Geschichte

Entgegen der allgemeinen Meinung wuchs Las Vegas nicht nach Entstehen von Bugsy Siegel's Flamingo auf wunderbare Weise aus dem Wüstenboden, (obwohl das Flamingo insofern ein Meilenstein war, als es die Erscheinung des typischen Kasinos in Las Vegas auf dramatische Weise für immer veränderte). Vielmehr wird Las Vegas im Jahre 2005 sein 100-jähriges Bestehen feiern, und in diesen 100 Jahren hat die Stadt eine beachtliche Reihe von Veränderungen erfahren.

Seit den ersten Tagen war Las Vegas eine Stadt für Reisende. Ungefähr zum letzten Jahrtausendwechsel (also im Jahre 1000) ließen sich die Paiutes, ein umherziehender Stamm von Indianern hier nieder und lebten in dem Bereich zwischen Mt. Charleston und dem Fluss Colorado. Wie im Falle von so vielen anderen grundsätzlich friedlichen Stämmen, änderte sich das Leben für immer, wenn der weiße Mann kam, wie die Paiutes wussten. Zahlreiche Händler und Entdecker reisten durch die Gegend und hatten Kontakt mit den Paiutes, so z.B. 1826 Jedediah Smith, später dann im Jahre 1844 John C. Fremont. In seinem Bestreben, den 'State of Desert' zu schaffen, der von Salt Lake City bis nach Los Angeles reichen sollte, machte Brigham Young, der Präsident der Mormonen, um 1851 Las Vegas zu einer wichtigen Zwischenstation. Zur Kolonialisierung der Gegend und zur Konvertierung der Paiute sandte er Missionare aus.

Als Standort für ihr Fort suchten sie sich ein Vorgebirge über dem Tal von Las Vegas aus, das heute die Ecke Las Vegas Boulevard und Washington ist. (The Old Mormon Fort hat noch Überreste der alten Gebäude und befindet sich derzeit im Prozess der Restaurierung). Die Siedlung löste sich schließlich auf und die meisten der Mormonen gingen zurück nach Utah.

Ein Minen-Bboom am nahen Mt. Potosi sorgte für einen neuen Zustrom von Reisenden - hauptsächlich Grubenarbeitern, die Las Vegas als ein Zentrum für Nahrung und Versorgungsgüter nutzten. Bis 1865 gab es hier keine dauerhafte Siedlung, danach erwarb eine Gruppe von Prospektoren, zu denen auch Octavius Decatur Gass gehörte, die Rechte an dem alten Fort der Mormonen. Für den Rest des Jahrzehnts führte Gass ein erfolgreiches Geschäft in dem alten Fort. Er baute viele der alten Gebäude wieder auf, bewirtschaftete das Land, bot Reisenden Unterkunft und Verpflegung auf dem 'Old Mormon Trail' (dem Treck zwischen Salt Lake und Los Angeles) und versorgte die Grubenarbeiter in der Nähe.

Gass war im Herzen jedoch weniger ein Geschäftsmann, als vielmehr ein Prospektor, aufgrund schlechter Geschäfte war er schließlich gezwungen, das Land Archibald Stewart und dessen Frau Helen zu übereignen, die eigentlich nur vorübergehend dort bleiben wollten. Nach einer Fehde auf der nahe gelegenen Kiel Ranch, die mit dem Mord von Stewart endete, blieb seine Witwe, um die Ranch zu führen und gedeihen zu sehen. Diese Periode erstreckte sich von 1882 bis 1902, als sie dem Senator von Montana, William Clark, die Ranch verkaufte. Clark überwachte den Bau der Eisenbahn von Utah nach Kalifornien. Die Übernahme der Rechte auf die Ranch, sowie deren reichliche Wasserversorgung stellte sicher, dass Las Vegas eine wichtige Zwischenstation für Bahnreisende werden würde.

