaus, ist auch vor Ort. Gutes Essen und Musik bekommt man im East Shore Live Jazz Cafe oder in der Buddha Bar.

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