Die Tschechische Republik ist ein mitteleuropäisches Land, bestehend aus den historischen Regionen Böhmen, Mähren und Schlesien, die seit den frühesten Tagen der Besiedlung Europas existieren.
Schon im 5. Jahrhundert u. Z. ließen sich die Vorfahren der heutigen Bewohner Tschechiens in dieser Region nieder, und um das Jahr 868 u. Z. wurde Prinz Boriwoi aus dem Geschlecht der Premysliden Herrscher – in seine Machtperiode fällt die Gründung des tschechischen Reiches. Ungefähr um 870 n. Chr. wurde auf einem Berg über der Moldau die Prager Burg errichtet.
Der wahrscheinlich bekannteste unter den früheren Machthabern war der katholische Fürst Wenzel I. (903 –935 n. Chr.), der Schutzheiliger von Böhmen wurde, heute allerdings eher durch den Text eines Weihnachtsliedes bekannt ist.
Nach dem Tod Wenzels III. im Jahre 1306 wurde die Premysliden-Herrschaft durch Johann von Luxemburg abgelöst, und 1346 wurde Karl IV. König von Tschechien. Als heiliger romanischer Herrscher wählte Karl Prag zu seiner Hauptstadt und ließ viele bedeutende Bauwerke errichten, darunter den St. Veitsdom und den Hradschin. Er gründete auch die erste Universität in Mitteleuropa – die Karlsuniversität. Nach Karls Tod folgte der Hussitenkrieg und mit ihm 15 Jahre religiöser Konflikte.
Im Jahre 1526 folgte die Habsburger Dynastie auf den Thron, was aber lediglich weitere Kriege zu Folge hatte, so den Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648). In dessen Folge starb etwa ein Drittel der Bevölkerung des Landes und Verbreitung und Gebrauch der tschechischen Sprache gingen zurück.
Zwischen 1784 und 1848 gab es, trotz des Einflusses der Habsburger, ein Wiederaufleben der tschechischen Nation: die Sprache wurde standardisiert, die industrielle Revolution erreichte das Land, und viele große tschechische Führer traten in Erscheinung, wie z. B. Frantisek Palacky.
1918, nach dem Ersten Weltkrieg in Europa, kamen die Alliierten überein, einen neuen Staat, die Tschechoslowakei auszurufen, bestehend aus Böhmen, Mähren, Schlesien und der Slowakei. Mit dem Münchner Abkommen von 1938 jedoch tolerierten die Briten und andere europäische Mächte die Annektion der tschechischen Gebiete durch die Deutschen unter Adolf Hitler. Nach der Nazi-Besetzung im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) folgte die kommunistische Herrschaft mit dem Einzug der Sowjetarmee im Mai 1945.
Bei den Wahlen im Jahre 1946 gewannen die Kommunisten 38% der Stimmen und ergriffen 1948 unter Klement Gottwald die Macht, mit Unterstützung der Sowjetunion, die praktisch jegliche Opposition eliminiert hatte. Grund und Boden sowie die Industrie wurden verstaatlicht, mit dem Ziel, die Tschechoslowakei zu einem Lieferanten von Schwermaschinenbau und Waffen für den Ost-Block zu machen.
Mit wachsendem Unmut über die Fremdherrschaft ihres Landes formierte sich die kommunistische Partei unter Alexander Dubcek neu und versuchte, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" einzuführen, was wir heute unter dem Namen "Prager Frühling" kennen. Im August 1968 fielen jedoch die Sowjetunion und ihre Verbündeten in das Land ein, was die Unterdrückung noch verschärfte und für weitere 21 Jahre verlängerte. Ökonomische Reformen wurden zurückgenommen und eine halbe Million Parteimitglieder ausgeschlossen.
Nach den folgenschweren Ereignissen des Jahres 1989 in den Ostblockländern läutete eine gewaltsame Polizeiaktion gegen eine legale Studentendemonstration im November desselben Jahres (bekannt als das masakr) den Untergang des Kommunismus in der Tschechoslowakei ein. Am 28. Dezember wurde Alexander Dubcek zum Vorsitzenden der Nationalversammlung gewählt, und einen Tag später wurde Vaclav Havel, ein bekannter Autor und Stückeschreiber, Präsident. Im Juni 1990 wurde eine Koalitionsregierung gebildet, und nach drei Jahren der Debatten und des Streits mit den führenden slowakischen Parteien stimmte das Parlament mit der erforderlichen Drei-Fünftel-Mehrheit einer Beendigung der Förderation zu. Seit dem 1. Januar 1993 gehen die tschechische und die slowakische Republiken getrennte Wege.
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