Das frühe Salzburg
Im Bundesland Salzburg wird wie in keinem anderen österreichischen Landesteil die Kultur, Kunst und Geschichte von der Landeshauptstadt Salzburg definiert. Unter anderem weisen Funde in der Nähe des heutigen Stadtteils Hallein auf eine Besiedlung schon in der Altsteinzeit hin. Das Stadtgebiet von Salzburg war ab der Jungsteinzeit besiedelt. Mit dem Beginn der römischen Herrschaft 15 v. Chr. wurden Höhlensiedlungen durch eine Stadt am linken Ufer der Salzach abgelöst. Der Name: 'Ivavo', oder in seiner keltischen Form 'Iuvavum'. Nach dem Zusammenbruch der römischen Verwaltung sind eine Christengemeinschaft und ein Kloster bezeugt. Bis in das frühe Mittelalter hielten sich Teile der kelto-romanischen Bevölkerung auf der befestigten Nonnbergterasse.
Stadt der Bischöfe
Bischof Rupert von Worms, der um 696/700 nach Salzburg kam, erhielt vom Baiernherzog Theodo die Reste der Römerstadt geschenkt und gründete das Kloster Sankt Peter, sowie auf dem Nonnberg ein Frauenkloster, heute das älteste nördlich der Alpen. Der deutsche Name Salzburg erscheint erstmals im Jahre 755. 739 wurde Salzburg Diözese und 798 durch Papst Leo III. zum Erzbistum der bairischen Kirchenprovinz erhoben. Wichtig für die kulturelle und künstlerische Entfaltung Salzburgs war Bischof Virgil, der Mitte des 8. Jahrhunderts aus Irland kommend in Salzburg residierte. Kaiser Otto III. verleiht Salzburg schließlich im 'Geburtsjahr' Österreichs 996 das Marktrecht, ab dem 12. Jahrhundert war Salzburg die älteste Stadt auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich (die gilt im mittealterlichen Rechtssinn, für Wien und Enns existieren ältere schriftliche Stadtrechtsurkunden). 1077 errichtet man unter Erzbischof Gebhard die Feste Hohensalzburg, nach Zerstörungen sorgte Erzbischof Konrad I. (1105-47) für den Wiederaufbau und für einen Ausgleich zwischen dem Domkapitel und der Abtei St. Peter. Im Kampf gegen Kaiser Friedrich I. Barbarossa fiel Salzburg in der Nacht vom 4. zum 5. April 1167 einem Brand zum Opfer. Nachdem bereits nach 1121 eine erste Stadtmauer angelegt worden war, wurden 1278 die Stadt und der Stadtteil am rechten Salzachufer ummauert, ein 2. Mauerring wurde anlässlich der Stadterweiterung 1465-80 angelegt. Das älteste Stadtrecht stammt von 1287. Im 15. Jh. vergab das durch den Fernhandel reich gewordene Bürgertum zahlr. Aufträge an Künstler.
Das 'deutsche Rom' oder Barock à la Salzburg
Den Ruf eines deutschen Rom bekam Salzburg unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau , der Ende des 16. Jahrhunderts am Werke war. Er leitete eine fast zweuhundert Jahre dauernde Pahse ein, die der Stadt Salzburg eine grundlegende Umgestaltung und zahlreiche barocke Bauten bescheren sollte. Die Idee einer 'idealen Stadt' mit fünf großen Plätzen rund um den Salzburger Dom nach Scamozzi versuchte er durch den Abriss einer Vielzahl von Häusern zu erreichen - wenig erfolgreich, wie sich später herausstellen sollte. Das Residenz-Neugebäude und der Sebastiansfriedhof gehen nichtsdestotrotz auf das Konto Wolf Dietrichs. Solari aus Verna schuf zu Beginn des 17. Jahrhunderts das frühbarocke Salzburg. Salzburger Dom, Schloss und Schlosspark Hellbrunn und die Befestigungsanlagen des 30-jährigen Krieges spiegeln das italienische Barock der Zeit wieder. Vom österreichischen Barock abgelöst kamen unter J. B. Fischer Meisterwerke wie die Felsenreitschule oder das Schloss Klessheim zu Stande. Sein Konkurrent von Hildebrandt schuf das Schloss Mirabell, das 1816 durch einen Brand weitestgehend zerstört wurde. 1622 kommt es zur Aufwertung des Gymnasiums zur Universität.
