Havanna kann man aus verschiedenen Gründen besuchen: wegen der tropischen Sonne, des Wohlklangs des Salsa, der besonderen Art zu denken und zu leben, etc.; man kann sich dessen sicher sein, immer das Passende zu finden, um hier eine gute Zeit zu verbringen. Sollte man auf der Suche nach künstlerischer Unterhaltung sein, so kann man zweifellos eine Kultur kennen lernen, die sich in mannigfaltigen Formen entwickelte und kontiniuerlichen Kontakt zur Welt hält. Wer zum Glücklichsein nur eine belebte Bar oder einen Nachtclub mit guter Unterhaltung und viel Spaß benötigt, wird nicht lange suchen müssen, da Frohsinn und Extrovertiertheit ein Hauptbestandteil des kubanischen Alltags sind. Auch wer Tanzmusik bevorzugt, wird auf eine Vielzahl an Möglichkeiten und Alternativen stoßen.
Zur Belegung dieser Aussagen reicht schon die Erwähnung, dass in Havanna wöchentlich 10 Veranstaltungen zu dramatischem Theater und Tanz stattfinden. Beim Aufenthalt in dieser Stadt kann man Premieren und Neuinszenierungen von Ensemb les wie Buendía verfolgen, welche sich mit ihrer Verbindung von Visuellem und Gebärden einen Platz auf der Bühne verschafft haben; oder El Público, welches die größten Säle Havannas füllt; oder die Truppe Teatro Hubert de Blanck, die in den letzten Jahren die wichtigsten Stücke Lorcas sowie des kubanischen Dramaturgen Abelardo Estorino auf die Bühne gebracht hat; oder Danza Abiert a und Danza Contemporánea, zwei der bekanntesten Gruppen des Tanzmetiers.
Um sich Werke dramatischen Theaters oder Tanz anzu schauen, kann man in das Theater Gran Teatro de La Habana, García Lorca gehen, ganz egal ob in den Hauptsaal García Lorca oder die Säle Antonin Artaud bzw. Alejo Carpentier.
Begibt man sich von der Altstadt Habana Vieja in das Viertel Vedado, so stößt man auf eine Vielzahl an Theatern: das Teatro Nacional (Staatstheater) mit den Sälen Avellaneda, Covarru bias sowie einem etwas kleineren im neunten Stockwerk; das Theater Bertolt Brecht mit zwei Sälen; die Theater Hubert de Blanck und Teatro El Sótano, welche nicht nur Sitz der Truppen Hubert de Blanck und Rita Montaner sind, sondern auch Werke anderer Projekte aufführen. Ebenfalls in Vedado befinden sich zwei Kino-Theater – das Trianón, wo vor allem Werke von El Público gezeigt werden, und das Acapulco – sowie eine Reihe von Sälen, die Sitz verschiedener Gruppen sind: Buendía, die Casa de Líne a, wo Teatro Estudio ansässig ist, der Saal des Teatro del Obstáculo und weitere.
In der Altstadt Habana Vieja gibt es ferner das Kino-Theater Payret und die Casa de la Comedia (Comedy-Haus); in anderen Bezierken das Kino-Theater Los Ángeles, das Theater Teatro Karl Marx und den Saal Raúl Gómez García. Gelegentlich finden Aufführungen an anderen Orten, wie dem Parque Morro-Cabaña, dem Palacio de los Capitanes Generales (Palast des Generalkapitanats), dem Cafe Cantante, in Mi Habana, Los Jardines del 1830 bzw. einigen Hotels statt.
Was das Ballett angeht, so werden Werke von Truppen wie dem kubanischen Festival Internacional de Ballet de La Habana (Staatsballett) unter der leitung von Alicia Alonso, dem Ballet de Camagüey und dem Ballet Español beispielsweise in den Sälen García Lorca des Gran Teatro de la Habana, im Teatro Nacional sowie dem Theater Carlos Marx – zwei weitere mit einer großen Anzahl an Parkettplätzen – auf die Bühne gebracht. Veranstaltungen im Bereich Musiktheater finden vor allem im Gran Teatro de la Haba na statt, welches Sitz der Opera Nacional de Cuba (Staatsoper von Kuba) ist. Die Aufführungen in diesen Sälen sind fast immer kubanisch, wenngleich man auch bisweilen auf ausländische Ensembles stößt. In den letzten Jahren besuchten Havanna der Ko mödiant Darío Fo, das Odin Theatret unter der Leitung von Eugenio Barba, die kolumbianische Truppe La Candelaria, das französische Ensemble von Philip Genti, Julio Bocca und andere.
