Allgemeines
GOLD REEF CITY Die
Gold Reef City, südlich der Stadtmitte Johannesburgs, ist wirklich sehenswert. Hier befand sich bis in die 70er Jahre eines der Hunderte von Bergwerken entlang des mächtigen Bogens goldhaltigen Felsens, der sich von Osten nach Westen erstreckt. Nachdem der größte Teil der erreichbaren Goldvorkommen abgebaut war, wurde dieser Teil der Mine in den Siebzigern geschlossen und es entstand hier ein Museum, das sowohl über die Geschichte des Goldes als auch die außergewöhnliche geologische Struktur der Umgebung informiert.
Einer der wichtigsten Teile von Gold Reef City ist der Bergwerksschacht, der in funktionstüchtigem Zustand erhalten wird. Ganz wie die Bergleute es früher taten, können heute Besucher bis hinab zur Sohle in den Schacht einfahren. Im originalgetreuen und dennoch sicheren Gold Reef City erfährt man viel Wissenswertes über die Goldvorkommen von Witwatersrand. Die ausgesprochen informativen Führungen durch die Schächte finden mehrmals täglich statt.
SOWETO Das südwestlich der Stadt gelegene Soweto ist das berühmteste Township Südafrikas und ein höchst empfehlenswertes Ziel. Zu den historischen Stätten, die man hier besuchen kann, zählen die katholische Regina-Mundi-Kirche, der Oppenheimer Tower und das Hector Peterson Memorial, ein Denkmal zu Ehren des Jungen, der das erste Todesopfer des Aufstands von 1976 war. Ebenfalls sehenswert ist Nelson Mandelas früheres Zuhause in Orlando West, wo der Präsident während seiner Zeit als Anwalt in Johannesburg gelebt hat. Zu einer denkwürdigen kulturellen Erfahrung wird das Mittagessen in einem Shebeen, zum Beispiel bei Wandi's Place in Dube oder im Cappuccino Shop in Orlando West, Soweto. Der Freedom Square in Kliptown nahe Soweto ist ein Denkmal des Kampfes, denn hier hat der Volkskongress 1955 die Freiheitscharta unterzeichnet.
STADTZENTRUM In der Innenstadt von Johannesburg bietet sich ein Besuch im Museum Africa an, dem größten kulturgeschichtlichen Museum der Stadt. Faszinierende Ausstellungsstücke führen den Besucher durch die bewegte und ereignisreiche Geschichte Südafrikas.
NEWTOWN In Newtown befinden sich das Newtown Cultural Precinct und die Workers' Library. Zahlreiche Dokumente Gandhis, ein weiterer bedeutender Freiheitskämpfer des 20. Jahrhunderts, werden hier aufbewahrt. Er lebte viele Jahre in Südafrika, und während dieser Zeit entwickelte er auch seine Philosophie des Satyagraha, des 'passiven Widerstandes'. In diesem Teil Johannesburgs gab es eine große asiatische Gemeinde. Der berühmte Komplex des Market Theatre, der das Bild des Bezirks prägt, wurde auch 'indischer Markt' genannt und war der wichtigste Markt für frische Lebensmittel in der rasch wachsenden Stadt. Später ließ die Stadtverwaltung in der Nähe des Marktes eine Reihe von Gebäuden errichten. Sie dienten als Behausungen für Arbeitskräfte, die Teil von Südafrikas berüchtigtem System der Wanderarbeiter wurden.
Besonders beachtenswert ist das viktorianische Market Theatre, in dem das Museum Africa beheimatet ist, das wichtigste sozialgeschichtliche Museum der Stadt mit einer interessanten Gandhi-Ausstellung. Außerdem ist hier die Workers' Library untergebracht, die ursprünglich als Bibliothek für die Bergarbeiter gegründet worden war.
Innerhalb des Bezirks befinden sich ferner das French Institute, die Foundation for Creative Arts, die Newtown Art Gallery und das Restaurant Gramadoelas mit original südafrikanischer Küche. Mehrere der Lagerhäuser und Gebäude in Newtown sind renoviert worden und beherbergen nun sowohl Museen wie das Workers' Museum als auch die Artists' Studios.
DIE NÖRDLICHEN VORORTE Wenn man durch das Geschäftsviertel von Braamfontein auf der Jan Smuts Avenue zu den nördlichen Vororten Johannesburgs hinauffährt, kann man zur Linken den in den Wits-Kampus sehen. Die in den zwanziger Jahren gegründete Universität ist bekannt geworden, weil sie den Anstrengungen der Regierung, die Rassentrennung in den Hochschulen zu erzwingen, widerstanden hat. Mindestens zwei berühmte afrikanische Führungsgestalten, Nelson Mandela und Robert Sobukwe, gingen aus der Universität hervor.
Die Festung von Johannesburg wurde auch das 'Robben Island Johannesburgs' genannt, so berühmt und zahlreich waren die Personen, die ihre Tore als Gefangene durchschritten. Unter ihnen befanden sich Gandhi, Nelson Mandela, Walter Sisulu, Ruth First, Jo Slovo und Ahmed Kathrada. Die Festung wurde ursprünglich im 19. Jahrhundert von Paul Kruger errichtet und sollte im Falle eines Krieges zwischen Krugers Burenrepublik und Großbritannien Johannesburg schützen. Später wurde sie zu einem günstig gelegenen Gefängnis für die reichlich vorhandenen Gesetzesbrecher.
An diesem Ort haben sich 1956 viele Aktivisten zum ersten Mal getroffen, als die 156 des Verrats Angeklagten hier zusammengebracht wurden. Viele kannten sich bis dahin nur durch ihre Decknamen, hier erhielten sie nun eine großartige Möglichkeit, miteinander zu sprechen, Strategien zu entwickeln und Verbindungen zu knüpfen.
PARKTOWN Das nördlich von Braamfontein und Wits (der Universität am Witwatersrand) gelegene Parktown erstreckt sich über den Südhang der Bergkette von Witwatersrand, die auch die Wasserscheide zwischen dem Indischen und dem Atlantischen Ozean bildet. Es war die erste Gartenvorstadt in Südafrika. In diesem interessanten Vorort befinden sich das Haus des bekannten Architekten Sir Herbert Baker und das 'Kindergarten Moot Cottage' des Bergwerksmagnaten Lord Alfred Milner. Der Parktown and Westcliff Heritage Trust veranstaltet Führungen durch dieses und andere interessante Gebiete Johannesburgs.