Allgemeines
Kapstadt – ein faszinierendes Mosaik asiatischer, europäischer und afrikanischer Traditionen. Diese kulturellen Strömungen der Vergangenheit vereinigen sich zwar in der Stadt, doch sind Besucher oft erstaunt über die drastischen Gegensätze, die weiterhin zwischen verschiedenen Teilen Kapstadts bestehen; dies dürfte wohl insbesondere dem Erbe der Apartheidpolitik zuzuschreiben sein. Die natürlichen Gegebenheiten im Umkreis des Tafelberges verursachen zudem verschiedene klimatische Zonen (Mikroklimata), so unterscheidet sich die Vegetation der einzelnen Gegenden deutlich voneinander, und selbstverständlich variieren auch die Ausblicke auf Land und Meer. Alle Stadtteile sind jedoch durch gut ausgebaute Schnellstraßen miteinander verbunden. Nach nur zwanzig Minuten Fahrzeit von den Weingütern des grünen Tals Constantia aus kann man bereits am Strand sein, in der quirligen Innenstadt oder in einer der armseligen Barackensiedlungen. Es ist wirklich faszinierend, die verschiedenen Gebiete zu entdecken und Kapstadts kulturelle Vielfältigkeit zu erleben.
DIE ATLANTIKKÜSTE Camps Bay, Bantry Bay, Llandudno und Clifton sind die Vororte exorbitanter Immobilienpreise. Die eindrucksvollen, in die Berghänge hineingebauten Apartmenthäuser und die alten Landhäuser über den sagenhaften
Stränden Cliftons sind rasant von Ausländern aus Übersee aufgekauft worden. Seien Sie nicht überrascht, Jetskis auf den Dachgaragen zu sehen. Clifton ist sehr geschützt und der ideale Ort für ein Picknick bei Sonnenuntergang. Camps Bay ist malerisch anzusehen und bietet einige vorzügliche Restaurants und Cafes. Dies ist der richtige Ort, um sich treiben zu lassen und 'cool' zu tun – doch werden Sie in der Tat sehr 'cool' werden, falls Sie versuchen sollten, im Meer zu baden – die antarktischen Strömungen scheinen noch nicht bemerkt zu haben, dass sie hier Afrika erreichen.
Sea Point und Green Point sind außergewöhnlich. Die Uferpromenade Sea Points gleicht einem menschlichen Mikrokosmos. Rollerbladers, Frauen in Saris, Rugbyspieler beim Training, jüdische Frauen mit kleinen Hunden – all diese findet man hier nebeneinander. Die Bergkulisse im Hintergrund, davor hohe Apartmenthäuser, und ausgedehnte Rasenflächen entlang der brandenden See – dies ist die ideale Gegend für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang. Die Main Road bietet Geschäfte aller Art und eine Vielzahl von Restaurants. Auch ein Hauch von Rotlichtmilieu lässt sich ausmachen. Ein lebendiger, stellenweise ein wenig schmuddeliger Stadtteil, den man vielleicht am besten mit Bayswater/Paddington in London vergleichen kann. Er ist einen Besuch wert, und viele Hotels, Bed & Breakfasts (B&Bs, so genannte Unterkünfte bieten Übernachtung mit Frühstück) und Pensionen jeden Niveaus lassen sich leicht in der Main Road und ihren Querstraßen finden.
DIE WATERFRONT Die alten Hafenanlagen wurden ganz ausgezeichnet umgewandelt in
The Victoria and Alfred Waterfront, einen großzügig angelegten Gebäudekomplex mit Hotels, Restaurants und Bars, Läden (in rauhen Mengen), Kinos (auch ein IMAX-Kino gehört dazu), zwei Kunsthandwerksmärkten und einem wirklich wunderbaren Aquarium. Auch befinden sich hier zahlreiche Anbieter von Bootstouren, u.a. die
Robben Island Ferry, und solch aufregenden Aktivitäten wie Jetskifahren und Flügen mit dem Hubschrauber. Hilfreich sind die Informationsstände, und es gibt auch eine Stelle für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer (VAT) bei Tax-Free-Einkäufen. Alles in allem ist die Waterfront ein sehr angenehmer und sicherer Ort, an dem man vieles unternehmen kann – doch noch ein Wort zu den Preisen: die meisten Dinge, und insbesondere Schmuck, kann man anderswo günstiger finden.
DIE INNENSTADT ('CBD') Die Vielseitigkeit Kapstadts drängt sich in seinem Stadtzentrum zusammen. Es ist ein erstaunlich kleines Gebiet und kann am besten zu Fuß erkundet werden – doch bereiten Sie sich darauf vor, fliegende Händler und einige Straßenkinder abwehren zu müssen. Verlieren Sie weder Humor noch Handtasche, tragen Sie Geld und Wertgegenstände am Körper, und halten Sie sich hier nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit auf. St. George's Mall und
Greenmarket Square sind unumstritten das Herz Kapstadts; pulsierend in der Atmosphäre, den Klängen und dem Handwerk Afrikas, welche sich hier mit europäischem Erbe verbinden. Im Gegensatz dazu sind The Company Gardens, die ehemaligen Gartenanlagen der niederländisch Ostindischen Kompanie, wunderbar friedlich und zudem geschichtlich sehr interessant – machen Sie einen Spaziergang entlang der Government Avenue, am Parlament vorbei, und verbringen Sie eine Weile im
Südafrikanischen Museum – dies ist sehr anregend. Das Hotel
The Mount Nelson ist erstklassig – ein hervorragender Ort für ein frühes Abendessen.