1905 erschien in einer großen berühmten Zeitung eine Anzeige, dass in Clark's Las Vegas Townsite erstklassige Innenstadtgrundstücke für je USD 200 zum Verkauf stünden. Hausbesetzer und Investoren fühlten sich davon gleichermaßen angesprochen, die Auktion am 15. Mai 1905 endete in einer Flut von Verkäufen. Schon bald schossen entlang der Fremont Street im Innenstadtbereich Hotels und Häuser aus dem Boden, wie auch Schulen, ein Krankenhaus, und - ein wichtiger Geschäftszweig in jener Zeit - eine Eisfabrik.

Las Vegas gedieh während der nächsten 20 Jahre prächtig, hauptsächlich aufgrund der Eisenbahn. Die Stadt war Gastgeber für die Reisenden, die hier einen Zwischenstopp einlegten, indem sie Unterhaltung und Alkohol bot. Der Alkoholausschank war auf den Bereich des 16. Und 17. Blocks beschränkt. Wenig überraschend etablierte sich in diesem Bereich auch das Rotlicht-Viertel. Während der Prohibition wurde dieser Bezirk besonders populär. Währenddessen boomte die nahe gelegene Fremont Street weiterhin, in schöner Regelmäßigkeit entstanden neue Hotels und Kasinos. Eines der Original-Hotels, das es immer noch gibt, war Miller's Hotel (später Hotel Nevada benannt, dann Sal Sagev (Las Vegas rückwärts geschrieben) an der Ecke Main und Fremont. Heutzutage trägt es den Namen Golden Gate Hotel & Casino. Das erste echte Luxushotel war das 1932 eröffnete Apache (heute steht hier das Horseshoe Casino ) mit einer klimatisierten Lobby und einem Aufzug. Im Jahre 1941 wurde später an der Ecke Sixth und Fremont das El Cortez Hotel gebaut. Das ursprüngliche Hotel und Kasino gibt es immer noch (von einigen Anbauten und einem neuen Hotelturm umgeben).

Während dieser Zeit erkannten die Gründer der Stadt, das mit dem Ausbau der Straßen von Los Angeles nach Las Vegas auch mehr Tourismus in die Stadt kommen würde, daher baute man für etwaige Besucher mehrere Ranchs. Kiel Ranch wurde eine populäre Ranch unter Dandies und wurde speziell dafür bekannt, dass Leute hier abstiegen, um auf ihre Blitz-Scheidung in Nevada zu warten.1927 begannen die Bauarbeiten an einem erstklassigen Resort von David Lorenzi im Nordwesten der Stadt (heute der Lorenzi Park Standort des Nevada State Museum). Hier gibt es zwei Seen, die für Bootssport genutzt werden und einen beliebten Tanz-Pavillon.

1931 kam es zu einem erneuten Boom in Süd-Nevada, der Boulder (später auf Hoover umbenannt) Damm wurde fertiggestellt, Boulder City gegründet - und das Glücksspiel wurde legalisiert. Es wurden weiterhin neue Kasinos gebaut, darunter auch der Meadows Club, ein kunstvolles Kasino und Nachtclub (auf dem Grundstück, wo heute Lowe's ist, gegenüber vom Castaways Hotel & Casino).

Der 2. Weltkrieg gab der Wirtschaft von Las Vegas einen noch größeren Aufschwung. 1940 wurde im Nordosten der Stadt ein Stützpunkt der Luftwaffe eröffnet (die heutige Nellis Air Force Base). Basic Magnesium, eine große Fabrik für Geschosse, Bombenbehälter u.ä. war ausschlaggebend für die Gründung von Henderson im Südosten von Las Vegas (heute der Bezirk mit dem schnellsten Wachstum in Nevada).

