Attraktionen
Eine Stadt zu Fuss erkunden? Zugegeben, könnte anstrengend sein, aber im Fall von Basel ist es sehr zu empfehlen. Nicht nur, weil das Zentrum relativ klein ist, sondern auch, weil manche sehenswerte, mittelalterliche Seitengasse sich nur so besichtigen lässt.
Tour 1: Beginnen Sie Ihre Tour auf dem Marktplatz. Dank den Marktständen herrscht hier schon am frühen Morgen rege Geschäftigkeit. Nebst Obst und Gemüse kann man sich für den Spaziergang auch Wegzehrung in Form von Gebäck erstehen. Ein Muss ist der Blick in Richtung des roten
Rathauses. Die Häuserzeile ist nicht mehr komplett erhalten und wird durch die eine oder andere bauliche Sünde der jüngeren Vergangenheit empfindlich gestört. Besonders hübsch geraten aber der Jugendstilbau, welcher das Warenhaus
Globus beheimatet.
Allerlei Geschäfte tummeln sich rund um den Marktplatz, man kann sich also gleich dem Shopping-Fieber hingeben oder aber zuerst noch was für das Gemüt und die Fitness tun! Richten Sie deshalb Ihren Schritt Richtung Rhein und schauen Sie sich den
'Lällekönig' an, der über dem Eingang zum Restaurant Churrasco angebracht ist. Er mokiert sich bis heute über den Stadtteil auf der anderen Rheinseite, das Kleinbasel, indem er seine Zunge in besagte Richtung ausstreckt.
Wenn Sie sich auf die
Mittlere Rheinbrücke begeben, werden Sie in der Mitte auf das 'Käppelijoch' - eine kleine Kapelle - stossen, neben dem so manche unglückliche Frau vor langer Zeit ihr Leben lassen musste. Wenn man den Blick auf beide Seiten schwenken lässt, erhält man eine gute Ahnung davon, was das heutige Basel prägt. Schaut man rheinabwärts, treffen die Augen auf die industriellen Anlagen der lokalen Chemie-Giganten. Sie entscheiden bis heute ein gutes Stück über Glück und Unglück der Stadt. Rheinaufwärts entzückt das mittelalterliche Basel durch seine malerische Stimmung. Als ob die Neuzeit nie begonnen hätte.
Ein Stück zurück, den Münsterhügel vor sich, erklimmen Sie den steilen Rheinsprung. Eine Treppe rechts führt durch das Elftausend Jungfern-Gässlein zur
Martinskirche hinauf: der kleine Abstecher lohnt sich! Zurück auf dem Rheinsprung kommen Sie am ehemaligen Kollegiengebäude der Universität vorbei, es trägt die Nummer 11. Eingeweiht wurde die Basler Universität bereits im Jahre 1460. Vor dem
Blauen und Weissen Haus eröffnet sich Ihnen ein Panoramablick auf das Gebiet Kleinbasels zwischen der Mittleren Rhein- und der Wettsteinbrücke. Weiter vorne befindet sich das
Naturhistorische Museum und das
Museum der Kulturen; kaum noch etwas weist auf das frühere Augustinerkloster hin.
Endlich oben auf dem Münsterplatz angelangt, wird man sich ein wenig über die dort parkierten Fahrzeuge wundern. Der Platz wurde deshalb auch schon nicht völlig zu Unrecht als ''der schönste Parkplatz Europas'' bezeichnet. Falls Sie eine Pause benötigen, betreten Sie das Cafe Isaak, trinken dort einen riesigen Milchkaffee und kosten ein Stück des stadtbekannten Schokoladenkuchens.
Wie müde Sie auch immer sein mögen, ein Muss bleibt der Gang zum eindrucksvollen
Münster! Nicht nur weil hier der bekannte Humanist Erasmus von Rotterdam begraben liegt. Schreiten Sie durch den Kreuzgang und wenn Ihnen noch Puste bleibt, dann begeben Sie sich auf einen der beiden Münstertürme. Wem das zu viele Stufen sind, der darf auch 'nur' die herrliche Sicht und die romantische Stimmung auf der Pfalz (hinter dem Münster) geniessen. Bei schönem Wetter sollte man sich hier eine ausgedehnte Pause gönnen. Die unweigerlich entstandene, gute Stimmung gleich auszunützend, steigen Sie danach die Treppe bei der Pfalz hinunter und spendieren sich eine Überfahrt ins Kleinbasel mit der
Fähre. Sie entfliehen dadurch für einige Minuten jeglicher Hektik.
Tour 2: Ein beliebter Ort zum Verweilen oder für ein Rendez-Vous ist der Tinguely-Brunnen. Verständlich. Die geheimnisvollen, wasserspeienden Figuren und Maschinen sind äusserst vergnüglich und verkürzen jede Wartezeit. Wer was für seinen Kunstsinn tun will, geht eine der Ausstellungen in der Kunsthalle anschauen oder führt sich die abwechslungsreichen Programme des
Stadtkinos oder des Stadttheaters zu Gemüte. Kurz, ein Ort an dem die Kultur herrscht.