Konzert-, Opern- und Chormusik kann man in den Sälen des Amadeo Roldán, Sitz des Orquesta Sinfónica Nacional (Staatlichen Sinfonieorchesters), sowie in der Conciertos en la Basílica Menor de San Francisco de Asís finden.
Der weltweit wieder in Mode geratene traditionelle kubanische Musik kann man in der Galerie des Échale Salsita im Musikzentrum Ignacio Piñeiro, im Club Chan Chan der Casa de la Amistad, in dem der Changüí Habana y Tiempo de Son, der Casa de la Cultura Julián del Casal, sowie bei Vocal 3 und seinen Besuchern des Museo de Arte Colonial lauschen. Weitere Orte, d ie sich dem Traditionellen verschrieben haben, sind die Bar La Tarde, der Salón Boleros in Dos Gardenias, sowie die Casa de la Trova.
Wie im Falle des Theaters, so sind auch die musikalischen Angebote vor allem kubanischen Ursprungs; von Zeit zu Zeit werden aber auch Konzerte von ausländischen Musikern wie Joan Manuel Serrat, Fito Páez, Ana Belen y Victor Manuel, Joaquín Sabina und Luis Eduardo Aute, von Sinfonieorchestern wie dem Sinfónica Juvenil Gustav Mahler, von Pianisten vom Format eines Daniel Barenboim, sowie von Jazzmusikern wie George Benson, Wynston Marsalis, Roy Hardgrove und Michel Camilo angeboten.
Was das Kino betrif ft, so sind die Möglichkeiten etwas eingeschränkter, da die Premieren Hollywoods nicht nach Havanna gelangen. Die besten Gelegenheiten bietet das Cine Chaplin, welches nicht nur der Projektionssaal einer der größten sondern gleichzeitig auch der am besten ausgestatteten Kinematheken Lateinamerikas ist, da er über Stereo-Klang und Filme in den Formaten 16, 35, 70 mm sowie Digital-Vi deo verfügt. Dort kann man verschiedene Kunstfilmzyklen entdecken, die nach Regisseur, Ländern, Jahrzehnten und kritischen Umfragen geordnet sind. Innerhalb dieses Kinos gibt es ebenfalls einen Videosaal, das Charlot, wo weitere Kunstzyklen gezeig t werden. Filme der gleichen Rubrik kann man auch in La Rampa sehen.
Die übrigen Kinos – etwas mehr als 50 – bieten kubanische Filme in Wiederholungen und Premieren, sowie einige ungesehene lateinamerikanische Filme und aktuelle Ausschnitte im Rahmen von Festivals. Man kann in das Cine Yara, das Hauptkino im Viertel Vedado, oder andere in dem Bezirk Plaza wie das Riviera, das 23 y 12, das Tria nón und das Acapulco gehen. In der Altstadt Habana Vieja befinden sich das Payret, das Actualidades, das Ideal und das Cervantes; in den übrigen Bezirken sind unter anderem das Alameda, das Los Ángeles, das Ambassador, das Lido und das Cinecito erwähnenswert.
Die einzige Möglichkeit, um in Havanna kommerzielle Filme sehen zu können, bieten die Videosäle, in denen sie jedoch auf Fernseher n laufen; lediglich im Saal Chaplin, wird aufgrund des digitalen Formats eine gute Bildauflösung geboten.
Um etwas über die Geschichte Kubas in den Museen zu erfahren, sollte man den Palacio de los Capitanes Generales (Palast des Generalkapitanats) mit seinen Sälen bezüglich Kunst und Geschichte der Kolonialzeit bzw. der ersten Jahre der Republik besuchen; oder das Revoluti onsmuseum, das die Geschichte ab 1868 zeigt, oder das Geburtshaus Jose Martís, wo persönliche Gegenstände dieser als Apostel Kubas bekannten Person ausgestellt werden.
Wer sich für Archäologie und Anthropologie interessiert, sollte das Kabine der Archäologie, welches Ausstellungstücke bezüglich kubanischer und südamerikanischer Ureinwohner besitzt, bzw. die afrokubanischer Kultur gewidmeten Museen Regla und Guanabacoa besichtigen.
Ein etwas eigentümliches Museum ist das Havanna-Modell, in dem auf 88qm eine wahrheitsgetreue Nachbildung der kubanisch en Hauptstadt zu sehen ist.
Das das Museum der schönen Künste aufgrund von Reparaturarbeiten noch für einige Zeit geschlossen bleiben wird, kann man zur Betrachtung von plastischer Kunst das Kunstzentrum Centro Wilfredo Lam mit verschiedenen Wanderausstellungen zu universeller, zeitgenössischer Kunst, das Hurón Azul mit den wichtigstren Gemälden des kubanischen Malers Carlos Enríquez und die Stiftung Guayasamín besuchen, die für Werke dieses ecuadorianischen Künstlers wirbt bzw. sie vertreibt.
