Essen und Trinken

Wenn man gerade auf dem Weg nach Auckland ist und sich auch nur ansatzweise mit dem Wort ‚Schlemmer' identifizieren kann, dann könnte man keinen besseren Zeitpunkt gewählt haben. Die internationalen Veranstaltungen der Stadt im Laufe des letzten Jahres brachten einen sagenhaften Zuwachs an ‚Fresstempeln' in der Stadt mit sich. Wenn man nun das sowieso schon reichhaltige Angebot der alteingesessenen Restaurantszene dazunimmt, dann macht man hier, was das Speisen anbetrifft, wahrscheinlich die beste Erfahrung in den Anrainerstaaten des Pazifik.

Auckland hat alles: eine florierende Kaffee-Kultur, die sich in eleganten Straßen-Cafes, die überall zu sein scheinen, manifestiert; Weinlokale unter Trauben; eine berauschende Mischung an asiatischem Essen, bedingt durch die große orientalische und fidschianisch-indische Bevölkerungsgruppe in der Stadt; Restaurants im mediterranen Stil, in der Form von türkischen Mezze-Bars, italienische Pizzerias mit Holzöfen und das Beste, was Frankreich zu bieten hat. Und anders als in den meisten Städten sind die verschiedenen Länderküchen nicht in jeweils eigenen Vierteln gruppiert, sondern wunderbar vermischt, sodass man das, was man will, dort finden kann, wo man will.

Nun ein Blick auf die Zutaten, mit denen die Küchenchefs jonglieren können: Meeresfrüchte direkt aus dem Golf, unübertreffliches Neuseeland-Lamm, Gemüse und Obst in üppiger Auswahl – vieles davon anderswo auf der Welt als Luxus angesehen, aber hier in verschwenderischer Fülle vorhanden. Und all das trifft auf den sagenhaften einheimischen Wein.

Zieht man diese Voraussetzungen in Betracht, dann hat man ein überwältigendes Aufgebot an kulinarischen Gelegenheiten und Geschmacksrichtungen, sodass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Hier sind nun ein paar Appetithappen als Anregung, alle vom Zentrum Aucklands aus mit einem kurzen Fußmarsch bzw. einer kurzen Taxi- oder Busfahrt erreichbar.

Parnell Parnell, eines der zwei‚ P's' des Speisens in Auckland (das andere ist Ponsonby), ist eine seit langem anerkannte Enklave der Kochkünstler mit Restaurants, Bars und Cafes, die entlang der ansteigenden Straße verteilt sind. Lokale befinden sich direkt am Straßenrand, in gemauerten Innenhöfen von Seitenstraßen und versteckt in reizenden, labyrinthartigen alten Gebäuden. Man sollte in der Non Solo Pizza eines der frisch zubereiteten Gerichte, das die ganze Skala italienischen Essens durchläuft, ausprobieren. Thai Friends ist ein Lieblingslokal der Einheimischen und verfügt sowohl über ein ‚Fastfood'-Straßencafe als auch einen ordentlichen Speiseraum, der in traditionellem Thai-Dekor gestaltet ist, im hinteren Teil des Gebäudes. Etwas weiter bergab ist das Oh Calcutta, von dem einige behaupten, dass es hier das beste indische Essen im ganzen Land gibt. Oder man schaut einmal ins Iguacu, ein gepflegtes Cajun-fusion Restaurant mit Bar und Jazz-Livemusik an Wochenenden, das an den meisten Abenden gerammelt voll ist.

Ponsonby Bis zu den jüngsten Erschließungen im und um das America's Cup Village im Viaduct Harbour war Ponsonby in Auckland das beliebteste Viertel zum Essengehen, das sich einer Reihe von eklektischen Lokalitäten rühmen konnte, die sich über einige Blocks hinweg entlang der Ponsonby Road erstreckten. Obwohl der größte Rummel etwas abgeklungen ist, ist es immer noch das Herz der Kaffee-Kultur in der Stadt. Wenn man die Ponsonby Road entlang geht, dann weiß man auch warum. Das Atomic Cafe ist eines der belebtesten und alteingesessensten Cafes, bekannt für seinen legendären Kaffee (Viele werden damit beliefert) und seine erstklassige Speisekarte. Gegenüber liegt das In-Lokal SPQR, das beim Handy-Volk wegen der gut zubereiteten leichten Gerichte, die man mit viel Wein hinunterspült, beliebt ist. Oder man geht in das nahegelegene Cafe Santos, das Südamerikanern gehört und von ihnen auch betrieben wird. Für indische Gerichte, die in einer modernen Brasserie serviert werden, ist das Masala ein sicherer Tipp.

