Geschichte

Frühzeit Die ersten Siedlungsspuren im Oberen Elbtal reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Ab dem 6.Jahrhundert v. Chr. wanderten germanische Siedler durch die Elbniederungen und werden zeitweilig ansässig. Der Großteil zog ein Jahrtausend später wieder ab, so dass sorbische Stämme friedlich von diesem Land Besitz ergriffen. Die slawische Siedlung Drezdany, ungefähr in Höhe der heutigen Frauenkirche gelegen, war somit auch Namensgeber für Dresden. Die Bezeichnung von Stadtteilen wie Zschertnitz oder auch Gompitz geht ebenfalls auf slawische Wurzeln zurück.

Mittelalter und Renaissance

Nach 900 erreichten dann die ersten deutschen Siedler das Gebiet von Dresden, und um 929 wurde die Burg Meißen als Unterstreichung der Besitzansprüche auf dieses Land gegründet. Die Herrschaft der Adelsgeschlechts der Wettiner begann mit Markgraf Konrad von Wettin im Jahr 1123. Die erste urkundliche Erwähnung Dresdens erfolgte 1206; um 1216 wird Dresden erstmals als Stadt bezeichnet. Dieses Datum gilt heute weithin als Gründungszeitpunkt der Stadt. Weiterhin verbürgt ist die Pest von 1349, welche die Einwohnerschaft der Stadt erheblich dezimierte. Nach der Leipziger Teilung des Kurfürstentums wurde Dresden Residenzstadt der albertinischen Linie der Wettiner. Der damit verbundene Aufschwung ließ Dresden als Residenzstadt weiter wachsen.

1539 wurde die Reformation offiziell in Sachsen eingeführt; über die Jahrhunderte hinweg galt Sachsen als protestantisches Kurfürstentum. Im 16. Jahrhundert erfolgte aufgrund wiederholter Gefahr von Türkeneinfällen der Ausbau der Stadtmauer zu einer festungsartigen Anlage mit sieben Bastionen.

Barock und Rokoko

Für viele Dresdner begann mit dem Barock die Blütezeit Dresdens als Residenz eines der prunkvollsten Fürstenhäuser Europas. Das Angesicht der Stadt wurde durch Bauten berühmter Baumeister sowie die Anlage des Großen Garten bestimmt. Die unzweifelhaft schönsten Bauten Dresdens wurden in dieser Epoche errichtet. Zwinger, Hofkirche oder auch Taschenbergpalais seien an dieser Stelle als Beispiel genannt.

Aber auch politisch erhielt Sachsen immer mehr Gewicht. Europaweit genossen die sächsischen Herrscher Anerkennung, so schlug Kurfürst Georg III. zusammen mit Polenkönig Jan Sobieski die Türken vor Wien, was den Schlußpunkt der osmanischen Invasion Europas markierte. Sein Enkel wiederum, Friedrich August I., besser bekannt als August der Starke, ist in Sachsen und Dresden fast jedem Kind ein Begriff, was wohl auf seinen ausschweifenden Lebensstil (Frauen) oder auch seine angeblichen Kräfte zurückzuführen ist.

August der Starke drängte zur Macht, und um König von Polen zu werden, traten zuerst er und später dann seine ganze Familie zum Katholizismus (Hofkirche) über. Das Land Sachsen hingegen blieb protestantisch. August erreichte sein Ziel und wurde 1697 als August II. König von Polen. Diese Personalunion währte mit kurzer Unterbrechung bis 1763; man bezeichnet jene Epoche heute als das Augusteische Zeitalter, in welchem sich vor allem auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet eine dynamische Entwicklung vollzog. So erfand der Alchemist Johann Friedrich Böttcher das europäische Porzellan um 1709, die erste europäische Porzellanmanufaktur wurde schon 1710 gegründet, und Meißner Porzellan ist seitdem ein international bekannte Marke. Auch im Gebiet des Post- und Vermessungswesen wurden wichtige Neuerungen eingeführt.

Im Bereich der Kunst entstand das Grüne Gewölbe, die weltberühmte Schmuck- und Pretiosensammlung, als ältestes Spezialmuseum der Welt. Im Siebenjährigen Krieg wurde Dresden 1760 durch preußische Kanonen beschossen und schwer beschädigt. Der Kurfürst und seine Minister flohen vor den Preußen nach Polen. Im Jahr 1763 schließlich starb August der Starke. Er hinterließ eine der führenden und glanzvollsten Residenzstädte Europas, das barocke Dresden mit französischen und italienischen Einflüssen. Der zweite Name Dresdens, Elbflorenz entstand in dieser Zeit.

