Die Frankenmetropole ist ein schönes Städtchen, in dem man viel erleben kann und in Bereichen wie Kulturgeschichte, Nachtleben und Business ist es hier so interessant wie in jeder Großstadt. Für viele Menschen erinnert der Name Nürnberg an dunkle Zeiten der deutschen Geschichte, doch wer heute in die Stadt kommt, wird auch mit den anderen Seiten der Stadt konfrontiert. Viele Besucher konzentrieren sich auf die Altstadt, nicht nur weil sich hier die meisten Attraktionen befinden. Wer Nürnberg jedoch richtig kennen lernen will, sollte sich auch mal die einzelnen Stadtviertel ansehen.
Altstadt Die Nürnberger Altstadt befindet sich innerhalb der fünf Kilometer langen Stadtmauer. Hier merkt man bald, wieso Nürnberg bei Romantikern beliebt ist. Enge Gässlein, der Duft von Bratwürsten und Lebkuchen sowie vielerlei Sehenswürdigkeiten machen die Stadt zu jeder Jahreszeit beliebt. Hier findet man auch die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie zum Beispiel das Dürerhaus und außerdem findet hier auf dem Hauptmarkt der weltberühmte Christkindlesmarkt statt. Nürnberg entstand an beiden Seiten der Pegnitz und obwohl die Altstadt ein einheitliches Bild abgibt, werden die Seebalder und die Lorenzer Teile, die nach den beiden Hauptpfarrkirchen benannt sind, von unterschiedlichen Charakterzügen geprägt.
Die Seebalder Altstadt, in der auch die St. Sebaldus-Kirche steht, war einst der vornehmere Teil der Altstadt; hier befinden sich Attraktionen wie die Kaiserburg und das Stadtmuseum im Fembohaus. Orte wie die Weißgerbergasse in der vor langer Zeit Handwerker lebten, erinnern den Besucher an vergangene Zeiten und die mittelalterliche Blütezeit der Stadt.
Die südlich der Pegnitz gelegene Lorenzer Altstadt ist ein Geschäfts- und Einkaufsviertel, in der der Mix aus alt und neu besonders gut zum Vorschein kommt. Sehenswürdigkeiten wie der Ehekarussell-Brunnen und die wunderschöne Lorenzkirche (Baubeginn um 1270) prägen das Stadtbild. Wer sich für deutsche Kultur und Geschichte interessiert, der sollte das Germanische Nationalmuseum besuchen. Für einen Einkaufsbummel gehen die meisten Nürnberger in die Breite Gasse oder in die Königsstraße. Einen wunderschönen Blick über die gesamte Altstadt hat man von der Burgfreiung neben der Kaiserburg.
Egidienviertel und Östliche Altstadt
In der östlichen Altstadt liegt das vornehme Egidienviertel. Die Egidienkirche, die hier steht, ist die einzige barocke Kirche Nürnbergs. Das Pellerhaus aus dem 17. Jahrhundert steht auch hier. Einst war es das prächtigste Bürgerhaus der Stadt. Es diente als Symbol dafür, dass diese Gegend von einem finanzkräftigen Publikum als Wohnort hoch geschätzt wurde, doch wie so viele andere Stadtteile auch durch den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstört worden ist. Vor dem Krieg war das Viertel praktisch unversehrt - nach 1945 war hier fast nur noch Schutt und Asche. Anders als in anderen Teilen der Altstadt hat man in diesem Fall nicht versucht, das ehemalige Bild geschichtsgetreu wiederherzustellen.
Nordstadt Als Nordstadt bezeichnet man das Gebiet zwischen der nördlichen Seite der Stadtmauer bis hin zum verkehrsreichen Nordring. Als weitere Grenzen fungieren die Bucher- und die Bayreutherstraße. Wer hier spazieren geht, wird bald mit einer weiteren architektonischen Seite der Stadt konfrontiert. Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Bauten, für die Nürnberg weit und breit bekannt ist, stehen hier noch viele alte Villen und großbürgerliche Wohnhäuser mit kunstvollen Fassaden aus der Zeit um 1900. Besonders imposante Beispiele findet man in der Pirckheimer- und in der Virchowstraße. Hier befindet sich auch der Stadtpark, der besonders bei Familien beliebt ist. Unweit davon entfernt findet man etliche Kneipen, wie die Frankenstube, die zum Flair des Viertels beitragen.
St. Johannis St. Johannis liegt westlich des Neutors und erstreckt sich weiter in diese Himmelsrichtung. Das Viertel ist beim gutverdienenden Publikum äußerst beliebt und wer hier wohnt, dem geht es gut: Die schöne Pegnitz liegt gleich in der Nähe und es gibt viele nette Kneipen. Früher war hier das Fabrikgelände von Bleistiftfirmen wie Lyra und Staedtler zu finden. Die bekanntesten Anziehungspunkte des Viertels sind der Johannisfriedhof und die Johanniskirche aus dem 16. Jahrhundert. Hier sind etliche berühmte Bürger begraben, nicht zuletzt Albrecht Dürer (Maler) und der Humanist Willibald Pirckheimer. Im späten Mittelalter befand sich hier noch eine Siedlung von Aussätzigen und auch Leprakranke fanden in Johannis eine Herberge. In diesem Viertel kann man schön spazieren gehen; die Hesperidengärten in der Johannistraße sind besonders sehenswert. Sie sind zwar nicht im Originalzustand, doch trotzdem bildhaft schön.
