Es gab eine Zeit, das ist noch gar nicht so lange her, als Budapest seinen Horden von hungrigen Touristen und Einheimischen nicht mehr bot als Hunderte traditioneller Lokale, bei denen es große Stücke von fettigem, gebratenem Fleisch, einen schlechten Service und nicht ein Stück Gemüse gab.
Wie sich die Zeit ändert. Seit 1990 und der Einführung des neuen politischen Systems sind Hunderte von Restaurants, Clubs, Bars und Cafes aufgetaucht. Heute findet man mehr Gerichte als man sich es vorstellen kann, mit jeglichen Zutaten aus Ländern, die jeden beliebigen Geschmack treffen. Es gibt alles vom puren Luxus im Gundel zum einfachen Studenten-Imbiss Green's, von mongolischem, gegrilltem Fleisch zu nahöstlichen Falafelbällchen und Salaten mit Kichererbsen. Man kann hier nun alles Mögliche essen, von Fast Food (McDonalds, Burger King, Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken) bis zu ausgiebigen Menüs auf der belaubten Terrasse des Remiz oder des Feszek - für Geschäftsleute oder einfach so.
Themen Bars sind zudem auch sehr beliebt – in einem U-Boot speisen im Club Verne, oder einen Cocktail mit einem berühmten Blues Sänger im Janis's Pub schlürfen.
Die Franzosen sind völlig zurecht stolz auf ihre Küche, und im Kepiro, La Fontaine und Lou Lou ist es möglich, ‚comme les rois' zu speisen, ohne dabei pleite zu gehen. Die Kombination von leckerem, frischem ungarischem Gemüse – fleischige Tomaten, Paprika, biologisch-angebaute Champinions – und frischem Meerfisch, der dreimal die Woche eingeflogen wird, ist ‚wahre haute cuisine'.
Die Ungarn lieben die italienische Küche, und bei Fausto's gibt es wahre Delikatessen. Für diejenigen mit bescheidenerem Einkommen gibt es bei Don Francesco die beste Pizzakruste in der Stadt, während die Pompeji Pizzeria auf dem Liszt Ferenc Platz eine praktische Gelegenheit bietet, noch etwas zu essen, bevor man sich in die schicken Bars in diesem beliebtesten Teil Pests begibt. Auch ein Versuch wert ist der Favorit unter den Älteren, das Okay Italia, das mehr für die kurzen Röcke seiner Kellnerinnen bekannt ist als für die Qualität seines Essens.
Chinesische Restaurants und italienische Lokale streiten sich inzwischen um die besten Plätze. Der Hong Kong Pearl Garden war einer der ersten und bleibt der beste. Das chinesische Paradies ist nahe der Touristenstraße Vaci utca, und Chan Chan besitzt eine überwältigende Einrichtung.
Thailändische Küche kann man am besten im Tian Tan genießen, während die japanischen Sushi-, Sashimi-, und Nudelbars exotische Delikatessen anbieten. Bei Shiki gibt es großzügige Portionen roher Fisch Spezialitäten.
Entgegen seines Rufes ist ungarisches Essen nicht sonderlich scharf. Wenn man es also scharf möchte, kann man es bei den indischen Restaurants versuchen, wie z.B. das Shalimar Indiai Etterem und das Maharajah, die mit einigen göttlichen Spezialrezepten aufwarten und höchst freundlich gegenüber Vegetariern sind.
Apropos Vegetarier: Diese haben jetzt deutlich bessere Aussichten als noch vor zehn Jahren, als die einzige, traurige Wahl aus gebratenem Käse/Blumenkohl/Champinions mit ‚Salat' oder eingelegter Gurke bestand. Heute bieten viele Restaurants einfallsreiche vegetarische Gerichte an – man versuche die köstlichen Tapas bei Ket Szerecsen - während andere Restaurants wie Gandhi und Elethaz Biocentrum ausschließlich vegetarische Gerichte anbieten.
Fischfreunde sollten Segel für das Horgasztanya am Buda-Ufer der River Danube setzen, oder aber für das Vasmacska auf dem alten Platz Obudas. Beide bieten eine Reihe von Gerichten an; kontinentale Meereskost findet man im Le Jardin de Paris und auf der wunderschönen, belaubten Terrasse der Casa Mediterranea's.
Natürlich wird man, als Besucher dieses Landes, nicht wieder abreisen, ohne ein ungarisches Gericht mit einem Glas des exzellenten Weines aus der Region probiert zu haben – Goulasch, Huhn-Paprika, Fozelek (Gemüseeintopf) und ein gutes Fleischgericht von Villanyi und Eger in traditioneller, uriger Umgebung. Das Kulacs ist toll für ein Essen zu den Klängen von talentierten Zigeunermusikanten. Hier komponierte Rezso Seress seinen ‚Düsteren Sonntag', das wohl DAS Lied der süß-sauren magyarischen Seele ist.
Das Rezkakas bietet anspruchsvollere ungarische Gerichte an, während Kacsa den besten Dunklen macht. Für eine phantastische Gänseleber sollte man das Magnaskert etterem probieren, und wenn jemand anders die Kosten tragen sollte, kann man auch zum Gundel, dem berühmtesten und luxuriösesten Restaurant Budapests, gehen. Chefkoch Kalman Kalla bereitet wunderbare magyarische Kreationen und geniale Gerichte mit Spargel, Gänseleber, und Trüffel aus der Region.
Das New York Coffee House ist gut, um im Luxus zu schwelgen. Diejenigen, die keine schwere Mahlzeit haben möchten, sondern ein wenig die traditionelle Atmosphäre erleben wollen, können diese in den folgenden Kaffeehäusern finden: Im Muvesz, Angelika, Lukacs und dem frisch wiedereröffneten Central Kavezo - eine Quelle für literarische Inspiration um die Jahrhundertwende und heute drauf und dran, diese belesene Atmosphäre wiederaufzubauen.
Die Ungarn lieben ihren Kuchen und Gerbeaud, und das Auguszt macht herrliches Gebäck, Desserts und Torten, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Was man ausprobieren sollte, ist der Langos - eine ungarische Delikatesse. Dieser tief-gebratene Pfannkuchen in Form einer Frisbeescheibe wird mit saurer Sahne, geriebenem Käse und einem Spritzer Knoblauchwasser serviert, das mit einem dünnen Zweig und einer Feder aus einem Konfitürenglas getropft wird. Solche Genüsse sind heute schwieriger zu finden; sie sind vom alles durchdringenden Burger ersetzt worden, aber man kann sie immer noch in einem der Gemüse- oder Flohmärkte probieren. Sie sind an einem bitterkalten Wintermorgen der unabdingliche Start in einen Tag der Schnäppchenjagd – am besten begleitet von einem Schluck des starken Birnen-Palinka (Brandy).
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