Piazza del Duomo - Piazza della Signoria Ausgangspunkt dieser Entdeckungstour durch Florenz ist die Piazza del Duomo (Domplatz), das religiöse Zentrum der Stadt seit Beginn des Christentums.
Auf dieser Piazza kann man das dem Schutzpatron der Stadt Giovanni Battista geweihte Battistero bewundern, eines der ältesten Monumente der Stadt, dessen heutiges Erscheinungsbild aus dem 11. Jahrhundert stammt. Es ist im Inneren reich mit Mosaiken geschmückt, aber auch die wunderbaren Bronzeportale sind sehr beeindruckend: Jenes im Süden stammt aus dem Mittelalter und ist ein Werk von Andrea Pisano, die beiden anderen wurden in der Renaissance von Lorenzo Ghilberti angefertigt. Das Portal, das sich heute an der Ostseite befindet, wurde von Michelangelo auf Grund seiner Schönheit "Porta del Paradiso" (Paradiesportal) genannt: Unglücklicherweise wurde das Original aus Erhaltungsgründen durch eine Kopie ersetzt. Ein Teil der bereits restaurierten Tafeln des originalen Portals sind im Museo dell'Opera del Duomo ausgestellt, das erst kürzlich nach langandauernden Ausstattungsarbeiten wieder eröffnet wurde. Das Museum befindet sich auf der Piazza, genau hinter der Apsis der Kathedrale. Hier werden wertvolle Skulpturen und andere Kunstwerke, die zu den Gebäuden an der Piazza gehören, aufbewahrt.
Gegenüber des Battistero liegt die Santa Maria del Fiore. Arnolfo di Cambio begann 1296 mit dem Bau als Ersatz für die alte Kathedrale Santa Reparata, deren Überreste im Unterbau der Kirche zu sehen sind. Das Bauwerk wurde fast 150 Jahre später, mit dem Bau der immensen Kuppel des unübertroffenen Architekten der Renaissance Filippo Brunelleschi über dem Querschiff der Kirche, fertig gestellt. Man kann auch in die Kuppel steigen, die an ihrem höchsten Punkt 107 Meter misst: Da es keinen Aufzug gibt, muss man die über 400 Stufen zu Fuß bewältigen, aber es ist die Mühe zweifellos wert, nicht nur für den einzigartigen Ausblick, sondern auch, da man auf diese Weise die Konstruktionstechnik, die Brunelleschi für den Bau dieses einzigartigen Kunstwerkes verwendet hat, verstehen kann. Der Zugang zur Kuppel befindet sich an der rechten Seite der Kathedrale. Auch das Innere von Santa Maria del Fiore ist eine Besichtigung wert, auch wenn es zu bestimmten Zeiten einiger Wartezeit bedarf. Eines der vielen Kunstwerke sind die Fresken unterhalb der Kuppel, die das Jüngste Gericht darstellen. Sie sind Werke von Vasari und Zuccari, stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und nehmen eine Fläche von ungefähr 3600 Quadratmetern ein. Man sollte auch einen Blick in die "Sagrestia delle Messe" (Sakristei) werfen, in welcher Lorenzo zur Zeit der Verschwörung dei Pazzi mit Hilfe von Agnolo Poliziano Zuflucht fand, während sein Bruder Giuliano in der Kathedrale umgebracht wurde. Hier befinden sich auch die wertvollen hölzernen Intarsiaturen, Werke einer Reihe von Künstlern, darunter Giuliano und Benedetto da Maiano. In Richtung Ausgang erkennt man im rechten Seitenschiff zwei Fresken zweier Führer: Giovanni Acuto (John Hawkwood) von Paolo Uccello und Niccolò da Tolentino von Andrea del Castagno.
