Hamburg ist das Hoch im Norden, das Tor zur Welt. Es ist eine vielgeliebte und viel bedichtete Stadt. Wolfgang Borchert schrieb über seine Heimatstadt: “Hamburg! Das ist mehr als ein Haufen Steine, Dächer, Fenster, Tapeten, Betten, Straßen, Brücken und Laternen. Das ist mehr als Fabrikschornsteine und Autogehupe–mehr als Möwengelächter, Straßenbahngeschrei und das Donnern der Eisenbahn - das ist mehr als Schiffssirenen, kreischende Kräne, Flüche und Tanzmusik– das ist unendlich viel mehr!” Unter Heinrich Heines zumeist spöttischen Äußerungen über die Stadt an Alster und Elbe, finden sich auch folgende Zeilen, die er schrieb, als er Hamburg verlassen musste: “Hätt' ich dich doch nie gesehen, schöne Herzenskönigin! Nimmer wär' es dann geschehen, dass ich jetzt so elend bin.” Er ist wiedergekommen–und die meisten der Besucher tun es auch. Hamburg hat einen ganz besonderen Reiz: Es spiegelt nicht nur weltstädtische Größe und Flair wieder, sondern auch eine lebenswerte Gemütlichkeit und Eleganz, es ist idyllisch, mondän, hektisch aber auch gemütlich – und vor allem nie langweilig.
Innenstadt Die Hamburger Innenstadt zwischen Alster und Elbe ist in vieler Hinsicht das Zentrum der Stadt: konsumorientiert, gesellschaftlich und politisch. Hier finden sich nicht nur die großen und feinen Einkaufsstraßen und die vielen Passagen, sondern auch die Hamburger Kunsthalle und Galerie der Gegenwart, die beiden großen Theater, das Thalia Theater und das Deutsche Schauspielhaus Hamburg. Die Hamburgische Staatsoper & Ballettcompagnie John Neumeier, sowie das pompöse Rathaus und die Börse sind ebenfalls hier angesiedelt.
Altstadt In der Altstadt, unterhalb der Mönckebergstraße, befinden sich die Wurzeln der Stadt Hammaburg aus dem 9. Jahrhundert. Zudem liegen in der Innenstadt die Hamburger Hauptkirchen St. Jacobi, St. Katharinen, St. Michaelis, St. Petri Kirche und die Ruine der Nikolaikirche. Die Innenstadt hat im Zweiten Weltkrieg am meisten unter den massiven Bombardements gelitten. Die historischen, expressionistischen Laeiszhof und Globushof in der Innenstadt sind eine architektonische Rarität.
Kontorhausviertel Das Kontorhausviertel zwischen Steinstraße und Meßberg ist eine eigene Welt: Die relativ schmalen Straßen rund um den quadratischen Burchard-Platz sind gesäumt von massiven Bauten mit trutzigen Backstein-Fronten (Chilehaus, Sprinkenhof u.a.). Diese Fassaden wirken jedoch keineswegs abweisend, sondern stolz, solide und ausgesprochen würdevoll. Der dunkelrote Backstein als einheitliches Baumaterial und die lückenlose Blockbebauung mit ihren regelmäßigen Reihen gleichformatiger Fenster verleihen dem kleinen Viertel seinen charakteristischen, geschlossenen Gesamteindruck.
Außenalster Am westlichen Ufer der Außenalster liegt Hamburgs Traumwelt: Großzügige Stadthauszeilen und neoklassizistische Prachtvillen bestimmen das Stadtbild des edlen und bei den sogenannten Yuppies (Young Urban Professionals) in Mode geratene Pöseldorf/ Harvestehude. Alles ist schick und fesch und wegen des leicht snobistischen Anstrichs hat dieses Viertel den Spitznamen “Schnöseldorf”. Der Havestehuder Weg ist zweifelsohne eine der besten Adressen in Hamburg, hier liegen viele der Generalkonsulate und Verwaltungshäuser großer Firmen; der Alsteruferweg lädt zu erholsamen Spaziergängen ein.
Universitätsviertel Westlich der Rothenbaumchaussee schließt sich das Universitätsviertel an, ein ausgesprochen junges und innovatives Viertel mit vielen Kneipen und Bars, deren Publikum dominiert wird von Studenten und Angehörigen der Medienbranche. An der Edmund-Siemers-Allee liegt das Hauptgebäude der 1919 gegründeten Universität. Der Grindelallee nach Westen folgend gelangt man zu den 1924-28 erbauten Grindel-Hochhäusern.
