Die Frage nach dem Alter von Antwerpen ist eine, über die diskutiert wird. Wie immer, Ausgrabungen haben gezeigt, dass es sicher eine Besiedelung an der Krümmung des Flusses Schelde im zweiten und dritten Jahrhundert während der galloromanischen Periode gab.
Das alte Dorf wurde im Jahr 836 von den Normannen zerstört und die ersten Spuren von Antwerpen als befestigte Siedlung gehen bis 980 zurück. Im Jahre 1356 wurde sie an die Grafschaft Flandern angeschlossen und verlor dadurch viele Privilegien, welche teilweise zu Brügges Vorteil gingen. Fünfzig Jahre später änderte sich die politische und wirtschaftliche Lage wieder und das goldene Zeitalter begann. Antwerpen wurde eine Hauptstadt der Weltklasse.
Ein erster wirtschaftlicher Aufschwung kam in der ersten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts und Antwerpen wurde das wichtigste Handels- und Finanzzentrum von Westeuropa. Sein Ansehen basierte hauptsächlich auf seinen Hafenanlagen und seinem Wolle-Markt.
Um 1450 zählte Antwerpen 20.000 Einwohner und wurde zur größten Handelsstadt im Brabant. Einige berühmte Namen aus dieser Zeit sind die Maler Quinten Metsys und Bruegel sowie der Drucker Plantijn, die Humanisten und Wissenschaftler Lipsius, Mercator, Dodoens und Ortelius.
In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts stand die Stadt im Brennpunkt der politisch-religiösen Auseinandersetzungen zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen Spanien und war dadurch in eine Reihe von schwerwiegenden Anfeindungen verstrickt. Im Jahre 1566 kam es zum Bildersturm und 1576 waren es die Angriffe der Spanier. Schließlich kam es im Jahre 1585 zum Niedergang Antwerpens.
Nach dem Fall kam die Stadt unter die Herrschaft von Philip II und die nördlichen Niederländer versperrten den Zugang zur Schelde. Aus wirtschaftlicher Sicht war dies eine Katastrophe. Um die Situation noch zu verschlechtern, plünderten nicht nur die Protestanten die Stadt, sondern auch die Wirtschaftsleute und die intellektuelle Elite waren dabei.
Aber die Stadt setzte die kulturelle Blüte bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts mit Malern, wie Rubens, Van Dyck, Jordaens und Teniers, die Bildhauerfamilien Quellin und Verbrugghen und den Druckern, fort.
Von 1650 bis in das neunzehnte Jahrhundert ist eine ziemlich ereignislose Periode. Die Schelde blieb für den Verkehr geschlossen und die Hauptstadt wurde eine provinzielle Stadt. Unter Österreichischer Herrschaft von 1715 bis 1792 versuchte Josef II den Fluß durch Militäreinsatz frei zu bekommen. Jedoch der Plan schlug fehl. Im Jahr 1795, unter französischer Besetzung, gelang die Öffnung, aber jetzt begegneten die Schiffe einer englische Blockade.
Nach der Niederlage von Napoleon bei Waterloo 1815 folgte eine kurze Wiedervereinigung mit den Nord-Niederlanden und eine ebenso kurze Periode des Wohlstandes, welcher dann in der Belgischen Revolution 1830 endete. Der Fluß Schelde wurde wieder gesperrt.
Erst seit 1863 ist er ununterbrochen geöffnet. Abgesehen von den Unterbrechungen durch die zwei Weltkriege hat Antwerpen im zwanzigsten Jahrhundert eine stabile wirtschaftliche Entwicklung erfahren. Seine Bedeutung als eine der Hauptkulturstädte von Europa wurde 1993 bestätigt. Antwerpen wurde zur Kulturhauptstadt Europas erklärt.
Heute gedeiht die Stadt und das Zusammenleben von Nationalitäten von nah und fern erfolgt in Harmonie.
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