Geschichte

Im Jahre 1147 lud Prinz Dolgoruki eine Gruppe von Edelmännern aus Nowgorod zu einem großen Fest in seinem Haus mit Blick auf den Fluss Moskwa ein. Dieser Standort wurde zum Kreml - dem Machtzentrum des jungen russischen Staates. Die nähere Umgebung entwickelte sich allmählich zu einer riesigen Metropole und einer der großartigsten Hauptstädte der Welt.

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts trafen die Mongolen ein und dezimierten die bereits zerfallenden Überreste der untergehenden Zivilisation von Kiew noch weiter. Die mongolische Vorherrschaft hielt sich bis zur Herrschaft Ivan des Großen, Ende des 15. Jahrhunderts. Die Mongolen mischten sich kaum in die Regierungsangelegenheiten des riesigen Territoriums ein, das sie erobert hatten. Statt die Gebiete selbst zu verwalten, ließen sie sich lieber von bewährten Prinzen Tribut zollen. In dieser Zeit gewann das Fürstentum Muscovy an Wichtigkeit, einerseits aufgrund der vorteilhaften Lage, hier flossen Handelswege zusammen, andererseits weil die orthodoxe Kirche sich in Moskau befand.

Bis 1480 hatte sich die Vorherrschaft der Tataren (Mongolen) so geschwächt, dass Ivan III. (der Große) das Symbol der Macht dieses Regimes in der Uspenskij-Kathedrale zerreißen konnte. Er unterwarf sowohl die Litauer, wie auch die stolze Bevölkerung des nördlich gelegenen Nowgorod. Um seine Erfolge zu feiern, lud er italienische Architekten ein, den Kreml zu renovieren, der zum Zentrum einer florierenden Stadt geworden war.

Die Herrschaft Ivan des Schrecklichen durch die Vereinigung - bekanntlich auf brutale Art und Weise – von Moskau und den von dort regierten Territorien gekennzeichnet. Ivan war besessen vom Verdacht des Verrates und hatte für Verdächtige kein Erbarmen. Er starb 1584. Die Jahre bis 1613 waren durch Amtsantritte und Krisen gekennzeichnet und als die Zeit der Unruhen bekannt. Sie wurde durch den Aufstieg der Dynastie Romanow beendet, die bis zur Revolution 1917 herrschte. Die Herrschaft von Peter dem Großen war von dem langsamen Aufstieg des rückständigen Russlands auf die Bühne Europas geprägt, aber auch durch Peters Lieblingsprojekt: die neue nördliche Hauptstadt St. Petersburg, die Moskaus Bedeutung verblassen ließ. Peter verachtete das konservative, rückständige, heilige Russland (dessen Herz in Moskau schlug), das seine Kindheit zu einem Trauma machte. Er bereiste Europa und eignete sich dort Wissen über Technologien, Philosophien und Wirtschaft des westlichen Europas an. Bei seiner Rückkehr war er entschlossen, Russland zu einem der Hauptspieler unter den europäischen Nationen zu machen. Im Jahre 1712 war der Hof des Reiches an den Ort verlegt worden, der zur Hauptstadt Russlands werden sollte, 1917 ging der Titel im Rahmen der Kriegshandlungen an Moskau zurück. Bis dahin wurde Moskau in der Geschichte Russlands eine zweitrangige Rolle zugeschrieben, während das Land seinen europäischen Bestrebungen von St. Petersburg aus nachging.

Im Juni 1812 wurde Moskau durch Feuer, Schwerter und Plünderungen nach der Invasion Napoleons schwer beschädigt. Dieser Ereignisse wird im Borodino Panorama Museum gedacht. Die Franzosen wurden schließlich zurück nach Paris gejagt, aber Moskau benötigte dringend einen Wiederaufbau. Ein Großteil des heutigen Moskauer Zentrums stammt aus dieser Zeit.

Im 19. Jahrhundert wurden die Stimmen der Unzufriedenheit über die Autokratie der Zaren (angetrieben durch den Einfluss westlicher Ideen) lauter. Das imperialistische Regime wurde aber - trotz Abschaffung der Leibeigenschaft 1861 - nicht nachsichtiger. Das 19. Jahrhundert klang mit einem Wachstum der Revolutionsbewegung im Untergrund, sowie auch Meinungsverschiedenheiten in den Reihen der Aristokratie aus. Mit dem Beginn des 1. Weltkriegs und der Zerstörung, die er mit sich brachte, war die Herrschaft der Romanows unhaltbar, der letzte russische Zar - Nikolas II. - dankte ab. Kurz danach, im Oktober 1917 führte die Bolschewistische Revolution zu mehr als 70 Jahren Kommunismus.

Lenin und die Bolschewiken festigten ihre Macht durch den Abtritt von riesigen Territorien an die Deutschen, dies' war Teil eines Friedensabkommens. Danach wurde die restliche Opposition in einem 3-jährigen Bürgerkrieg ausgeschaltet. Im März 1918 wurde die Hauptstadt von St. Petersburg nach Moskau zurückverlegt. Obwohl der Hauptgrund dafür die weiterhin existente Bedrohung von St. Petersburg durch die Deutschen war, erwies sich das als eine willkommene Begleiterscheinung beim Übergang Russlands von der Imperial- zur Sowjet-Macht.