Eppendorf Das im Westen davon liegende Eppendorf ist eine der beliebtesten Wohngegenden Hamburgs: Die Straßen sind gesäumt von hohen feinen Stadthäusern der Gründerzeit und zwischen Straßen und Häusern fließt der eine oder andere Nebenfluss der Alster. In Eppendorf, einem relativ “jungen” Stadtteil gibt es den urigen Isemarkt unter dem Hochbahnviadukt auf der Isestraße. Auf dem Eppendorfer Marktplatz steht ein Mahnmal des hier einst wohnenden Dichters Wolfgang Borcherts mit dem Anti-Kriegs-Aufruf “Sag' nein!”.
Altona Das Viertel, welches lange Zeit eine eigenständige dänische Stadt war und erst durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 eingemeindet wurde, ist der dichtbesiedeltste Stadtteil Hamburgs. In diesem multikulturellen und alternativen Viertel, findet sich eine Welt für sich, eine gewachsene Struktur. Altona ist ein traditionelles Arbeiterviertel mit Kontorhäusern und pittoresken Fabrikhallen, doch die Palmaille und die Villen der Elbchaussee sind imposante Zeugnisse klassizistischer Architektur. Das Altonaer Rathaus ist ein Repräsentativbau aus der wilhelminischen Zeit.
Blankenese Von Altona führt die zehn Kilometer lange Elbchaussee, oft “die schönste Straße der Welt” genannt, gesäumt von alten Bäumen, vor allem aber von prachtvollen Villen, in Hamburgs Idyll an der Elbe, ins benachbarte Blankenese. Steile Treppen, winkelige Gassen, weiße Fischerhäuschen, historische Landsitze, Parks, Gärten und schöne Ausblicke auf die Elbe und die vorbeiziehenden Schiffe machen diesen Stadtteil bei Einheimischen und Touristen beliebt. Einfache weiße Häuschen aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert mit verwinkelten Terrassen lehnen sich beiderseits der engen Wege an und unvermittelt schimmert zwischen den Dächern, Giebeln und Erkern immer wieder die Elbe hindurch.
Schanzenviertel Ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirken die beiden von der alternativen und multikulturellen Szene bestimmten und beinahe exotischen Hamburger Ecken und Schanzenviertel und Karolinenviertel. Hier finden sich zahllose Kneipen, Teestuben, verschiedenste ausländische Läden und weitere kulturelle Einflüsse aus der ganzen Welt. Neuerdings sind Schanze und Karo allerdings in Mode geraten, sind hip und in; daher drohen sie ihren jeweils eigenen ursprünglichen Charakter zu verlieren.
St. Pauli Dies ist Hamburgs weltbekannte Vergnügungsviertel und vielgenutzte Fernsehkulisse, eine Mischung aus Halb- und Unterwelt und Heimat für 30.000 Bewohner. Die Reeperbahn durchzieht den Kiez, das Party- und Rotlichtviertel, wie eine Ader. Hier pulsiert das Leben. Clubs, Kneipen, Imbissbuden und Sexshops bilden die Häuserfront und in den Nebenstraßen finden sich die einschlägigen Etablissements und die Große Freiheit. Am östlichen Ende der Reeperbahn befindet sich das Heiligengeistfeld. St. Pauli reicht von den Wallanlagen (heute Planten un Blomen,) bis zur Hafenstraße und zu den Landungsbrücken.
Hafen Der Hafen ist Hamburgs Herz, ihr “Tor zur Welt” und mit Sicherheit die Hauptattraktion der Stadt. Er gehört zu den größten Seehäfen der Welt und macht mit 75 Quadratkilometern alleine ein Zehntel des Hamburger Stadtgebietes aus. Besondere Blickfänge im Hafen sind die Köhlbrandtbrücke, die Landungsbrücken, der Alte Elbtunnel) und die Speicherstadt, in deren Lagerräumen Waren im Wert von vielen Zig-Millionen Mark liegen. Auf der Kehrwiederspitze wird seit den 1990ern die sogenannte Hafencity, ein modernes Wohn- und Geschäftsgebiet, errichtet.
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