Essen und Trinken

Lübecks Auswahl an Cafes, Restaurants und Kneipen ist fast unüberschaubar und - egal ob Frühaufsteher oder Nachtbummler - das Angebot reicht von Szene- und Studentenkneipen über traditionelle Gaststätten bis hin zu edlen Bistros, Restaurants und Kaffeehäusern.

Wer auf der Suche nach typischen "lübschen" Gaumenfreuden ist, der wird zunächst unweigerlich auf zwei berühmte Spezialitäten treffen: zum einen das Lübecker Marzipan als kreative Süßigkeit in höchster Vollendung. Für verschiedene Varianten zu diesem Thema ist ein Besuch in den Lübecker Cafes unumgänglich und da steht natürlich an erster Stelle die bekannteste Adresse: das Cafe Niederegger, wo man im Marzipanparadies schlemmen und einkaufen kann! Hier kommt niemand daran vorbei, einmal die Lübecker Nusstorte zu kosten, eine himmlische Sahne-Nuss-Kreation, umhüllt mit feinstem Marzipan.

Die zweite und etwas kalorienbewusstere Lübeck-Spezialität ist der Lübecker Rotspon, ein Wein, der eigentlich nicht aus Lübeck kommt und doch für diese Stadt bekannt ist. Er wird in fast jedem Lokal angeboten.

Viele der traditionellen Gaststätten und Restaurants befinden sich in historischen Gebäuden, wie der Weinkeller unter dem Heiligen-Geist-Hospital, in dem man im gehobenen Ambiente Tafeln und Trinken kann, nach Sitten und Brauchtum des Mittelalters, oder sich zu einer fröhlichen Weinprobe einfindet. Wer es allerdings etwas deftiger und wesentlich preisgünstiger mag, findet in den ursprünglich erhaltenen, gotischen Gewölben ebenfalls den urigen Kartoffelkeller, mit Gerichten rund um die braune Knolle.

Das über Lübecks Tore hinaus bekannteste historische Restaurant ist allerdings die Schiffergesellschaft, die seit über 450 Jahren als Versammlungshaus der Schiffer dient. Hier speist man an den "Gelagen" oder im "Beichtstuhl" verschiedene Fisch- und Fleischgerichte. Die Küche wurde mehrfach für das Lübecker-7-Türme-Gericht prämiert. Weitere Lübecker Gastlichkeit in historischem Ambiente findet der Gourmet mit der feineren Zunge im Restaurant Cornelsen, im Schabbelhaus, im Wullenwever, im Lachswehr oder im Kleinen Restaurant.

Für sein Bier war Lübeck im Mittelalter berühmt, und obwohl 1988 auch die letzte Brauerei ihre Pforten schloss und das heimische "Lück-Pils" jetzt aus Hamburg kommt, wird die lübsche Brautradition durch hausgemachte Biere im Brauberger weiterhin aufrecht erhalten. Hier können Gäste beim Brauen zuschauen und zum frischen Bier rustikal speisen. Überhaupt findet man in der Lübecker Altstadt viele dieser gemütlichen Kneipen-Restaurants, wie das Luisen 56, das Hieronymus, Heinrich Böll, Metro oder Feuerstein - alle in einem modernen, teilweise sehr witzigen Ambiente bis hin zur charmanten mittelalterlichen Ausstattung. Hier trifft man sich mit Freunden zu einem Bier und/oder kleinen preiswerten Gerichten.

Intellektueller und teilweise sehr kulturell geht es in den Kneipen-Cafes zu. Hier geht es hauptsächlich um den Gedankenaustausch, manchmal auch literarisch - wie im Kandinsky oder in der Sternschnuppe. Kleine wechselnde Ausstellungen haben Einrichtungen wie das Cafe Art oder das Affenbrot und hin und wieder gibt es auch ein nettes Live-Konzert, wie im Alten Zolln. Fröhlich und jung geht es ebenfalls im Flubdub zu, wo gelegentlich Mini-Events veranstaltet werden, wie z.B. das Getränkewürfeln. In dem einen oder anderen dieser Lokale kann man auch kleine und größere Gerichte bekommen.