An der Außenseite der Kathedrale ragt der Campanile di Giotto (Giotto-Turm) empor, nach dem großen Künstler benannt, der den Turm anfänglich geplant hat. Auch hier ist ein Aufstieg empfehlenswert, allerdings nur für jene, die nicht unter Höhenangst leiden. Über die Via Calzaiuoli, in der eine Vielzahl verschiedener Geschäfte untergebracht ist, erreicht man in wenigen Minuten die Piazza della Signoria, das politische Zentrum der Stadt, mit dem beeindruckenden Palazzo della Signoria, auch Palazzo Vecchio genannt. Dieses Gebäude war der Wohnsitz der regierenden Familie von Florenz, es wurde vom selben Architekten, der auch die Kathedrale geplant hat - Arnolfo di Cambio - 1294 erbaut und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals vergrößert. In den nicht zum Museum gehörigen Teilen ist immer noch die Gemeindeverwaltung mit verschiedenen Büros untergebracht. Im zweiten Innenhof befinden sich öffentliche Toiletten - zurzeit noch die einzigen im Stadtzentrum.
Auf der Piazza befindet sich auch die Loggia dei Lanzi, die ursprünglich als öffentlicher Treffpunkt errichtete wurde und heute als eine Art Freilichtmuseum dient, mit der Skulpturengruppe "Raub der Sabinerinnen" von Giambologna. Außerdem befinden sich hier auch die "Fontana del Nettuno" (Neptunbrunnen), ein manieristisches Werk von Ammannati und das Reiterdenkmal des Cosimo I, Großherzog der Toskana, Werk von Giambologna. Bemerkenswert ist vor dem Portal des Gebäudes die Kopie von Michelangelos David.
An diesem Punkt hat man die Wahl zwischen einem Besuch der Galleria degli Uffizi, wahrscheinlich eines der wichtigsten Museen der Welt in unmittelbarer Nähe der Piazza, und - wenn das Wetter es erlaubt - einer kleinen Verschnaufpause in einem Cafe, z.B. dem Rivoire, eines der meistbesuchten Cafes mit seiner berühmten heißen Schokolade mit Sahne.
Das Medici-Viertel Die Erkundung dieses Viertels beginnt beim Wohnsitz der Familie Medici in der Zeit von Cosimo il Vecchio bis zum Großherzog Cosimo, dem Palazzo Medici-Riccardi in der Via Cavour. Das Gebäude wurde 1444 im Auftrag von Cosimo il Vecchio von Michelozzo errichtet, und wurde später im Besitz der Familie Riccardi vergrößert. Heute ist es Sitz der Präfektur und der Provinzialverwaltungsämter von Florenz. Im Inneren befindet sich neben dem Innenhof die 1992 anlässlich der Ehrung der Familie Medici renovierte Cappella dei Magi mit den wunderbaren Fresken des Benozzo Gozzoli. Hier sind nicht nur Bildnisse von Familienmitgliedern der Medicis zu sehen, sondern auch solche von anderen wichtigen Persönlichkeiten aus jener Zeit, wie z.B. das vom Patriarchen von Konstantinopel und von Giovanni VII Paleologo, dem Kaiser des Orients, die sich anlässlich des Konzils 1439 in Florenz aufhielten.
Im Palazzo ist auch die Biblioteca Riccardina untergebracht, deren Eingang sich in der Via dei Ginori 10 befindet. Es handelt sich dabei um eine der wichtigsten Sammlungen der Stadt, sie baut auf die Manuskriptensammlung des Riccardo Riccardi und ist seit Beginn des 18. Jahrhunderts für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier befindet sich auch ein Teil der vergoldeten Einrichtung aus dem 18. Jahrhundert.
