Die Alster ist die Seele Hamburgs, eine wahre Oase inmitten der Millionenstadt. Sie ist der Hamburger Liebstes und übt auch auf Besucher einen ganz besonderen Reiz aus. Welche andere Metropole kann so etwas schon bieten? Einen über 160 Hektar großen See mitten im Zentrum und dazu ein annähernd quadratisches 18 Hektar großes Becken gibt es nur in Hamburg.
Die ganze Außenalster ist von Parkanlagen (u.a. am Nordwestufer vom Alsterpark) umgeben: Rasenflächen, Spazierwege und Cafes laden zum Ausspannen ein-Jogger und Müßiggänger können den künstlichen See umrunden ohne eine Straße überqueren zu müssen. Zwischen Büschen oder mitten im Wasser stehen Skulpturen und Plastiken und alleine die Bäume imponieren: urige Eichen, mächtige Kastanien und hohe Pappeln. Auf dem Wasser tummeln sich verschiedene Vögel: Schwäne mit ausgestellten Flügen und wirkungsbewusst gerecktem Hals, quirlige Enten und Bleßhühner. Und natürlich Schiffe: Kanus, Tretboote, Ruderboote, Segelschiffe aller erdenklichen Größen und Typen und die vertrauten nostalgischen Alsterdampfer, die einzigen motorisierten Gefährte auf der Alster.
Besucher können mit gemieteten Booten auf der Außenalster und den von ihr abgehenden Kanälen selber rudern, treten oder segeln, oder eine Fahrt auf einem Alsterdampfer machen. Die schnittigen, flachen Schiffe, auf denen man fast direkt über dem Wasser sitzt, machen verschiedenen Rundfahrten, aber auch Strecken-Touren von Anleger zu Anleger kreuz und quer über die Alster. Wer möchte, kann sie auch für individuelle Fahrten und Feiern chartern. Die Fahrten starten am Jungfernstieg und zunächst geht es über die Binnenalster, Hamburgs Gute Stube, in deren Mitte eine Fontäne in die Luft steigt und die gesäumt wird von hohen und feinen Geschäftshäusern am Jungfernstieg und am Ballindamm, und von dem weißstrahlenden Hotel Vier Jahreszeiten an der Westseite. Unter der Lombards- und der Kennedybrücke hindurch kommt man auf Hamburgs Blinkendes Juwel, die Außenalster.
Die Fahrt geht vorbei an schönen Parks mit mächtigen alten Bäumen, zwischen denen die weißen Stadt-Paläste von Reedern, Kaufleuten und Konsuln aus dem letzten Jahrhundert hindurchblitzen, und an Bootshäusern und -anlegern mit Cafes. Den imposanten Hintergrund bildet im Süden immer die Silhouette der Stadt mit den Türmen der großen Hauptkirchen, dem Rathaus und dem Heinrich-Hertz-Turm.
Varianten der normalen Alsterrundfahrt sind die Kanal- und Teichfahrten. Hier schippert man gemütlich und meist ungestört durch stille, schmale Wasserstraßen wie den Feenteich, den Isebekkanal oder den Osterbekkanal, die von der Alster abgehen, bis zum Stadtpark und weiter-vorbei an schmucken Fassaden, privaten Gärten und kleinen Bootshäusern. Zum Anfassen nah sind die blättrigen Vorhänge der Trauerweiden. In anderer Richtung kann man von der Binnenalster durch die Kleine Alster in die abgeschleusten Kanäle-die sogenannten Fleete-fahren, die mit der Alster und Elbe verbunden sind. Über die Fleete kommt man bis in die Speicherstadt.
Wenn die Hamburger übrigens Alster sagen, meinen sie immer die Außenalster-oder aber ein erfrischendes Alsterwasser, Bier mit Limonade. Prost!