Es lohnt sich, um die Grand Parade herum zu fahren: Die
Festung und das
Rathaus sind bedeutende Bauwerke, und auch in der Adderley Street befinden sich viele der großartigsten Gebäude Kapstadts. Direkt oberhalb des Stadtkerns liegt der Stadtteil Bo-Kaap – hier sind die Häuser in leuchtenden Farben gestrichen und man kann Einflüsse Malaysias erkennen.
Nachts leert sich die Innenstadt bis auf die Obdachlosen – man sollte sie also besser bei Tage besuchen. Eine Ausnahme bildet das obere Ende der Long Street, wo das Nachtleben pulsiert. Besuchen Sie auch die nahe gelegenen Cafes und Restaurants der oberen Kloof Street in Gardens.
DIE SÜDLICHEN VORORTE, CONSTANTIA & HOUT BAY Wenn Sie Rugby oder Kricket mögen, fahren Sie nach Newlands. Auch gibt es dort ein großes, exclusives Shoppingcenter,
Cavendish Square. An den Berghängen liegen die
Kirstenbosch National Botanical Garden – diese sollte man sich unbedingt ansehen. Der Vorort Constantia grenzt daran an – hier befinden sich wunderbare alte Weingüter (wie z.B.
Groot Constantia und
Klein Constantia), ein sehr eindrucksvolles Einkaufszentrum und einige der besten Restaurants des Landes. Ein ausgedehnter Wanderweg führt durch das Tal Constantia.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Berges sollte man Hout Bay erkunden – das Reich eigensinniger Pferdeliebhaber, die sich in einem sagenhaften Tal angesiedelt haben. Die Fischer des Hafens sind ein äußerst beherzter Menschenschlag. Von hier aus kann man Bootsfahrten unternehmen (besuchen Sie die Seehunde auf Duiker Island), und wenn die Straße am Chapman's Peak geöffnet ist, sollten Sie diese unbedingt entlang fahren – es erwarten Sie großartige Ausblicke.
DIE KAPHALBINSEL Die Kaphalbinsel ist gebirgig und zum größten Teil Nationalpark – außerdem befinden sich hier einige bezaubernde Küstenorte – bemerkenswert sind das sehr britische Simon's Town, das Fischerdorf
Kalk Bay, die wunderbaren Orte Noordhoek und Kommetjie und das ländliche Scarborough. Die Strände sind sagenhaft – wovon auch die Pinguine überzeugt sind – informieren Sie sich über die kleinen Kerle bei Boulders Beach südlich von Simon's Town. Hier auf der Ostseite der Halbinsel ist das Wasser übrigens wesentlich wärmer. Das Kap und sein ausgedehntes
Naturschutzgebiet sind leicht zu erreichen, und es lohnt sich, einige Zeit für dessen Erkundung einzuplanen. Ein berühmtes Fotomotiv sind die farbenprächtigen Strandhütten bei St James und Muizenberg.
DIE WEINGEGENDEN Die 'Winelands' sind ein ausgedehntes Gebiet mit Weingärten und Obstplantagen in einer bergigen Gegend, weniger als eine Autostunde von Kapstadt entfernt. Eine zauberhafte Atmosphäre und eine gewisse Würde sind dieser Landschaft und ihren sehr hübschen Städtchen eigen. Es gibt viele Weingüter in verschiedenster Aufmachung und Größe – doch werden Geschmack und Preise Sie immer zufrieden stellen. Machen Sie sich mit einer Auswahl großer und kleiner Güter verschiedener Anbaugebiete bekannt, doch beachten Sie, dass diese an Wochenenden geschlossen sein können. Verpassen Sie auch nicht die Restaurants in Franschhoek und nehmen Sie sich Zeit, die große Schönheit Stellenboschs zu erleben.
DIE TOWNSHIPS Um einen wirklichkeitsnahen Einblick in Südafrikas politische Geschichte und kulturelle Vielfalt zu erhalten, sollte man an einer Fahrt in die Townships teilnehmen (zu den hierauf spezialisierten Veranstaltern gehören African Dawn und Grassroutes). Für viele Reisende erweist sich dies als unerwarteter Höhepunkt ihres Besuchs in Kapstadt – die Leidensfähigkeit, der Unternehmungsgeist und die Hoffnungen dieser armen Gemeinschaften sind sehr inspirierend, und die Geschichten aus der Vergangenheit geben einen ernüchternden Einblick in fehlgeschlagene soziale Programme. Es ist nicht empfehlenswert, auf eigene Faust durch die Townships zu fahren, nehmen Sie an der organisierten Tour eines hierauf spezialisierten Veranstalters teil.
DIE NÖRDLICHEN VORORTE Überwiegend kapholländisch (afrikaans) geprägt, erstreckt sich dieses Gebiet modern und vorstädtisch entlang der Autobahn N1. Den typischen Blick auf den
Tafelberg erhält man am besten von Blouberg aus. Century City ist entschlossen, der Waterfront als Kapstadts wichtigstem Freizeitpark Konkurrenz zu machen. Die Hügel Durbanvilles mögen für Weinliebhaber von Interesse sein, und das Tygervalley Center für jene, die sich zum Shoppen geboren fühlen.