Das auch andere Freuden des Lebens nicht zu kurz kommen, dafür ist im Sommer der biergartenähnlichen Innenhof des
Restaurants Kunsthalle bzw. der
Campari Bar besorgt. Unter dem lauschigen Blätterwald eilen die Stunden dahin wie im Nu.
Wenn Sie sich hinunter Richtung Barfüsserplatz begeben, passieren Sie das relativ neue
Puppenhausmuseum, welches die alten Gefährten aus Kindertagen hochleben lässt. Wenn es Sie nach Mainstream-Kino dürstet, dann biegen Sie in die Steinen-Vorstadt ein. Wenn Sie die Massen meiden wollen, schwenken Sie auf den Barfüsserplatz ein.
In der ehemaligen Barfüsserkirche befindet sich heute das
Historische Museum, in welchem sich so manches Originalstück der Basler Vergangenheit befindet. Rund um den Platz haben sich ein paar der angesagtesten Lokale angesiedelt. Tradition und Kuchen beim
Cafe Huguenin, dicke Zigarren im
Des Art's, die stilvolle Art italienischer Küche in der
Bodega oder die häufig überfüllte Szene der
Rio Bar.
Die vier Wege, die früher oder später alle zum Marktplatz führen, gehören zu den bevorzugten Einkaufsmeilen der Basler und Baslerinnen. An der Freien Strasse, der Falknerstrasse, Gerber- und Münzgasse spielt Geldausgeben eine wichtige Rolle. Bücherläden wie
Olymp & Hades oder
Jäggi befinden sich hier ebenso wie die Kleiderketten H & M oder Benetton und die Nobelausstatter
Fein Kaller und Trois Pommes. Sie, aber auch diverse Uhren- und Schmuckläden, sind stets dafür besorgt, dass der Rubel rollt.
Einen Zwischenstop wert ist die Hauptpost an der Rüdengasse. Ob Sie nun Ihren Liebsten Post schicken wollen oder nicht. Die neugotische Schalterhalle von 1910 ist einfach zu schön, um links liegen gelassen zu werden!
Genehmigen Sie sich im Fumare Non Fumare einen ausgezeichneten Latte Macchiato. Wieder gestärkt gehen Sie dann auf den Rümelinsplatz, wo sich Musikliebhaber im
Roxy an der neuesten CD ihrer Wahl laben können. Wenn Sie die Richtung Schneidergasse einhalten, dann werden Sie dort unweigerlich an vielen kleinen, teilweise obskuren Geschäften vorbeikommen. Finden können Sie alte Stiche und Bücher, einen Kerzenladen, das Heimatwerk, Designobjekte aller Gattungen und anderes mehr.
Gleich bei der
Hasenburg, dem Lokal für die Schweizer Rösti-Spezialitäten (geraffelte, gebratene Kartoffeln in den verschiedensten Geschmacks-Variationen), biegen Sie auf den Andreasplatz ab. Plötzlich ist alles wieder ein wenig ruhiger. Falls Sie Brot-Spezialitäten schätzen, statten Sie dem dortigen Bäckerei-Geschäft
Bio Andreas unbedingt einen Besuch ab.
Nicht ganz einfach zu erkennen ist der Weg, der vom oberen Ende des Andreasplatzes zum Imbergässlein (Imber = Ingwer) führt. Vorbei am trendigen Second Hand Kleiderladen
Kangaroo, gelangt man in die mittelalterliche Gasse. Oben angelangt befindet man sich am Nadelberg. Einige der Universitätsinstitute befinden sich an dieser hübschen Lage. Besonders sehenswert ist das
Schöne Haus bzw. der Schöne Hof. Treten Sie einfach durch die grosse Holztür und schauen Sie sich um.
Variante 1: man hält sich nach rechts und gelangt bald zur
Peterskirche. Auf dem gegenüberliegenden Petersplatz spielt sich samstags der grosse
Flohmarkt ab. Das Hauptgebäude der Universität, das Kollegiengebäude, steht ebenfalls an diesem Platz. Halten Sie sich auf der linken Seite des Platzes, immer den Universitätsbauten entlang. Noch ein, zwei Kurven und Sie werden unweigerlich auf das vielleicht schönste Stadttor der Schweiz treffen, das
Spalentor. Von dort aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Botanischen Garten der Universität. Er weist etwa 8000 verschiedene Pflanzenarten auf und bietet Ihnen die vielleicht wieder bitter nötig gewordene Erholung.