Fahrten ganztägig alle 30 Minuten ab Fähranleger Jungfernstieg Info-Telefon: +49 (0)40 31 1707 x0 Website: http://www.hadag.de Alsterrundfahrt, ca. 50 Minuten: (EUR 8), Kinder (EUR 4) Streckenfahrt: (EUR 1) pro Anleger Kanalfahrt, ca. 2 Stunden: (EUR 11), Kinder (EUR 6) Fleetfahrt, ca. 2 Stunden: (EUR 13), Kinder (EUR 7)
Hafen
Der vor dem 12. Jahrhundert angelegte und seitdem stetig aus- und umgebaute Hafen brachte Hamburg den Beinamen Tor zur Welt ein. Ist die Alster die Seele, so ist der Hafen das Herz Hamburgs, hier schlägt der Puls der Stadt. Der Hamburger Hafen gehört zu den größten Seehäfen der Welt, den jährlich etwa 12.000 Seeschiffe anlaufen. Er ist mit einem Güterumschlag von jährlich über 71 Millionen Tonnen eines der größten Industriegebiete Europas. Auf einer Gesamtfläche von etwa 75 Quadratkilometern, einem Zehntel der Stadtfläche, finden sich 50 Hafenbecken mit einer Gesamtkaimauerlänge von mehr als 45 Kilometern, knapp 400 Kilometer Bahngleise und mehrere Millionen Quadratkilometer Lagerfläche in Speichern, Hallen und unter freiem Himmel. Mittlerweile wurde der Seeverkehr weitestgehend industrialisiert und die Verschiffung der Waren erfolgt in Containern (der Containerterminal gehört zu den weitläufigsten Geländen des Hafens). Aber besonders in der Speicherstadt ist noch das Bild altgewohnter Hafenanlagen und -arbeit erkennbar.
Einen besonderen Blickfang im Hafen bieten die Landungsbrücken, der Alter Elbtunnel und eines der Wahrzeichen der Stadt, die Köhlbrandtbrücke. Seit Beginn der 1990er Jahre wird auf und hinter der lange brach liegenden Kehrwiederspitze inmitten des Hafens die sogenannte Hafencity, ein modernes Wohn- und Geschäftsgebiet, gebaut.
Mehrmals täglich starten ab den Landungsbrücken Hafenrundfahrten mit verschiedenen Programmen, die kein Hamburg-Besucher verpassen sollte.
Christian Helge Röfer
Die Elbe
Der 1165km lange Fluss schlängelt sich in Deutschland vom Elbsandsteingebirge in Sachsen bis nach Cuxhaven, wo er in die Nordsee mündet.
Im erweiterten Hamburger Stadtgebiet ist die Elbe einer der entscheidenden Faktoren für die Ansiedlung von Handelsunternehmen gewesen. Ohne die Elbe gäbe es wohl auch kein Hamburg-zumindest nicht wie wir es heute kennen.
Sie war auch der entscheidende Verkehrsweg für den Handel der Hanse. Um den Salztransport von Lübeck an die Fischereiplätze zu verbessern, richtete man den 62km langen Elbe-Lübeck-Kanal ein, der Elbe und Trave miteinander verbindet.
Von der Elbe aus kann man die vielen unterschiedlichen Gesichter Hamburgs gut sehen. Auf der einen Seite liegt einer der schnellsten und modernsten Hafen der Welt mit seinen riesigen Containerterminals, und auf der anderen wechseln sich wichtige Industrie- und Handelsniederlassungen mit exklusiven Villen ab, die vom-nicht zuletzt elb-bedingten-Wohlstand der Stadt zeugen. Der Elbe verdanken wir ferner zwei großartige Bauwerke: die beiden Alter Elbtunnel und die prächtigen Elbbrücken im Süden Hamburgs.
Am Ufer des Flusses bei Blankenese lässt es sich romantisch spazieren gehen, grillen und flirten, oder den Elbseglern zuschauen. Im Süden Hamburgs kann man auf ihrem Nebenfluss, der Dove-Elbe paddeln, und vom Ufer aus den trägen Schiffen auf ihrer Reise nachsehen.
Sogar eine Kopfbedeckung ist nach der Elbe benannt. Der Elbsegler ist ein naher, etwas flacherer Verwandter der Prinz-Heinrich-Mütze und als Hanseatischer Kopfschmuck weit verbreitet. Nur zum Baden ist der schöne Fluss noch immer nicht wieder geeignet. Der seit 20 Jahren aktive Förderkreis Rettet die Elbe und die Wassergütestelle Elbe berichten, dass die Quecksilber- und Kohlenwasserstoffbelastung seit der Wende in den Ostblockstaaten bereits nachgelassen hat. Hexachlorbenzol und Blei sind dagegen jedoch noch mit problematischen Werten vertreten.
Von den Landungsbrücken aus finden täglich Elbfahrten nach Blankenese, Schulau und Lühe statt, sowie von Blankenese aus nach Cranz im Altes Land. Die Elbe-City-Jet Schnellfähren verkehren zwischen Stade und den Landungsbrücken.
