Allgemeines
Der Fluss Liffey teilt in Dublin in zwei Hälften: Nord- und Süddublin.
Südlich vom Fluss Der Südteil der Stadt war schon immer der Bereich der Dubliner Mittelklasse und ist im Allgemeinen wohlhabender als sein nördliches Gegenstück.
Temple Bar Area Im Labyrinth von kopfsteingepflasterten Ecken und buckligen Nischen, zwischen Dame Street und Liffey-Fluss, befindet sich Dublins lebhaftester Stadtteil. In den 80er Jahren sollte das Gebiet zerstört werden, um einer riesigen Busstation Platz zu machen. Doch in letzter Minute hatte man sich umentschieden, und das Viertel wurde zum Hauptort von Dublins Neuaufbaumaßnahmen in den 90er Jahren. Jeder Schritt, den man hier macht, offenbart einem neue individuelle Läden und weitere trendy Kunstzentren. Im Irish Film Centre mit seinen Musik- und TV-Studios liegt Dublins kulturelles Herz. Nachts zieht es Besucher (und auch einige Dubliner) nach Temple Bar und seiner Umgebung um auszugehen. Hierher, in die ehemalige Wikingersiedlung, kommen sie auf einen Drink in die unzähligen Bars und Pubs oder um die Kaffeekultur zu genießen. Die Atmosphäre hat sich sehr zum Positiven geändert, nachdem man Herrenabende am Wochenende aus dem Viertel verbannen konnte. Man wird die Straßen und Gassen jedoch auch jetzt noch dicht bedrängt vorfinden, wenn es dunkel ist.
Medieval Dublin Das Gebiet um Temple Bar geht nahtlos in das historische Herz der Stadt über.
Dublin Castle ist der ehemalige Sitz der britischen Mächte und Viceroys von Irland. Mit seinem prunkvoll verzierten Speisesaal, Kristall-Kronenleuchter und verschnörkelten Staatszimmern ist das Schloss immer noch ein mächtiges Symbol der britischen Kolonialpräsenz... Obwohl das Schloss heute die Amtseinführung des Präsidenten von Irland bezeugt. Der große Schlosskomplex beinhaltet außerdem noch das Crypt Theatre und das wunderbare
Chester Beatty Library, eins der größten Schatzkammern für islamische und orientalische Kunst. Am Rande des Schlosses befindet sich die vor kurzem erneuerte
City Hall. Die großartige gewölbte Vorhalle des Gebäudes, welches im 18. Jahrhundert gegründet wurde, um den Royal Exchange unterzubringen, ist einer der schönsten und eindrucksvollsten Plätze der Stadt. Das Dublin Castle und die zwei mittelalterlichen Kathedralen
St Patrick und Christchurch sind zwei der ältesten und wichtigsten Gebäude in Dublin.
Hinter St Patrick's versteckt liegt die elegante
Marsh's Library, inmitten gepflegter Gärten, in einer schönen Villa der Königin Anne untergebracht. Die Einrichtung ist nicht minder prachtvoll: die Bibliothek beherbergt noch immer den Käfig, in den Gelehrte eingeschlossen wurden, während sie die wertvollsten Besitztümer der Bibliothek einschätzen mussten. Marsh's ist ein verstecktes Kleinod der Stadt Dublin, hier werden eine Vielzahl Manuskripte und Erstausgaben sowie eine beträchtliche Sammlung türkischer, hebräischer und arabischer Drucke gelagert.
Trinity College Trinity ist eine berühmte Bildungseinrichtung und eine der großartigsten Universitäten in Europa. Die lange Liste der berühmten ehemaligen Studenten enthält Samuel Beckett, Edmund Burke und Oscar Wilde. Trinity wurde von Elizabeth I gegründet, um Irland vom Papsttum zu bewahren. So blieb Jahrhunderte lang eine Bastion der britischen Kultur in Irland. Das führte dazu, dass bis zu den 70er Jahren nur in das College eintreten durften, wenn sie vom Dubliner Erzbischof eine spezielle Erlaubnis erhielten. Heute machen 70% der Bevölkerung Studenten aus. Wenn man vom Vordertor ins College tritt, sieht man eine Folge eleganter Vierecke, die den Weg zum College-Park bahnen, in dem an Sommernachmittagen Kricket gespielt wird. Ein Besuch lohnt auch in der Berkeley Bibliothek im in Fellows Square. Der größte Schatz von Trinity ist jedoch das wunderschön beleuchtete, mittelalterliche Manuskript, genannt das Book of Kells, welches im eindrucksvoll gewölbten Langen Raum untergebracht ist und vielleicht den besten internationalen Platz in Dublin darstellt.
