Allgemeines

Das Herz der Stadt

Der Nevskij Prospekt ist eine große Hauptverkehrsstraße, die mitten durch das Zentrum der Stadt führt. Das Dreieck (im Norden des Nevskij) wird von der Straße, dem Fontanka Kanal und der Neva gebildet. Hier befinden sich auch die wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten in St. Petersburg sowie eine große Zahl an Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten. Unter anderem finden Sie hier den Winter Palast, den Schlossplatz, die Erlöserkirche, das Russische Museum, die Mussorgskij Konzerthalle und in der Nähe die Philharmonia. Auf der Südseite des Nevskij Prospekt steht die beeindruckende, halbrunde von Säulen gesäumte Kasan Kathedrale, ein bisschen weiter findet man das wichtigste Einkaufshaus Gostinyi Dvor und nicht weit davon befindet sich das feudale Grand Hotel Europe.

Hier ist das touristische, kommerzielle und kulturelle Herz der Stadt, wo Besucher einen großen Teil ihrer Zeit verbringen. Nevskij selbst ist bei Tag und Nacht belebt, aber man kann dem Treiben und dem Verkehr entkommen, indem man die friedlichen Sommergärten besucht, die sich im Norden des Dreiecks befinden.

Die Insel Vasilievskij

Dieses Stück Land liegt im Nordwesten des Zentrums und teilt den Fluss Neva in die „obere“ und „untere“ Neva. Heute ist die Insel vor allem eine verschlafene Wohngegend, doch sie spielte eine wichtige Rolle in der frühen Geschichte der Stadt.

Peter der Große wollte Vasilevskij ursprünglich zum Zentrum der Stadt machen und brachte Adlige und Kaufleute dazu, sich hier anzusiedeln. Doch seine Pläne wurden nie realisiert – Probleme mit der Konstruktion des Kanalnetzes und die Tatsache, dass die Insel manchmal unzugänglich war, machte den Nevskij Prospekt zum alternativen Zentrum der Stadt. Die vielen Museen und Gebäude an der Ostseite der Insel zeugen dennoch von der früheren Bedeutung der Insel – die vorrevolutionäre Börse (die heute das Naval Museum beherbergt) steht immer noch hier, so wie auch Peters makabre Kunstkammer, und ein Stück weiter St. Petersburgs Staats-Universität die Alma Mater von Präsident Putin.

Von diesen Bauten abgesehen, gibt es nicht viel zu tun oder sehen auf Vasilievkij. Doch wenn Sie einen Eindruck von der ehrfurchtgebietenden Sowjet-Architektur bekommen möchten, dann gibt es nicht viel eindrucksvollere Gebäude als die riesigen Villen, die sich westlich der Primorskaja Metro erstrecken. In der Nähe befindet sich auch der riesige Koloss des im schwedischen Stil gebauten Hotels Pribaltiiskaja, das sich auf der Höhe einer großen unbebauten Fläche mit Blick auf den Golf von Finnland befindet.

Die Petrograder Seite und die Kirov Inseln

Als Peter der Große zum ersten Mal den Plan einer Hauptstadt am Golf von Finnland ausheckte, begannen schon die Arbeiten an der Peter-und-Pauls-Festung am nördlichen Ufer der Neva. Obwohl der Nevskij Prospekt heute das Herz des modernen St. Petersburg bildet, liegen die Ursprünge der Stadt auf der anderen Seite des Flusses.

Das Gebiet nördlich der Festung heißt Petrograd. Nach dem Bau der Trinity Brücke erlebte das Viertel – da ursprünglich als Wohngegend geplant - eine Art Wohnbauboom. Das heißt aber nicht, dass es hier nicht interessante Dinge zu sehen gibt. Zuerst gibt es hier das Museum der politischen Geschichte (in dem Russland nicht ganz fehlt) und das „Schiff, das die Revolution vom Stapel ließ“ – die Aurora, die am Damm der Festung verankert liegt. In Petrograd lebten einige Berühmtheiten (zum Beispiel Schostakowitsch, Lenin und Pavlov), denen allen Museen in ihren ehemaligen Wohnhäusern eingerichtet wurden.