In den frühen 50er Jahren ergab sich eine neue Form der Unterhaltung: das Betrachten der Atombombentests, die auf einem atomaren Testgelände nur 70 Meilen nordwestlich von Las Vegas statt fanden. Life Magazine machte ein berühmtes Foto, auf dem der Atompilz hinter dem winkenden Cowboy, 'Vegas Vic', in der Fremont Street, zu sehen war. Die Eröffnung des (heute geschlossenen) Desert Inn fiel sogar mit einem der Tests zusammen (was an die Zerstörung von älteren Hotels durch Implosionen erinnert, die so für neue Hotels Platz machen mussten). Für die nächsten 10 Jahre wurde im Durchschnitt einmal pro Monat eine Testexplosion durchgeführt, Las Vegas wusste die Publicity optimal zu nutzen, so z.B. mit dem 'Miss Atomic Blast' Wettbewerb, oder Neuzugängen auf den Speisekarten wie den Atomburger.

Währenddessen bildete sich ein neuer Bezirk der Stadt heraus, da die Fremont Street kontinuierlich über ihre Grenzen hinaus wuchs. Neues Land wurde für Sonnen-Resorts benötigt, wie sie in Arizona und im südlichen Kalifornien beliebt waren, die Bevölkerung wollte mit diesen weitere Touristen anziehen. Eines der ersten in diesem Highway 91 genannten Gebiet war das Pair-o-Dice Club und der Club Bingo (wo heute das Sahara Hotel steht). Bevor sich der Hotelier Thomas Hull aus Kalifornien dazu entschloss, hier in Las Vegas eine Nachbildung seiner El Rancho Hotels (die es in Fresno und Sacramento gibt) zu bauen, gab es hier nicht viel mehr, als ein paar verstreute Clubs. Mit seiner markanten Windmühle und dem 'Spanish Rancho' Stil war dieses Etablissement einmalig, da es ein Kasino mit der Atmosphäre eines Feriendorfes verband, niedrige Bungalows waren um eine üppige Pool-Anlage herum verteilt. Im Jahre 1960 wurde es durch ein Feuer unbekannter Ursache zerstört, bis dahin war es ein bei Einheimischen und Besuchern beliebter Ort. Bis zum heutigen Tage ist dort ein leerer Bauplatz (gegenüber des Sahara), einige Büsche und ein paar Pfade sind die einzigen Überbleibsel dieser einst großartigen Anlage.

Im folgenden Jahr öffnete das Last Frontier seine Tore eine Meile südlich des El Rancho. Man folgte dem Vorbild des El Rancho, aber alles war größer und besser; es gab einen großen Saal, Büffet aus dem Chuckwagon (Küchenwagen), Parkraum für 400 Fahrzeuge, Fahrten in der Postkutsche, Ausritte und eine Kapelle für Hochzeiten. Später wurde es zum New Frontier umbenannt, heute heißt es schlicht The Frontier. Es ist eines der wenigen Original-Hotels, die immer noch stehen und gut besucht sind.

Diese beiden Anwesen fielen Benjamin 'Bugsy' Siegel ins Auge, der die Resort-Industrie revolutionierte, indem er die elegantere Atmosphäre vom Typ Miami Beach schuf. Entsprechend formell hatten auch die Ober zu sein, zur Eröffnungsnacht des Flamingo Hotel & Casino im Jahre 1945 trugen sie Tuxedos. Nach einem kurzen Rückschlag und der Ermordung von Bugsy, über die viel berichtet wurde, kam das Hotel schließlich zu einem bisher einzigartigen Erfolg, es schuf eine luxuriösere Atmosphäre für die Besucher von Las Vegas, die das alte Western-Thema leid waren. Das später von der Hotelkette Hilton gekaufte Haus ist bis heute der Inbegriff von Glamour und Erholung in Las Vegas. Bugsy's Original-Suite gibt es nicht mehr, Time-Share Mietobjekte haben den Platz eingenommen, aber eine kleine Plakette zollt ihm Tribut, zusammen mit Rosen aus seinem Original-Rosengarten.

Die verbleibenden Jahre der 40er und 50er sahen erstaunliche Erfolge von Hotels, die am heute als 'Strip' bekannten Las Vegas Boulevard eröffnet wurden. Der nächste Hotelneubau war im Jahre 1948 das Thunderbird. Nach seiner ursprünglichen Herrlichkeit machte es viele Wandlungen durch, wurde später Silverbird genannt, danach - als Tribut an das erste Hotel auf dem 'Strip') El Rancho. Heute steht es leider leer und ist eine Beleidigung des Auges inmitten von Glitter und Glamour der umliegenden Hotels.