Georgian Dublin Der elegante Charme des südöstlichen Dublins ist ein Überbleibsel des georgianischen Stadtbaus. Auf dem erlesenen
Merrion Square, der immer mit Touristen vollgedrängt ist, gibt es herrliche Parks und ein wundervoll kitschiges Oscar Wilde-Denkmal, der hier seine Jugend verbrachte. Andere Berühmtheiten, die hier lebten, sind zum Beispiel W.B. Yeats, Joseph Sheridan Le Fanu und der große Befreier, Daniel O'Connell. Später besetzte die Britische Botschaft die Ostseite des Merrion Squares, bis er 1972 als Folge der „Blutiger Sonntag Morde“ in Derry niedergebrannt wurde. Der nahe Fitzwilliam Square ist viel kleiner und intimer, außerdem einer der am besten erhaltenen georgianischen Plätze in Dublin.
Nach ein paar Minuten zu Fuß westwärts kommt man zu einem sehenswerten, offenen Platz,
St Stephen's Green, welcher zweifellos das Herzstück der Stadtplanung Dublins des 18. Jahrhundert darstellt. Viele bemerkenswerte Gebäude säumen den Platz, wie zum Beispiel das Royal College of Surgeons, dem man noch immer die „Narben“ von Gewehrkugeln des Osteraufstandes von 1916 ansieht, oder das
Shelbourne, Dublin's pikfeines Hotel und immer noch der beste Ort in der Stadt für den Nachmittagstee. Das
Newman House, bestehend aus zwei georgianischen Stadthäusern im südlichen St Stephen's Green, war einst die Originalunterkunft des University College Dublin und wurde jüngst fabelhaft restauriert, so dass man heute die fantastische Innendekoration in ihrem ganzen Glanz bewundern kann. Im Park in St Stephen's Green kann man an einem See und verschiedenen Statuen vorbeispazieren, so auch an denen von Yeats und Countess Marcievicz. Die Figur des Wolfe Tone wurde 1979 von einem Terroristen in die Luft gejagt. Der Kopf wurde glücklicherweise beim Shelbourne Hotel gefunden, aber die Statue war zerstört.
Grafton Street führt in die Nordost-Ecke von St Stephen's Green. Hier ist das große Einkaufsparadies. Doch auch im Kaufrausch sollte man die
National Gallery,
National Museum oder das Leinster House nicht vergessen, der Sitz des irischen Parlaments (
Dail Eireann), welche für den Kulturbegeisterten hochinteressant sind.
Liberties Diesen Viertel hat seinen Namen aus der Zeit geerbt, in der es ein zollfreier Bezirk war. Brick Lane und Francis Street glänzen mit vielen Antiquitätengeschäften und dem farbenfrohen Mother Redcap's Markt.
Kilmainham Die größte Sehenswürdigkeit dieses westlichen Viertels ist zweifellos
Kilmainham Gaol. Die Anführer des Aufstands von 1916 wurden hier hingerichtet, was die irische Öffentlichkeit zu radikalen Eskapaden schreiten ließ und den Anfang vom Ende der britischen Regierung in Dublin kennzeichnete. Das alte Gefängnis wurde nach den Aufklärungsprinzipien des Panoptizismus umgebaut, so dass ständige Überwachung herrschte. In der letzten Zeit wurde es durch Filme wie
Im Namen des Vaters berühmt, außerdem enthält es ein interessantes Museum, welches die Kolonialgeschichte und das politische Märtyrertum dokumentiert. Des weiteren befindet sich in Kilmainham das
Irish Museum of Modern Art, dass seit 1991 geöffnet hat. In nur zehn Jahren ist es zu einer Haupteinrichtung der irischen Kultur geworden. Das IMMA ist im ehemaligen Königlichen Krankenhaus untergebracht, das 1684 als Beherbergung pensionierter Soldaten errichtet wurde und sehr sehenswert ist. Ein weiteres Merkmal des Museums ist die aufwendig restaurierte Kapelle und der feine, gepflegte Barockgarten. In der Nähe liegt auch der
Guinness Hop Store, der Hommage an Irlands größtes und beliebtestes Exportgut zahlt.