Hinter dem Palazzo liegt Florenz' antike Kathedrale Chiesa di San Lorenzo, die im 15. Jahrhundert von Brunelleschi und seinen Anhängern wiederaufgebeut wurde. In der eigentlichen Kirche der Medici sind die Gräber berühmter Persönlichkeiten der Familie untergebracht, vom Stammvater Giovanni di Averardo und seiner Frau Piccarda Bueri, die in der Sagrestia Vecchia begraben sind, bis zu Cosimo il Vecchio, dessen Grab sich in der Krypta befindet, direkt unter dem Hauptaltar. In Michelangelos Sagrestia Nuova befinden sich die Gräber von Lorenzo il Magnifico, seines Bruders Giuliano, der bei der Verschwörung dei Pazzi umkam, von Lorenzo, dem Herzog von Urbino, und von Giuliano, dem Herzog von Nemours. In der angrenzenden Cappella dei Principi aus dem 17. Jahrhundert sind die Medici des Großherzogtums begraben.
Rund um die Kirche ist der Platz der unzählbaren Verkaufsstände des Mercato di San Lorenzo, bei welchem vor allem neue und gebrauchte Kleidung, Schuhe u.s.w. angeboten werden. In unmittelbarer Nähe wird täglich bis ca. 14 Uhr auch der größte Markt der Stadt, der Mercato Centrale abgehalten, mit Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch zu absolut konkurrenzfähigen Preisen. Und wenn man schon mal hier ist, sollte man unbedingt ein belegtes Brot mit "lampredotto", einer Florentiner Spezialität, die leider nicht jeder zu schätzen weiß, versuchen.
Am Ende der Via Cavour liegt die Piazza San Marco mit dem gleichnamigen Klosterkomplex. Das Kloster befand sich zuerst im Besitz der Sylvestrinermönche und ging 1448 an die Dominikaner über, welche 1437, dank der Finanzierungshilfe von Cosimo il Vecchio, Kirche und Kloster vergrößerten.
Wichtiger als die Kirche ist eine Besichtigung des Museo di San Marco, das einen Teil des Dominikanerklosters umfasst, in welchem die Mönche Giovanni di Fiesole, später Beato Angelico genannt, Antonino Pierozzi, Florentiner Bischof und Heiliger, Savanarola und später der unvergessliche Bürgermeister von Florenz Giorgio La Pira wohnten. Ein guter Ausgangspunkt wäre der Sant'Antonino Kreuzgang, um sich anschließend in die Sala Capitolata zu begeben, in der Beato Angelico eines seiner wichtigsten Kunstwerke, das die Kreuzigung darstellende Fresko, hinterlassen hat. Im ersten Stock des Klosters befinden sich die Zellen der Mönche, die von Beato Angelico und seinen Mitarbeitern mit religiösen Fresken geschmückt wurden. Dies ist sicherlich der interessanteste und berührendste Teil des gesamten Komplexes.
In unmittelbarer Nähe der Piazza befindet sich die Kunstakademie Accademia di Belle Arti mit der angeschlossenen Galleria dell'Accademia, wo unter anderem auch das Original von Michelangelos David sowie zahlreiche weitere Werke dieses Florentiner Künstlers untergebracht sind, wie z.B. die vier "prigioni" (Gefängnisse), die als Grabstätte für Giulio II vorgesehen waren, jedoch niemals fertig gestellt wurden.
Auf Grund der verschiedenen Universitätssitze in diesem Gebiet, vor allem in der Via degli Alfani, gibt es hier zahlreiche Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte und Bars, in denen Schiacciatine, belegte Brote oder warme Vorspeisen zu annehmbaren Preisen angeboten werden. Außerdem ändert sich der Preis kaum, wenn man das Bestellte an einem Tisch einnimmt. Aus dem vorhin genannten Grund ist dieser Stadtteil von spezialisierten Buchhandlungen, Copy-Shops u.s.w. geprägt.