Auch in den netten Altstadtkneipen Theaterquelle und Papperlapap haben die Wirte Mitleid mit dem hungernden Volk und servieren kleine Snacks, vor allem, wenn die meisten Restaurants bereits ihre Pforten geschlossen haben. Aber insgesamt dreht sich doch alles um ein frisch gezapftes Bier, um den riesigen "Pott" Milchkaffe und die Freunde, die man trifft. Dazu wird Musik aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen gehört.

Natürlich finden Freunde der ausländischen Küche zahlreiche unterschiedliche Varianten der verschiedensten Nationalitäten. Sie gönnen sich z.B. Schmackhaftes im Seoul, wo es Sushi in Probier-Portionen gibt. Türkische Spezialitäten serviert man im Ali Baba und mit einem freundlichen Buen Provecho (Guten Appetit!) erhält man im Maredo leckere und frische Gerichte aus Südamerika. Spanisch und feurig wird im Sherry & Port serviert, und im Donna Teresa isst man italienisch und französisch. Etwas außerhalb gelegenen findet man das italienische Ristorante Padre Pio. Hier erhält der Feinschmecker neben den üblichen Pizza- und Pastavarianten ziemlich außergewöhnliche Spezialitäten. Unbedingt mal reinschauen und die Ente mit Erdbeersoße ausprobieren!

Für den Lübeck-Besucher sollte ein Abstecher zur schönsten (und leider auch etwas teuren) Tochter Lübecks - Travemünde ein Muss sein, nicht nur des Strandes, des Meeres oder der imposanten Schiffe wegen, sondern auch aufgrund der Gastronomie. Hier gibt es den Fisch frisch aus dem Meer auf den Tisch - oder in die Hand, wie im Travemünder Fischereihafen. Ob nun mit Matjes, Hering oder Fischfrikadelle belegt, an den leckeren und wirklich frischen Fischbrötchen, die an vielen Buden angeboten werden, kommt kaum jemand vorbei. Wer sich aber seine Finger nicht ablecken mag, der kann sich zwischen Fischrestaurants wie dem Pesel oder Zur Sonne entscheiden. Aber auch im Kneipen-Restaurant Seebär bekommt der Fisch-Fan eine Butterscholle, Dorsch oder das berühmt-berüchtigte Labskaus aus einem Kartoffel-Cornedbeef-Gemisch mit Hering, Spiegelei und Rote Beete. Wer dann aber doch Schwierigkeiten im Umgang mit Gräten und Fischbestecken hat und lieber einem deftigen Steak den Vorzug gibt, dem sei das Steakhaus El Torro angeraten. Hier gibt es die besten Steaks weit und breit und dem Koch kann beim Brutzeln über die Schulter geschaut werden. Oder man entscheidet sich für die spanische Variante in der Bodega! Das weitläufige, in mehrere Räume aufgeteilte Restaurant bietet alles, was ein Magen mit Appetit auf Spanisches so braucht. Große Portionen zum günstigen Preis findet man auch im griechischen Restaurant Olympos. Hoffentlich leberfreundlich gestärkt, kann man sich jetzt zu einem feucht-fröhlichen Nachtbummel durch Travemünde aufmachen. Es bleibt allerdings zu erwähnen, dass das eigentliche Nachtleben hier erst recht spät beginnt. Ab ca. 23:00 Uhr kriecht die Geselligkeit aus ihrem Versteck und die Kneipen und Bars beginnen sich zu füllen. Vorher herrscht eher Ruhe als fröhliches Beisammensein. Die bekannteste und witzigste Altstadtkneipe ist die Hofklause. Hier trifft sich von Jung bis Alt halb Travemünde bis in die frühen Morgenstunden, und auf der kleinsten Tanzfläche Europas wird zu Oldies, Schlagern und Charts aus der Musikbox getanzt. Ein bisschen gemütlicher und stilvoller mit dem richtigen Nachtbar-Flair geht es in der Seesternbar zu. Hier wird etwas gemäßigter zur Musik vom Plattenteller getanzt oder man genießt einen leckeren Cocktail.

Letztendlich ist Lübeck eine altwürdige, kulturell wertvolle Hansestadt, in der man dennoch viel Spaß im Sinne der Moderne haben kann. Man kann sich an den Speisen, Getränken und Nachtleben des Weltkulturerbes erfreuen und dabei die typisch norddeutschen Gerichte genießen.

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