NORTH OF THE RIVER Die nördlichen Stadtteile Dublins erholten sich niemals so richtig von der Tatsache, dass das Bürgertum nach dem Akt der Vereinigung im Jahr 1801 nach Süddublin oder London abwanderte. Einst war der Norden der Teil mit den schlimmsten Elendsvierteln Europas, aber die Zeiten ändern sich. Trotzdem ist der Bevölkerungszuwachs hier ein relativ langsamer Vorgang, vergleicht man mit der Entwicklung südlich vom Liffeyfluss.
O'Connell Street Die “Hauptschlagader” in Dublins Stadtzentrum wurde in den letzten Jahren sehr vernachlässigt, aber langsam scheint die Wiederbelebung fällig zu sein. Die großen, schicken und baumgesäumten Boulevards leiden unter dem Eindringen der vielen Fast-Food-Restaurants und seit neuestem unter einem Sex-Shop, aber die ambitionierten Pläne, wieder dem alten Ruf der Hauptstraße gerecht zu werden, sind im Gange. Das solle sich als nicht zu schwierig erweisen: alle Haupteinrichtungen der O'Connell Street bleiben am Platz: das Gresham Hotel, Clery's Kaufhaus, Eason's Buchladen und das
Gate Theatre. Auf der O'Connell Street steht außerdem ein wichtiges Symbol - die
General Post Office (GPO). Diese diente beim Osteraufstand 1916 als Hauptquartier, und auf ihren Treppen wurde die Proklamation der Irischen Republik verlesen. Das Gebäude birgt immer noch den Schrecken der Gewalt dieser Tage und erhält sich seinen radikalen Charakter, da es ein beliebter Ort für Demonstrationen ist. Georgian Parnell Square, das Dublin Writers Museum und das edle
Hugh Lane Municipal Museum of Art sind weitere Anziehungspunkte in diesem Bezirk. Ganz in der Nähe befindet sich das
James Joyce Centre in einem eleganten georgianischen Stadthaus.
Nördlich der O'Connell Street, im Stadtteil Drumcondra, ist der
Botanic Gardens, hier kann man die beeindruckenden Glashäuser anschauen und am Flussufer spazieren gehen. Der
Glasnevin Cemetery befindet sich in unmittelbarer Nähe. Bei einem Gang über einen Friedhof denken die meisten von uns nicht an einen vergnügten Nachmittagsausflug, aber dieser ganz besondere Friedhof hat etwas von Irlands Nationalgeist, denn hier wurden viele historische Berühmtheiten beerdigt: de Valera, Gerard Manley Hopkins, Daniel O'Connell and Michael Collins sind nur einige der Namen auf den Grabsteinen.
Östlich der O'Conell Street befindet sich
Custom House Quay, welches beim Aufruhr von 1921 von Sinn Fein's Mannen in Brand gesetzt wurde. Das
Custom House ist das Meisterwerk des Architekten James Gandon aus dem 18. Jahrhundert, lange wurde es als mächtiges Zeichen des britischen Kolonialismus angesehen. Die Restauration des imposanten Hauses mit den Wandelgängen im Inneren, das man nun im Hafengebiet sehen kann, wurde 1991 abgeschlossen. Hier sind Büros des Verwaltungsapparates untergebracht, aber Teile des eleganten Inneren des Hauses auch der Öffentlichkeit zugänglich. Nachts ist es aufgrund der beeindruckenden Beleuchtung ganz besonders schön, tagsüber kann man sich die Statue des Handels genauer betrachten, die die Spitze der kupfernen Kuppel schmückt. Interessant sind auch die Figuren der Götter, die für Irlands 14 größte Flüsse stehen. (Bemerkenswert: der einzige weibliche Fluss ist die Liffey.) Hinter dem Custom House ziehen sich die Uferstraßen noch einige Kilometer hin, bis man zur Pigeonhouse Festung kommt, die nun ein Stromerzeugungswerk ist, und deren Türme in Pastellfarben gestreift sind, was so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Die Dünne und niedrige Südmauer führt nach 1,5 Kilometern zur Dubliner Bucht und mündet am Poolbeg Leuchtturm: hier ist wahrscheinlich einer der besten Wege für einen Uferspaziergang.
