Das heutige Budapest ist unbestritten das leuchtendste Juwel an der Donau, seine Gründung erfolgte 1873 durch Zusammenlegung der Städte Buda, Pest und Obuda. Seine zwei Millionen Einwohner leben in 28 Bezirken, von denen die wichtigsten nachfolgend beschrieben sind.
Zu den bekanntesten Ansichten von Budapest zählen der Castle District und der I. Bezirk. Es ist kaum vorstellbar, dass das königliche Palais und der gesamte Hügel mit seinen mittelalterlichen und barocken Bauten im zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden sind. Mehr barocke Pracht erstreckt sich entlang der Donau, rund um Fo utca und Batthyany ter, von wo aus man den besten Ausblick auf Pest und das Parlament hat.
Der angrenzende Gellertberg und die Citadella prägen entscheidend das Stadtbild des ersten Bezirkes. Die Hügel fallen steil zum Fluss hin ab, was der Stadt ein sehr markantes Aussehen verleiht. Am anderen Ufer der Donau liegt Pest, das im Gegensatz dazu komplett flach ist.
Das Stadtzentrum (Belvaros) ist gleichzeitig Pests V. Bezirk, der sich rund um den Kiskorut, den kleinen Boulevard, erstreckt. Auf der einen Seite des Viertels thront Vasarcsarnok, der massive Ziegelbau der Markthalle, wo die noble Einkaufsstrasse Vaci utca. beginnt und sich durch das gesamte Zentrum erstreckt. Lipotvaros, das Verwaltungszentrum der Stadt, erstreckt sich zwischen Bajcsy-Zsilinsky und der Donau. Dazu gehören auch das Parlamentsgebäude und die vielen Ministerien, die den Verwaltungsapparat des Landes bilden. Aufgrund der abnehmenden behördlichen Korruption und der steigenden organisierten Kriminalität stehen hier Neuöffnung und Schließung von Geschäften und Restaurants an der Tagesordnung.
Der VI. Bezirk ist das kulturelle Zentrum der Stadt, wo Andrassy ut, Budapests schönste Flaniermeile liegt, die an der Nagymezo utca auf den Broadway der Stadt stößt. Das Opernhaus und die Liszt-Akademie fügen sich wunderbar in die Ansammlung unterschiedlichster Prachtbauten ein. Um den Platz Franz Liszt ter konzentriert sich das Nachtleben der Stadt. Besonders im Sommer herrscht hier reges Treiben, wenn sich Nachtschwärmer in und um die Strassencafes und Bars tümmeln.
Der VII. Bezirk ist Budapests historisches Altjüdisches Viertel, mit mehreren Synagogen, koscheren Bäckereien, wie z.B. Frolich Koser Cukraszda, Restaurants und Hotels. Ein immer wiederkehrendes architektonisches Thema sind die langen miteinander verbundenen Innenhöfe, die - einst für strategische Zwecke - zwei Parallelstraßen miteinander verbinden. Als beeindruckendstes Beispiel dafür gilt Gozsdu udvar, dessen hallende Leere beinah furchteinflößend ist. Der VI. Bezirk vermittelt zweifellos das beste Wohngefühl aller Bezirke innerhalb des Nagykorut.
Der VIII. Bezirk könnte auch Bezirk des schlechten Rufes genannt werden. Der berühmt-berüchtigte Rakoczi ter steht seit Langem für mehr als nur für einen Ortsnamen, wobei andere Gegenden ihm in dieser Hinsicht längst den Rang abgelaufen haben. Es gab zahlreiche Versuche hier in Jozsefvaros einen legalen Rotlichtbezirk entstehen zu lassen, aber auch ebenso viele Gegenproteste. Besucher brauchen allerdings keine Angst haben, hier auf Anstössigkeiten zu treffen, solange sie die Gegend innerhalb des Nagykorut nicht verlassen.
Ferencvaros, der IX. Bezirk, ist das In-Viertel der Stadt und ähnelt vom Charakter her dem Achten, der allerdings mehr als Arbeiter- oder gar Armenbezirk gilt. Moderne Bars und Cafes schießen geradezu aus dem Boden, vor allem auf der Raday utca und in der Gegend rund um Nagykorut. Auch lohnt sich ein Besuch im prächtigen Museum der Angewandte Kunste. Die Erschließung des Viertels wird sich aufgrund der günstigen Gegebenheiten entlang der Donau fortsetzen.
Und nun wieder ein Blick auf die andere Seite des Flusses. Obuda (´Alt Buda`) entspricht dem III. Bezirk. Hier befand sich einst die römische Siedlung Aquincum, die die nördliche Spitze des römischen Imperiums auf dem europäischen Festland bildete. Bei Ausgrabungen konnten deshalb einige Amphitheater und antike Kunstgegenstände freigelegt werden. Viele der ältesten und schönsten Bürgerhäuser wurden allerdings während des kommunistischen Regimes zerstört, um Platz für die riesigen Wohnblöcke nahe der Arpad Brücke zu machen. Nur eine spärliche Anzahl von restaurierten Bauten um Fo ter ist noch übrig.
Der II. Bezirk, auch Rozsadomb oder ´Rosenhügel` genannt, ist gespickt mit alten Villen und prächtigen Botschaftssitzen. Hier wohnt Budapests Elite. Seinen Namen hat dieses Viertel dem Türken Gul Baba zu verdanken, dessen Grabmahl über einen kopfsteingepflasterten Weg zu erreichen ist.
Der XII. Bezirk ist das Tor zu den Budaer Bergen, nur wenige Minuten von Moszkva ter gelegen. Budas höchster Berg Janoshegy überragt die gesamte Gegend und bietet zahlreiche eindrucksvolle Ausblicke. Den allerbesten Ausblick hat man wohl vom Sessellift, von der Kindereisenbahn und der Cog-Wheel Railway. Die beiden letzteren führen auch auf den Szechenyi Hügel.
Der XI.Bezirk war einst Budapests Nobelviertel - bevor sich dies auf die umliegenden Hügel verlagerte - und ist auch heute noch eine eher wohlhabende Gegend. Sie erstreckt sich rund um den Gellertberg und reicht bis an den Stadtrand von Budapest. Die lebhaftesten Abschnitte konzentrieren sich um Moricz Zsigmond korter und die Technische Universität, deren langgestreckte Vorderseite direkt an der River Danube liegt, zwischen den Brücken Szabasag und Lagymanyosi. Hier befindet sich auch die Hochburg der ungarischen Musikhochkultur: Fono Records.
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