Eine erstaunliche Erfolgsgeschichte - das ist im Rückblick der Entwicklungsgang der lange Zeit unbedeutenden bäuerlichen Siedlung an der Düssel zu einer lebenslustigen modernen Einkaufs-, Messe-, Mode-, Medien- und Kultur-Metropole mit kosmopolitischem Charme.
Als sich im Linksrheinischen unter der Herrschaft des römischen Imperiums bereits die Zivilisation in Form von regem Straßen- und Städtebau bemerkbar machte, durchstreiften auf der gegenüberliegenden Seite des breiten Stroms nur wenige rastlose germanische Stämme die sumpfigen Rheinauen und Waldgebiete, auf denen die spätere Landeshauptstadt entstehen sollte. Erst in der fränkischen Periode im 7. und 8. Jahrhundert wurden an der Mündung des kleinen Flusses Düssel in den Rhein vereinzelt Bauern und Fischer sesshaft. Erste urkundliche Erwähnung fand die Siedlung Dusseldorp im Jahre 1135. Unter Kaiser Friedrich Barbarossa wurde das nördlich Düsseldorfs gelegene Städtchen Kaiserswerth (1929 eingemeindet) zu einer befestigten Reichszollstätte ausgebaut. Zwischen 1174-1184 entstand hier die Barbarossapfalz, eine stark befestigte Zollburg, die über den Rheinhandel wachte.
Der 14. August 1288 ist ein denkwürdiges Datum in den Düsseldorfer Annalen. Denn an diesem Tag verlieh der Landesherr, Graf Adolf V. von Berg, dem kleinen Dörfchen an der Düssel die Stadtrechte. Vorangegangen war ein blutiger Machtkampf um Privilegien und Territorien zwischen dem mächtigen Erzbischof von Köln und dem aufstrebenden Bergischen Adeligen, der in der Schlacht von Worringen eskalierte. Am 5. Juni 1288 wurde das kurkölnische Heer zwischen Köln und Düsseldorf vernichtend geschlagen und der Erzbischof in seine Schranken gewiesen. Das Stadterhebungsmonument am Burgplatz erinnert an diesen Vorgang.
In der Folgezeit entsteht direkt am Rheinufer auf dem heutigen Areal der Altstadt auf knapp 4 Hektar Fläche ein mit einer Stadtmauer gesicherter Handelsplatz. 1380 schließlich wird Düsseldorf zur Landeshauptstadt des Herzogtums Berg erhoben. Eine rege Bautätigkeit beginnt. Die Stiftskirche St. Lambertus zeugt von dieser Aufbruchsphase. Durch großzügige Eingemeindungen wächst die Bevölkerungszahl auf rund 1.800 Bewohner an. Der Ausbau der Stadt schreitet noch zügiger voran, als Herzog Wilhelm im 16 Jahrhundert die Stellung der jungen Hauptstadt des Herzogtums Jülich, Kleve, Berg und der Grafschaften Mark und Ravensburg durch den Bau eines imposanten Stadtschlosses unterstreicht. 1573 wird das fast vollständig erhaltene Rathaus im Baustil der niederrheinischen Renaissance errichtet.
Auch unter den neuen Regenten, dem Herrscherhaus der Pfalz-Neuburger, schreitet die Entwicklung Düsseldorfs rasant voran. Besondere Verdienste hat sich Kurfürst Johann Wilhelm II - im Volksmund liebevoll Jan Wellem genannt - erworben: Der mit einer Medici-Tochter verheiratete Kunstliebhaber und Lebemann richtet unter seiner Regentschaft (1679-1716) im Stadtschloss eine umfangreiche kurfürstliche Galerie mit einer für damalige Tage sensationellen Auswahl an Gemälden (u.a. Rubens- und Rembrandt-Exponate) und Skulpturen ein. Desweiteren förderte er den Handel und den Ausbau der Infrastruktur.
