In Budapest kann man sich gut orientieren. Solange man weiß, wo die Donau ist, wird man sich nicht verlaufen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist es am besten, die Besichtigung der Stadt vom Ufer des Flusses aus zu starten.
Duna Korzo
Diese Tour ist eine gute Einführung in die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten, und man kommt wieder am selben Punkt an, wo man begonnen hat. Ein guter Ausgangspunkt ist die Duna Korzo auf der Seite von Pest. Dieses Lange Stück, das für Autos gesperrt ist, passiert das Marriott Hotel, und erstreckt sich weiter bis zum Inter-Continental, wo es am Fuße der Chain Bridge endet.
Von überall entlang der Korzo hat an einen spektakulären Blick auf die Stadt: Man kann Buda mit seinem eindrucksvollen Schloss, dem Gellert Berg und vielem mehr sehen. Der Blick ist beim ersten Male immer atemberaubend.
Man schlendere also entlang der Korzo und kehrt vielleicht beim ein oder anderen Cafe ein. Wenn man möchte, kann man die grünen Treppen nach unten gehen und auf eine der vorbeifahrenden 2er Straßenbahnen aufspringen. Man gehe weiter, indem man über die berühmteste Brücke der Stadt geht – die Kettenbrücke. Sie war die erste Brücke der Hauptstadt und bietet einen wundervollen Blick: im Norden das Parliament, Margaret Island und die entfernten Berge, im Süden der Gellert Hügel und die Häuser von Pest. Der Fluss verläuft nahezu genau von Norden nach Süden durch die Innenstadt, mit Pest im Osten und Buda im Westen. Hier kann man ein Weilchen verharren, die Landschaft genießen und sich orientieren.
Auf der Buda-Seite der Kettenbrücke angelangt, sieht man den Tunnel unter dem Schlossberg, den Clark Adam Square, den O kilometer stone und die Talstation, von wo aus man in die Funicular steigen kann, die einen auf den Schlossberg bringt. Die Fahrt zum Gipfel ist kurz. Jedoch kann man in der kurzen Zeit einen weiten Panoramablick über Pest genießen (von wo man ja gerade gekommen ist).
Oben angekommen sieht man der riesige Königliche Palast zu seiner Linken (oder in Richtung Süden), während die Attraktionen der Altstadt auf der rechten Seite beginnen (also in Richtung Norden). Man kann sich jetzt eines der Museen im Schloss anschauen oder aber auch mit der allgemeinen Tour fortfahren, und die Museen für später aufsparen. Auf dem Wege nach Norden in die Altstadt hinein bekommt man einige der schönsten Ansichten in dieser Stadt der schönen Ansichten geboten. Man erreicht die Altstadt und ihr Kopfsteinpflaster sehr schnell. Vielleicht genau richtig für eine weitere Kaffeepause, möglicherweise bei Miro, wenn man etwas Modernes vorzieht, oder in den vielen traditionellen ungarischen Cafes.
Wieder ein Stück weiter liegt die Pestsäule, eine Erinnerungsstätte für die zahllosen Opfer der Pest, von denen es so viele gab, dass sie gar nicht alle standrechtlich begraben werden konnten. Hier gibt es ausserdem die am meisten fotografierte Kirche der Stadt - Matthiaskirche - auf der Flussseite von der märchenartigen Angler Bastion abgeschirmt. Man sollte sich wieder die Zeit nehmen, den Blick von oben auszukosten – der wieder einmal höchst beeindruckend ist.
Auch das Hilton Hotel ist eine Blick wert: Drinnen sind die Überreste einer alten Kirche. Nun kann man den Schlossbus vor dem Hilton nehmen und bis zur letzten Haltestelle, Moskva ter (Moskau Platz), fahren. Von hier nehme man dann die Straßenbahn Nr 4 und steige, sofern die Kraft ausreicht, auf der Margaret Insel aus. Ansonsten kann man sich die Insel für einen anderen Tag aufheben, jetzt wo man ja weiß, wie man hinkommt.
Margareteninsel
Inzwischen ist man wahrscheinlich ganz schön müde: Auf der Margareteninsel gibt es allerdings Bäder, wo man sich entspannen kann, Wiesen, auf denen man ein kleines Nickerchen machen kann und Blumengärten, die man genießen kann. Wenn man sich genug ausgeruht hat, kann man wieder die Straßenbahn 4 nehmen, den kompletten Weg nach Pest zurückfahren und in Oktogon aussteigen. Letzteren Ort sollte man sich für die nächste Tour merken.
Nach einem kurzen Blick rundum gehe man Andrassy ut herunter in Richtung Fluss (etwa fünfzehn Minuten). Zu müde? Dann nehme man die älteste U-Bahn auf dem Kontinent und fährt darauf bis zum letzten Halt – Vorosmarty. Jetzt ist man auf dem Hauptcafeplatz in der Nähe des Flusses, und am Anfang der Vaci utca, der berühmten Einkaufsstraße. Das Einkaufen kann man aber ruhig noch mal einen Tag verschieben und sich im Gerbeaud ausruhen, einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen oder Gebäck genießen. Wenn man nun weitere Hundert Meter westwärts (in Richtung des Flusses) geht, ist man wieder dort, wo man ursprünglich begonnen hatte. Nun, wo man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten einmal im Kreise besichtigt hat, hat man eine gute Orientierung und ist bereit für weitere Touren...damit sollte man jedoch erst am nächsten Morgen beginnen!
