Allgemeines

Wegen ihrer historischen Wichtigkeit, schönen Landschaft und wachsenden Bedeutung als ein wertiges Wissenschafts- und Forschungszentrum, ist Heidelberg zu einer Hochburg für internationale Touristen geworden. Die 14 Stadtteile, die sich über 109 Quadratkilometer erstrecken, werden in Windeseile ihr Herz erobern.

Altstadt

Der groβe Besuchermagnet in Heidelberg (jährlich kommen etwa 3,5 Millionen Menschen) ist die Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und den malerischen, engen Gassen. Sie erstreckt sich über knapp 2 km beiderseits der belebten Hauptstraße, vom westlich gelegenen Bismarckplatz am Südufer des Neckars entlang bis unterhalb des berühmten Schlosses. Dieses thront auf einem kleinen Plateau majestätisch über Fluss und Stadt. Neben dem Schloss gehören Universitätsplatz, Marktplatz und die Alte Brücke zu den wichtigsten Stätten. Ebenso finden sich hier die meisten der Museen, Theater, Kinos in Heidelberg, sowie zahlreiche Restaurants und Kneipen.

Da Heidelberg nicht sehr groß ist, lassen sich die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt sehr gut zu Fuß erkunden. Die Innenstadt bietet mit 15 Parkhäusern genug Raum für Autos, Heidelberg verfügt aber auch über einen hervorragenden öffentlichen Personennahverkehr sowie mehrere Park & Ride-Plätze im Neuenheimer Feld oder am Neuen Meßplatz in Kirchheim. Dies ist besonders an kulturellen Highlights wie dem beliebten Heidelberger Weihnachtsmarkt oder dem Schlossfest, ein Event mit Theater, Feuerwerk und verschiedenen Ausstellungen, zu empfehlen.

Schlierbach, Ziegelhausen & Bergheim

In östlicher Richtung öffnet sich das Neckartal weiter flussaufwärts. Hier liegt auf der Südseite Schlierbach, das 1245 erstmals in einer Urkunde genannt wird und mit knapp mehr als 3.000 Einwohnern heute der kleinste Stadtteil Heidelbergs ist. Auf der nördlichen Neckarseite liegt das um 850 gegründete Ziegelhausen. Zwischen Neckarwiesen und dem Odenwald hat der Stadtteil eine herrliche Lage und bietet sich als Ausgangspunkt für schöne Wanderungen an. Sehenswert ist zudem das Benediktinerkloster Stift Neuburg, aber auch das Textilmuseum Max Berk ist einen Besuch wert. Westlich von Schloss und Altstadt, zwischen der Kurfürsten-Anlage und dem Neckar, zieht sich der Stadtteil Bergheim vom Bismarckplatz bis zur Autobahn. Bergheim wurde schon 769 A.D. als eigenständige Ansiedlung erwähnt, die Einwohner wurden jedoch 1392 in die Stadtmauern Heidelbergs umgesiedelt. Das Gelände wurde erst im 19. Jahrhundert wieder bebaut, hauptsächlich mit Universitätsinstituten und Kliniken, kleineren Unternehmen und Wohnhäusern.

Weststadt, Rohrbach, Boxberg & Emmertsgrund

Südlich von Bergheim liegt die Weststadt, die heute mit den schönen alten Häuserfassaden aus der Gründerzeit zu einem begehrten Wohnviertel geworden ist und an deren westlichem Ende heute der Hauptbahnhof liegt. Der Weststadt schließt sich die Südstadt an, die sich ab 1935 entwickelte und heute die Verbindung vom Mark-Twain-Village, dem NATO-Hauptquartier und Rohrbach bildet. Rohrbach wurde bereits im Jahre 766 erwähnt und erlebte in seiner Geschichte, ähnlich wie die Stadt Heidelberg, den 30-jährigen Krieg und den Französisch-Pfälzischen Erbfolgekrieg. Auf einer Anhöhe über Rohrbach liegen die Stadtteile Boxberg und Emmertsgrund, die erst in den letzten 50 Jahren entstanden sind.

