Allgemeines
Florenz genießt Weltruf als Tourismusstadt mit seinen herausragenden Kunstwerken der Vergangenheit, dem kulturellen Erbe des Humanismus und dem ästhetischen Wert, den Gelehrte und sämtliche Klassizismusliebhaber, ein Stil auf den Florentiner Künstler immer geachtet haben, der Stadt zu Teil werden ließen. All diese Faktoren beeinflussen die historische Gegenwart einer sehr kleinen, vielleicht sogar provinziellen Stadt, die zugleich Treffpunkt für Einheimische und Touristen aller Altersklassen und Nationalitäten ist.
Das historische Stadtzentrum spiegelt das heutige Leben in der Stadt am besten wider. Es ist kaum noch von Einheimischen, vielmehr aber von italienischen Studenten und Ausländern (größtenteils Amerikaner) bewohnt.
Florenz ist in vier Stadtviertel unterteilt, wobei das historische Stadtzentrum das Hauptinteresse der Touristen auf sich zieht, und selbst wiederum in vier Teile, welche den Stadtvierteln des Mittelalters entsprechen, unterteilt ist: San Giovanni, Santa Croce, Santa Maria Novella und Santo Spirito (Oltrarno).
San Giovanni (Duomo) Seinen Namen verdankt dieser Stadtteil dem heiligen Schutzpatron der Stadt, San Giovanni Battista, welchem das
Battistero geweiht ist. Das gewaltige Bauwerk des
Duomo mit Brunelleschis Kuppe ist ein Wahrzeichen der Stadt, die so reich an historischen Bauwerken ist und deren Anordnung der Straßen immer noch Spuren des Mittelalters aufweist, obwohl die linearen und geometrischen Formen der Renaissancegebäude eingefügt wurden, so z.B. der
Palazzo Strozzi oder der
Palazzo Medici-Riccardi, die sich früher im Besitz der mächtigen oligarchischen Familien von Florenz befanden. Er ist der älteste Teil des Zentrums und wurde gemäß der Handelsmentalität der Stadt mit erlesenen Geschäften in einigen der bekanntesten Straßen verschönert, darunter die Via Calzaiuoli, die den Dom mit der Piazza della Signoria verbindet. Auch die Universität und das Gericht, das im Complesso di San Filippo Neri untergebracht ist, haben hier ihren Standort.
Santa Maria Novella Dieses Viertel verdankt seinen Namen der Kirche
Santa Maria Novella, einer dominikanischen Basilika, die gleichzeitig ein wichtiges kulturelles Zentrum des Mittelalters darstellte. Ganz in ihrer Nähe befindet sich der gleichnamige Zugbahnhof, der in den vergangenen 30er-Jahren vom jungen Architekten Michelucci erbaut wurde. Nicht weit vom Bahnhof stößt man auf die Fortezza da Basso, eine Festung, die heute als Schauplatz für Konferenzen, Versammlungen und Messen, wie z.B. die Pitti Moda, dient. Längs des westlichen Hanges des Arno erstreckt sich der
Parco delle Cascine, eine der wichtigen Grünflächen der Stadt. Hier befindet sich auch eine der berühmtesten Einkaufsstraßen für italienische Mode, die Via Tornabuoni, mit Geschäften von Modeschöpfern wie
Gucci,
Versace und des aus Florenz stammenden
Salvatore Ferragamo.
Santa Croce Die Kirche
Santa Croce, eine mittelalterliche Franziskanerbasilika, dient als Namenspatron für den gesamten östlichen Teil des historischen Stadtzentrums. Sie grenzt an das Bauwerk der Biblioteca Centrale Nazionale.
Santo Spirito (Oltrarno) Dieser Stadtteil erstreckt sich von
San Frediano bis
San Niccolò Oltrarno, sein Mittelpunkt ist allerdings die Piazza
Santo Spirito, welche noch viele Elemente des vergangenen Volkscharakters, wie er noch unmittelbar nach dem Krieg zu erkennen war, aufweist, wie z.B. die Handwerksläden. Typisch für diese Piazza sind die Sommerabende, in denen sich hier junge Einheimische und Ausländer, die auch in dieser Gegend stark vertreten sind, versammeln. In diesem Viertel befinden sich der
Palazzo Pitti mit seinem alten mediceischen Garten und der
Giardino di Boboli, der bis zum
Forte Belvedere auf der Anhöhe reicht. Auf dem anderen Hügel in diesem Gelände befindet sich der berühmte Panorama-Platz
Piazzale Michelangelo. Von hier aus kann man einen der wenigen erhaltenen Teile der mittelalterlichen Stadtmauern erkennen, der zum Forte Belvedere führt und von der Zerstörung im 19. Jahrhundert verschont blieb, gleich wie jener Teil in der Nähe der
Porta Romana. Jenseits der Mauern aus dem 14. Jahrhundert befindet sich "die Stadt außerhalb der Mauern". In diesem Teil leben - im Gegensatz zum Zentrum - noch sehr viele Einheimische, wie auch in den anderen Stadtteilen außerhalb der antiken Mauern, die im 19. Jahrhundert durch Umgehungsstraßen ersetzt wurden.
Campo di Marte & Fiesole Im Stadtviertel Campo di Marte im Nordosten, befinden sich sowohl historische Gebäude aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, als auch moderne Kondominien aus Zement und Ziegeln, die hier ab den 50er-Jahren errichtet wurden. Hier gibt es auch wichtige sportliche Einrichtungen wie z.B. die zahlreichen Schwimmbäder und das Stadio Artemio Franchi. Innerhalb dieses Stadtviertels befindet sich auch der Bezirk Cure, von wo aus man nach
Fiesole und in das Gebiet Bellariva gelangt. Hier befand sich einst das Landstück Piagentina, beliebtes Motiv der toskanischen Macchiaioli Maler.
Gavinana & Galluzzo Das Viertel Gavinana erstreckt sich südlich des Arno bis hin zu den südlichen Hügeln, ehe die Chiantigiana-Straße in das Chianti DOC Gebiet führt. In Richtung Südwest stößt man auf die Ortschaft Galuzzo mit seinem berühmten Kartäuserkloster.
Isolotto & Legnaia Das Viertel umfasst den Isolotto di Legnaia und andere Gebiete der Stadt, die in den 60er und 70er-Jahren entstanden sind und sich heute noch nach Westen hin ausdehnen. In den 70er-Jahren war der Teil Isolotto und Legnaia Schauplatz zahlreicher sozialer Auseinandersetzungen, welche auch heute noch nicht zur Gänze verschwunden sind. Solche Szenen sind trotz eines scheinbar verbreiteten Wohlstandes typisch für die Peripherie.
Rifredi Rifredi stellt den aüssersten Teil im Nordwesten der Stadt dar. Hier ließ die Familie de' Medici bereits ab dem 15. Jahrhundert ihre Landvillen errichten, darunter die
Villa di Careggi, die Villen
Castello und
La Petraia in der Ortschaft Castello. Dieser Stadtteil umfasst auch die Industriewohngebiete wie Novoli, Firenze Nova, Brozzi, Le Piagge und l'Olmatello, wobei letztere vielleicht zu wenige Infrastrukturen besitzen, sodass sie fast verschlafen wirken. Brozzi weist eine große Anzahl an chinesischen Einwanderern auf. Dieses Gebiet ist ein gutes Beispiel für die neue multiethnische Gesellschaft, welche sich auch in einigen Bereichen des Zentrums bemerkbar macht, wie z.B Santa Maria Novella, ein Treffpunkt für somalische und eritreische Einwanderer.