Johannesburg, die Stadt der großen Vielfalt, genießt und schätzt seine unterschiedlichen Kulturen. Dem Besucher wird ein buntes Feuerwerk aus Unterhaltung, Abwechslung, und Kultur geboten.
Manche Menschen sind überrascht, dass diese Stadt so vielseitig ist, die sich doch durch Goldbergbau und Industrie entwickelt hat. Heute ist sie ein Ort, an dem junge Schauspieler den Durchbruch schaffen, wo Sänger ihren Weg auf die Bühnen der Welt finden und wo Künstler leben, die selbst von Institutionen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York eingeladen werden, ihre Werke auszustellen.
Man sollte die Veranstaltungskalender für leichte Unterhaltung ebenso sorgfältig lesen wie die für Filmfestivals, ungewöhnliche Kunstausstellungen und dergleichen. Man muss die Augen offen halten, denn am Ende des Regenbogens der Unterhaltung, der diese Stadt überspannt, ist ein Topf voll Gold verborgen. Um dies zu finden guckt man am besten zuerst in die 'Star' Tageszeitung (unter der 'Tonight' Abteilung stehen viele infos), oder in die 'Friday' Abteilung der Mail & Guardian Zeitung.
KUNST
Es gibt eine Fülle von Galerien und Museen in und um Johannesburg, so dass man leicht eine Woche mit nichts anderem verbringen könnte, als den Pfaden der Kunst zu folgen. Die Johannesburg Art Gallery war für Künstler entweder Startrampe oder Schlussakkord (letzteres meistens, wenn sie Südafrika verließen, um ein größeres Publikum im Ausland zu finden). Bis vor kurzem war diese Galerie sowohl das Schaufenster für etablierte Künstler als auch für aufregende Neuentdeckungen. Und obwohl sie heute in einem traurigen Zustand ist, gealtert und angeschlagen, beherbergt sie immer noch die definitive Sammlung südafrikanischer Kunst. Die Absa Gallery im Stadtzentrum (man sollte immer telefonisch einen Parkplatz reservieren) zeigt gute Künstler als Teil ihrer ausgezeichneten Sammlung. Die Gencor Gallery an der Afrikaans University nahe Melville ist ebenso einen Besuch wert. Die University of the Witwatersrand (Wits) beherbergt die Gertrude Posel Gallery, deren Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Rock Art Research Institute stattfinden. Die Johannesburg Art Foundation im baumbestandenen alten Vorort Saxonwold, direkt neben dem Zoo, präsentiert häufig Neuentdeckungen. Die Karen McKerron Fine Art Gallery, die Goodman Gallery in Parkwood und die Everard Read Gallery, alle nahe beieinander an der selben Straße in Rosebank, gehören zu den ältesten, etabliertesten Galerien und zeigen stets die vortrefflichsten Kunstwerke meist einheimischer Künstler. Die Graphiti Gallery in Melville hat, abhängig von den Künstlern, sowohl traditionelle als auch avantgardistische Stücke zu bieten. Die Watercolour Society of South Africa zeigt gleichermaßen 'inspirierte' wie auch Mainstream-Aquarelle.
TANZ
Es gibt Ballett, Flamenco, Showtanz - und nahezu alles, was zwischen den gewohnten Kategorien liegt.
CABARET
Auch hier ist die Bandbreite groß, von wahren Feministinnen in den Madonna brassieres bis zu Jargonelle's in Brixton (hinter den Studios der SA Broadcasting Corporation nahe Melville) mit seiner umfangreichen Palette einheimischer Talente (ob sie nun in Südafrika leben oder nur zu Besuch in der Heimat weilen). Hier kann man auch angesagte Afrikaans-Rocker wie Wouter van de Venter erleben. Das Randburg Waterfront zeigt häufig Comedy- und Musikprogramme im Stil der Vaudeville-Theater vergangener Zeiten. Aber auch alles andere ist hier möglich, man sollte darauf eingestellt sein und sich im Voraus informieren.