Im Westen der O'Connell Street geht der Kai weiter zu den
Four Courts, dem Sitz des irischen Justizsystems, welches auch von James Gandon entworfen wurde. Es überstand zwei Beschädigungen, einmal beim Aufstand 1916, und einmal im Bürgerkrieg 1922. Im Gebäude sind High Court und Supreme Court of Ireland untergebracht. Leider ist nur die Vorhalle für die Öffentlichkeit zugänglich. Hinter Four Courts liegt
Smithfield Village, das einst das Gebiet der Arbeiterklasse war. Damals gab es hier kleine Hütten und einen wöchentlichen Pferdemarkt. Heute hat man ehrgeizige Pläne, um das Viertel zu erneuern. Viele kleine Cafes und Restaurants haben sich hier in den letzten Jahren angesiedelt, daneben auch das
Ceol, das Museum für irische Musik von damals bis heute. Das Herzstücks des Gebietes ist allerdings das imposante
National Museum at Collins Barracks, das 1997 eröffnete, und das, im Gegensatz zum Originalplatz Kildare Street, die jüngere irische Geschichte thematisiert. Außerdem liegt viel Gewicht auf Mode und dekorativer Kunst.
Der
Phoenix Park ist die grüne Lunge der Stadt. Mit 7 km² ist er der größte Park Europas, in dem man auch den jüngst umgebauten
Dublin Zoo und
Aras an Uachtarain, die offizielle Residenz des irischen Präsidenten, findet. Die Besucherinformation hilft, die Orientierung zu behalten. Einen Besuch ist auch das Papal Kreuz, das anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II 1979 errichtet wurde. Über eine Million Menschen versammelte sich im Park, um des Papstes unsterblichen Worte zu hören: „Ihr jungen Menschen in Irland, ich liebe Euch.“
THE COAST Dass Dublin so nah am Meer liegt, war schon immer eins seiner der größten Vorzüge. An der Küste der Dubliner Bucht gibt es viel zu entdecken. Die Metro DART, die eine große Strecke an der Küste entlang fährt, ist eine gute Orientierungshilfe.
Nördlich der Liffeymündung ist
Bull Island, ein windiges Vogelschutzgebiet und einer der exklusivsten Golfplätze der Stadt, Royal Dublin. Weiter nördlich bildet die Halbinsel Howth den nördlichen Arm der Dubliner Bucht, sie ist ein nettes Ziel für einen Tagesausflug. Das Dorf Howth liegt um den hübschen Hafen herum, und neben den edlen Restaurants und Fish & Chips-Stuben ist es ein herrlicher Ausgangspunkt für Spaziergänge über die Klippen zum Ende der Halbinsel Howth und zum Bailey Leuchtturm.
Howth Head und Howth bieten eine hinreißende Aussicht über Dublin und seine Bucht.
Südlich des Liffey folgen schicke Vororte, da hindurch fährt die Eisenbahn nach Dun Laoghaire und weiter. Die weiten Sandflächen in Sandymount ziehen sich kilometerweit dahin. Die beeindruckenden Hafenmauern in Dun Laoghaire, ein Bauwunder des 19. Jahrhunderts, sind für viele Dubliner die Lieblingsstrecke zum Spazieren gehen (20 Minuten hin und 20 Minuten zurück). Etwas weiter abseits ist das hübsche Dorf Dalkey gilt als Erbschaftsgebiet und wird von den Reichen und Berühmten (U2, Enya, Lisa Stansfield und andere) öfters heimgesucht. Die Killiney Bay wird (oft und ermüdend, aber es ist wahr) mit der Bucht von Neapel verglichen.