Variante 2: man hält sich nach links und gelangt an den Spalenberg. Hier sind bei sommerlichen Temperaturen häufig Strassenmusikanten zuhören. Eine ungetrübte Idylle, es handelt sich ja auch um eine Fussgängerzone. Auch hier gibt es viele kleine und lebhafte Geschäfte zu entdecken. Billig ist allerdings selten etwas. Dafür kann man sich auch an den vielen schönen Häusern ergötzen. Ist die Weihnachtszeit nah, dann sollten Sie dem Laden von Johann Wanner einen Besuch abstatten. Der hier erhältliche Weihnachtsschmuck ist von unvergleichlicher Güte und Klasse!
Wenn Sie noch nach mehr Ambiance streben, dann beziehen Sie auch den Gemsberg (zu Ihrer rechten Hand) in den Spaziergang ein. Viele der gotischen Häuschen waren früher von Handwerksbetrieben bewohnt. Heute vornehmlich eine exquisite und ruhige Wohngegend. Auf jeden Fall aber ein wunderschönes Stücken Altstadt.
Tour 3: Die dritte Tour führt ein wenig weg von den grösseren Menschenansammlungen. Wen es nach ein bisschen mehr Ruhe dürstet, dem sei dieser Spaziergang ans Herz gelegt. Vom Münsterplatz aus, schlagen wir den Weg in die Rittergasse ein. Sehenswert ist der Ramsteinerhof, ein barockes Wohnhaus, 1327 erstmals erwähnt. Bemerkenswert sind die bis zum Rhein hinunter führenden, prächtigen Gartenanlagen.
Am Ende der Rittergasse angelangt, erblickt man das Kunstmuseum. Die Sammlung hat verdientermassen einen hervorragenden Ruf. Der Besuch ist ein Muss für Freunde der Kunst. Danach überqueren Sie die verkehrsreiche Strasse und gelangen in die St. Alban-Vorstadt. Anhänger des gezeichneten Striches sollten unbedingt das dortige
Karikatur & Cartoon Museum aufsuchen. Der ganze Strassenzug ist gespickt mit relativ bescheidenen, aber wirkungsvollen bürgerlichen Bauten aus der Gotik und dem Barock.
Steil führt der Weg den Mühlenberg hinunter. Ein kleiner Fussweg geleitet Sie zu den Überresten des 1083 gegründeten Kluniazenserkloster und zur
St. Alban-Kirche. Die erhalten gebliebenen Teile des Kreuzganges sind mehr als bloss sehenswert. Jungen und junggebliebenen Menschen sei die Jugendherberge am St. Alban-Kirchrain wärmstens empfohlen. Die ehemalige Bandfabrik wurde mit gutem Augenmass für Gegenwart und Vergangenheit in ein veritables Schmuckstück umgebaut.
Die Moderne hat ein Heim im
Museum für Gegenwartskunst. Das 1980 eröffnete Museum, ebenfalls eine umgebaute Fabrik, reiht einen Höhepunkt künstlerischen Schaffens locker gleich an den nächsten. Ein paar Schritte weiter trifft man auf das
Schweizerische Papiermuseum. In der ehemaligen Papiermühle ist seit 1980 ein Arbeitsmuseum untergebracht, d.h. es wird nicht nur auf die Geschichte des Papiers eingegangen, sondern es wird weiterhin Papier nach alter Väter Sitte geschöpft.
Im St. Alban-Tal gibt es noch Überreste der äusseren Stadtmauer (1386 entstanden)zu sehen. Sie führte bis 1911 an den Rhein hinunter. Der hölzerne Wehrgang stammt aus dem aus dem 16. und 17. Jahrhundert, der Letziturm entstand 1676.
Dann heisst es sich auf die
St. Alban-Fähre zu begeben. Mit ihr gleiten Sie geräuschlos ins Kleinbasel. Von hier aus flanieren Sie dem Schaffhauserrheinweg entlang. Das schwache Verkehrsaufkommen ist ein Pluspunkt. So kann man die Sicht auf Grossbasel auch wirklich geniessen. Diese entfaltet ihre volle Wirkung aber erst nachdem Sie unter der Wettsteinbrücke durchmarschiert sind.
Wer noch Kraft in den Beinen hat, dem wird ein kleiner Seitenausflug zur
Theodorskirche empfohlen. Auf dem dortigen Kirchplatz befindet sich auch der Eingang zur ehemaligen
Kartause, dem heutigen Waisenhaus. Ohne diesen kleinen Umweg gelangen Sie auf direktem Wege auf den Oberen Rheinweg. Sie sind wieder auf dem Gebiet, welches ehedem innerhalb der Stadtmauern lag. Keine Überraschung deshalb, dass viele der oft schönen Häuser auf eine jahrhundertelange Geschichte zuückschauen können. Ob Sie nun die Strecke hinunter bis zum ehemaligen
Kloster Klingental voll auskosten wollen oder bei der Mittleren Rheinbrücke bereits wieder ins Grossbasel zurückkehren wollen, sei voll und ganz Ihrer Lust und Laune überlassen.