Kirchheim

Das westlich gelegene Kirchheim ist wiederum eine ältere Ansiedlung. Aus der jüngeren Steinzeit (3500-1800 v. Chr.) wurden Merowinger-Gräber gefunden, Kirchheim selbst wird 767 erstmals erwähnt. Wie die ganze Region litt auch Kirchheim unter den Kriegen im 17. Jahrhundert, entwickelte sich danach aber sehr schnell. Waren es 1766 nur 350 Einwohner, so war bis 1861 die Zahl schon auf 2.000 angewachsen. 1920 wurde es von Heidelberg eingemeindet und zählt heute 17.000 Einwohner. Ähnlich wie in Rohrbach verfügt es mit seiner gewachsenen Struktur über zahlreiche Angebote für Einkauf und Gastronomie.

Pfaffengrund & Wieblingen

Nordwestlich in der Nähe der Autobahn liegt Pfaffengrund, das erst im 20. Jahrhundert im Rahmen der Gartenstadtbewegung geplant und besiedelt wurde. Ziel war, für Arbeiterfamilien und die soziale Unterschicht einen günstigen Wohnraum zu schaffen. Aus diesem Anliegen heraus entwickelte sich Pfaffengrund in mehreren Bauphasen: 1920, 1934 und 1948-53. Dieser Kern ist erhalten geblieben, jedoch hat sich auch dieser Stadtteil seit damals stark weiterentwickelt und bietet heute ungefähr 8000 Bewohnern ein Zuhause.

Zwischen der Autobahn und einer Neckarschleife liegt Wieblingen. Hier wurde aus alten Zeiten nicht nur ein Mammutzahn gefunden, sondern auch die ersten Spuren menschlicher Ansiedlung, die bis in die Steinzeit zurück datieren. Wieblingen selbst wird 767 erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten lebten die friedlichen Wieblinger Einwohner hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Fischerei, aber auch dieses Dorf wurde in den Kriegen des 17. Jahrhunderts mehrmals ausgeplündert und niedergebrannt. Im 19. Jahrhundert blühten die ersten Handwerksbetriebe und Industrieansiedlungen auf. Der Wohncharakter des Stadtteils veränderte sich von einer dörflich geprägten Struktur zu einer Arbeiterwohngemeinde; ähnlich wie im Pfaffengrund wurde auch hier eine "Gartenstadt" mit kleinen Häusern und Gartengrundstücken angelegt. Sehenswert im heutigen Wieblingen ist nicht zuletzt das Bonsai-Museum.

Neuenheim & Handschuhsheim

Vom Stadtzentrum in nördlicher Richtung liegt das ehemalige Dorf Neuenheim, dessen Ursprünge bis auf ein Kastell in der Römerzeit zurückreichen. 765 wurde Neuenheim erstmals erwähnt. Ab dem 19. Jahrhundert wurde es zu einem bevorzugten Wohnviertel für die Professoren der Universität und auch heute noch gibt es hier viele Jugendstilvillen zu bewundern. Im westlich davon gelegenen Neuenheimer Feld wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts etliche naturwissenschaftliche Institute der Universität aus dem Stadtzentrum ausgelagert. Neben zwei Max-Planck-Instituten ist hier heute das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beheimatet. Des Weiteren gibt es mehrere Sportanlagen, das Schwimmbad, den Schwimmbad Musik Club, die Jugendherberge und - nicht zuletzt auch die Besucherattraktionen: den Tiergarten und den Botanische Garten.

Der nördlichste Stadtteil Heidelbergs ist das 765 erstmals erwähnte Handschuhsheim. Lange Jahre gehörte es dem Adelsgeschlecht der Herren von Handschuhsheim, bis der letzte männliche Erbe 1600 bei einem Duell tragisch ums Leben kommt. Dieser Familie gehörte einst die Tiefburg, die von einem tiefen Wassergraben umgeben ist. In der St. Vitus-Kirche, der ältesten Kirche auf Heidelberger Gebiet, sind mehrere Familienmitglieder in sehenswerten alten Grabmälern bestattet. Sehenswert ist auch das Handschuhsheimer Schlößchen und das große Angebot an Restaurants und Kneipen macht Handschuhsheim auch weitab vom Besucherstrom sehr erlebenswert.

Mit etwa 150.000 Einwohnern, besitzt diese zauberhafte Stadt den richtigen Ausgleich zwischen Kultur und Industrie. Es ist deshalb kein Wunder, dass Heidelberg sich ihre heutige dynamische, internationale Position verdient hat.

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