Attraktionen

Heidelberg gehört, gemessen an der Fläche, sicher nicht zu den großen Städten der Welt. Gerade die Altstadt ist mit einer Länge von weniger als 2 km eigentlich eher klein und daher ist es ideal, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Bequeme Schuhe sind jedoch empfehlenswert, weil vielerorts Kopfsteinpflaster das Gehen in eleganten Schuhen erschwert. Das, was Heidelberg so berühmt macht, soll auch der Ausgangspunkt der Tour sein: Die Ruine des Heidelberger Schlosses, welches man mit der Bergbahn, die am Parkplatz Kornmarkt abfährt erreicht, oder über zwei Fußwege, die links vom Parkhaus nach oben führen. Der linke Weg, der Burgweg führt über Kopfsteinpflaster direkt in das Schloss, der rechte verläuft über eine steile Treppe, den "Kurzen Buckel" nach oben in den Schlossgarten.

Heidelberger Schloss

Die Tour beginnt im Schlossgarten. Die Terrassen mit Springbrunnen und Wasserspielen stammen noch aus der Barockzeit. Zwischen den alten Bäumen hindurch bekommt man einen ersten Eindruck vom mächtigen, altehrwürdigen Gemäuer. Und von hier aus hat man auch den besten Blick auf den imposanten Krautturm. Durch den Torturm am südlichen Ende des Schlosses gelangt man in den Innenhof. Die einzelnen Gebäude repräsentieren die verschiedensten historischen Baustile, nichts scheint zusammenzugehören und es wirkt, als habe ein Kind unterschiedliche Bauteile aus einer großen Spielzeugkiste, egal ob klobig oder elegant, planlos aneinander gefügt. Der unscheinbare Frauenzimmerbau steht neben dem Friedrichspalast mit seiner reich verzierten Fassade. Der prachtvolle, aber dafür dachlose Ottheinrichbaus scheint wiederum überhaupt nicht zu dem schlichten Ludwigsbau und dem schmucklosen Ruprechtsbau zu passen.

Ein Besuchermagnet ist ohne Zweifel das Große Faß, aber auch das Schloss-Museum (nur als Führung) und das Apotheker-Museum. Zwischen dem Friedrichsbau und dem Gläsernen-Saal-Bau führt ein schmaler Durchgang auf die Schlossterrasse, die einen unvergleichlich schönen Blick auf Heidelberg und das Neckartal, bis hin in die Rheinebene und den Pfälzer Wald bietet. Unterhalb der Terrasse führt der kopfsteingepflasterte Weg zurück in die Altstadt, wer weniger gut zu Fuß ist, kommt mit der Bergbahn bequem wieder zum Kornmarkt zurück.

Altstadt

Die wohl berühmteste Attraktion am Kornmarkt ist die Madonna, die vor der Kulisse des Schlosses ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Vom Kornmarkt gelangt man nach wenigen Metern auf den Marktplatz, wo einige Sehenswürdigkeiten versammelt sind. Der Marktplatz wird von der Heiliggeistkirche beherrscht; wer sich die Mühe macht, den Turm zu besteigen, hat von hier einen prächtigen Blick über die Dächer der Altstadt. Gegenüber der Kirche befindet sich das Rathaus, am Rande des Marktplatzes bieten die bemerkenswerten Fassaden des Hotels Zum Ritter St. Georg und der ehemals Kurfürstlichen Hof-Apotheke einen großartigen Anblick. Hier gibt es auch eine große Auswahl an Cafes und Restaurants, die zu einem kleinen Imbiss einladen.

Vom Marktplatz führt die Hauptstraße in westliche Richtung zum Bismarckplatz. Sie können aber den Rundgang auch über die Untere Straße fortsetzen, die in der Nordwestecke der Heiliggeistkirche, am Cafe Knösel vorbei, in westliche Richtung führt. Die reizvollen Gassen hier sind (jedenfalls tagsüber) weniger belebt und bieten verspielten Eindruck von Heidelberg. Die Hauptstraße zieht sich insgesamt über eine Strecke von 1,6 km vom Karlstor am östlichen Ende am Marktplatz vorbei bis zum Bismarckplatz. Vielfach zweigen enge, romantische Gassen ab, die mit schmalen, verwinkelten Häusern bebaut und teilweise nur 3,5 m breit sind. Der östliche Teil unterhalb des Schlosses ist historisch-romantisch geprägt, im mittleren Teil befinden sich etliche Universitätsgebäude und der westliche Teil wird stark vom Geschäftsleben beherrscht.

Philosophenweg

Der Philosophenweg zieht sich an der Südseite des Heiligenbergs entlang und bietet zwischen kleinen Gärten und dem Wald eine herrliche Aussicht auf Altstadt und Schloss, die von südländischen Pflanzen wie Ginster, Zitronenbäume, Granatapfel, Yucca-Palmen, Pinien malerisch ergänzt wird. Der erste Aussichtspunkt hierfür ist das Philosophengärtchen, das mit Bänken und Blumenrabatten zum Verweilen und Betrachten einlädt. An diesem Gärtchen befindet sich in Gedenkstein an Joseph von Eichendorff, einen Dichter der Romantik, der 1807/08 in Heidelberg studiert hat. Oberhalb des Gärtchens teilt sich der Weg nochmals in den oberen und den unteren Philosophenweg, wir folgen jedoch dem unteren Weg, der ab hier nicht weiter ansteigt. Der nächste Gedenkstein ist der Liselottestein, gewidmet der Tochter Karl Ludwigs, die mit dem Bruder des Sonnenkönigs verheiratet wurde. Ein wenig später stößt man auf den Merianblick: hier steht eine vergrößerte Abbildung eines Kupferstichs, der 1620 von Matthäus Merian geschaffen wurde und der das Heidelberg der damaligen Jahre zeigt. Diese Abbildung mit dem heutigen Heidelberg zu vergleichen, ist wirklich faszinierend. Einige hundert Meter weiter findet sich ein kleiner Park, der dem Dichter Friedrich Hölderlin gewidmet ist.

Vor diesem Park biegt der Schlangenweg ins Tal ab. Über die Alte Brücke gelangt man wieder zurück in die Altstadt Heidelbergs.

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