Kapstadt ist einzigartig – ein Mix aus Asien und Europa an der Südspitze Afrikas. Die Szenerie dominiert ohne Zweifel der Table Mountain, der 1.000 Meter über dem Meer thront, dem Kapstadt auch seine Existenz zu verdanken hat. Weicher Sandstein und kleine Bergquellen gaben den Ureinwohnern eine Möglichkeit hier zu existieren. Seeleute und Bauern der Handelspartner ließen sich hier im Laufe der Zeit nieder und legten den Grundstein für die Drei-Millionen-Stadt, mit Einwohnern aus aller Herren Länder.
Lange bevor der Himalaya oder die Rocky Mountains existierten begann der Tafelberg, durch Wassererosion stark gekennzeichnet, an der südwestlichen Spitze Afrikas aus dem Meer heraus zu entstehen. Spätere Erosion durch Wind, Regen, Feuer und Eis formten die Schluchten und Gipfel des Berges, der heute die Landschaft um Kapstadt prägt. Besonders die „Zwölf Apostel“ sind eine Augenweide des Tafelbergs. Homo Erectus erblickte ähnliche Spektakel vor 750.000 Jahren und hinterließ eine Vielzahl Steinwerkzeug für unsere Museen übrig. Die 117.000 Jahre alten Fußstapfen „Evas“ gehören zu den erstaunlichsten Funden in der Nähe Kapstadts.
Verwandte der Buschmänner, die Khoi, siedelten sich um den Tafelberg als Sammler und Jäger an, bevor 1503 der erste Europäer den Tafelberg bestieg. Dieser war portugiesischer Admiral Antonio de Saldanha, der die Route nach Indien navigierte, die von Bartolomeu Diaz 1488 und von Vasco de Gama 1497 erschlossen wurde.
Als die Route von Europa Richtung Osten aufblühte, wurden immer mehr Seeleute auf den Berg und seine Halbinsel aufmerksam. Francis Drake beschrieb die Szenerie 1580 als das schönste Kap des Planeten. Besonders die Briten handelten mit den Khoi, jedoch ohne sich hier niederzulassen. 1647 jedoch zerschellte das holländische Schiff Haarlem in der Tafelbucht und die Besatzung strandete für ein Jahr am Kap. Deren Überleben überzeugte die Dutch East India Company, dass es in der Gegend sicher wäre und das Land ausreichend fruchtbar, um die Gründung einer permanenten Siedlung zu rechtfertigen. Am Weihnachtsabend 1651 machte sich Jan van Riebeek, ein Mitarbeiter der Company, dem Betrügereien vorgeworfen wurden, eher unfreiwillig mit drei Schiffen auf den Weg, um am Kap eine Station zu errichten, die vorbeifahrende Schiffe mit Essen und Wein versorgen sollte.
Im April 1652 kam Van Riebeek an seinem Ziel an, erbaute ein hölzernes Fort und errichtete die Company Gardens, die bis zum heutigen Tage teilweise noch bestehen. Er begann umgehend mit dem Weinbau. Die Weinproduktion florierte nach vier Jahren (2. Februar 1659). Die Bauarbeiten an einer Burg sowie einem Paradeplatz, heute noch zu besichtigen, begannen kurz darauf. Folgende Gouverneure, Simon van der Stel (1679-1699) ins besondere, expandierten die Siedlung dramatisch. Hugenotten, die aus Frankreich flüchteten, halfen, Franschhoek sowie Stellenbosch, Paarl und Wellington als Weinanbaugebiete zu etablieren.
Die Dutch East India Company schaffte Sklaven aus dem Osten heran, um mit den Bauarbeiten zu helfen. Zeitweilig überstieg die Zahl der Sklaven sogar die Zahl der anwesenden Europäer. Der Einfluss Asiens ist besonders in der Architektur Kapstadts zu sehen, den verwendeten Gewürzen, der Musik und der Festivals, sogar in der Grammatik der Landessprache, die sich aus dem Holländischen heraus entwickelte. Asiatische Wurzeln sind außerdem in den meisten Bewohnern Kapstadts präsent.
Kapstadt wurde als „Taverne der Meere“ bekannt, eine willkommene Absteige auf halber Strecke vom Norden in den Osten. Die strategische Platzierung der Stadt war, und ist es auch noch heute, für den Welthandel von immenser Bedeutung. Die Bedrohung durch Napoleon brachte zusätzlich britische Truppen 1795 in die Stadt.
Unter der Herrschaft des britischen Imperiums wuchs die Stadt weiter an. Neben den dezenten holländischen Gebäuden wuchsen koloniale und neo-klassizistische Bauten in den Himmel. Das alte Farmland wurde zum Vorort und nach der Entdeckung der Diamanten im Hinterland erlebte die Stadt einen erneuten Boom. Cecil John Rhodes (1853.1902) ließ sich ebenso in Kapstadt nieder, der große Teile der Bergketten kaufte, die heute öffentliche Waldgebiete sind, botanische Gärten sowie die angesehene University of Cape Town.
Nach 1910 wurde Kapstadt gesetzgebende Gewalt. Die Apartheid-Gesetze wurden im Parlament verabschiedet, die die Zuwanderung schwarzer Migranten eingrenzten und die Stadt selbst einer Rassentrennung unterzogen. Die Berghänge wurden zu weißen Vororten, wohingegen die sandigen Böden für die übrigen ethnischen Gruppierungen vorgesehen waren. Die Rassentrennung endete 1990, die Rassenunruhen sowie sozio-ökonomische Differenzen waren jedoch noch lange nicht beigelegt. Eine hohe Migration Schwarzer folgte nach Erlassung der entsprechenden Gesetze und die Stadt wuchs erneut drastisch. Heute ist die Stadt zu einem Drittel Xhosa (das Volk, dem Nelson Mandelas zugehörig ist).
Das Stadtzentrum hat sich ebenfalls verändert, besonders durch die Erschließung von Neuland und den Ausbau der Küstenregion in den 40er Jahren. Die sehr erfolgreiche Entwicklung moderner Komplexe, wie der Waterfront, folgte in den 90er Jahren. Viele Hotels sowie die Sanierung der bestehenden Attraktionen, wie „Cable Cars“, Kirstenbosch National Botanical Gardens und Cape Point, haben die Stadt zu einem der Haupturlaubsziele vieler Touristen werden lassen sowie zu einem wichtigen Wachstumsort Südafrikas.
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