Neben den Museen sind die Wanderausstellungen plastischer Kunst auch in den Galerien 23 y 12, Servando Cabrera, Habana, Domingo Ravenet, Galiano, Fayad Jamís, Her Car, Cancha Ferrant und Teodoro Ramos vertreten. Ferner werden Ausstellungen in der Galerie El Rein o de este Mundo der Biblioteca Nacional Jose Martí, im Imago und Orígenes des Gran Teatro de la Habana, in der Stiftung Ludwig, sowie dem Provinzialzentrum für plastische Kunst und Design gezeigt.
Die wichtigsten Orte bezüglich dekorativer Kunst sind das Museum für Kunst der Kolonialzeit mit Möbeln, Kirchenfenstern, Porzellan und weiteren Objekten aus dieser Epoche, die Festung Castillo de la Real Fuerza mit Daueraustellungen von künstlerischer, kubanischer Keramik von den 40er Jahren bis heute, sowie jener d er Dekorativen Künste mit europäischen und orientalischen Sammlungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.
In anderen Museum kann man Ausstellungen finden, die sich mit der arabischen, der afrikanischen oder der lateinamerikanischen Kultur im Allgemeinen beschäftigen. Oder aber solche mit Besitztümern von Hemingway, Medaillen von kubanischen Sportlern, der Geschichte der Wissenschaften a uf Kuba, sowie Waffen und Objekte aus der Zeit Napoleons. Neben den Dauerausstellungen dieser Museen werden auch aus dem Ausland eingeführte Ausstellungen gezeigt.
Um sich unter freiem Himmel zu bewegen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: den staatlich en Zoo bzw. den Zoo Havannas, den Jardín Botánico, die ExpoCuba, das Aquarium, den Parque Lenin mit verschiedenen Spielgeräten und Vergnügungen für Kinder, sowie den Parque Morro-Cabaña, gebildet aus zwei der wichtigsten Festungen der Kolonie. Das Nachtleben Havannas bi etet viele Alternativen: von den bekanntesten Restaurants wie La Bodeguita del Medio, Terazza La Mina, La Zaragozana, dem Castillo de Farnes, El Patio und dem Floridita, wo man traditionelle kubanische Gerichte bei Livemusik genießen kann, bis hin zu den belebtesten Bars wie dem Monserrate, Las Cañitas, dem Delirio Habanero, Cafe París, El Patio und Cocktail Blue, welche gleichermaßen Gruppen mit traditioneller Musik, wie auch solche mit Bolero- und Son-Klängen aufnehmen.
Die großen Kabarettshows werden vor allem in dem bereits se it den 50er Jahren als berühmteste Einrichtung geltenden Tropicana, aber auch in anderen Loaklen wie dem Parisien und dem Chevere veranstaltet. Unter den großen Orchestern stechen vor allem NG la Banda, Adalberto Alvarez und sein Son, Isaac Delgado, der Medico de la Salsa, die Anacaonas und die Van Van hervor, welche ihren Platz im Salón Rosado Benny More de La Tropical, im Kabarett Turquino des Hotel Habana Libre und im La Cecilia gesichert wissen.
Weitere Möglichkeiten für nächtliche Unterhaltung bieten die Diskos: der Discoteca Havana Club, das Club Ipanema, die Discobar, der Salón Rojo, das Disco-Karaoke und Los Caneyes del Papa; oder aber dem Jazz verschriebene Nachtclubs wie La Zorra y el Cuervo und der Jazz Club; oder auch Hard-Rock-Lokale wie das Patio de María (El); sowie andere Einrichtungen wie Gato Tuerto, Pico Blanco, Los Jardines del 1830 und Rivera Azul.
In Havanna findet man ebenfalls Plätze zum Boot fahren, Fischen und Tauchen; ideal dafür sind beispielsweise die Anlagen Marina Hemingway und Veneciana und die Oststrände der Stadt wie Bocaciega, Santa María und Guanabo, Jagdreviere und Farmen.
Anhand all des bisher Erwähnten sieht man bestätigt, dass man Havanna m it vielen Absichten besuchen kann und dass es hier nie an den Körper aufwühlender Musik, einer guten Theatervorstellung, einer Austellungen von Plastiken bzw. einer Nacht voller Unterhaltung und Ausschweifung mangelt.
Um sich über das wöchentliche kultu relle Programm und die Unterhaltungsmöglichkeiten zu informieren, kann man sich an das Amt für kulturelle Informationen (Buró de Información Cultural) wenden, das sich im Gran Teatro de La Habana, García Lorca.
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