Hamburgs Parks
Hamburg ist eine sehr grüne Stadt. Überall innerhalb und außerhalb des Stadtgebietes gibt es kleine und größere Parks zur Erholung, aber auch mit vielseitigen Freizeitangeboten. Im Stadtzentrum befinden sich um die Außenalster herum zahlreiche beliebte Grünflächen, wie der Alsterpark in Harvestehude. Dort kann man flanieren, sich sonnen, oder in eines der vielen schönen Cafes und Lokale einkehren. Im Bereich der Neustadt bieten die langgestreckten Wallanlagen zusammen mit Planten un Blomen für jeden Geschmack etwas. Hier gibt es eine Eislauf- bzw. Rollschuhbahn, einen Rosengarten, einen japanischen Wassergarten, den alten botanischen Garten, und die beliebten Wasserspiele. Am Abend können die Besucher Vorführungen mit kunstvoll coreographierten beleuchteten Fontänen zu klassischer Musikuntermalung sehen. Weiter östlich ist der vielseitige Stadtpark angesiedelt. Bis 1902 diente er dem Goldschmied und Bänker Johann Sierich als Jagdrevier, heute kann man auf 180 Hektar unter anderem joggen, im Naturbad schwimmen, Boote mieten, grillen, Fußball spielen, oder das Planetarium besuchen. Im Nordwesten des Stadtparks beginnt schon bald das Gebiet des Hayns Park. Hier kann man ebenfalls Tret- und Ruderboote mieten. Hamburgs größte Grünanlage und gleichzeitig eine der schönsten ist der Friedhof Ohlsdorf mit zahlreichen Skulpturen, Mausoleen und einem eigenen Museum. Weiter südöstlich in Wandsbek befindet sich der längliche Eichtalpark, durch den die Wandse fließt. Hier gibt es besonders viele Wasserpflanzen, sowie einen systematischen Schulgarten mit Sträuchern, Blumen und Arznei- und Giftpflanzen. Mit dem nach dem zweiten Weltkrieg angelegten Öjendorfer Park, seinem großen Badesee und den vielen Sport- und Freizeitangeboten hat der Südosten Hamburgs noch einmal eine sehr große und attraktive Grünfläche zu bieten. Der Park grenzt an den 1966 neu gestalteten Hauptfriedhof Öjendorf, wo man besinnlich spazieren gehen kann. In Rothenburgsort im Süden der Stadt gibt es ebenfalls einen kleinen Park. Trauns Park gehört zu den ältesten der Stadt und inspirierte im vorigen Jahrhundert viele betuchte Hanseaten zur Anlage schöner Landsitze mit kunstvollen Gärten. In Entenwerder entsteht zur Zeit eine weitere große Freizeitparkanlage. Zu den Naherholungsgebieten im Süden zählen auch die Harburger oder auch Schwarzen Berge, eine Erhebung mit schönen Wanderwegen und einem sehenswerten Wildpark Schwarze Berge. In Altona beginnt bereits mit dem Altonaer Balkon die lange Kette der grünen Elbparks entlang der Elbchaussee. Richtung Westen schließt sich zuerst Donners Park an, dann folgen Schröders Elbpark und der Hindenburg Park in Teufelsbrück. Der Jenischpark bietet neben herrlichen Ausblicken zwei Museen auf seinem Gelände–das Jenisch-Haus und das Ernst Barlach Haus. Etwas weiter nördlich kommen Blumen- und Pflanzenliebhaber im Botanischer Garten Klein Flottbek auf ihre Kosten. Weiter an der Elbe entlang gelangt man schließlich in den Hirschpark mit seinen urigen alten Bäumen und dem beliebten Gehege. Hier darf man die Tiere teilweise auch füttern. Vorbei am Hesse Park mit einem Freibad und an Baurs Park kommt man dann im Römischer Garten an–einer Besonderheit für nördliche Gefilde. Der in Terrassen angelegte Blankeneser Park mit einem Amphitheater und großartigem Elbblick mutet mediterran an. Ganz im Westen liegt schließlich der Sven Simon Park in Falkenstein mit dem Puppenmuseum Falkenstein. Im Nordwesten Hamburgs liegt zunächst Hagenbecks Tierpark, der auch landschaftsarchitektonisch sehr reizvoll gestaltet ist. Weiter westlich schließt sich der große Volkspark Altona an. In unmittelbarer Nähe der neuen Fußballarena laden große Grünflächen und ein schöner Dahliengarten zum Sonnen, Grillen, Sport treiben und so weiter ein. Etwas weiter nördlich liegt das herrliche Niendorfer Gehege mit Möglichkeiten zum Ponyreiten, Spazieren und Erholung für die ganze Familie. Zur Naherholung außerhalb des Stadtgebietes empfehlen sich auch der Klövensteen im Nordwesten mit Reitmöglichkeiten und ausgezeichneter Gastronomie, sowie der Duvenstedter Brook mit Beobachtungsvorrichtungen und Informationen über seine vielseitige Flora und Fauna.