Das Sahara Hotel & Casino folgte 1952. Es hatte einen der Original-Türme der Stadt und beherbergte Elvis während seines ersten Auftrittes in Las Vegas in 1956, später dann die Beatles, die Mitte der 60er im Convention Center auftraten. Die Casbar Lounge des Hotels war der Geburtsort der Las Vegas Lounge Show, hier traten neue Talente wie z.B. Louis Prima und Keely Smith in den 50ern auf. Das Wüsten-Thema des Sahara gibt es auch heute noch, wie auch die Kamel-Statuen, die den Gast Am Eingang dieses sich ständig fortentwickelnden Kasinos begrüßen.

Das Sands Hotel & Casino eröffnete nur 2 Wochen nach dem Sahara als nächstes Haus, hier konnte man einige der größten im ShowBiz sehen - besonders zu erwähnen 'The Rat Pack' (Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Peter Lawford). Aufgrund der Zuschauermengen, zu denen auch Senator Jack Kennedy gehörte, gab es nur Stehplätze bei ihren Auftritten. Das Sands war das dritte Hotel, dass per Implosion auf spektakuläre Weise den Platz für das neue Mega-Resort Venetian frei machte.

The Riviera eröffnete im April 1955 und wich gewissermaßen von dem etablierten Konzept für Hotelstil ab. Es war der erste 'Wolkenkratzer' am Strip - mit beeindruckenden 9 Stockwerken. Trotz mehrfachem Wechsel des Besitzers, Gerichtsverfahren und anderen Kümmernissen konnte es überleben. Der Original-Turm ist mit einer gigantischen Neon-Fassade verkleidet, die den Besucher zum Eintreten und Spielen einlädt.

Im Mai 1955 eröffnete an der Ecke Flamingo und Las Vegas Boulevard das Dunes Hotel. Das Hotel rühmte sich seines 27,5 Meter langen Pools, einer Lagune, und einem über 9 Meter hohen Sultan, der als Wache vor dem Anwesen stand. Über die Jahre gab es auch hier mehrere Besitzerwechsel, Renovierungen und Anbauten. Was einst als Standortnachteil angesehen wurde (schräg gegenüber liegt das wesentlich erfolgreichere 'Fabulous Flamingo') ließ das Haus später zu einer Spitzenimmobilie in Las Vegas werden. Nach dem Kauf demolierte Steve Wynn 1993 das Hotel in einer viel beachteten Produktion, die in Verbindung mit der Eröffnung von Treasure Island stand. Heute steht auf der Asche des Dunes das spektakuläre Bellagio Hotel & Casino.

Ein gewagtes Konzept wurde in Form des Moulin Rouge Hotel & Casino geboren. Gleich in zweifacher Hinsicht wich es von der Norm ab: Es lag weder am Strip, noch in der Innenstadt, dafür an der West Bonanza. Weiterhin wurde es als das 'erste rasseübergreifende Gebäude' in Las Vegas gerühmt. Wieso war das notwendig? Zur Schande von Las Vegas war die schwarze Bevölkerung bis zu dem Zeitpunkt in etwa so abgegrenzt, wie in den Südstaaten. Die Schulen waren zwar 'gemischt', aber das war es dann auch. Suchte ein schwarzer Besucher in Las Vegas Mitte der 50er eine Übernachtungsmöglichkeit, dann blieben ihm nur kleinere Motels und Hotels, sowie Pensionen auf der Westseite der Stadt zur Auswahl. Ironischerweise waren einige der Unterhaltungskünstler jener Zeit, die Massen anzogen nicht weiß, so z.B. Billy Eckstine, Lena Horne, Pearl Bailey, Dorothy Dandridge, und - natürlich- Sammy Davis, Jr. Sie fesselten das Publikum bei ihren Auftritten in den spektakulärsten Show-Räumen, aber übernachten konnten sie unter dem gleichen Dach nicht.

