Ihre Lage auf der südafrikanischen Hochebene war Jahrhunderte lang bestimmend für die Geschichte der Provinz Gauteng.
Das Sterkfontein Valley, nur 30 km nordwestlich von Johannesburg gelegen, hat einige der verblüffendsten archäologischen Schätze unserer Zeit preisgegeben. 1998 haben Wissenschaftler, die die dortigen Kalksteinhöhlen untersuchten, ein vom Kalk umschlossenes Skelett gefunden, das das menschliche Leben in einer frühen Entwicklungsstufe vor 3,5 Millionen Jahren belegt. Diese Entdeckung sichert Gauteng einen Platz in der vordersten Reihe der internationalen Paläontologie.
Auf den Melville Koppies in der Mitte Johannesburgs bei Lone Hill nördlich von Sandton deuten Spuren eisenzeitlicher, metallverarbeitender Stämme auf eine Besiedlung in jüngerer Zeit hin. Die in den Felsen geritzten Zeichnungen am Magaliesberg hingegen erinnern an den Durchzug der Jäger und Sammler der San-Völker vor 25.000 Jahren.
Es hat seinen Grund, dass die Provinz, in der sich Johannesburg befindet, Gauteng heißt. Denn dabei handelt es sich um ein Wort aus der Sprache der Sotho, das 'Ort des Goldes' bedeutet.
Die Stadt wurde nach dem Landvermesser Johan Rissik benannt, der den Auftrag hatte, einen Platz für eine Siedlung auszuwählen, und nach dem Bergbaubeauftragten Johannes Joubert, der die Schürfrechte kontrollierte.
1886 wurde Gold gefunden, ein Ereignis, das zur Entdeckung der weltgrößten Vorkommen dieses kostbaren Minerals führte. Scharenweise strömten Goldgräber, Spekulanten und Glücksritter herbei, so dass sich bald eine Zeltstadt auf der staubigen Ebene ausbreitete. Aus dieser Mischung unterschiedlichster Menschen und Beweggründe entstand die Stadt, die einmal Südafrikas wichtigstes Handelszentrum werden sollte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zogen die Goldminen von Witwatersrand viele schwarze Arbeiter an, die in abgezäunten Bereichen auf den Minengeländen untergebracht waren. Handelsgesellschaften und städtische Unterkünfte beherbergten die in anderen Industriezweigen tätigen Wanderarbeiter, manche waren auch in der Nähe ihrer Arbeitsplätze ansässig.
Es gab aber auch zahlreiche Menschen, die als Uitlanders, als Ausländer, zählten. Ihr eingeschränktes Wahlrecht war einer der Gründe, die zum Ausbruch des Burenkriegs führten (einem erbarmungslosen Zusammenprall von britischem Imperialismus und burischem Nationalismus). Es war nicht nur ein Krieg der Weißen - sowohl auf Seiten der Briten wie auch der Buren kämpften viele Schwarze.
Die Festung von Johannesburg (die während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Gefängnis diente) musste sich im Burenkrieg den Engländern ergeben. Sie war das einzige größere militärische Bauwerk, das die Republik Transvaal in Johannesburg errichtet hat. Der Zweck der Festung war, die rebellische Bergwerksstadt unter Kontrolle zu halten, nicht, sie zu beschützen; sie ergab sich, ohne dass auch nur ein Schuss abgefeuert wurde. Von den Mauern der Festung aus überblickt man die Stadt und die Goldminen, die der Auslöser für den Krieg waren.
Als zwischen den 50er und den 80er Jahren die sozialen und politischen Spannungen immer stärker wurden, wuchs eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten heran. In dieser Zeit haben auch Leute wie Oliver Tambo und Nelson Mandela an den Universitäten studiert.
1955 wurde bei einer Konferenz in Kliptown (nahe Johannesburg) die Freiheitscharta des ANC unterzeichnet und vom Volkskongress ratifiziert.
Dieser Abschnitt der Geschichte ist reich an Meilensteinen. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Albert Luthuli verhalf dem Kampf gegen die Apartheid zu internationaler Anerkennung und Sympathie.
Der Prozess von Rivonia, die Gefangenschaft Nelson Mandelas und die Studentenunruhen in Soweto 1976 waren der Anfang vom Ende der Apartheid. Und Gauteng - sowohl Johannesburg als auch Soweto - befanden sich im Zentrum der Revolution gegen die Rassentrennung.
Soweto (ursprünglich war dieser Name eine Abkürzung für 'South Western Townships adjacent to Johannesburg') umfasst eine Reihe von Townships und hat sich als Ergebnis einer Politik räumlicher und politischer Abgrenzung zu einer Stadt entwickelt. Von einem rein geografischen Konzept ist es mittlerweile zu einer lebendigen Stadt geworden, ein Erlebnis für jeden Besucher.
Das Johannesburg von heute ist ein Spiegel der neuen Ordnung in Südafrika und einer Gesellschaft, deren Menschen zu recht stolz sind.
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