KINO
Kinocenter gibt es mittlerweile über die ganze Stadt verteilt in den Einkaufszentren. Auf dem Programm stehen Mainstream-Filme aus der ganzen Welt, hauptsächlich aus Amerika, Großbritannien und immer häufiger auch aus Australien. Sogenannte Kunstfilme werden im Cinema Nouveau gezeigt, einem Kino in der Rosebank Mall, aber auch in den Kultureinrichtungen andrer Nationen, wie dem French Institute in Pakway.
MUSIK
Von erhabenen Opernklängen bis zum Amüsanten und Albernen, Musik ist allgegenwärtig. Schwermütiger Blues und Jazz im Blues Room in Village Walk. In der Roxy Rhythm Bar geht es (etwa an den 'Wild Wednesdays') laut und lebhaft zu, die Gäste sind meistens Studenten, gleichfalls laut und lebhaft. Im originalen Kippies im Market Theatre-Komplex wird ebenfalls Jazz gespielt, wie auch in Jabulani's Bar im Park Hyatt Hotel in Rosebank. In der Wits Great Hall der University of the Witwatersrand finden sonntagabends Aufführungen für die Freunde der Klassik statt. Das Civic Theatre in Braamfontein (nicht weit entfernt von der Wits University) und das Linder Auditorium (etwas 20 Minuten von dort) bieten ebenfalls klassische Musik. In den großen Sportstadien wie dem Johannesburg Stadium, wo kürzlich die berühmte amerikanische Souldiva Mary J. Blige aufgetreten ist, findet man die großen Stars, aber auch in manchen der großen Casinos.
THEATER
Die Bühnen Johannesburgs bieten alles: Experimentaltheater, Mainstream und die jüngsten internationalen Publikumsmagneten. Das Wits Theatre der University of the Witwatersrand (Wits) in Braamfontein zeigt häufig 'Bedeutendes' (ohne sich aber selbst so einzuschätzen, wie Matthew Krouse, einer der wichtigsten Kritiker, geschrieben hat. Seine Avantgarde-Zeitung, die Mail & Guardian, ist für Einheimische und Besucher ein Muss). Im Alhambra Theatre werden zumeist augenzwinkernde, humoristische Stücke aufgeführt.
MUSEEN
Johannesburg ist eine Schatzkammer der Museen. Da gibt es etwa das Museum Africa, das seit seiner Gründung als Africana Museum 1935 eine herrliche Sammlung geologischer Proben, Gemälde, Drucke und Fotografien zusammengetragen hat, die das Leben im südlichen Afrika von der Steinzeit bis zum Atomzeitalter und darüber hinaus dokumentieren. Das Bensusan Museum für Fotografie in Newton (nahe dem Market Theatre-Komplex) besitzt zusätzlich zu seiner faszinierenden fotografischen Sammlung eine gute Kollektion historischer Kunstwerke. Falls man geschmacklich eher zum Bodenständigeren tendiert, sollte man das Breweries Museum besuchen. Das Thema hier ist die Geschichte der Brauereien seit 1895, als die South African Breweries offiziell an der Londoner Börse registriert wurden. Außerdem kann man hier einige vorzügliche südafrikanische Biere probieren. CLUBS
Hetero- und Homosexuelle, Snobs und Raver - die Clubszene hat für alle und jeden etwas zu bieten. Wer auf Trance steht, für den ist das Horror Cafe gegenüber dem Electric Workshop, nah beim Market Theatre, das richtige.
BARS, PUBS & LOUNGES
Das Tanz Cafe (in Bryanston) bietet das Gefühl eines europäischen Tanzcafe mit einer argentinischen Atmosphäre. Die Musik ist leidenschaftlich, die Tanzfläsche gross, die Speisekarte einzigartig und die Einrichtung erinnert an die Cafes Europas.
SCHWUL & LESBISCH
Wenn Johannesburg auch noch nicht ganz so tolerant wie Sydney oder San Francisco ist, haben die neue Regierung und die Verfassung auch dafür gesorgt, dass Schwule und Lesben sich nicht mehr zu verstecken brauchen. Nun, da Südafrika eines der freisten Länder der Welt ist, schießen Bars und Clubs schneller aus dem Boden, als eine Drag Queen Rouge auflegen kann. Unter den beliebtesten Raveclubs von Braamfontein (das nachts zu 'Gay City' wird) steht das Champions, wo man die besten Housegrooves findet.
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