Nach dem Tod des kinderlosen Jan Wellem ging es jedoch mit der aufstrebenden Residenzstadt erstmal bergab: Unter seinen Nachfolgern, die es vorzogen, in ihren südlichen Territorien zu residieren - Kurfürst Carl Theodor (1742-1799) siedelte mit seinem Hof schließlich nach München über - versank Düsseldorf in Lethargie. Der Siebenjährige Krieg und die Napoleonischen Feldzüge (inklusive Stadtbesetzung und Festungsschleifung) überzogen die Stadt mit Not und Zerstörungen. Auch als Düsseldorf auf dem Wiener Kongress 1815 an Preußen fällt, kommt der Glanz der verwöhnten ehemaligen Residenzstadt nicht zurück. Doch die Degradierung zur beschaulichen Provinzstadt hat auch ihre Vorteile: Durch die Schleifung der beengenden Festungsanlagen hat die Stadt plötzlich Freiflächen gewonnen. Der Gartenbauarchitekt Maximilian Weyhe errichtet den weitläufigen Hofgarten, einen prächtigen Landschaftspark im englischen Stil. Daran angrenzend wird von ihm ein parallel zur Düssel verlaufender Prachtboulevard, die heutige Königsallee, geschaffen. In der Kunstakademie entwickelt sich unter der Leitung von Wilhelm von Schadow im ersten Drittel des 19 Jahrhunderts die Düsseldorfer Malerschule, die bald internationalen Ruf genießt. Im Malkasten, dem gleichnamigen Sitz des Künstlervereins, gehen Geistesgrößen wie Goethe oder Diderot ein und aus.
In der Mitte des 19 Jahrhundets sorgen die Auswirkungen der Industriellen Revolution mit dem Ausbau der Infrastruktur sowie Industrieansiedlungen und einem ständigen Arbeiterzuzug für einen neuen Bevölkerungsrekord: 1882 leben über 100 000 Bürger in der Stadt, nur zehn Jahre später bereits doppelt so viele - Düsseldorf wird zur Großstadt. Der notwendige Brückenschlag über den Rhein findet statt: Die Hammer und die Oberkasseler Brücke ermöglichen die Ausdehnung der Stadtgrenzen ins Linksrheinische. Die Gründerjahre sorgen wieder für eine euphorische Stimmung in der anwachsenden Wirtschafts- und Verwaltungsmetropole.
Doch der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise bringen eine erste Ernüchterung. Die NS-Herrschaft führt Düsseldorf dann endgültig in die Katastrophe: Im Zweiten Weltkrieg verwandelt sich die Stadt in ein Trümmerfeld: Permanente Luftangriffe und die siebenwöchige Beschießung im Frühling 1945 zerstören rund 50 Prozent der Wohnhäuser und Industriegebäude und sorgen für ein hohes Blutopfer unter der Zivilbevölkerung. In der Trümmerwüste leben bei Kriegsende noch 370 000 Einwohner (Vorkriegsstand: 540 000). Die jüdische Gemeinde ist durch Ermordung und Deportation auf 249 Personen dezimiert (Vorkriegsstand: 5 100). Auskunft über das dunkelste Kapitel der Stadtgeschichte gibt die Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in der Mühlenstraße.
Die Besetzung der Rheinlande und Westfalens durch die Engländer erwies sich für Düsseldorf als Glücksfall: 1946 ernannten die Briten Düsseldorf zur Hauptstadt des neu gegründeten Landes Nordrhein-Westfalen. Die Wiedergeburt der Stadt verläuft nun im Sauseschritt: Zügiger Wiederaufbau, Wirtschaftswunder sowie die Umwandlung in eine moderne Dienstleistungs-, Handels- und Verwaltungsmetropole führen die Stadt in eine nie geahnte rosige Zukunft. Neubauten sprießen aus dem Boden und internationale Konzerne siedeln sich an. Der Siegeszug der Messe, sowie die Zuwanderung internationaler Konzerne sorgen für Wohlstand und ein kosmopolitisches Klima. Obwohl Düsseldorf mit seinen rund 570.000 Einwohnern beileibe keine Millionenmetropole ist, hat die Stadt mit ihrem großzügigen Kultur-, Shopping-, Nightlife- und Gastronomie-Angebot alles zu bieten, was eine Millionenstadt ausmacht.
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