Sevilla verfügt über ein so umfangreiches gastronomisches Angebot, dass ein für jede Tageszeit geeignetes Gericht existiert, das man an einem bestimmten Platz probieren kann. Das ‚Desayuno serrano' (Gebirgsfrühstück = geröstetes Brot mit Schinken, Öl und Tomate) ist ein alter Brauch in der Stadt und kann am besten mit dem so genannten ‚Pan de pueblo' (Brot vom Land) im Emperador Trajano genossen werden.
Die so genannten ‚Tapas' (Appetithappen, meist zu Getränken gereicht) sind jedoch das wohl bedeutendste Merkmal der Gastronomie Sevillas. Es handelt sich hierbei um kleine, sehr variantenreiche Portionen typischer Gerichte, zu denen man Bier und andalusischen Wein trinkt.
Um ein Uhr mittags könnte man seinen gastronomischen Streifzug zum Beispiel mit einem Besuch im Las Columnas beginnen. Als Appetitanreger empfehlen sich ‚Tortillitas de bacalao' (Eieromelette mit Kabeljau) oder ‚Ensaladilla rusa' (russischer Salat) und dazu ein ‚Vino fino' (herber andalusischer Weißwein) oder ‚Mosto' (Weinmost).
Ganz in der Nähe und weniger als 200 m von diesem Lokal entfernt befindet sich die Bar Giralda. Hier kann man eine Vielfalt an typischen und nach altem Rezept originell zubereiteten Gerichten probieren. Beide Lokale befinden sich nur 5 Minuten vom alten Stadtkern entfernt, wo man im La Andana gleich bei der Kathedrale hunderte von köstlichen ‚Montaditos' (kleine belegte Brötchen) probieren kann. Sehr zu empfehlen sind ebenfalls die exquisiten ‚Tapas', die in den verschiedenen Bars des Stadtviertels von El Arenal, wie zum Beispiel im Bodegón Torre del Oro serviert werden.
Zu den Spezialitäten gehört ebenfalls das Rührei, eines der typischsten Gerichte Sevillas, das hier auf die verschiedensten Weisen bereitet wird, der ‚Salmorejo' (kalte Gemüsesuppe mit viel Knoblauch), der ‚Gazpacho' (kalte Gemüsesuppe, nicht so stark wie ‚Salmorejo'), der ‚Pescaíto frito' (frittierter Fisch), das ‚Menudo' (Kutteln und Füße vom Schlachtvieh), Schnecken und ‚Papas aliñás' (mit Olivenöl angemachter Kartoffelsalat). El Copo ist Zeuge solch kulinarischen Reichtums.
Auf das Viertel Triana, und insbesondere auf die Calle Betis und Calle San Jacinto konzentriert sich das Gros der ‚Tapas'-Bars. Besonders zu empfehlen sind hier der frittierte Fisch, den man im Kiosko de las Flores probieren kann oder die ‚Pavías' (frittierte Fischstücke), die zu den Spezialitäten der Casa Cuesta gehören.
Sevilla bietet aber auch sehr gute Restaurants, wie unter anderem das Egaña Oriza, das Enrique Becerra, das Casa Robles oder das Casa Modesto und Lokale, die sich auf internationale Küche spezialisiert haben, wie zum Beispiel das Restaurant San Marco. Letzteres bietet eine Vielfalt an italienischen Speisen und Gerichten nach mediterranem Rezept in vorzüglicher Atmosphäre. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Schnellrestaurantketten, deren Filialen über ganz Sevilla verteilt zu finden sind.
Nach dem Mittagessen empfiehlt sich ein Kaffee in einem der zahlreichen Bars oder Cafes, wie zum Beispiel im Habanilla, das sich durch sein umfangreiches Angebot an Süßigkeiten und Kuchen auszeichnet, oder der Horno del Duque. Die beiden Cafes Jamaica Coffee Shop und Bar España stellen eine Alternative zu den herkömmlichen Lokalen dieser Art dar und gehören zu den interessantesten und exquisitesten Plätzen der Stadt.
Für Süßigkeiten begibt man sich am besten zu den Klöstern des Stadtzentrums, wo man das hausgemachte Gebäck der Nonnen erwerben kann. So bieten sich unter anderem das Kloster San Leandro (spezialisiert auf ‚Yemas' = Süßigkeit aus Eidotter und Zucker), das Kloster Santa Paula und das Kloster Santa Ines an.
Was sich als Lokal zum Mittagessen empfiehlt, kann auch am Abend aufgesucht werden. Man sollte den Streifzug jedoch am frühen Abend beginnen, da vor allem die ‚Tapas'-Bars gewöhnlich vor Mitternacht schließen.
Auf einen Drink sollte man in einen der zahlreichen Pubs, Diskotheken oder Straßencafes des Stadtkerns einkehren. In der Zeit zwischen Mai und Oktober jedoch empfiehlt sich zu diesem Zweck besonders das linke Flussufer des Guadalquivirs, wo sich ein Straßencafe ans andere reiht. Dazu gehört auch das Galería Torneo.
Im Winter konzentriert sich die so genannte ‚Movida' (Nachtleben) rund um die ‚Plaza del Salvador' (Salvador-Platz) auf Lokale wie zum Beispiel das Alcaicería oder auf das Viertel Alfalfa, wo Bars wie unter anderem das Sopa de Ganso zu finden sind. Außerhalb des Stadtkerns finden sich im Viertel Los Remedios oder Viapol eine große Anzahl an Pubs und Straßencafes, darunter das Flaherty und das Aduana, die ihren Gästen bis in die frühen Morgenstunden Musik und internationale Getränke bieten.
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