Unterhaltung

Kunst ist alles andere als ein Fremdwort in Basel. Alljährlich pilgern Aussteller, Sammler und Interessierte zur ART, an die grösste und gewichtigste Kunstmesse. Eindrücklich auch, dass das Telefonverzeichnis unter dem Stichwort Galerien um die 100 Einträge liefert. Die vor wenigen Jahren eröffnete Fondation Beyeler beheimatet eine Privatsammlung allererster Güte. In Klasse nicht hinten anzustehen braucht die öffentliche Sammlung des Kunstmuseums, ob Holbein oder die Impressionisten, Meisterwerke in Hülle und Fülle. Fachkundig wird die Moderne im Museum für Gegenwartskunst betreut. Hochklassige Wechselausstellungen in Sachen zeitgenössischer Kunst sind in der Kunsthalle anzutreffen. Das Tinguely Museum ist ganz dem Schweizer Eisenplastiker gewidmet und verzaubert durch seine verspielten Maschinen.

Kinos

Die meisten Kinos sind in unmittelbarer Nähe des Barfüsserplatzes, in der Steinenvorstadt, zu finden. Das gilt für alle Mainstream-Kinos. Beeindruckend ist das monumentale Küchlin, das nach langem Hin und Her endlich unter Denkmalschutz steht. In Basel herrscht in den Kinos ein Einheitspreis; der Montag gilt als Kinotag und der Eintritt ist ein klein wenig billiger als sonst. Normalerweise sind die Filme in der Originalversion mit Untertiteln zu sehen. Ausnahmen sind selten, wenn dann handelt es sich meist um einen Kinderfilm.

Die unentdeckten Perlen der Kinowelt sind meist anderswo aufzutreffen. Leider manchmal dafür auch nicht ganz so zentral gelegen. Das Camera widmet seine Leinwand häufig dem Fimschaffen der dritten Welt. Das Stadtkino überzeugt durch kluge Retrospektiven, während das jüngste Kind der Kino-Familie, Filmpalast, für Schräges mit Geschmack sorgt.

Museen und Galerien

Die Museumsdichte von Basel ist wahrlich beeindruckend. Es scheint kaum ein Jahr zu vergehen, in dem nicht ein neues Museum seine Tore öffnet. Leicht gruselig kann es im Anatomischen Museum werden, die menschliche Präparate sind keine Sache für jedermann. Klein, aber fein ist das Architekturmuseum, das mit seinen ausgezeichneten Wechselausstellungen Werbung in eigener Sache macht. Das Puppenmuseum reiht 6'000 Puppen und Teddybären aneinander. In einer ehemaligen Papiermühle ist passenderweise das Papiermuseum untergebracht, es kann auch selbst Papier geschöpft werden. Ein wenig ausserhalb (in Weil/Deutschland) liegt das Vitra-Design-Museum, es widmet sich der Alltagskultur und weist eine herausragende Sammlung moderner Möbel auf. Mit anderen Worten: Basel hat bestimmt auch ein Museum für Ihren Geschmack!

Musik

Klassik Die klassische Musik ist an vielen verschieden Spielorten anzutreffen. Das Kammerorchester, das Collegium Musicum, die Basler Sinfonietta und nicht zuletzt das Basler Symphonieorchester bürgen für hohe Qualität an wechselnden Plätzen. Spezieller Genuss ist garantiert, wenn im Stadtcasino aufgespielt wird, der grosse Saal ist für seine hervorragende Akustik bekannt. Anerkannt für ihre besondere Atmosphäre sind auch Konzerte im Münster und in der Martinskirche stattfinden.

Rock/Pop/Jazz Diese Stilrichtungen werden nicht mehr ganz so stiefmütterlich behandelt wie das in Basel auch schon der Fall war. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf das Atlantis mit seinen meist bewährten Acts. Die Kuppel führt oft verspieltere Bands, während in der Kaserne die Alternativmusik ihre Urstände feiert. Den Jazz-Freund hingegen zieht es zum The Bird's Eye, wo er sich auch gut aufgehoben fühlen darf.

Tanz Tanz scheint in Basel keine allzu grosse Lobby mehr zu haben. Jahrelang war die Stadt stolz auf ihr Ballet mit Weltruf. Doch die öffentlichen Gelder wurden gekappt und im subventionierten Dreispartenbetrieb (Schauspiel, Oper & Ballet) hatte das Balletensemble die schlechtesten Karten und wurde kurzerhand zur modernen Tanztruppe umfunktioniert. Anklang fand dieser Wechsel aber vornehmlich bei der Kritik und nicht beim Publikum. Einzige konstant schien der Wechsel der künstlerischen Leitung zu sein. So ist auch heute unklar wie das Publikum auf die Neuerungen für die kommende Saison reagieren wird.

Oper, Theater und Musical

Der Oper und dem Theater wird im grössten Dreispartenbetrieb der Schweiz gehuldigt. Nachdem die ärgsten finanziellen Hürden genommen scheinen, erstrahlt vor allem das Schauspiel wieder in neuem Glanz. Es bekommt in absehbarer Zeit eine neue Heimat, an der schon kräftig gewerkelt wird. Was aus dem jetzigen Spielort, der Komödie, wird ist weitgehend unklar. Oper & Tanz bleiben weiterhin im Stadttheater, dessen Vorplatz mit einer Serra-Plastik bestückt ist.

Das Phantom der Oper hat auch in Basel seine Spuren hinterlassen und entstanden ist das moderne Musical Theater Basel in dem Operngastspiele und Musicals gezeigt werden. Kleinere Bühnen wie das Fauteuil, das Theater im Teufelhof, die Baseldytschi Bihni(mit Dialektstücken) oder das Basler Marionettentheater sind mehr als blosse Ergänzung und tragen viel zur kulturellen Lebendigkeit bei. Sei es mit politischem Kabarett, experimentellem Theater oder auch mal einem im einheimischen Idiom gesprochenen Schwank. Ein spannendes Theaterfestival gehört zum Angebot der Kulturwerkstatt Kaserne, Produktionen kommen aus Ländern wie Südafrika oder dem Baltikum.

Nachtleben

Die Clubs sind nicht immer auf dem neuesten Stand, unterschreiten dafür selten bis nie gewisse Mindeststandards. Die Babalabar ist der eigentliche Klassiker, der nie ganz ausser Mode zu kommen scheint. Wenn in der Kuppel keine Konzerte stattfinden, dann ist dort die tanzwütige Jugend zu Gange. Bordello setzt auf italienisches Flair und Mad Max richtet sich an ein Zielpublikum über 30.

Was ist wo?

Unterhaltungsmöglichkeiten in den einzelnen Stadtteilen

Die Innenstadt ist am Abend ganz in den Händen der Jugend. Ein Grossteil der Kultur und der sonstigen Unterhaltung spielt sich auf diesem engen Raum ab. Die Einrichtung einer Fussgängerzone hat diesen Trend noch verstärkt. An einem sommerlichen Samstagabend muss man Geduld zeigen, denn ein Vorwärtskommen durch die Massen kann zeitaufwendig sein.

Das Kleinbasel hingegen hat einen eher alternativen Ruf. Die wenigen Trend-Bars sind ziemlich weit verstreut und haben alles andere als ein homogenes Publikum. Türkische Kleinst-Lokale gibt es in grosser Anzahl, sie halten Kebabs, Döner und türkischen Kaffee feil und bieten exotisches Ambiente. Schummrige Bars scheinen fast an jeder zweiten Ecke zu bestehen und der Umgangston klingt manchmal ein klein wenig rauher als auf der anderen Seite des Rheins.

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