Schon seit den Tagen der Barbary Coast lieben die Einwohner San Franciscos die Unterhaltung. Sie besuchen gern Blues-Clubs und Kabaretts, Theater, Kinos und die Oper. San Francisco besitzt - zumindest amerikanischen Normen zufolge - eine langjährige Tradition auf dem Gebiet der visuellen Kunst.
Kunst Die Kunst- und Kulturlandschaft San Franciscos erhielt durch das vor Kurzem fertiggestellte San Francisco Museum of Modern Art (SF MOMA) beachtlichen Auftrieb. Zwar gibt es viele, deren Meinung nach das Beste am Museum das Gebäude selbst sei — ein auffälliger, gestreifter, durch Dachfenster erhellter Zylinder vom Schweizer Architekten Mario Botta — es steht aber außer Frage, dass seine ausgezeichneten temporären Ausstellungen Zehntausende Einwohner von San Francisco angezogen haben, die anderenfalls nicht zu einer Kunstausstellung gegangen wären. Überquert man die Third Street, so gelangt man zum Yerba Buena Center for the Arts, das mit interessanten Ausstellungen in seiner zweigeschossigen Galerie anlockt, häufig in Form größerer Multimedia-Installationen und beweglicher Skulpturen. Das M.H. de Young Memorial Museum im Golden Gate Park und der frisch restaurierte California Palace of the Legion of Honor (ein hübscher klassischer Pavillon mit Rodins "Denker" am Eingang) sind San Franciscos Museen der bildenden Künste. Auch das weltberühmte Asian Art Museum, direkt neben dem de Young, ist ein Muss für den Touristen.
Die meisten privaten Kunstgalerien von San Francisco sind im Zentrum der City, östlich des Union Square in der Geary Street und Sutter Street, eingepfercht. Die stärker experimentellen Galerien sind neben den Dachappartements des SoMa und in Potrero Hill zu finden.
Filmtheater Nirgendwo sonst scheint man so oft ins Kino zu gehen wie in San Francisco. Populäre Filme, insbesondere gute Lustspielfilme, können Wochen im Voraus ausverkauft sein. Um die Nachfrage zu befriedigen, werden ständig neue Filmtheater eröffnet, wie z.B. das AMC 1000 in Van Ness mit 14 Leinwänden, und das Sony Theaters Metreon mit insgesamt 16 Sälen, einschl. eines IMAX-Kinos. Die Einwohner von San Francisco mögen aber auch das kleine Privatkino. Trotz des Multileinwand-Phänomens unterstützen San Franciscos Kinogänger auch originelle Repertoiretheater, wie das Castro, das eine gigantische Wurlitzer Orgel besitzt, und das Roxie, das ausgefallene Filme zeigt.
Das San Francisco International Film Festival, Amerikas ältestes Filmfestival, zieht jährlich Filmemacher, Kritiker und Movie-Fans aus allen Teilen der Welt für zwei Wochen nach SF. Im Verlaufe des Jahres finden hier aber auch auf ganz spezielle Thematiken ausgerichtete Filmfestivals statt, wie z.B. das San Francisco International Asian American Film Festival, das Jewish Film Festival und das San Francisco International Lesbian & Gay Film Festival, das älteste dieses Genres überhaupt. Darüber hinaus sind im Yerba Buena Center for the Arts häufig wechselnde Programme von experimentalen und Dokumentarfilmen zu sehen.
Komödien San Francisco ist seit jeher eine angesehene Stadt, wenn es um Komödien, Lustspielfilme und Kabaretts geht. Wer hier einen Wettbewerb für Alleinunterhaltung gewinnt, hat einen Vertrag beim Fernsehen so gut wie in der Tasche. Zwei der ältesten und zugleich populärsten Kabaretts sind das Cobb's und das Punch Line.
Ballett und Tanz Das schon lange zu den besten Tanzgruppen der Welt gehörende San Francisco Ballet, und andere Gruppen, wie das preisgekrönte ODC, das ständig in fernen Ländern unterwegs ist, sind in San Francisco zu Hause. Wer den stärker experimentellen, modernen Tanz mag, sollte in das Yerba Buena Center for the Arts gehen.
Museen San Francisco bietet eine große Vielfalt an Museen, die allesamt einen Besuch wert sind. Hierzu zählen u.a. das Mexican Museum, das Museo Italoamericano, das African-American Historical & Cultural Society Museum (alle im Fort Mason Center), das Jewish Museum, die California Academy of Sciences (für Naturkunde) und, speziell für Kinder, aber nicht weniger fesselnd für Erwachsene, das Zeum und das Exploratorium.
