Beide Touren beginnen im Herzen der Stadt, am Schlossplatz, ein majestätischer Platz, der zwischen dem prächtigen Winterpalast und dem Generalstab-Gebäude mit seiner hellgelben Fassade gelegen ist. Nur fünf Minuten entfernt von hier verläuft die pulsierende Einkaufs- und Hauptstraße, der Nevskij Prospekt, während sich hinter dem Winterpalast ein Blick über das Panorama des Neva Flusses bietet.
Tour 1: Nevskij Prospekt und Umgebung
Der Nevskij Prospekt ist die Hauptstraße von St. Petersburg. Sie verläuft über mehr als vier Kilometer von der Admiralität über den Bogen, den die Neva in der Stadt bildet. Er ist die Verkehrsader der Stadt, mit einer Geschichte, die fast so alt ist wie die Stadt selbst. Nach der Gründung der Stadt im Jahr 1703 wurde über die Novgorod Straße Material zu den Werften an der Neva transportiert. Das ursprüngliche Straßennetz war bald überlastet und so wurde beschlossen, eine neue - durch vier Kilometer Sumpf-, Wald- und Wiesengebiet führende – Hauptraße zu erschließen, die es erleichtern sollte, von der Novgorod Straße zur Admiralität an der Neva zu gelangen. Mitte des 18. Jahrhunderts, mit vielen Kathedralen, Palästen, Herrschafts- und Verwaltungsgebäuden gesäumt, war diese Straße die Hauptstraße und das kommerzielle Zentrum der Stadt.
Vom Schlossplatz gelangt man entlang des Moika Kanals zum Nevskij Prospekt. Bemerkenswert ist hier das neu renovierte Kapella Gebäude, welches über dem Kanal liegt und die City Bar, ein beliebter Treffpunkt für Ausländer. Am Nevskij Prospekt angelangt, steht auf der gegenüberliegenden Seite das Palais Stroganov (1753-1754), ein vom italienischen Architekten Rastrelli zwar kunstvoll, aber ziemlich eintönig gestaltetes Gebäude. Weiter die Straße hinauf (wieder auf der Südseite) steht die Kasan Kathedrale, von 1801 bis 1811 entworfen und errichtet vom Architekten Andrei Voronikhin. Die Kathedrale mit ihrem aus 96 korinthischen 13 Meter hohen Säulen bestehenden halbrunden Säulengang, ist das dominierende Gebäude in einer der elegantesten Gegenden der Stadt. Gegenüber befindet sich die größte Buchhandlung der Stadt, das Dom Knigi, ein Bau mit einer polierten Granit-Fassade, gekrönt mit einer Kugel, die auf einer Glassäule steht. Im Jahr 1907 erbaut, war das Gebäude im Eigentum der Firma Singer-Nähmaschinen.
Auf der anderen Straßenseite führt von der Kasan Kathedrale der Kanal Griboedova weg, an dessen Ende sichtbar die Erlöserkirche steht. Kunstvoll und farbenprächtig und mit einer Kuppel gekrönt, wurde sie an der Stelle erbaut, wo am 1. Mai 1881 Alexander II von der terroristischen Organisation 'Der Wille des Volkes' ermordet wurde. Den Kanal Griboedova säumen eine große Zahl von Cafes und Restaurants. Besuchen sie das Laima Bistro für ein russisches Fast-Food-Erlebnis.
An der Rückseite der Kirche führt Sie die Inzhenernaia Ulitsa direkt zum Platz der Kunst, vom Architekten Carlo Rossi entworfen. Es ist eine elegante Gegend mit einer Fülle von kulturellen Sehenswürdigkeiten, mit drei Museen und drei Theatern, wie das Russische Museum, das Musem des Dichters Blok, das Mussorgskij Opern- und Balletthaus und die St Petersburg Philharmonie. Alle Gebäude, die an diesem Platz errichtet wurden, mussten nach den Vorgaben des Architekten Rossi gebaut werden. Im Jahr 1957 wurde auf der Grünfläche in der Mitte des Platzes eine Statue des Dichters Puschkin errichtet.