Nach der Eröffnung wurde das Moulin Rouge ein großer Erfolg. Life Magazine nahm es auf das Titelblatt und recht bald wurde es DER Ort, den man nach Feierabend aufsuchen musste, außerdem ein Veranstaltungsort für Größen wie z.B. Frank Sinatra, George Burns, Count Basie, etc. Der berühmte Boxer Joe Louis war der offizielle Frontmann (für die weißen Besitzer). Zu hoher Konkurrenzdruck von den überbauten Hotels am Strip, möglicherweise verstärkt durch schwaches Management führten zur Schließung des Moulin Rouge nach nur 8 Monaten. In den letzten Jahren wuchs das Interesse an dem Objekt wieder, nicht zuletzt mit dem Hintergedanken, es neu zu eröffnen, um ihm den längst überfälligen Ruhm als ein offizielles historisches Wahrzeichen zu verleihen.

1956 wurde als nächstes an einem - zu dem Zeitpunkt- verlassenen Flecken am Südende des Strips das Hacienda eröffnet. In den späten 50ern entstand hier der Trend der sogenannten Junket-Trips (bekannte, hochkarätige Spieler werden kostenlos eingeflogen). Außerdem gab es Sonderangebote für weniger wohlhabende Spieler, z.B. günstige Zimmer, 2-Personen-für-den-Preis-von-einer-Angebote, u.ä., die es auch heute noch in Las Vegas gibt. Silvester 1997 wurde das Hacienda per Implosion dramatisch demoliert, um Platz für das neue Mandalay Bay zu schaffen. Das Original-Neon-Objekt mit Pferd und Reiter, das vor dem Hacienda stand, ist nun in seiner ursprünglichen Pracht an der Ecke Las Vegas Boulevard und Fremont Street, am Eingang zur Fremont Street Experience zu bewundern, es ist Bestandteil des Neon Museum.

Das Tropicana (bekannt als das Tiffany am Strip) eröffnete 1957, an der Stelle die heute die Ecke der Tropicana Avenue und des Las Vegas Blvd. ist. In der Nähe des Hacienda lag es ebenfalls eher in einer entfernten und einsamen Gegend des Strip. (Heute ist der Ort unter dem Namen The Four Corners bekannt, gegenüber des Excalibur, MGM Grand und des New York-New York Hotel & Casino). Hier wurde die erste französische Revue gezeigt, The Folies Bergere . Weiterhin gab es hier einen der besten Golfplätze und Country-Clubs (heute steht hier das MGM Grand). Auch heute noch ist der Ort, der manchmal als die 'Insel von Las Vegas' bezeichnet wird, gut im Geschäft, der größte Unterschied zu anderen Etablissements ist heutzutage vermutlich in den schwimmenden Spieltischen im Pool-Bereich zu sehen. Das letzte neu eröffnete Hotel der 50er war das Stardust. Nach einer schleppenden Anfangsphase wurde es als das seinerzeit größte Hotel der Welt mit 1032 Zimmer im Juli 1958 eröffnet. Hinter den heutigen Türmen kann man immer noch einige der Original-Zimmer finden, eher wie bei einem Motel kann man hier bis vor die Zimmertür fahren (was heute in Las Vegas eher schwierig ist, von den echten Motels mal abgesehen). Dem Beispiel des Tropicana folgend, gab es auch im Stardust eine französische Revue namens Lido de Paris, die über 33 gutbesuchte Jahre lief.

