Geschichte

Die Stadtgeschichte der Freien- und Hansestadt Hamburg lässt sich nicht ganz bis an ihren Ursprung zurückverfolgen. Die ältesten Nachweise menschlicher Besiedlung in diesem Gebiet stammen aus dem 4. bis 6. nachchristlichen Jahrhundert. Um 810 wurde von Karl dem Großen an der Mündung der Alster in die Elbe eine Burganlage als christlicher Missionarsstützpunkt erbaut, die Hammaburg. Trotz mehrerer Überfälle durch die Wikinger entwickelte sich die Siedlung gut, nach einer harten Niederlage gegen die slawischen Obrioten brach das 832 dort eingerichtete Erzbistum jedoch zusammen. Unter der segensreichen Herrschaft der Schauenburger Grafen (bis ins 13. Jahrhundert) nahm Hamburg neuen beträchtlichen Aufschwung und dehnte sich weiter, auch südlich der Elbe, aus.

Der 7. Mai 1189 ist für Hamburg ein sehr bedeutsames Datum: Kaiser Friedrich Barbarossa soll der Stadt sowohl Zollrecht, als auch Handelsfreiheit gewährt haben; der sogenannte "Barbarossa-Freibrief" wurde aber erst nachträglich im Jahr 1265 verfasst. Am 7. Mai wird an den Landungsbrücken alljährlich mit einem großen Volksfest der Geburtstag des Hafens gefeiert.

Erstmals 1190 versuchten die Hamburger Bürger sich durch die freie Wahl eines aristokratischen Rates von der Grafenherrschaft zu befreien, doch schon 1201 verloren sie durch die Eroberung der Stadt durch die Dänen ihre Selbstbestimmung. Die Dänenherrschaft bestand bis 1227, als ein Koalitionsheer aus Bürgern und verschiedenen Fürsten die Dänen vernichtend schlug. In der Folgezeit erhielt die Stadt weitgehende Selbstverwaltung und vergrößerte sich beträchtlich; Handel und Gewerbe blühten auf.

Im Jahre 1235 kam es mit der Aufstauung der Alster zu Mühlzwecken zu dem das Hamburger Stadtbild bis heute am meisten prägenden Eingriff in die alte Struktur. Nach dem Beitritt Hamburgs zum Kaufmanns- und Handelsstädtebund der Hanse um 1300 erreichte die Entwicklung der Stadt einen Höhepunkt: Die Handelsbeziehungen wurden erheblich erweitert und durch den Erwerb einiger umliegender Ortschaften stieg auch die Einwohnerzahl, sodass am Ende des 14. Jahrhunderts über 7.500 Menschen in Hamburg wohnten.

Um 1400 wurde die Seeräuberei auf der Nordsee für den Handelstandort Hamburgs existenzbedrohend. Die Hansestadt stellte eine eigene Kriegsflotte auf und konnte die Seeräuber schlagen; die Gefahr wurde endgültig jedoch erst 1525 gebannt.

Trotz der erneuten Übernahme Hamburgs durch die Dänen konnte sich die Hansestadt die bisher erworbenen Privilegien sichern und im Inneren und Äußeren beinahe unabhängig handeln.

1510 wurde Hamburg durch Kaiser Maximilian I. in den Rang einer Reichsstadt erhoben und damit dem Kaiser direkt unterstellt-das war ein befreiender Schritt im Verhältnis zu Dänemark.

Im Zuge der Religionskriege im 16. Jahrhundert flüchteten viele Protestanten, aber auch Juden nach Hamburg. Durch ihre Aufnahme und durch die Ansiedlung ausländischer Kaufleute stieg die Einwohnerzahl bis 1600 auf etwa 40.000 und die Stadt erfuhr eine intensive kulturelle und wirtschaftliche Belebung.

Schon vor und besonders nach dem Zerfall der Hanse Mitte des 17. Jahrhunderts boten sich für Hamburg durch die großen Entdeckungen des ausgehenden 15. Jahrhunderts neue Möglichkeiten und Verbindungen. Binnen kurzer Zeit entwickelte sich der Hafen zu einem der bedeutendsten und wichtigsten Überseehäfen und die Stadt zu einem der größten Handelsplätze Europas. Ausdruck dieser Stärke war u.a. die ab 1616 errichtete neue und große Stadtbefestigung (Wallanlagen). Durch innere Streitigkeiten zwischen Stadtrat und Bürgerschaft, die erst 1712 nach den Vermittlungen des Kaisers endeten, hatte sich die Stadt beinahe das gesamte 17. Jahrhundert über selbst lahmgelegt.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Wirtschaft Hamburgs erfolgreich weiter und die Einwohnerzahlen stiegen bis zur Jahrhundertwende auf über 130.000. Mit dem Ende des alten Deutschen Reiches erlangte die Stadt 1806 ihre volle Souveränität und nennt sich seitdem "Freie- und Hansestadt Hamburg." Doch schon 1810 wurde Hamburg von Napoleon eingenommen und erlitt unter der französischen Besatzung einen schweren Niedergang; bereits 1814 verließen die letzten französischen Truppen die Stadt allerdings wieder. 1815 wurde die Souveränität Hamburgs auf dem Wiener Kongress bestätigt. Die Hansestadt trat dem Deutschen Bund bei.

