Geschichte
Obwohl die Gründung der Stadt den Phöniziern zugeschrieben wird, zeigen an verschiedenen Orten der Provinz Malaga gefundene archäologische Überreste, dass schon der prähistorische Mensch seine Spuren in dieser Gegend hinterlassen hat. Danach kamen die Karthager und dann die Römer, die sie zu einer Stadt des Römischen Bundes machten, eine Ehre, die insgesamt nur drei Städten Andalusiens zuteil werden sollte. Aus dieser Epoche, dem ersten Jahrhundert nach Christus, stammen das Teatro Romano und die Lex Flavia Malacitana (Liste der von Rom verliehenen Privilegien, in Bronze), deren Reste im 19. Jahrhundert gefunden wurden.
Drei Jahrhunderte später kamen die Christen nach Malaga, und nach und nach machte sich die Präsenz der Westgoten bemerkbar, die ihre Machtstellung endgültig im 7. Jahrhundert durchsetzten . 711 fielen die Araber ins Land ein und eroberten auch Malaga. Während der Zeit der Taifas (kleine Königreiche) ließen sich die Ziries (ursprünglich nordafrikanischer Stamm) aus dem Herrschaftsgebiet Granadas in Malaga nieder. Ab 1057 waren sie es, die die Entwicklung der Stadt antrieben, so wurde zu dieser Zeit unter anderem der
Alcazaba (maurische Festung) erbaut. Fünf Jahrhunderte später, am 18. August 1487, ergab sich Malaga den Truppen der Spanier nach einer grausamen Schlacht, in der der 'katholische' König Fernando bei den Verhandlungen mit den Arabern kein Erbarmen zeigte. Alle Überlebenden wurden vertrieben oder als Sklaven verkauft. Die Leere, die sie hinterließen, wurde mit den 'neuen Christen' (durch die Inquisition zur Konvertierung gezwungene Juden) aus verschiedenen Teilen des Landes gefüllt.
Das 17. Jahrhundert war eine tragische Zeit für die Stadt. Zu den schlechten Ernten, dem Hunger und den Epidemien kamen die drei großen Überschwemmungen der Jahre 1580, 1621 und 1661, und darüber hinaus das Erdbeben von 1680, das einen großen Teil der Gebäude beschädigte, überraschenderweise mit Ausnahme der
Catedral.
Die negativen Auswirkungen all dieser Unglücke sollten sich bis weit ins 18. Jahrhundert halten. Malaga fand erst langsam wieder zu einem normalen Leben zurück, nachdem die Stadt eine Gelegenheit hatte, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten wieder aufzunehmen. Der Handel wurde durch die Geschäfte mit Amerika noch verstärkt, aber als sich die Stadt gerade wieder von allen Unglücken des 17. Jahrhunderts erholt hatte, erfuhr sie einen schweren Rückschlag mit den Gelbfieberepidemien der Jahre 1803 und 1804. Diese führten sie in einen erneuten Niedergang, von dem sie sich erst viele Jahre später wieder erholen konnte. Dazu muss man die Auswirkungen der französischen Invasion sehen, die es trotz der Erfolge der Widerstandsguerillas aus der Serranía und der Axarquía gab. Während der absolutistischen Regierung unter Fernando VII gab es im ganzen Lande unaufhörlich Konflikte zwischen seinen Anhängern und den Liberalen. In Malaga wurden der liberale General Torrijos und einige seiner Sinnesgenossen von den Truppen des Königs festgenommen, und im Dezember 1831 am Strand der Stadt exekutiert. Jahre später errichtete man zu ihrem Angedenken einen Obelisken auf der Plaza de la Merced.
Nach dem Tode von Fernando VII im Jahre 1833 übernahmen die Liberalen die Macht, und mit der Industrialisierung erhielt Malaga eine wichtige Rolle im Lande. Die Ansiedelung der Eisen-, Stahl- und Textilindustrien wurde durch die Familien Larios und Heredia gefördert, die 1846 zusammen die 'Industria Malagueña' gründeten, wodurch Malaga zum zweitwichtigsten Industriezentrum des Landes direkt hinter Barcelona wurde.
Das 20. Jahrhundert begann mit einer Krise, die aus den Problemen des vorherigen resultierte: weder konnte Malaga mit der Entwicklung der katalanischen Hauptstadt mithalten noch aufrgund der hohen Kohlepreise konkurrenzfähig bleiben. Dazu gesellte sich eine Krise im Agrarsektor: die Weinstöcke waren von der Reblaus befallen. Die wirtschaftliche Situation verschlechterte sich darüber hinaus mit dem Verlust Cubas, da dies das Ende der Handelsbeziehungen bedeutete. Diese Situation sollte sich erst mit der Diktatur von Primo de Rivera (1923-1929) ändern. Während seiner Regierungszeit hatte der Wohlstand der Landwirtschaft einen guten Einfluss auf den Außenhandel Malagas und auf die Industrie. Leider wendete sich das Bild wieder mit der Ausrufung der Republik. Die Arbeiterschicht demonstrierte gegen die schlechten Lebensbedingungen und die ansteigende Arbeitslosigkeit, was zu zahlreichen Streiks führte. 1931 richtete sich die Unzufriedenheit auch gegen die Kirche: Klöster wurden in Brand gesetzt und geplündert.
Nach der Erhebung des Militärs am 18. Juli 1936 blieb Malaga unter republikanischer Kontrolle bis zu ihrem Fall im Jahre 1937. Mit dem Ende des Bürgerkrieges begann der harte Weg zum Wiederaufbau der Stadt. Einigen Industrien gelang es schließlich sich zu erholen, und der endgültige Durchbruch kam in den 50er Jahren mit dem explosionsartigen Anstieg des Tourismus, der die Wirtschaft ankurbelte und öffentliche Bauten begünstigte. Damit begann die Ausweitung des Dienstleistungssektors, der heute die wirtschaftliche Basis Malagas ist. Geschickt spielte es seine Trümpfe Sonne und Strände aus, und entwickelte sich schließlich zu einem der Hauptziele des europäischen Tourismus.