Geschichte
Wie so oft hat alles ganz klein begonnen. Schon die Römer hatten etwas übrig für den schönen Zürichsee; er dürfte einer der Gründe für die Errichtung einer Zollstation mit Garnison gewesen sein. Genannt Turicum. Zeit: 15 v. Chr. Ort: in der Nähe des heutigen Lindenhofs. Um 370, knappe 30 Jahre vor dem Abzug der Römer entsteht auf demselben Platz ein Kastell. Mit den Jahrhunderten folgen auf die Römer erst die Alemannen, dann die Franken.
853 wird das Fraumünster durch Ludwig den Deutschen (ein Enkel Karls des Grossen) begründet. Aus dem Jahr 929 stammt die erste urkundliche Erwähnung der Stadt. Otto der Grosse verband Italien wieder mit Deutschland, dies hatte zur Folge, dass Zürich seine ohnehin bestehende Knotenpunktfunktion weiter ausbauen konnte; die deutschen Kaiser hielten diverse Male auf dem Lindenhof Einzug, um ihre Angelegenheiten in Italien zu regeln. 1098 gelangt die Reichsvogtei Zürich in die Hände der Zähringer; mit deren Aussterben im Jahr 1218 wird Zürich freie Reichsstadt. Zwei Jahre später kommt es zur Einführung eines städtischen Rates. Nach der Gründung der Eidgenossenschaft im Jahre 1291 verbindet sich Zürich mit den Urkantonen gegen Habsburg. Nach einer Niederlage gegen die Habsburger wird die Stadt belagert. 1336 verlieren die Kaufleute und Ritter ihre Vormachtsstellung im Rat und auch den Handwerkern werden Rechte zugebilligt: sie schliessen sich in 13 Zünften (Handwerkerorganisationen) zusammen. 1351 wird Zürich Mitglied der Eidgenossenschaft und bleibt es trotz diversen Konflikten in der Folgezeit auch.
1519 wird Huldrych Zwingli Leutpriester des Grossmünsters, er gilt als einer der grossen Reformatoren. Es folgen die Anfänge des Bildersturmes und im Jahr 1525 hat sich die Reformation endgültig durchgesetzt. 1648 wird Zürich auch formell aus dem Deutschen Reich entlassen. Mit dem Einmarsch der Franzosen 1798 endet auch die Geschichte der alten Eidgenossenschaft. 1799 ist die Stadt Kriegsschauplatz und wird belagert durch Franzosen, Österreicher und Russen. Unverdrossen nimmt jedoch der wirtschaftliche Aufschwung seinen Lauf: 1833 kommt es zur Gründung der heute grössten und wichtigsten Universität der Schweiz, 1847 verkehrt die erste Eisenbahn des Landes von Zürich aus. Durch die Eingliederung von elf bisher selbstständigen Nachbargemeinden wächst die Stadt sprunghaft auf 120'000 Einwohner an. Während den beiden Weltkriegen ist Zürich Zufluchtsort vieler Verfolgter. Lenin lebt etwa für kurze Zeit hier, ebenso Albert Einstein. Nach den 68er Unruhen, erlebt Zürich weitere heftige Jugendproteste anfangs der 80er Jahre. Weltweit in die Schlagzeilen gerät die Stadt durch ihre offene Drogenszene auf dem Platzspitz, auch noch als ''needle park'' in Erinnerung.
Ob Banken, Wirtschafts-, und Dienstleistungssektor oder Kultur: hierzulande gilt Zürich mit seinen 360'000 Einwohnern (ohne Agglomeration) als eindeutiger Schrittmacher und Mass aller Dinge.