Vaci Utca
Jetzt, wo wir uns orientiert haben und die Struktur Budapests verstehen, ist es an der Zeit, dass wir die bekannteren Sehenswürdigkeiten aufsuchen. Die zweite Tour beginnt am selben Ort, wo die erste Tour begann und endete; entlang der Duna Korzo.
Von der Korzo geht es zurück nach Vorosmarty ter (vom Fluss weg). Rechts liegt die Vaci utca, die berühmteste Einkaufsstraße der Stadt. Man kann sie ganz in Ruhe entlang bummeln – die Architektur ist teilweise hochinteressant, und es gibt natürlich eine große Auswahl an interessanten Geschäften, die man sich ansehen kann. Vielleicht möchte man auch die Straßen, die von ihr nach Osten und nach Westen abführen, entdecken; wie Vaci sind auch diese Fußgängerzonen. Irgendwann stößt man auf etwas, das wie das Ende der Straße aussieht, wo Autos vorbeirauschen, um auf die weiße Erzsebet Brücke zu gelangen. Man gehe also durch die Fußgänger-Unterführung und kommt daraufhin auf der anderen Seite der Straße aus (in der Unterführung sollte man sich die Zeit nehmen und die Fotos von Budapest über die Jahre anschauen, die hier hinter Glas an den Wänden zu sehen sind).
Diese Seite der Vaci (technisch gesehen die Südseite) wurde erst kürzlich in eine Fußgängerzone umgewandelt. Sie hat sich daher noch nicht so entwickeln können wie die Nordseite. Trotzdem finden viele Leute, dass es dies interessanter macht: man sollte ab und zu mal nach oben schauen, besonders wenn man an die Kreuzungen gelangt, wo man die Einschuss- und Schrapnelllöcher in den Fassaden der Gebäude erkennen kann, ein schmerzliches Zeugnis des traurigen Ereignisses im Jahre 1956.
Wenn man an das Ende dieses Abschnittes der Straße gelangt, kommt man zu einer der vielen interessanten bedeckten Märkten der Stadt. Diese hier ist besonders beliebt bei Touristen, da der Großteil des Obergeschosses ungarischem Kunsthandwerk und Souvenirs gewidmet ist. Man sollte sich die Zeit nehmen, den Langos (gebratener Teig) Stand zu finden, oder ein Gläschen Wein mit den vielen Einheimischen zu trinken, die regelmäßig an den Lebensmittelständen im Erdgeschoss einkaufen.
Gellert Hügel
Man verlasse die Markthallen durch denselben Eingang, den man benutzt hat, um hinein zu gelangen, und marschiere in Richtung Fluss. Geradeaus kann man nun die wunderschöne, grüne Eisenbrücke sehen. Sie führt zum Gellertberg und dem berühmten Hotel Gellert. Während man auf ihr hinübergeht, kann man einen höchst beeindruckenden Blick auf die Stadt erhaschen. Wenn man versuchen sollte, ein wenig Kraft zu sparen, bringen einen die Straßenbahnen 47 und 49 auch hinüber. Hier, vor dem berühmten Hotel muss man eine harte Entscheidung fällen: entweder die weltberühmten Gellert Baths zu entdecken oder eine Aussichtswandertour auf den Gellertberg zu unternehmen.
Der Fußmarsch den Berg hinauf dauert etwa zwanzig Minuten. Der Park auf dem Weg nach oben ist wunderschön und meist voller Spaziergänger, Hunde und Kinder. Der Hauptgrund, nach oben zu gehen ist allerdings das spektakuläre Panorama. Hier wird man mit Sicherheit eine Fotos machen wollen. Daher macht man, oben angelangt, am besten eine Pause und genießt den Blick: Das hat man sich verdient!
Vom Fuße des Gellertberges, neben dem Fluss, geht es weiter, indem man die Straßenbahn 19 bis nach Batthyany ter nimmt (kein Laufen mehr!). Man nehme sich einige Minuten, um sich umzuschauen. Batthyany ter bietet einen der besten Ausblicke auf das wunderschöne neo-gothische Parlament in der gesamten Stadt. Hier mag man ruhig irgendwo eine Pause machen.
U-Bahn Museum
Sobald man wieder bereit ist, nimmt man die U-Bahn zum Deak ter. Während des Umsteigens sollte man am U-Bahn Museum haltmachen und ein wenig über die Geschichte der ältesten U-Bahnlinie auf dem Kontinent erfahren. Weiter geht es auf der Linie 1 bis nach Heldenplatz (Hosok tere).
Dieser malerische sowie zeremonielle Platz wurde in großem Maßstab gebaut. Die Monumente hier sind eindrucksvoll (hier war die Statue Stalins 1956), und hinter dem Platz ist der Stadtpark, der Zoo, der Amusement Park und das weltberühmte Gundel Restaurant. Auf beiden Seiten des Platzes befinden sich riesige Museen. Insgesamt wäre es wohl nicht schwer, mehrere Tage damit zu verbringen, die Attraktionen in der Nähe zu entdecken.
Wenn man mit dem Platz fertig ist, sollte man sich die Zeit nehmen, Andrassy ut herunterzulaufen und die vielen schönen Häuser und Gebäude zu bewundern. Auf dem Wege wird man auf das Oper, den Liszt Platz und viele andere interessante Sehenswürdigkeiten stoßen. Wenn Müdigkeit aufkommen sollte, kann man jederzeit die U-Bahn zurück zum Vorosmarty Platz nehmen: Man wird wieder genau dort sein, wo man begonnen hatte, bereit für einen Zwischenstop an einem Cafe oder einer Pause am Fluss.
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