Theater Nicht einmal San Franciscos aufpolierte Fassade kann seine unausgeglichene Theaterszene verhüllen.
The American Conservatory Theater (ACT) stellt im Geary Theater - ebenso wie das Berkeley Rep auf der anderen Seite der Bay - innovative Produktionen ausgezeichneter alter und neuer Stücke vor. Auf dem Spielplan des Curran stehen empfehlenswerte Gastspiele und Musicals. Abgesehen von den erfolgreichen Gastspielproduktionen im Orpheum und im höhlenartigen Golden Gate sowie einer Hand voll kleinerer Häuser, wie der Theater am Square, die häufig populäre Stücke, wie "Shear Madness," zeigen, bewegt sich die Theaterszene San Franciscos nur am Rande des Geschehens. The Magic Theatre, wo Stücke von Sam Shephard professionell interpretiert werden, im Fort Mason Center und einige private Gesellschaften ohne eigenes Theater produzieren hier und dort unterhaltsame Shows. In manchen Einrichtungen, wie beispielsweise im Theatre Artaud im Gebiet um den Potrero Hill oder The Marsh im Mission, sind gelegentlich Gastgeber von experimentellen Stücken.
Die Musikszene
Klassik Das preisgekrönte San Francisco Symphony Orchestra spielt in der supermodernen Louise M. Davies Symphony Hall. Sein Musikdirektor und leitender Dirigent ist der charismatische Michael Tilson Thomas, der kürzlich mit zahllosen Grammys ausgezeichnet wurde. Gastsolisten und -orchester spielen im Davies, Masonic Auditorium, Bill Graham Civic Auditorium und anderen Veranstaltungsorten der Stadt. Im Sommer ist das Amphitheater am Stern Grove (auf dem Sloat Boulevard im Sunset District) Veranstaltungsstätte von Freiluft-Konzerten der San Francisco Symphony, der Oper und anderer Veranstalter.
Jazz Während die in vergangenen Jahren fehlgeschlagenen Keystone Korner und Kimball's West die Stadt ohne eine Veranstaltungsstätte für regelmäßige Jazzkonzerte gelassen haben (der beste Jazzclub im Bay-Gebiet, das Yoshi's, liegt auf der anderen Seite der Bay in Oakland), vergnügen sich Jazzfans auf dem alljährlich stattfindenden San Francisco Jazz Festival. Neben solchen Legenden wie Elvin Jones und Sonny Rollins sind hier auch weniger bekannte, stärker experimentelle Künstler vertreten. Das Festival ehrt stets gebührend den südländischen Einfluss auf den Jazz, mit Könnern wie Eddie Palmieri und den Stars des Buena Vista Social Club. In Kürze wird das San Francisco Jazz Festival auch eine Frühjahrsserie veranstalten, die die Veranstaltungsreihe im Oktober ergänzt.
Rock und Pop San Francisco ist mit der Geschichte des Rock and Roll untrennbar verbunden. Die Wiedereröffnung des Fillmore Auditorium (hat u.a. durch Hendrix Ruhm erlangt) ist für Rockfans ein Segen. Ein weiterer Veranstaltungsort für Spitzenshows ist das Bill Graham Civic Auditorium, und das neue Pacific Bell Park wird wahrscheinlich für Freiluftkonzerte und Topliga-Baseball genutzt werden. The Maritime Hall ist eine populäre Arena für Shows mittleren Ausmaßes. Das Slim's und die Great American Music Hall sind ideale Orte für Veranstaltungen von kleinerem, aber deshalb nicht weniger intensivem Umfang.
Nachtclubs Nachtclubs und Tanzbars gibt es in allen Teilen der Stadt, von den Einheimischen wird aber der North Beach, im Speziellen SoMa, bevorzugt. In den meisten Clubs sorgen DJs für die Musik, Livebands sind aber ebenfalls häufig vorzufinden. Bimbo's 365 Club (ein sexy, retro Fantasy Ort, wo mehr Blues und Jazz als Rock and Roll gespielt werden, und ein Muss für jedermann), das Justice League und das Transmission Theater haben allesamt Shows organisiert, die das Publikum begeistert haben.
Das Opernhaus Neben der Davies Hall, im Haus der schöngeistigen Künste, hat die San Francisco Opera sogar noch mehr Verehrer als die Symphony. Hier werden klassische Opern mit modernen kombiniert, wie es z.B. die kürzliche Premiere von "A Streetcar Named Desire" belegt, deren Musik von Andre Previn geschrieben wurde.
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