In weniger als einer Minute erreicht man von der Piazza San Marco aus die Piazza Santissima Annunziata mit der Basilika Mariana della Santissima Annunziata und Brunelleschis Bogengang Ospedale degli Innocenti an der rechten Seite, einem Meisterwerk der Renaissancearchitektur. Bei großer Müdigkeit besteht an diesem Punkt die Möglichkeit, die Tour abzubrechen und über die Via dei Servi zurück zum Dom zu gehen, dessen beeindruckende Kuppel schon von der Straße aus zu sehen ist. Eine Fortsetzung der Tour würde über die Via della Colonna zum Museo Archeologico mit seinen wunderbaren etruskischen und ägyptischen Bereichen, führen.
L'Oltrarno Über die Brücke Ponte Vecchio mit ihren Juweliergeschäften, die ursprünglich Metzger- und Gerberläden waren, die den Fluss für ihre Arbeit nutzten, gelangt man in das Stadtviertel Oltrarno, was soviel heißt wie "Jenseits des Arno" gegenüber dem Zentrum der Stadt. Das Viertel wird auch Santo Spirito genannt und es weist immer noch den einheimischen Volkscharakter auf. Im Sommer stößt man hier oft auf Menschen, die auf Stühlen vor der Haustür sitzen, um zu plaudern.
Es war schon seit jeher ein Handwerkerviertel und immer noch sind hier wahre Künstler für Restaurierungsarbeiten an Möbelstücken und Bildern zu finden.
Gleich nach der Brücke steht an der linken Seite die älteste Kirche der Stadt, die Chiesa di Santa Felicita, die unglücklicherweise im 18. Jahrhundert erneuert wurde. Ein Stück weiter befindet sich am höchsten Punkte der dortigen Piazza der Palazzo Pitti der von der Familie Pitti in den Besitz der Medici überging, welche hier ab 1565 wohnten. Heute sind hier fünf Museen untergebracht, aber wenn das Wetter mitspielt, sollte man unbedingt den Park Giardino di Boboli hinter dem Palazzo besichtigen. Der Zugang dazu befindet sich im Hof des Palazzo. Es handelt sich hier um einen großen Park, der sich über den Hang erstreckt und bis zum Belvedere, einer Festung der Stadt, reicht. Am Gipfel angelangt, reicht ein Spaziergang zwischen Bäumen und Hecken, um sich richtig wohl zu fühlen.
Nahe dem Palazzo Pitti gelangt man in die einzigartige Via Maggio, früher Via Maggiore genannt, mit ihren wunderbaren Herrschaftshäusern der Florentiner Adelsfamilien und den Läden, besser gesagt den Boutiquen der Antiquitätenhändler, die die Straße säumen. Nur wenige können sich die Luxuseinkäufe hier leisten, wie z.B. 30 Millionen Lire für eine Kartäuserkasse oder das Doppelte für ein Renaissancetischchen auszugeben! Hat man nicht die Absicht, so viel Geld auszugeben, ist es ratsam, sich an die anderen Geschäfte des Gebiets zu wenden, die trotzdem eine großes Angebot haben.
Bei einem Spaziergang durch die für dieses Viertel typischen Straßen und Gassen stößt man unweigerlich auf Brunelleschis letztes Werk, die Chiesa di Santo Spirito, auf deren Piazza jeden Morgen ein Markt abgehalten wird, und wo einmal monatlich der Antiquitätenmarkt, den man nicht verpassen sollte, stattfindet. Verhungern muss man hier wirklich nicht: Hier gibt es Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, aber auch Wirtshäuser, so genannte Trattorie, mit Hausmannskost und Qualitätsmenüs zu annehmbaren Preisen.
Soll die Tour an diesem Punkt beendet werden, wird empfohlen, sich über die Hauptstraße zur Kirche Chiesa di Santa Maria del Carmine zu begeben, um zumindest die Kapelle mit den Fresken von Masaccio, die Felice Brancacci in den 1420er Jahren in Auftrag gab, zu besichtigen. Es handelt sich hier um ein wahres Meisterwerk der Renaissancemalerei, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Eingang zur Kapelle befindet sich außen, an der rechten Seite bezüglich der Kirchenfassade.
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