Salzburg und Österreich
Mit der Angliederung Salzburgs an Österreich ob der Enns durch die Habsburger im Jahr 1805 setzte so etwas wie eine Rezession ein. An diese Zeit erinnern die übergeordneten Behörden in Linz (Oberlandesgericht, Bundesbahndirektion, Postdirektion). 1810 bis 1815 war Salzburg vorübergehend wieder in bayrischem Besitz. Ab 1816 war Salzburg endgültig österreichisch. Im Jahr 1848 wurde Salzburg die Hauptstadt des Kron- und Bundeslandes Salzburg. Erst die Errichtung des Kronlands Salzburg 1850 beziehungsweise 1861, die Eröffnung der Westbahnstrecke 1860, die Positionierung der Stadt mit eigenem Statut 1869, vor allem aber die Aufhebung des fortifikatorischen Bauverbots und die Schenkung der Festungswerke durch Kaiser Franz Joseph I. leiteten wieder einen Aufschwung ein. Wälle, Gräben und Stadttore wurden größtenteils geschliffen, die Salzach reguliert und die Neustadt am rechten Flussufer unter Einbeziehung von Schloss Mirabell angelegt. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die Elisabeth-Vorstadt (das heutige Itzling) und Lehen als neue Stadtviertel. Durch Eingemeindung kamen in den Jahren 1935 und 1939 Maxglan, Gnigl, dann Aigen, Leopoldskron und Morzg zum Stadtgebiet. Im 2. Weltkrieg wurden über 40 Prozent der Gebäude der Stadt Salzburg zerstört oder schwer beschädigt.
Der im 19. Jh. einsetzende Fremdenverkehr erhielt mit Gründung der Salzburger Festspiele (erste "Jedermann"-Aufführung 1920) enormen Aufschwung. Das Mozarteum und die wieder errichtete Universität sind die führenden Einrichtungen der Landeshauptstadt in Kultur und Wissenschaft. Ein vorbildliches Altstadterhaltungsgesetz und die Bewahrung eines Grünlandgürtels im Süden der Stadt kennzeichnen die jüngste Entwicklung. Da die städtische Wirtschaft v. a. von Handel und Dienstleistungsgewerbe lebt, entstanden kaum größere Fabriksbauten.
Salzburg nach 1945
Von 1945-55 war Salzburg Hauptquartier der US-amerikanischen Besatzungszone. Die Diktion einer 'heimlichen Hauptstadt' Westösterreichs stammt aus jener Zeit. Nach dem Staatsvertrag 1955 ziehen die US-Truppen ab. 1959 wird der wiederaufgebaute Salzburger Dom geweiht, im Jahre 1962 ist Salzburg wieder Universitätsstadt. Das politische System der Stadt blieb über mehrere Jahrzehnte weitgehend gleich. Von 1946 bis 1992 stellte die SPÖ den Bürgermeister. ÖVP und FPÖ sind an der Stadtregierung beteiligt. 1997 wurde die Altstadt von Salzburg in der Kategorie Kulturdenkmal in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.
Die Stadt Salzburg zählt heute rund 150.000 Einwohner. Etwa 4.000 kulturelle Veranstaltungen gibt es im Jahresschnitt und es werden pro Jahr ca. 6,7 Millionen Besucher gezählt. Die Landeshauptstadt Salzburg ist neben der Bundeshauptstadt Wien die wichtigste Städtetourismus-Destination Österreichs.
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