Geschichte

Nizza ist eine altehrwürdige Stadt. Schon vor 400 000 Jahren hatten die Menschen dieses schöne Fleckchen Erde für sich entdeckt, das heute, wie es das Museum Terra Amata bezeugt, die prähistorische Stätte Terra Amata ist. Die ersten Bewohner Nizzas schlugen ihr Quartier in einer Grotte am Fuße des Mont Boron auf, die unter dem Namen Grotte von Lazaret bekannt ist. Dort lebten sie, umgeben von Steinböcken, Hirschen, Ochsen und Elefanten und bauten sich ihre Waffen aus Kalk.

So vergehen einige tausend Jahre und nach einer langen Evolution kommt Nizza letztendlich zu seinem Namen. Im 4. Jahrhundert vor Christi erringen die Massaloten einen denkwürdigen Sieg über die Barbaren. Und sie, die Griechen, die gleichzeitig Sieger aus Marseille waren, sind es, die der Kolonie an der Küste den Namen Nikaïa - „die den Sieg bringt” - geben. Da es der nächstgelegene Anlaufhafen des damaligen Cyranos ist, wird es schnell zum Brückenkopf und Handelsumschlagplatz von großer Bedeutung. Der Grundriss der Stadt, die im Begriff war zu entstehen, lag nun nicht mehr am Fuße des Mont Boron, wie es in der prähistorischen Ära der Fall war, sondern fand seinen Platz auf den Hügeln des Schlosses.

Zu dieser Zeit ist Nizza ein kleiner, starker Ort, der seinen Hafen dank der natürlich geschaffenen Abwehr durch die Hügel des Schlosses sichert. Nur einige hundert Einwohner leben hier, in erster Linie sind es Handelsmänner, die der Autorität der von Marseille bestimmten Magistrate unterstehen.

Zu Beginn des Empire, 14 vor Christi, beginnt die Ansiedlung durch die Römer. Man kann durchaus sagen, dass die Römer eine zweite Stadt geschaffen haben: Cemenelum, das auf den heutigen Hügeln von Cimiez liegt. Cimiez wird durch die Ernennung zur Hauptstadt der militärischen Herrschaft, zum strategischen Zentrum der Region Alpes- Maritimes.

Auch wenn die Massaloten kaum Spuren hinterlassen haben, so gibt es zahlreiche Funde was die Römer angeht. Auf der Via Julia Augusta, die Nizza mit Vintimille verbindet kann man die Trophee d'Auguste auf der Turbie, die die Untertänigkeit der Bergbewohner und den ersten Schritt in Richtung einer Anschließung der Täler darstellt, bewundern. Auguste verdankt man auch die erste administrative Organisationsform der Region. Die noch heute gut erhaltenen Arenen und Thermen, die man im Archäologischen Museum von Cimiez auf den Hügeln von Colline besichtigen kann, verraten jedoch am meisten über die römische Herrschaft in Nizza.

Im 6. Jahrhundert erlangt Nikaïa einen Vorteil über Cemenelum. Der Untergang des römischen Imperiums bringt auch den von Cemenelum mit sich, das einfach verschwindet, während Nikaïa, die Unterstadt, sich in das fränkische Kaiserreich integriert und seine wichtige Position für die Handelsbeziehungen festigt.

813 wird die Stadt jedoch von den Sarazenen, denen es gelingt die ganze östliche Provençe, nämlich die Küste von Maures zu beherrschen, zerstört. Erst im Jahre 972 gelingt es dem Grafen Guillaume de Provençe sie zu vertreiben. Die Handelsbeziehungen der Unterstadt verstärken sich und 1176 erstellt man die erste Urkunde der Stadt.

1382 stirbt Königin Jeanne de Provençe und ein Bürgerkrieg bricht aus. Nizza ist, nach Arles und Marseille, mittlerweile die drittgrößte Stadt der Provençe. Sechs Jahre später beschließt die Stadt Nizza, angetrieben von ihren Bewohnern, sich unter das Protektorat des Comte de Savoie, Amedee, zu stellen. Dies ist heute bekannt als “Dedition” von 1388. Nizza wird nun ein starker und strategisch wichtiger Ort für die Comtes de Savoie, da es eine wichtige Rolle bei der Verteidigung gegen die Franzosen und deren Verbündeten spielt.

1543 versucht die türkische Flotte vergeblich Nizza anzugreifen. Es ist vor allem Catherine Segurane, Symbolfigur Nizzas, die dazu beiträgt den Feind zurückzuschlagen. Diese Wäscherin wusste einen bemerkenswerten Widerstand zu leisten. Die Legende besagt, dass sie die Feinde mit Stockschlägen in die Flucht schlug... und ihnen dabei ihr Hinterteil zeigte!

Im 17. Jahrhundert ist ein starker Einfluss der barocken Kunst in Nizza zu beobachten. Die Fassaden sind in warmen Farben gehalten. Rot- und Gelbtöne, sowie Ocker und Erdfarben dominieren das Bild. Die Fassungen, Fenster- und Türrahmen bilden einen Kontrast hierzu. Sie sind grün und blau angestrichen. Die Reinigungen der Fassaden in den letzen Jahrzehnten verhalfen Nizza zu seinem barock anmutenden Stadtbild. Ein weiteres auffälliges Merkmal dieses künstlerischen Stroms sind die Kirchen der Altstadt, wie beispielsweise die Kathedrale Sainte-Reparate.

Ende des 17. Jahrhunderts, um genau zu sein 1691 und 1705, zerstört die französische Armee die Befestigungsanlagen von Nizza. 1713 geht es wieder an den Duc de Savoie, der in der Zwischenzeit König von Sardigne geworden ist.

Zwischen der Revolution und dem Empire, also zwischen 1792 und 1814, entsteht das Departement Alpes Maritimes, das an Frankreich angeschlossen wird. Aufgrund dessen wird auch Nizza ein Teil Frankreichs, allerdings geschieht dies mit der Zustimmung der Bewohner.

Durch den Fall Napoleons wird Nizza wieder sardisch, doch seine Sprache und Kultur entfernen sich immer mehr von Italien. Am 24. März 1860 einigen sich Napoleon III und Victor- Emmanuel II, König von Sardaigne auf eine endgültige Anschließung der Grafschaft Nizza an Frankreich. Dies wird durch die Einmündigkeit der Bevölkerung bestätigt. Eine bemerkenswerte Entwicklung nimmt ihren Lauf: Straßen werden gebaut, die Eisenbahn kommt, die Bevölkerungszahl explodiert geradezu und... der Tourismus beginnt.

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