Gostenhof Wenn man vom Plärrer, dem großen Verkehrsknotenpunkt der Stadt, die Bärenschanze in Richtung Fürth lauft, so gelangt man in das Viertel Gostenhof. Ähnlich wie St. Johannis ist dies einer der ältesten Vororte Nürnbergs, und heute ist dieser Stadtteil nicht umsonst als spannendster Stadtteil bekannt. Durch den hohen Ausländeranteil herrscht hier ein multikulturelles Leben. Hier haben viele Gastarbeiter ihren ersten Ansiedlungspunkt in Deutschland gefunden und mittlerweile sind hier Menschen aus der ganzen Welt vertreten. Nach 1900 wurde das Viertel immer mehr von der zunehmenden Industrialisierung geprägt und 1835 errichtete man in Gostenhof den ältesten Bahnhof Deutschlands. Architektonisch gesehen sind hier noch sehr viele ältere Häuser zu finden, denn im Gegensatz zur Alt- und Südstadt waren die Bombenschäden des Krieges hier nicht ganz so verheerend. Die Mietshäuser sind heute gut saniert und das Gostner Hoftheater, das Planetarium und der Rochusfriedhof (das Gegenstück zum Johannisfriedhof und zur Johanniskirche) locken immer wieder Menschen nach Gostenhof.
Südstadt Die Schäden des Zweiten Weltkriegs führten dazu, daß die Südstadt nach 1945 fast komplett neu gebaut wurden musste. Aus diesem Grund findet man hier einen Stadtteil, in dem die Nachkriegsarchitektur dominant ist. Ältere Bauten, wie zum Beispiel die in der Umgebung der Wodanstraße, findet man hier nur noch selten - überhaupt fehlt es in diesem Stadtteil an wirklichen Sehenswürdigkeiten. Das Gebiet erstreckt sich südlich des Bahnhofs. Vor langer Zeit gab es hier einzelne Siedlungen, doch das Industriezeitalter hat markante Zeichen hinterlassen: die Südstadt ist zu einem Arbeiterviertel geworden, in dem Wohn- und Industrieteile sich oft überschneiden.
Knoblauchsland: Dieses landwirtschaftliche Gebiet, welches man im Volksmund das Gemüsegärtlein Nürnbergs nennt, befindet sich im Norden vom Großraum Nürnberg. Trotz der Tatsache, daß hier immer mehr Industriebetriebe hinziehen, bleiben die bäuerlichen Züge in Dörfern wie Kraftshof und Almoshof erhalten und es werden nach wie vor Gemüsesorten wie Wirsing, Karotten und Kohlrabi angebaut. Produkte aus dem Knoblauchsland kann man fast täglich auf dem Hauptmarkt kaufen und zur Spargelzeit freuen sich alle auf den vorzüglichen fränkischen Spargel der hier gestochen wird. Zu den Sehenswürdigkeiten dieser Landschaft gehören das Schlossmuseum Neunhof (ein ehemaliger Patriziersitz) und der Irrhain, der dem Pegnesischen Blumenorden (einer Literaturgesellschaft) gehört. Für viele Einwohner Nürnbergs dient das Knoblauchsland als Naherholungsort in dem man radeln oder joggen geht. In unmittelbarer Nähe des Gebietes befindet sich auch der neue Flughafen.
Dutzendeich, Luitpoldhain und das ehemalige Reichsparteitagsgelände Zwischen Luitpoldhain und dem Dutzendeich erstreckt sich das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Es dient auch heute noch als Erinnerung an das Dritte Reich und trägt weiter dazu bei, dass Nürnberg auf einzigartige Weise mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird. Ab 1933 veränderte sich die Gegend im Südosten Nürnbergs durch die architektonischen Pläne Albert Speers. Teils wurden vorhandene Gebäude wie die Kongresshalle umgebaut und teils wurden neue Bauten, wie die Zeppelintribüne, in die Landschaft eingefügt. In der Nachkriegszeit ging man vorsichtig mit dem Gelände um, denn es gab viele verschiedene Pläne, wie man mit diesen‚ 'Worten aus Stein' umgehen sollte. Heute kann man in den Sommermonaten die Ausstellung Faszination und Gewalt besuchen. Die Gegend wird als Park genutzt und hier befindet sich die Meistersingerhalle. Auf dem Dutzendeich, der im Mittelalter zum fischen diente, kann man Tretboote mieten,und außerdem stehen hier das Stadionbad und das Frankenstadion, wo die Fußballspiele vom ‚Club' (1 FC Nürnberg) stattfinden.
Langwasser Die Trabantenstadt Langwasser, die auch im Südosten Nürnbergs liegt, ist der neueste Stadtteil Nürnbergs, denn sie besteht erst seit den fünfziger Jahren. Was einst eine reine Heidelandschaft war, wurde im Dritten Reich für die zahlreichen Teilnehmer der Reichsparteitage in ein Baracken- und Zeltlager umstrukturiert. Die Verbindung mit der Nazizeit hielt noch einige Jahre an, denn während des Zweiten Weltkrieges wurden hier russische Kriegsgefangene unterbracht und nach 1945 diente Langwasser als provisorische Unterkunft für Flüchtlinge sowie als Lager für Nazionalsozialistische Anhänger. Nach diesen Ereignissen wandte man sich 1954 praktischerem Nutzen zu: Ein Städtebaulicher Ideenwettbewerb, den ein Architekt namens Franz Reichel gewann, sollte dazu führen, dass Langwasser zu einem eigenständigen Stadtgebiet wurde. Die Bevölkerung, die heute hier lebt besteht aus verschiedenen Sozialen Gruppen, und die Trabantenstadt, die durch das U-Bahn System mit der Innenstadt verbunden ist, ist nicht mehr aus der Nürnberger Landschaft wegzudenken.
Foto mit freundlicher Genehmigung von www.historische-meile.nuernberg.de
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