Eine kurze Zeit der wirtschaftlichen Liberalisierung folgte dem eingeschränkten 'Kriegskommunismus' der Bürgerkriegszeit. Nach Lenins Tod übernahm Stalin 1924 die Führung. Er begann mit der Isolierung möglicher Gegner und führte sowohl den Prozess der Massen-Industrialisierung, wie auch den des Massen-Terrors ein

In den 30er Jahren starben Millionen von Menschen auf dem Land. Dort hatte auferlegte Kollektivierung die Produktion in die Knie gezwungen. Mit dem nun schneller voranschreitenden Terror wurden unzählige Menschen festgenommen, gefoltert, getötet oder in Arbeitslager verbannt. Die Büros von Stalins Geheimpolizei in der Lubljanka haben ihren Ruf als Zentrum von Stalins Unterdrückung nie richtig abschütteln können. Parteimitglieder wurden mit der wachsenden Paranoia Stalins mehr und mehr herumgeschubst. Schauprozesse im Gewerkschaftshaus verbitterten bisher treue Anhänger der Partei, die -nach dubiosen Geständnissen angeblicher Missetaten- zum Tode verurteilt wurden.

Der Terror wurde von einer Zeit des Baubooms begleitet. Der erste Abschnitt des beeindruckenden Moskauer Metro-Netzes wurde gebaut und 1935 eröffnet.

Der Zweite Weltkrieg (in Russland auch als der Große Vaterländische Krieg benannt) brach am 22. Juni 1941 aus, als deutsche Mächte einen Nazi-Sowjet-Pakt brachen und eine Invasion begannen. Der Kriegsanfang war für die Sowjets zunächst eine Katastrophe. Es dauerte eine Weile, bis Stalins Kräfte, die durch seine militärischen Säuberungsaktionen geschwächt waren, den schweren Kampf gegen die Faschisten aufnehmen konnten. Moskau und St. Petersburg liefen Gefahr, erobert zu werden. Als die deutschen Truppen im Oktober Moskau angriffen, waren 450000 Menschen damit beschäftigt, Gräben auszuheben. Die Deutschen wurden schließlich besiegt, aber bis zu 30 Millionen Sowjetbürger verloren dabei ihr Leben. Am 24. Juni gab es einen sehr symbolischen Moment, als hochrangige berittene Soldaten auf den Roten Platz ritten und vor dem Lenin Mausoleum Hakenkreuzfahnen zertrampelten.

Das Moskau der Nachkriegszeit war durch hektische Bauaktivitäten gekennzeichnet, in diese Zeit fiel auch der Baubeginn von Stalins Hochhäusern (auch bekannt als die Sieben Schwestern), eine Gruppe von Gebäuden, die der Stadt die angemessene Erscheinung von Größe geben sollte, die der Hauptstadt des Weltkommunismus angemessen ist.

Stalin starb 1953. Chruschtschow, dessen Geheime Ansprache zum 20. Parteitag die Verbrechen Stalins zugab, wurde sein Nachfolger. Es folgte die Zeit der (sehr) relativen politischen und kulturellen Entspannung nach der Terrorherrschaft von Stalin.

Der undynamische Breschnew führte das Land lustlos durch eine Zeit der Stagnation, sein Nachfolger wurde der selbst ernannte Reparateur Gorbatschow. Seine Glasnost- Politik (offene, öffentliche Diskurse) und Perestroika (wirtschaftlicher Wiederaufbau) zielten darauf ab, den kränkelnden sozialistischen Staat zu verjüngen. Aber für den Staat kam jede Hilfe zu spät, und in den späten 80er Jahren war die Autorität der Kommunistischen Partei bedroht. Der charismatische (das war bevor der Alkohol seinen Tribut forderte) Führer Boris Jeltsin wuchs vom kämpfenden Parteiführer in Moskau zum Anführer der Anti-Gorbatschow Bewegung. Er zerriss seinen Parteiausweis vor laufenden Kameras.

Ein gescheiterter Coup der Hardliner konnte den Fall des Sowjet-Kommunismus nicht aufhalten. Am 1. Weihnachtstag 1991 trat Gorbatschow zurück und die russische Trikolore wurde über dem Kreml gehisst.

Jeltsin führte Russland durch die kleineren Schwierigkeiten, wie gewalttätige Konflikte zwischen Präsident und Parlament 1993, oder einige knappe Wahlen, in die neue Welt des Kapitalismus. Seit dem Untergang des Kommunismus hat Moskau mehr als einen Löwenanteil an ausländischem Kapital und Entwicklung erhalten, und sogar in dem Maße, dass Russen im Ausland es oft (meist in abschätzigen Tonfall) als ein anderes Land bezeichnen. Seine Architektur wurde durch einige Projekte verschönert, auf die der populistische Bürgermeister Lutzkow gedrängt hatte. Bemerkenswert ist beispielsweise die Kirche von Christus dem Erlöser, die Kopie eines Originalgebäudes, das vom Kommunismus zerstört wurde.

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