Das Tally Ho öffnete 1963 seine Türen als ein Haus, in dem nicht gespielt wurde. Da Las Vegas für dieses Experiment noch nicht bereit war, wurde es schnell wieder geschlossen. Nach einem kompletten Umbau wurde 1966 das Aladdin daraus, u.a. wurde die berühmte 3-dimensionale Wunderlampe in Neon vor den Eingang gesetzt. Der Besitzer Milton Prell machte einen großen Fang, als er das Haus 1967 für die Hochzeit zwischen Elvis Presley und Priscilla zur Verfügung stellte. Das Aladdin hielt sich bis 1998, dann wurde es abgerissen, um für das New Aladdin (!) Platz zu schaffen. Das neue Aladdin wurde am 18.08.2000 eröffnet, um mit den anderen neuen Häusern zu wetteifern, und diese zu übertreffen.

Caesars Palace wurde 1966 als das erste echte Themen-Hotel eröffnet, römische Dekadenz und Vergnügung war im ganzen Haus allgegenwärtig. Die berühmte Brunnenanlage wurde in vielen Filmen als Hintergrund gewählt (u.a. für Tom Cruise und Dustin Hoffman in 'Rainman'), sowie auch als Schauplatz für die waghalsigen Motorrad-Sprünge von Evil Knievel. Das Hotel ist sich selbst immer einen Schritt voraus und bleibt ein Magnet für internationale Besucher und jeden, der seine wildesten Phantasien ausleben möchte. Die Forum Shops locken mit dem sich ständig verändernden Himmel, den sprechenden Statuen und mit einigen der exklusivsten Geschäfte der Welt die Besucher an. Die neueste Erweiterung des Hotels, ein Turm mit ausschließlich Hotel-Suiten verstärkt die ganzjährige Aura, die dieses Hotel umgibt.

Circus Circus wurde 1968 als Kasino in Verbindung mit einem Zirkus eröffnet. Es konnte sehr verwirrend sein, wenn man von seinem 'einarmigen Banditen' aufsah, nur um Trapezkünstler bedenklich nah am eigenen Kopf vorbei fliegen zu sehen. Später wurde eine Zwischendecke eingezogen, die Zirkusvorführungen finden nun im zweiten Stockwerk statt, in sicherer Entfernung vom Glücksspielbereich. Eine Reihe von Hoteltürmen und der Grand Slam Canyon Vergnügungspark unter einer großen pinkfarbenen Kuppel wurden im Laufe der Jahre angebaut. Der Ort ist bei weniger betuchten Spielern und Familien nach wie vor beliebt.

Das Landmark war für lange Jahre eine Art Wahrzeichen für Las Vegas. Wie eine futuristische Nadel gestaltet, war es mit 31 Stockwerken seinerzeit das höchste Gebäude in Nevada. Obwohl 1963 gebaut, eröffnete es erst 1969. Aber es war immerhin sichtbar, so z.B. in Filmen wie 'Viva Las Vegas' (1964) mit Elvis und Ann Margret, obwohl es noch nicht eröffnet war. Zur Eröffnung im Juli 1969 (wenige Tage nach der Eröffnung des Hauptkonkurrenten, dem International, auf der anderen Seite der Straße), war es immer noch nicht ganz fertig gestellt. Jahrelang zog das Restaurant im obersten Stockwerk mit seiner spektakulären Panorama-Aussicht Besucher und Einheimische an. Vorübergehend gab es sogar Spielautomaten in der obersten Etage, aber die Spieler verbrachten zuviel Zeit damit, die Aussicht zu genießen, daher wurden die Automaten wieder in den Kasinobereich verbannt. Nach einer Reihe von Besitzerwechseln verfiel das Gebäude schließlich und wurde das zweite große Gebäude in Las Vegas, das durch Implosion abgerissen wurde (1995). (Die aktuelle Implosion ist in einer Szene des Kinofilms 'Mars Attacks!' zu sehen). Außerdem wurde es kurz vor dem Abriss für die Außenansicht des 'Tangiers', einem fiktiven Kasino in dem Film 'Casino' von Martin Scorsese genutzt.