Schon 1842 wurde Hamburg erneut schwer getroffen: Ein verheerender Brand verwüstete etwa ein Drittel der Innenstadt und machte über 20.000 Menschen obdachlos. Dennoch wurde der angefangene Wiederaufbau systematisch vorangetrieben. Begünstigend dafür wirkte sich der Bau der Eisenbahnlinien nach Kiel und Berlin und die aufkommende Dampfschifffahrt aus.

Im Jahre 1867 trat Hamburg dem Norddeutschen Bund bei und 1888 dem Deutschen Zollbund, was sich beides für die Entwicklung des Hafens und der ganzen Stadt als ausgesprochen segensreich erwies: Hamburg wurde zu Deutschlands "Tor zur Welt" und stieg bis 1912 auf die dritte Stelle in der Rangordnung der größten Seehäfen der Welt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die neue Börse eröffnet, um die Jahrhundertwende erfolgte der Bau der Speicherstadt, und 1897 wurde das neue Rathaus, ein besonderes Zeugnis hanseatisch-freiheitlichen Selbstbewusstseins, eingeweiht.

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) fielen 40.000 Hamburger und die Handelsblockade schnitt Hamburg vom Weltverkehr ab. Relativ schnell erholte sich die Stadt von diesem Schlag und die Hamburger Wirtschaft blühte erneut auf. Im Zuge des Zuzugs vieler großer Firmen und Reedereien entstanden in unmittelbarer Nähe zur Speicherstadt die mächtigen Kontorhäuser und einige andere große Geschäftshäuser (unter anderem Sprinkenhof und Chilehaus). 1919 wurde die Universitäts-Hauptgebäude gegründet.

Mit Beginn der Nazi-Herrschaft wurde die Eigenständigkeit Hamburgs aufgehoben und die Bürgerschaft abgesetzt. Das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 gliederte der Hansestadt die umliegenden preußischen Nachbarstädte und andere Randgemeinden ein. 1939 zählte Hamburg über 1,7 Million Einwohner.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Hamburg von Luftangriffen schwer getroffen und verwüstet: Etwa 50% des Wohnraumes, 40% der Industrie- und 80% der Hafenanlagen wurden zerstört und über 55.000 Menschen starben unter den Bombenhageln; etwa 70.000 hamburgische Soldaten fielen im Krieg. Im nahen Konzentrationslager KZ-Gedenkstätte Neuengamme wurden während der Nazi-Herrschaft knapp 70.000 Häftlinge umgebracht. Als Mahnmal für die Opfer des Dritten Reiches blieb der rußgeschwärzte Turm der im Krieg beinahe völlig zerstörten Nikolaikirche stehen. Am 3. April 1945 kapitulierte Hamburg und wurde von britischen Divisionen besetzt. Bereits am 13. Oktober 1946 wurde eine neue Hamburger Bürgerschaft gewählt und im Jahre 1952 wurde die noch heute gültige Verfassung der Stadt beschlossen.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 wurden die deutsche Nordseeküste und Hamburg von einer schweren Sturmflut heimgesucht. Große Teile der Altstadt standen tagelang unter Wasser, viele Gebäude wurden zerstört und über 300 Bewohner starben. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der Öffnung des "Eisernen Vorhangs" 1990 öffnete und orientierte sich der Handel der Hansestadt wieder vermehrt nach Osten und knüpfte dort an alte Kontakte an.

Hamburg ist heute ein starker Wirtschaftsstandort, Hauptsitz vieler großer Firmen und eines der Medien- und Verlagszentren Deutschlands. Zudem stehen hier viele moderne, in die Zukunft weisende Bauwerke, wie z.B. das Gruner & Jahr-Pressehaus und die etlichen Einkaufspassagen. Die Freie- und Hansestadt hat heute etwa 1,7 Millionen Einwohner und ist ein selbständiges Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. In Hamburg gibt es 94 konsularische Vertretungen von Staaten aus aller Welt, und die Stadt pflegt partnerschaftliche Kontakte über den ganzen Globus; zu ihren Partnerstädten gehören u.a. Shanghai, Chicago, Osaka, Prag, St.Petersburg und Marseilles.

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