Neuzeit

Unter August III. wurde Sachsen Königreich von Napoleons Gnaden. Nach Napoleon Niederlage 1813 geriet der sächsische König in Gefangenschaft, und in Dresden herrschte bis zum Wiener Kongress ein russischer Generalgouverneur. Im Zeitalter der Industrialisierung nahm Sachsen innerhalb Deutschlands eine der führenden Positionen ein. Der Dresdner Professor Johann Andreas Schubert konstruierte 1835 die erste deutsche Lokomotive Saxonia. Die Infrastruktur Sachsens wurde dank Eisenbahn und Dampfschifffahrt erheblich verbessert. Die Wellen der bürgerlichen Revolution blieben auch in Dresden nicht ohne Folgen. Der Dresdner Maiaufstand im Jahr 1849 brachte blutige Barrikadenkämpfe und letztendlich einen Sieg der Monarchisten. Richard Wagner war wohl der berühmteste Teilnehmer auf Seiten der Bürgerlichen. Er verließ Dresden nach der Niederlage fluchtartig.

Mit der Reichsgründung 1871 verlor Sachsen seine politische Eigenständigkeit, Dresden bleibt jedoch auch innerhalb des Reiches eine der bedeutendsten Metropolen Deutschlands. In der Gründerzeit entwickelte sich Dresden zur Großstadt und hatte um 1905 bereits etwa 517.000 Einwohner. Dresden nahm im Ersten Weltkrieg keinen Schaden, die Novemberrevolution 1918 wirkte sich jedoch auch auf die Elbmetropole aus. Der letzte Sächsische König, Friedrich, musste 1918 abdanken. Dresden wurde innerhalb der Weimarer Republik Hauptstadt des Freistaates Sachsen. 1930 wohnten in der Stadt 632.710 Menschen.

Die Zerstörung

Im Gegensatz zu anderen deutschen Städten wurde Dresden bis kurz vor Kriegsende nicht von den Alliierten bombardiert. Dies schuf innerhalb der kriegsmüden Bevölkerung den trügerischen Eindruck, dass Dresden aufgrund seiner internationalen Berühmtheit von den Bomben verschont bliebe. Am Vorabend der Zerstörung hielten sich in Dresden neben der Stadtbevölkerung unzählige Flüchtlinge aus den Ostgebieten des Reiches (Schlesien, Pommern) auf. Kriegswichtige Industrie befand sich kaum im Stadtgebiet, ebensowenig waren Luftabwehreinheiten oder Abfangjäger in oder um Dresden stationiert.

Am 13. Februar 1945, um 22.13 Uhr, fielen die ersten Bomben. In mehreren Angriffswellen warfen britische und amerikanische Bomber innerhalb 14 Stunden mehr als 3000 t Bomben über dem Stadtgebiet ab. Die Folgen waren verheerend: Man schätzt, dass etwa 35 000 Menschen in dem Feuersturm umkamen. Gebäude von unschätzbarem Wert und Weltruhm waren unwiderruflich verloren. Elbflorenz, eine der schönsten Städte Deutschlands, hatte praktisch über Nacht aufgehört zu existieren.

Wiederaufbau und Sozialismus

Unter der sowjetischen Militärkommandantur begannen die Überlebenden mit dem Wiederaufbau der Stadt. Auf Weisung der DDR- Führung plante man den Aufbau Dresdens als sozialistische Metropole, weniger die Rekonstruktion des barocken Ensembles. So wurden in den 60er und 70er Jahren zwar u.a. Semperoper, Zwinger und Hofkirche wieder aufgebaut, auf der anderen Seite entstanden aber gesichtslose Plattenbauten, vor allem in der Johannstadt. Später ging man dazu über, am Rand Dresdens Plattenbausiedlungen zu errichten, die Stadtviertel Gorbitz und Prohlis stehen als Beispiel dafür. Die DDR-Oberen vernachlässigten die Rekonstruktion der nur leicht beschädigten Innenstadtteile, so waren die Dresdner Neustadt und vor allem das Hechtviertel bis in die Wendezeit völlig heruntergekommene Wohngegenden.

Wende und Gegenwart

Mit dem politischen Umbruch 1989 und der deutschen Einheit im darauffolgenden Jahr begann für Dresden der Aufbruch in eine neue Zeit. In nur einem Jahrzehnt entstanden sehr viele neue Gebäude, besonders in der Innenstadt. Denkmalpflege und Stadtrekonstruktion wurden intensiv betrieben, so dass, zehn Jahre nach der Einheit, Dresden in neuem Glanz erstrahlt. Sicher wurde in der Dynamik des Wiederaufbaus der eine oder andere Fehler begangen, insgesamt aber knüpft Dresden als Landeshauptstadt an vergangene glorreiche Zeiten an.

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