Das International (heutzutage bekannt unter dem Namen Las Vegas Hilton) wurde ebenfalls 1969 gegenüber des Landmark', neben dem Convention Center an der Paradise Road eröffnet. Kirk Kerkorian, ein legendärer Unternehmer aus Las Vegas, schuf dieses damals größte Hotel der Welt mit einer Bühne, auf der Barbara Streisand auftrat. Elvis Presley hatte hier sein phänomenales Comeback in Las Vegas (und sang hier exklusiv in ausverkauften Konzerten bis zu seinem Tod im Jahre 1977). Es war nicht nur das größte Hotel, hier wurden auch Themen-Restaurants geboten, u.a. das (Benihana, es gab ein Schwimmbad in Olympiagröße in einem der oberen Stockwerke und viele andere Verlockungen. Unter dem Namen Las Vegas Hilton zieht es immer noch die Besucher an, besonders mit der neuen Attraktion Star Trek.

Das Original MGM Grand Hotel & Casino (heute bekannt als Bally's Hotel & Casino) wurde die nächste erfolgreiche Unternehmung von Kerkorian. Schon zur Grundsteinlegung kamen mehr Stars, als zu den meisten Eröffnungsfeiern anderer Hotels, so auch Cary Grant. Die offizielle Eröffnung im Jahre 1973 begrüßte die Besucher im größten Kasino der Welt, mit einem Jai-Alai-Stadion und einer großen Einkaufspassage. Das Hollywood-Thema war im ganzen Hotel allgegenwärtig, überall hingen schwarzweiße Kunstdrucke von MGM-Stars und es gab Phantasie-Räume wie z.B. die Hollywood-Suite mit erhöhten, runden Betten, Laken aus Satin und Spiegeln an der Decke. Unglücklicherweise wurde es im November auch zum Schauplatz der größten (Hotel-)Feuersbrunst der Geschichte (und auch in Las Vegas). Die Katastrophe führte dazu, dass Las Vegas zu den Städten mit den schärfsten Brandschutzbestimmungen auf der ganzen Welt gehört.

Während der letzten 2 Jahrzehnte hat das Hotelgewerbe seinen Standort immer wieder neu bestimmt und verändert. Immer, wenn jemand einen starken Konjunkturabschwung voraussagte - ganz besonders, nachdem sich Atlantic City in den frühen 80ern als Ziel für Spieler etablierte - konnte Las Vegas einen neuen Trick vorweisen. Selbst heutzutage, wo sich das Glücksspiel auch in vielen anderen der 50 Staaten ausbreitet, scheint Las Vages nur noch beliebter zu werden. Die neuesten Unternehmungen waren jeweils Themen-Hotels, so z.B. das Mirage in den späten 80ern, später das Excalibur, Treasure Island, das Luxor, das MGM Grand, und kürzlich das Stratosphere, das Monte Carlo, Bellagio, Paris Las Vegas, das Venetian und Mandalay Bay. Wann der Boom vorbei ist? Zumindest nicht in der näheren Zukunft.

Trotz der Konkurrenz zieht Las Vegas auch weiterhin alljährlich eine unglaubliche Zahl von Touristen an. Das Kongressgewerbe hat einen großen Anteil daran. Aber auch davon abgesehen kommen viele Leute hierher, weil Las Vegas einmalig ist. In dieser Stadt gehen an 7 Tagen der Woche, 24 Stunden am Tag die Lichter nicht aus, der Spaß hält rund um die Uhr an. Und es gibt für jeden etwas - Unterhaltung, Attraktionen, Glücksspiel, Golf, Schwimmmöglichkeiten, Auswahl zwischen günstigen und Feinschmecker-Lokalen, wunderschöne Hotelzimmer (und unglaubliche Suiten, wie in einem Palast). Dennoch gibt es hier immer noch dieses Pionier-Gefühl - die Idee, das alles möglich ist. Die Gründerväter konnten in ihren kühnsten Träumen nicht vorhersehen, was aus Las Vegas werden würde - und auch zukünftig wird die Stadt sich selbst übertreffen müssen. In dieser Stadt verschmelzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander, wer dies' erlebt hat, wird es nicht mehr vergessen.Wcities

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