Brauhaus-Tour
Bierliebhaber kommen in Düsseldorf voll auf ihre Kosten. Brauerei-Tradition wird hier noch großgeschrieben und in der Altstadt wimmelt es von brauhauseigenen Wirtshäusern. In diesen Kneipen findet man keinen neumodischen Schnickschnack. Vorwiegend stehen deshalb auch Biere und deftige Speisen à la Schweinshaxe auf der Karte. Es gibt auch Düsseldorfer Delikatessen wie z.B. der halwe Hahn, der aber ein Roggenbrötchen mit intensiv riechendem Harzer Käse, Kümmel und Senf ist. Bei gutem Wetter wird der Abend in der Altstadt draußen begonnen. Da gibt es auf der rechten Seite Im Goldenen Kessel, wo Schumacher Alt ausgeschenkt wird. Eher gediegene bürgerliche Atmosphäre, ein guter Platz also, um sich auf den Abend einzustimmen. Hiernach sollte Zum Schlüssel erkundet werden, wo es Gatzweiler Alt und vor allem eine umfassende Speisenkarte gibt. So gerüstet geht es dann auf Zum Uerige, die Bolker Straße weiter bis zum Rathausplatz, dann links. Jan Wellem steht dort auf seinem Sockel, der Mann, der 1712 das Bierbrauen zur Zunft erklärte. Zum Uerige platzt wahrscheinlich schon aus allen Nähten oder wird von einer riesigen Menschenmenge umringt. Hier stehen Manager, Student, Handwerker und Lehrer Seite an Seite. Man darf sich nicht wundern, wenn sich plötzlich jemand in das Gespräch einmischt, das macht man so im Düsseldorfer Brauhaus. Ob man nun zum Absacker im Killepitsch gegenüber den Abend beendet oder lieber noch bierlaunig und lautstark im Füchschen auf der Ratinger Straße weiterfeiert (Rheinpromenade am Stadterhebungsdenkmal vorbei und dann rechts in die kopfsteingepflasterte Gasse namens Altestadt), ein Erlebnis ist es sicherlich.
Kaiserswerth
Kaiserswerth war einmal eine Flussinsel. Das Viertel hatte schon im 11. Jahrhundert eine Kaiserpfalz am Rhein, eine Kaiser-Residenz. Davon und auch von späteren Umbauten, z.B. durch Barbarossa im 12. Jahrhundert, zeugt heute leider nur noch eine Ruine, die Burg wurde 1702 gesprengt. Kaiserwerth steht aber auch für Gaslaternen, Kopfsteinpflaster und Geschichte zum Anfassen. Mit der U 79 zum Klemensplatz und den Kaiserswerther Markt entlang, dann rechts in die Gasse An dem Hohen Wall,am Ende dieser Gasse findet sich eine Schule und darin das Heimatmuseum. Hier erfährt man alles über Geschichte, Politik und Gesellschaft von Kaiserswerth. An der Kirche vorbei, dann links: so gelangt man zum Marktplatz, der zur Entspannung einlädt. Die Gebäude am Markt lohnen einen Blick, beispielsweise der ehemalige Zollhof und die einstige Seidenweberei. Auch das Stammhaus des Diakonissenwerks steht hier. Wenn man an der Rhein-Seite des Marktes links in die Dauzenbergstraße einbiegt, gelangt man zum wunderschön restaurierten Stiftsplatz und zur Pfarrkirche St. Suitbertus. Zur Ruine der Kaiserpfalz am Rhein gelangt man, wenn man den Marktplatz wieder verlässt. Romantisch angehaucht ist der Barbarossa Wall; einem Pfad unter Baumkronen. Bis abends kann man mit der Fähre den Rhein überqueren und an der anderen Uferseite spazieren gehen. Oder aber man setzt sich in den Biergarten des Burghofs oder Im Ritter und isst erst mal gemütlich. Verwöhnten Gaumen und gut gefüllten Brieftaschen bietet Im Schiffchen 3-Sterne-Gourmet-Küche.
Gehry & Co.
Nicht erst seit dem Bau des Stadttors und der Gehry-Häuser ist Düsseldorf von Interesse für Liebhaber moderner Architektur. Auch das denkmalgeschützte Thyssen- bzw. Dreischeiben-Haus aus den 50ern, das Schauspielhaus aus den 70ern oder Ausstellungen zum Thema Design locken Architektur-Freunde in die Landeshauptstadt. Wer ahnt heute beim Anblick des Carsch-Hauses, dass es in den 80er Jahren einmal um 23 Meter 'verschoben', also abgetragen und wieder aufgebaut wurde, um der U-Bahn Platz zu machen? Oder dass die Oberkasseler Brücke 50 Meter entfernt parallel gebaut wurde und erst nach ihrer Fertigstellung auf ihre heutige Position gelangte? Mit Blick auf besagte Brücke beginnt daher die Tour auf der Rheinpromenade Richtung Rheinturm. Die erste Etappe ist der 1988 eingeweihte Landtag. Dahinter liegt der 234 Meter hohe Rheinturm, auf dessen Top man nicht nur teuer essen kann, sondern bei schönem Wetter auch einen wunderbaren Blick über Stadt und Umgebung hat. Nun am Rheinturm links und an dem Wärterhäuschen vorbei den künstlichen Hügel hinauf, direkt auf das gläserne Stadttor zu. Tagsüber ist es geöffnet und die Konstruktion ist atemberaubend. Ein kleiner Weg führt links am Stadttor vorbei zum hinteren Eingang. Die Straße hinunter geht's zur Stromstraße, das hellblaue Gebäude, auf das Sie nun zulaufen, ist der 1991 fertiggestellte WDR. Links von Ihnen ragen drei seltsam verwinkelte Gebäude auf, die Gehry-Bauten. Frank O. Gehry entwarf u.a. das Guggenheim-Museum in Bilbao und in Frankfurt Goldstein 162 Sozialwohnungen, um zu beweisen, dass man diese auch fröhlicher gestalten kann.
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