Geschichte

München ist eine junge Stadt! Als Stadtgründer gilt Welfenherzog Heinrich der Löwe. Er wurde 1156 zum Herzog von Bayern ernannt. Wo sich heute eine Stadt mit etwa 1,4 Mio. Einwohnern befindet, befand sich zu jenem Zeitpunkt eine kleine Siedlung und ein Benediktinerkloster. Wenige Kilometer entfernt zog die Salzstraße vorbei - das weiße Gold wurde von den Salzstöcken in Bad Reichenhall und Hallein nach Augsburg und weiter ins Land hinein transportiert. Auf diesem Weg musste die Isar überquert werden: es gab nur eine Brücke, diese war mautpflichtig und im Besitz des Bischofs von Freising. Um in den Genuss dieser Zolleinnahmen zu kommen, ließ Herzog Heinrich 1158 die alte Brücke bei Oberföhring (heute ein Stadtteil von München) zerstören und errichtete an der Stelle der heutigen Ludwigsbrücke eine neue Isarbrücke. Im gleichen Jahr wurde durch Kaiser Friedrich Barbarossa dieser neue Weg bestätigt und zugleich Markt und Münze von Freising hierhin verlegt. Munichen war geboren! Der Ort "apud munichen" erhielt seinen Namen von dem vorhandenen Kloster: bei den Mönchen. An der Stelle des ehemaligen Klosters erhebt sich heute der Alte Peter, Münchens älteste Pfarrkirche. Die Salzstraße wurde zur zentralen Achse der neuen Stadtanlage, ihr entspricht heute noch der Verlauf des Tals vom Isartor zum Marienplatz.

Als Herzog Heinrich gegenüber dem Kaiser die Heerfolge ablehnte, wurde er mit der Reichsacht belegt und verlor 1180 seinen gesamten Besitz. München fiel an die Familie der Wittelsbacher. Für fast 700 Jahre (bis 1918) sollte diese Familie die Geschichte der Stadt prägen - und die bayerischen Könige stellen!

Als "Stadt" wurde München erstmals 1214 bezeichnet - in dem kleinen Mauergürtel lebten an die 2.000 Menschen. 1.239 tauchte das spätere Wahrzeichen der Stadt auf: Das Münchner Kindl - eigentlich ein kleiner Mönch - wird Stadtwappen. Die Stadtfarben Gold und Schwarz kommen erst hundert Jahre später dazu: Von 1324-1350 wurden die so genannten Reichskleinodien, die Machtinsignien des deutschen Kaisers, in München aufbewahrt, und die Stadt durfte die Reichsfarben übernehmen.

1255 wurde München Residenzstadt des Herzogtums Bayern-München: Der Alte Hof wurde ausgebaut. Ein zweiter Mauerring wurde nötig. 1271 schließlich wird die florierende Stadt in zwei Pfarrsprengel geteilt: St. Peter und St. Maria.

1310 und 1327 vernichteten Brände Großteile der Stadt, auch Epidemien (zwischen 1349 und 1495 zwölf Pestepidemien) verschonten die Stadt nicht. Wie auch in anderen Städten machte man die Juden verantwortlich für das Unglück: die ersten verheerenden Judenpogrome fanden statt. Die Reihe der Stadtbrände indes riss bis ins 15. Jahrhundert hinein nicht ab. Weiters florierte München als Handels- und Kunststadt. Die Handelswege (nicht nur das Salz, auch Tuche und Wein aus dem Süden werden hier umgeschlagen) bestimmten das Münchner Leben mit dem täglichen Markt auf dem Schrannenplatz (heute: Marienplatz) und dem Salzmarkt auf dem Kreuzplatz (heute: Promenadeplatz). Ab 1468 baute Jörg von Halsbach die Frauenkirche, die mit ihren beiden Welschen Hauben zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

1505 wurde München die Hauptstadt Bayerns. Unter Herzog Albrecht V. begann man mit dem Bau der neuen Residenz. Seine Nachfahren werden bis ins 19. Jahrhundert hinein diesen Bau erweitern. König Ludwig I. wird mit seinem Königsbau (dem Florentiner Palazzo Pitti nachempfunden) den Abschluss bilden.

Ab 1563 war München das Zentrum der Gegenreformation. Der Jesuitenorden kam nach München, die Michaelskirche wurde gebaut. Die Stadt wird, neben Augsburg und Prag, zu einem kulturellen Zentrum. 1623 wurde Bayern Kurfürstentum. 1632 besetzten schwedische Soldaten die Stadt (30-jähriger Krieg). Zum Dank für die Befreiung stiftete man die Mariensäule.

Im 18. Jahrhundert förderte Kurfürst Karl Albrecht die Künstler des Rokoko, die Amalienburg in Nymphenburg entstand ab 1734. 1806 ernannte Napoleon Bayern zum Königreich und München damit zur königlichen Haupt- und Residenzstadt. Als Kronprinz Ludwig 1810 heiratete, fand das erste Oktoberfest statt. Die Stadt wuchs über die alten Grenzen hinaus, die Maxvorstadt entstand.

Das 19. Jahrhundert brachte München Prägendes: 1826 wurde die Stadt Universitätsitz, 1857 gab es die erste Weißwurst, und das Neue Rathaus wurde gebaut. Es kam zur Bevölkerungsexplosion: 100.000 Einwohner im Jahr 1845, bereits eine halbe Million im Jahr 1900. Damit war München drittgrößte Stadt Deutschlands.

In den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1919 die Münchner Räterepublik ausgerufen. Kurz darauf fand die erste große Versammlung der NSDAP statt. 1923 rief Adolf Hitler zum Marsch auf die Feldherrnhalle auf. 1935-1945 galt München als "Hauptstadt der Bewegung".

Am 30. April 1945 marschierten amerikanische Truppen in eine bis zu 70% zerstörte Stadt. Beim Wiederaufbau versuchte man, den historischen Kern zu retten und dennoch eine moderne Stadt zu bauen. U-Bahn-Bau und Ringstraßen hießen die Besucher der Olympischen Spiele von 1972 willkommen. In den folgenden Jahren wird München eins der teuersten Pflaster Deutschlands, aber auch ein Zentrum der Verlagsbranche und Sitz wichtiger Großkonzerne. Dennoch gilt München immer noch als gemütliches und sicheres Millionendorf und dank seines hohen Freizeitwerts mitunter als die nördlichste Stadt Italiens.Wcities

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