Die Inseln – Krestovskij, Kamennyi und Yelagin – sind beliebte Ausflugsziele und Erholungszentren für gestresste Petersburger. An der Westseite der Insel Krestovskij verborgen liegt das riesige Kirov Stadium.

Südlich und westlich von Nevskij

Die Gegenden südlich und westlich von Nevskij (das von der Neva, Nevskij und diesmal dem südlichen Ufer des Fontanka Kanals begrenzt wird) beheimaten auch viele Sehenswürdigkeiten, die jedoch nicht so nah zusammen liegen wie im Herzen der Stadt. Die Atmosphäre dieser Viertel kann sich ziemlich dramatisch verändern: Sennaia Ploshchad' liegt eine Viertelstunde zu Fuß von der königlichen Lage des St. Isaaks-Platzes entfernt, doch im Gegensatz zur hochstrebenden Größe der St Isaaks-Kathedrale oder der Eleganz des benachbarten Hotels Astoria ist diese schäbige Gegend voller planlos gebauter Kiosks und zeigt die andere Seite von St. Petersburg. Trotzdem ist ein großer Teil des Viertels Wohngegend und ziemlich verschlafen.

Hinter Gostinyi Dvor befindet sich Apraksin Dvor - ein Markthallenkomplex mit Marktständen, kleinen Läden und vielen Cafes. Am nördlichen Ende steht die Admiralität und der Eherne Reiter - zwei berühmte Denkmäler der Stadt. Im Zentrum dieser Gegend befindet sich das weltberühmte Mariinskij Theater, die erste Adresse für Kultur in der Stadt.

Hinter der Fontanka

Dieses große Gebiet umfasst das östliche Ende von Nevskij wie auch Liteinyi, Vladimirskaja und Smolnyi.

Über der Fontanka wird Nevskij mehr und mehr kommerziell obwohl ein Blick über die Läden einen beeindruckenden Mix verschiedener architektonischer Stile offenbart. Das moderne und luxuriöse Hotel Nevskij Palast liegt etwa zehn Minuten Gehweg von der Fontanka entfernt.

Vladimirskaja im Süden ist ein quirliger und lebendiger Ort, die großen Hauptstraßen sind wichtige Einkaufsviertel. Hier gibt es auch eine Menge Museen, nicht zuletzt das Dostojewski Museum an der Ulitsa Marata.

Der Liteinyi Prospekt im Norden und die Gegend um Chernyshevskaja Metro ist ein bisschen ruhiger und gedämpfter. Vielleicht ist der Grund auch das am Ende der Straße gelegene ehemalige Büro des St. Petersburger KGB. Es ist hier ein Wohn- und Geschäftsviertel, trotzdem kann man ein paar kulturelle Höhepunkte finden.

Die Landsitze

Es gibt in der Stadt selbst schon einige extravagante Bauten der Zarenzeit, doch wenn Sie einen Eindruck bekommen wollen, wie luxuriös die russischen vor-kommunistischen Führer gelebt haben, sollten Sie eine U-Bahn nehmen und einen der Landsitze der Zaren besuchen. Obwohl fast alle Paläste von den Deutschen während der Besatzungszeit des Zweiten Weltkriegs geplündert wurden, sind sie gut restauriert worden und besitzen nun fast ihren früheren Glanz.

Pure bombastische Opulenz findet man im Peterhof, der auf Befehl von Peter dem Großen erbaut wurde und ein überragendes Denkmal an Russlands Sieg über Schweden darstellt. Der große Katharinen-Palast am Tsarskoe Selo ist genauso beeindruckend, während die anderen Anwesen - Pavlovsk, Oranienbaum und Gatchina - nicht so prunkvoll sind, jedoch noch immer von der Aura der Zarenherrschaft umgeben.

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