Geschichte

Schon in frühester Zeit bietet das lnntal auf Grund seiner verkehrsgeographisch günstigen Lage gute Voraussetzungen für eine Besiedlung. In der Bronzezeit werden die hochwassergeschützten Terrassen rings um den Innsbrucker Talkessel von lllyrern und Rätern besiedelt. Das belegen Funde von Urnengräbern in den Stadtteilen Wilten, Hötting und Mühlau aber auch Mauerreste einer rätischen Siedlung am Turmbühel bei Vill. Zahlreiche Ortsnamen der Umgebung, z. B. Aldrans, Lans, Igls oder Vill, zeugen noch heute von jener alten Besiedlung.

Um das Jahr 15 v. Chr. expandiert das Römische Reich gewaltsam nach Norden. Damit gliedert es den zentralen Alpenraum und das Alpenvorland bis hin zur Donau in den römischen Machtbereich ein. Zu dieser Zeit wird dem Gebiet um das heutige Innsbruck als Durchzugsraum römischer Truppen große Bedeutung zu Teil. Die Römer legen die befestigte Straßenstation Veldidena, welche dem heutigen Stadtteil Wilten entspricht, zur Sicherung des Brennerweges an. Um diese Station herum entsteht schon bald eine Ortschaft.

Die Bajuwaren dringen im Zuge der Völkerwanderung in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts vom Norden her in das Inntal ein. Dieses wird somit Teil des bayrischen Stammesherzogtums.

Aus machtpolitischen Überlegungen entzieht der deutsche Kaiser aber den bayrischen Herzögen um die Jahrtausendwende das strategisch wichtige Bergland. Dieses wird damals noch schlicht "Land im Gebirge" genannt. Er überträgt die Besitzungen in weiterer Folge den Bischöfen von Brixen. Vor allem die Grafen von Andechs bringen ihre geistlichen Lehensherren mit der nun folgenden Verselbständigung der Tiroler Alpentäler um immer größere Machtanteile. Die Grafen werden die bedeutendsten Territorialherren im Tiroler Kernland. Innsbruck entwickelt sich schon bald zum Zentrum des Herrschaftsbereiches der Grafen von Andechs.

Unterhalb des Stadtteiles Hötting entsteht im 12. Jahrhundert ein Markt, den die Grafen von Andechs im Jahre 1180 an das südliche Innufer verlegen. 1187 wird der Name "lnnsprucke" erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1239 wird Innsbruck das Stadtrecht verliehen. Von ihrer ursprünglichen Bedeutung und Funktion leitet sich der Name der Stadt ab: "Brücke über den Inn." Der günstig gelegene Flussübergang ist für den Handel zwischen den Ländern dies- und jenseits der Alpen von sehr großer Wichtigkeit. Die Grafen von Andechs lassen gegenüber der heutigen Ottoburg zum Schutz der Ansiedlung eine Festung errichten.

1248 erwirbt Graf Albert III. von Tirol das Unterinntal samt Innsbruck. Damit ist die Vereinigung der Grafschaften um den Brenner vollzogen. Das Jahr 1248 geht in die Tiroler Geschichtsschreibung als das "Geburtsjahr Tirols" ein. Herzog Friedrich IV. verlegt die Landesresidenz von Schloss Tirol bei Meran nach Innsbruck, das 1429 zur Landeshauptstadt von ganz Tirol wird. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebt Innsbruck seine Glanzzeit. Kaiser Maximilian I. macht die Stadt zum Zentrum seiner neuen Verwaltungs-, Kultur- und Finanzpolitik. Diese Impulse beeinflussen weitgehend lnnsbrucks innerstädtischer Charakter. Um 1500 ließ Kaiser Maximilian I., der "letzte Ritter", das Goldene Dachl, einen reliefgeschmückten Renaissanceerker mit vergoldeten Kupferschindeln in der Innsbrucker Altstadt errichten. Das Goldene Dachl zieht heutzutage als das berühmte Wahrzeichen Innsbrucks Menschen aus aller Herren Länder an. Vor allem die beiden Baudynastien Türing und Gumpp prägen von dieser Zeit an bis weit herauf ins 18. Jahrhundert das architektonische Bild Innsbrucks.

1665 erlischt die Tiroler Linie der Habsburger. Kaiserin Maria Theresia jedoch verhilft der Stadt noch einmal zu neuem Glanz, als sie die Hofburg ausbauen und die Triumphpforte errichten lässt.

Im Jahre 1805 muss das von Napoleon I. besiegte Österreich im Friedensvertrag von Preßburg Vorarlberg, Brixen, Trient und Tirol an die Bayern abtreten, die in Innsbruck einen Behördensitz einrichten. Nach den vorerst erfolgreichen Befreiungskämpfen am Berg Isel macht Andreas Hofer Innsbruck 1809 zum Sitz seiner zivilen Regierungsgewalt. Noch im selben Jahr überrollen bayrische und französische Truppen erneut Tirol. Bis es 1814 auf dem Wiener Kongress wieder Österreich zugesprochen wird, bleibt Tirol in bayrischem Besitz.

Überregionale Bedeutung erlangt Innsbruck erst wieder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge von verkehrstechnischen Erschließungen. 1867 wird die Eisenbahnlinie über den Brenner, 1884 jene durch den Arlberg eröffnet. Damit wird Innsbruck zum Knotenpunkt wichtiger europäischer Nord-Süd und Ost-West Verbindungen. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges läuft auch die Funktion als Hauptstadt für den südlich des Alpenhauptkammes gelegenen Landesteil Südtirol ab. lm Zweiten Weltkrieg erleidet die Stadt durch zahlreiche Luftangriffe schwere Schäden. 1964 finden erstmals die Olympischen Winterspiele statt. 1976 ist Innsbruck erneut Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Dies bereichert die Stadt um eine große Zahl modernster Sportanlagen. So war zum Beispiel das Olympia Eisstadion Austragungsort der Olympischen Bewerbe im Eisschnelllauf, Eiskunstlauf und Eishockey.

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