Eine boomende Wirtschaft und eine junge, wohlhabende Bevölkerung waren der Grund für den wirtschaftliche Aufschwung, der sich in Dublins gesamtem Stadtzentrum niederschlug. Die 80er Jahre waren kein guter Zeitpunkt für soziokulturelle Einrichtungen in der Stadt, doch inzwischen haben die Dubliner mehr Geld zur Verfügung denn je. So entstand eine neue, erfolgreiche Gastronomie. Unzählige neue Pubs und Imbissstuben eröffneten in den letzten Jahren, was für Besucher angesichts der Vielfalt und Auswahl verwirrend sein könnte. Dieser Guide soll als kleine Einführung helfen.
Restaurants In der Stadt «essen gehen» hat immer mehr an multikultureller Bedeutung gewonnen, was Besucher überraschen dürfte, rechnet man doch nicht mit solch einem vielseitigem Angebot. Vom traditionellen irischen Restaurant über amerikanisch gestylte Diners und italienische Pizzerias, bis hin zum japanischen Nudelhaus. Irische Lebensmittel, ob vom Land oder Meer, genießen aufgrund ihrer Qualität und Frische einen besonders guten Ruf. Bord Bia, die irische Lebensmittelbehörde, hat sich erst kürzlich den Slogan „Die Lebensmittel-Insel“ angeeignet. Wenn man einen schnellen Happen essen möchte, ist man im Viertel Temple Bar im Süden der Stadt gut aufgehoben. Eigentlich unangebracht wird es „left bank“ genannt. Diese beliebte Touristengegend ist mit günstigen Imbissstuben vollgestopft, die Auswahl ist groß und aufregend. Restaurants wie das beliebte Elephant and Castle, Tante Zoe's, Yamamori Noodles, das indonesische Chameleon und das theater-freundliche Trocadero offerieren eine Menge Möglichkeiten, preiswert den Hunger zu stillen. Schicker und feiner sind Eden, Odessa, Dish und Cooke's, welche elegante Restaurants mit hervorragendem Service und einer modernen, oft innovativen Cuisine sind.
Der südliche georgianische Stadtteil umfasst Stephen's Green, Fitzwilliam und Merrion Square und ist um Einiges wohlhabender. Die Restaurants geben sich mit ihren prestigevollen Adressen als eher formelle Etablissements. Das Restaurant Patrick Guilbaud, L'Ecrivain, Christopher's, The Commons, Peacock Alley und La Stampa haben schon internationalen Ruhm, oft gilt der Beifall der französischen Küche. In diesen Restaurants ist es sinnvoll, einen Tisch zu reservieren, die Diner-Erfahrung ist es meistens wert. All die, die einen Hang zum Besonderen haben, sollten das Ayumi-ya Japanese steakhouse, das Good World restaurant, das indische Shalimar, Saagar oder das teilweise kritisierte Jacob's Ladder besuchen.
Der nördliche Teil der Stadt, der immer noch im Neuaufbau lebt, ist nicht gerade mit guten Restaurants übersäht. Die Hauptverkehrsstrasse hier ist die O'Connell Street, welche mit vielen Fast Food Restaurants wie Mc Donald's und Eddie Rocket's bestückt ist, doch wenn man danach sucht, findet man auch das eine oder andere Juwel unter den Restaurants. Talbot 101 ist ein beliebtes vegetarisches Restaurant, das Winding Stair Cafe ist toll zum Mittagessen, während das Chapter One Restaurant im Keller des Irischen Schriftsteller Museums bei Kennern sehr beliebt ist. Das neue Halo Restaurant im Morrison Hotel, hat sich inzwischen seinen eigenen guten Ruf aufgebaut, dagegen hat das winzige Bangkok Cafe in der Parnell Street mit seiner authentischen Thaiküche in schlichtem, freundlichen Ambiente schon viel Beifall genossen.
Wenn man weiter raus fährt, in Vororte wie Dun Laoghaire, Howth oder Malahide, kann man auch dort eine Vielzahl guter Restaurants entdecken, vor allem solche mit ausgezeichneten Meererstiergerichten. Das King Sitric, the Old Schoolhouse, und Cavistons sind empfehlenswert.