Stadtzentrum Wenn man sich zur Mittagszeit im Zentrum von Auckland befindet, dann wimmelt es in Straßen vor Berufstätigen, die die Gesellschaft in den Cafes genießen; an den Abenden ist die Stadt vom Lärm der Auckländer erfüllt, die ausgehen, um sich zu amüsieren. Paramount in der Lorne Street im Erdgeschoss der New Art Gallery ist eine Mischung aus Asien und dem Pazifik: eine ausgeprägte Seite der neuen ‚Kiwi-Küche'. In der Nähe röstet Columbus Coffee seinen eigenen Kaffee, man sollte sich in diesem wunderschön gestalteten Cafe hinsetzen und das berauschende Aroma einatmen. Wenn man das Occidental in der Vulcan Lane betritt, befindet man sich in Belgien. Sie haben eine gute Auswahl an importierten Bieren vom Fass, zu dem man eine riesige Schüssel Muscheln essen kann. In der hiesigen Kneipe Shakespeare Tavern in der Albert Street brauen sie ihr eigenes preisgekröntes Bier.

Die Stadt rühmt sich auch zahlreicher Esshallen, ein Zusammentreffen vieler Küchen unter einem Dach. Wenn man etwas knapper bei Kasse ist, dann sollte man dort hingehen. Food Alley in der Albert Street ist das Beste für asiatisches Essen – es gibt Thai-, chinesische, koreanische, japanische, indische, malaysische und indonesische Küche. Weiter unten im Force Entertainment Centre in der Quenn Street ist eine andre Esshalle mit einer Mischung aus europäischer und asiatischer Küche, wenn auch in einen etwas schickeren Rahmen.

Viaduct Harbour 1999/2000 war Auckland der Austragungsort des America's Cup und das brachte eine komplette Verjüngung der Innenstadt und des Hafenviertels mit sich. Außerdem entstanden unzählige neue Ess- und Trinklokale. An den Abenden und Wochenenden schwärmt es in den Straßen und auf den Kais rund um den Viaduct Harbour nur so von Auckländern, weil sie eine Seite ihrer Stadt auskosten, die es vor einem Jahr noch nicht gab.

Euro am Princes Wharf wurde vor kurzem zum ‚Besten in Neuseeland' gewählt (im ersten Betriebsjahr) und mit dem berühmten Küchenchef Simon Gault am Ruder ist man in sicheren Händen. Gleich um die Ecke ist das neu eröffnete Leftfield, ein riesiges Grillrestaurant mit Bar und Fernsehbildschirmen in Hülle und Fülle. In einem Teil sind die Stitzplätze sogar wie in einem Stadion angeordnet. Für den Fleischliebhaber ist Wildfire ein Laden im brasilianischen Stil, der mit seinem saftigen, am Spiess- gebratenen Rind- und Lammfleisch wirbt. Wer mehr auf Meeresfrüchte steht, der sollte hinüber zu Kermadec im Viaduct-Quay-Komplex schlendern. In diesem alteingesessenen, nicht ganz billigen Restaurant bekommt man den Pazifik auf dem Teller serviert, in Speiseräumen mit Blick auf das Meer.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass diese Enklaven und Fresstempel nur ein kleiner Vorgeschmack sind: die Spitze eines kulinarischen Eisbergs. Wenn man ein bisschen gründlicher vorgeht, dann gibt es noch viel mehr zu entdecken. Plätze wie Waiheke Island – das Juwel des Hauraki Gulf, mit seinen Weinbergen und Cafes mit Meeresblick. Und die Vororte von Newmarket, Devonport, Takapuna, Herne Bay und Mission Bay müssen auch noch erforscht werden.

Einfach unter Dining, Drinking and Entertainment schmökern und man findet eine erstaunliche Vielfalt an Restaurants, Cafes und Bars. In Auckland ist es noch nie so gut gewesen.Wcities

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