Von hier aus kommen Sie durch die Mikhailovskaja Ulitsa zurück zum Nevskij Prospekt, wo man auf der rechten Seite das exklusive Grand Hotel Europe passiert. Hier befinden sie sich direkt am Puls des Nevskij Prospekt. Über der Straße steht das riesige Kaufhaus Gostinyi Dvor, ein mit Säulen geschmückter quadratischer Gebäudekomplex, der in den Jahren 1761 bis 1785 vom Architekten Jean-Baptiste Vallin de la Mothe erbaut wurde. Gegenüber des Gostinyi Dvor steht ein weiteres der bekanntesten und größten Kaufhäuser der Stadt: das Passazh, was übersetzt Passage bedeutet.
Entlang der südlichen Seite der Straße (die man durch mehrere Unterführungen queren kann) kommen Sie rechterhand am Ostrovskij Platz vorbei, in dessen Mitte sich das Monument von Katherina der Großen aus dem Jahr 1973 befindet. Es zeigt sie in einem Hermelinmantel, ein Zepter haltend und am Fuße des hohen Granitsockels von Ihren Gefährten umgeben. Vorbei am Anichkov Palast und am mit Säulen geschmückten Kabinettgebäude von Alexander I., gelangen Sie zur eleganten Anichkov Brücke, welche sich über den breiten Fontanka Kanal erstreckt. Hier bieten sich zwei gute Gelegenheiten, sich kulinarisch zu stärken. Die Restaurant-Bar Propaganda liegt ganz in der Nähe etwas nördlich am Fontanka Kanal. Ein fünfminütiger Spaziergang in die Gegenrichtung am anderen Kanalufer führt Sie zum allseits beliebten mexikanischen Restaurant La Cucaracha.
Tour 2: Südwestlich vom Schlossplatz
Wenn man die stark befahrene Straße vom Schlossplatz überquert, betritt man den Park vor der Admiralität. Ursprünglich eine Schiffswerft – und zur Zeit von Peter dem Großen einer der wichtigsten Orte der Stadt. – wurde das Gebäude zwischen 1806-1823 von Zacharov in Weiterführung der Arbeiten von Korobov umgebaut. Es wurde schon einmal in den Jahren 1727-1738 umgebaut, wobei das ursprüngliche Aussehen erhalten blieb. Die Wetterfahne ist mit einer eleganten Spitze in Form eines Schiffes versehen und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Heute sind hier eine Marine-Akademie und das Schifffahrtsamt untergebracht.
Beim weiteren Spaziergang durch den Park erblickt man am Ende des Gebäudes die bekannteste Statue in Russland, den 1782 von Falconet im Auftrag von Katherina der Großen entworfenen Ehernen Reiter, der auf einem 600 Tonnen schweren Obelisken aus Granit thront. Die Statue stellt Peter den Großen dar. Hier finden sich Frischvermählte für ein Hochzeitsfoto ein, denn es wird der Statue nachgesagt, dass sie das Glück in der Ehe bewahren kann. Hinter der Statue steht die gewaltige St Isaaks Kathedrale, die dritthöchste Kathedrale der Welt. Sie wurde 1858 nach 40-jähriger Bauzeit fertiggestellt. Aus Granit und Marmor kreuzförmig erbaut, besitzt sie eine goldene Kuppel, welche eines der ersten Beispiele für die Verwendung von Eisen als Konstruktionselement darstellt.
Gegenüber der Kathedrale liegt der St Isaaks-Platz, in dessen Mitte ein beeindruckendes Monument von Nikolaus I steht. Hier befindet sich auch das luxuriöse Astoria Hotel. Hitler hatte hier die Siegesfeiern für die Eroberung der Stadt angesetzt. Auf der anderen Seite des Platzes vor der Kathedrale steht der Marinskij Palast, der ein großzügiges Geburtstagsgeschenk von Nikolaus I. an seine Tochter war.
Wenn sie hier die Moika betreten, können Sie an der Südseite weitergehen, wo es auch ein wenig ruhiger wird. Besuchen Sie das Kafe Idiot, einen beliebten Treffpunkt für Touristen und Neuankömmlinge und außerdem ein guter Ort, ein ausgiebiges (vegetarisches) Essen einzunehmen.
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