Bars und Pubs Irlands neue keltische „Tigerwirtschaft“ musste in letzter Zeit einige harsche Kritik erdulden: seitdem die Dubliner wohlhabender, besser gekleidet und kultivierter denn je sind, würde die Stadt an Authentizität und Charakter einbüssen. Sicher, das echte Dubliner Pub, in dem man intellektuelle Diskussionen und spontanen Humor antrifft, findet man nicht mehr allzu oft, wobei man sagen muss, dass diese Idee auch nur der Mythos der ersten Stunde des Pubs sein könnte. Viele traditionelle Kneipen wie The Norseman, The Foggy Dew und das White Horse Inn wurden einer Komplett-Erneuerung unterzogen, so dass ein altbekannter Stammgast, der nach langer Abwesenheit nach Dublin zurückkäme, seine Lieblingskneipe nicht mehr wiedererkennen würde. Ein großer Teil der Veränderung findet in und um Temple Bar statt: einst war es ein alter Stadtteil im südlichen Dublin, nun entwickelt es sich als Unterhaltungsviertel, in dem man an jeder Ecke eine Kneipe finden kann. Pubs wie das Oliver St. John Gogarty, The Norseman und das namengebende Temple Bar Pub sind oft voll besetzt mit Besuchern und (manchmal verstimmten) Einheimischen. Gut, wenn man eine ungestüme und gesellige Atmosphäre sucht, denn dann ist man hier richtig.
Wenn Temple Bar zu hektisch sein sollte, wo kann man sonst noch hingehen? Kommt ganz darauf an, was man von einer Nacht erwartet. Neuere (oder kürzlich renovierte) Bars wie das Bailey, Front Lounge, und Capitole legen den Schwerpunkt auf Style und Kultiviertheit und ziehen die trendy Mittzwanziger an, die in Plüsch und edler Einrichtung relaxen. Für die absoluten Insider sind das schon länger etablierte Hogans und das Globe heutzutage etwas passe. Trotzdem kommt hierher immer noch treues Szene-Klientel. In vielen dieser angesagten Bars legen live DJs auf und am Wochenende ist hier oft bis spät geöffnet.
Alteingesessene Kneipengänger werden diese selbstgefälligen Bars aufgrund ihrer Blasiertheit wahrscheinlich nicht betreten. Manch ein Dubliner würde niemals freiwillig auch nur einen Fuß in solch ein cooles Etablissement setzen und geht doch lieber in ein traditionelles Pub, wo man noch wert auf Gespräche und Atmosphäre legt und nicht so sehr auf Musik und Stil. Wie bereits erwähnt, wurden fast alle der älteren Pubs vollständig erneuert, was es schwer macht, ein authentisches Dubliner Pub zu finden. Dennoch, manche bleiben erhalten. The Long Hall, Grogan's, the Palace, Mulligan's, Kehoe's, the Stag's Head und McDaid's haben alle irgendetwas mit Literatur oder Musik zu tun, außerdem ist die Atmosphäre hier wirklich einmalig. Höchstwahrscheinlich bekommt man hier auch ein gutes Bier. Für die Abenteuerlichen unter uns bietet der Norden der Stadt jede Menge erstklassiger Pubs. Allen Gerüchten zum Trotz bringt man sich hier nicht in Gefahr. Ein Besuch lohnt sich im Abbey Theatre, Flowing Tide Welcome Inn, Gubu, Life Bar und Gravediggers, welcher seinen kuriosen Namen daher hat, dass er sich genau am historischen Glasnevin Friedhof befindet.
Wenn man von Irland eine nostalgische Vorstellung hat und in jedem Pub eine traditionelle Musik-Session erwartet, wird man wohl enttäuscht werden. Natürlich gibt es so etwas, doch sollte man dazu das Stadtzentrum verlassen und nach außerhalb fahren: O'Sheas, O'Donoghues, Harcourt Hotel und Cobblestone sind äußerst empfehlenswert.
Obwohl es in der ganzen Stadt so viele Bars und Pubs gibt, sind die Gesetze was den Alkoholausschank betrifft noch ziemlich streng. Pubs schließen in der Regel um 23:30 Uhr (an Donnerstag, Freitag und Samstag 0:30 Uhr), und die Clubs schicken ihre Gäste schon um 2 Uhr nach Hause. Natürlich gibt es auch einige Ausnahmen: viele der größeren, beliebteren Pubs in der Stadt haben „Spät-Lizenzen“, die es erlauben, unter der Woche ein wenig länger zu öffnen. Trotzdem ist es praktisch unmöglich, später als 2 Uhr morgens noch irgendwo etwas trinken zu gehen. Es gibt ein paar Weinstuben in der Leeson Street, die bis in die frühen Morgenstunden ausschenken dürfen, aber Alkohol ist oft unvorstellbar überteuert, die Atmosphäre soll eher schäbig sein. Es ist wahrscheinlich wirklich das Beste, früh ins Bett zu gehen und dafür am nächsten Morgen ohne Kater zum Sightseeing aufbrechen zu können.
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