Eine Altstadt-Tour
Die Hamburger Innenstadt bietet Gelegenheit für zahlreiche themenorientierte Rundgänge, wie sie auch von mehreren Anbietern veranstaltet werden. Die im folgenden beschriebene Altstadt-Tour möchte einen groben Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten geben. Ein(e) jede(r) Besucher(in) möge ganz nach individuellen Interessensschwerpunkten auswählen, was er/sie einschließen, bzw. weglassen möchte. Der Gang dürfte etwa 1,5 Stunden in Anspruch nehmen. Los geht es am Hauptbahnhof, Ausgang Glockengießerwall. Richtung Alster sehen Sie die Hamburger Kunsthalle und Galerie der Gegenwart, bevor die schöne Außen- und Binnenalster mit der Lombardsbrücke ins Sichtfeld rücken. Jetzt geht es am Ballindamm mit altem Baumbestand zum Jungfernstieg mit den vielen Schiffen und Schwänen. Auf dem Weg sehen Sie am anderen Alsterufer das prächtige Hotel Vier Jahreszeiten. Über den Reesendamm mit Blick auf die Alsterarkaden geht es auf das Rathaus zu. Es ist rückwärtig durch Anbauten mit der Börse verbunden. Jetzt kommt man die Einkaufsmeile Mönckebergstraße entlang zu Hamburgs ältester Hauptkirche St. Petri Kirche. Gleich daneben steht das schöne Hulbehaus. Durch die Kreuslerstraße gelangen wir zum Speersort, und sehen schon St. Jacobi, eine weitere Hauptkirche der Stadt. Am Ende der Steinstraße liegt halblinks hinter den Geleisen das Museum für Kunst und Gewerbe mit dem Cafe Destille. Rechterhand den Klosterwall entlang Richtung Deichtorplatz sieht man gegenüber die Markthalle & MarX, den Kunstverein, das Kunsthaus und schließlich die Deichtorhallen. Zur Rechten erscheinen nun der gewaltige Sprinkenhof und das architektonisch interessante von Fritz Höger erbaute Chilehaus. Linkerhand liegt das Kontorhausviertel mit zahlreichen sehenswerten Gebäuden wie dem Zippelhaus. An der Kornhausbrücke stehen überlebensgroße Standbilder von Christoph Columbus und Vasco da Gama. Am Zollkanal entlang kann man einerseits die Lagerhäuser der Speicherstadt betrachten, wo auch das Speicherstadtmuseum, das neue Hamburg Dungeon und das Speicherstadtmuseum beheimatet sind, zum anderen erhebt sich an den Langen Mühren St. Katharinen, dies im Jahr 2000 750 Jahre alt wird. Ein kleiner Abstecher in den Cremon, sowie ein Blick von der Hohen Brücke in das Nikolaifleet lohnen sich. Am Ende des Kajen kann man die Schaartorschleuse sehen, und anschließend zur Deichstraße zurückkehren. Dort befinden sich in historischen Gebäuden mehrere Gastronomiebetriebe, die einen Besuch wert sind. Über die Deichstraße gelangt man zur Ost-West-Straße. Hier ist die Ruine Nikolaikirche zu sehen. Ein Stückchen weiter biegt halblinks die Domstraße ab. Genau auf dieser Ecke überspannt die Zollenbrücke das Nikolaifleet. Wer sie überquert, kann die Trostbrücke mit der kunstvoll gearbeiteten Figur zurück nehmen, um den Laeiszhof und Globushof zu betrachten. Am anderen Ende der Trostbrücke erhebt sich das Gebäude der Patriotischen Gesellschaft, bevor Sie über Börsenbrücke und Adolphsplatz wieder zum Rathaus gelangen. Hier endet der Gang.
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