Unterhaltung
Kunst Hannover hat etliche Museen und Galerien zu bieten, von denen einige einen ausgezeichneten Ruf und großes internationales Renommee besitzen.
International hoch angesehen ist das
Sprengel Museum für seine Sammlung der klassischen Moderne. Direkt am Maschsee gelegen ist, findet man hochkarätige Exponate der Neuzeit, unter anderem Beckmann, Chagall, Ernst, Klee, Nolde, Picasso sowie die Werke des aus Hannover stammenden Dada-isten Kurt Schwitters.
Erwähnenswert ist auch das
Kestner-Museum, das seit 1884 die Sammlung des Kunstsammlers August Kestner beherbergt. Hier kann man vor allen Dingen ägyptische, griechische, etruskische, römische und nachantike Kunst erleben.
Unverzichtbar für Freunde moderne, zeitgenössischer Kunst ist die
Kestner-Gesellschaft neben dem Anzeigerhochhaus: Hier kann man zeitgenössische Kunst und Exponate von namhaften deutschen Künstlern wie Immendorff, aber auch ständig wechselnde Ausstellungen internationaler Größen wie Andy Warhol oder Helmut Newton bewundern.
Neben der Kestner Gesellschaft der zweite namhafte private Kunstverein ist der Kunstverein Hannover, der auch international bekannte zeitgenössische Künstler präsentiert, sich aber auch mit der Förderung junger Kunst internationalen Ruf erwerben konnte.
Nicht vergessen sollte man außerdem das
Wilhelm Busch-Museum (benannt nach dem berühmten, wahrscheinlich ersten Comiczeichner der Welt). In dem frühklassizistischen kleinen Schloss inmitten der Herrenhäuser Gärten sind neben den Arbeiten von Busch vorwiegend Exponate und wechselnde Ausstellungen aus den Bereichen Comic, Cartoon, Karrikatur und Grafik zu finden.
Kino Das cineastische Angebot der Leinemetropole ist nur schwer zu toppen. In kaum einer anderen deutschen Stadt wird ein derart großes, divergierendes Programm angeboten—und in keiner anderen Stadt sind die Kinos so gut besucht wie hier. Erwähnen sollte man vor allem die drei Kinos am Raschplatz, die neben aktuellem Mainstream auch immer wieder ausgesuchte Sondervorführungen und Filme abseits des Massengeschmacks bieten. Spätestens seit Kino-Mogul Flebbe seinen auch für andere Städte neue Maßstäbe setzenden Komplex in der Nikolaistrasse errichtet wird, steht das
Cinemaxx als Synonym für Kino in Hannover: Die 10 Kinos bieten zusammen Platz für 3200 Gäste.
Theater Auch auf seinen Bühnen hat Hannover—mittlerweile—internationales Niveau erreicht. Erwähnenswert ist vor allem die
Landesbühne, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Klassiker in zeitgemäßer Inszenierung zu präsentieren.
Renommee weit über die Stadt—und Landesgrenzen hinaus besitzen das Opernhaus am Opernplatz sowie das
Schauspielhaus. Ebenfalls hochwertiges Schauspiel kann man im
Ballhof erleben. Das in zwei Häuser unterteilte Theater bietet Opern, Revuen und zeitgenössisches Autorentheater.
Bei einem auch nur flüchtigen Trip durch die Innenstadt kaum zu übersehen ist die imposante Glasfront des
Theater Am Aegi, zweifelsohne die erste Adresse für Musicals, Boulevard-Theater, gehobene Comedy und Kabarett. Fast alle namhaften deutschen Schauspieler haben hier schon einmal gastiert.
Kabarett, auch politisches, sowie Comedy kann man auch im
Theater am Küchengarten erleben, das von dem Kabarettisten Dietrich Kittner ins Leben gerufen wurde.
Erste Adressen für Kabarett und Varietee sind auch das Alcazar sowie das GOP-Variete im Georgspalast, beide bieten internationale Kunst aus den Bereichen Travestie, Zauberei und Comedy.
Unbedingt erwähnt gehört auch die Theaterwerkstatt des Pavillons am Raschplatz: Hier hat man das Glück, kleine, aber feine, mit viel Sinn für Atmosphäre inszenierte Stücke zu sehen, die schon vielfach ausgezeichnet wurden.
Musik Trotz einer Vielzahl von Musikbühnen krankt Hannover nach wie vor an einem Mangel an annehmbaren Hallen mit guter Akustik und an mittelgroßen Locations. Die einzige Halle, die diesen Ansprüchen genügt, ist nach wie vor das Capitol. In dem umgebauten Kino hat man die Möglichkeit, mittelgroße Popacts in angenehmer Atmosphäre und zu annehmbaren Preisen zu erleben.
Dennoch ziehen viele popmusikalische Künstler an Hannover aufgrund mangelnder attraktiver Alternativen vorbei, denn es gibt entweder nur sehr große Hallen, die allenfalls Künstler wie Tina Turner oder Phil Collins zu füllen vermögen—oder eben die oftmals zu kleinen Clubs.
Die großen Hallen sind schnell aufgezählt: Die Eilenriedehalle ist ein akustisch indiskutabler Betonklotz, von dessen Besuch ich eher abrate, der noble und plüschige Kuppelsaal gegenüber hingegen bietet sich für Klassikkonzerte und Theater ebenso an, wie für aufwendige oder künstlerisch hochwertige Popevents (Pet Shop Boys oder Bryan Ferry gastieren hier z.B.)
Den Besuchs eines Konzertes in einer der Messehallen auf dem Messegelände sollte man sich dagegen ebenfalls zweimal überlegen, auch hier krankt es an der sterilen Fabrikatmosphäre und der verhallenden Akustik.
Superacts wie die Scorpions, Pink Floyd oder Marius Müller Westernhagen gastieren in den Sommermonaten dagegen im Niedersachsenstadion, das immerhin 40.000 Zuschauer fasst. Bleiben noch die Musikclubs und Musiktheater: Davon hat Hannover einige zu bieten, die namhaften und guten sind allerdings schnell aufgezählt: Neben dem schon fast traditionsreich zu nennenden Musiktheater
Bad in den Herrenhäuser Gärten und dem bereits erwähnten Capitol haben sich in den letzten Jahren auch das Altro Mondo und das Faust in Linden einen guten Namen machen können.
Nightlife Clubs und Bars hat Hannover in Hülle und Fülle zu bieten. Dennoch ist das musikalische Programm, vor allen Dingen in den Clubs, recht einheitlich, um nicht zu sagen einseitig: Die Mehrzahl der namhaften Clubs hat sich auf House, Soul und Funk spezialisiert. In dieser Hinsicht eine Sonderstellung nimmt das
Palo Palo ein, das mehrfach als "bester Club Hannovers" prämiert wurde. Schwarze und soulige Klänge kann man auch im Castello oder Zaza erwarten.
Wer's gerne allgemeiner liebt und gar auf unkomplizierte Weise Bekanntschaft mit dem anderen Geschlecht machen möchte, dem sei das am Raschplatz gelegene Osho empfohlen. Im Rundbau dieser Bhagwan-Disco findet man schnell Kontakt, für die reiferen Jahrgänge dürfte der Mittwoch interessant sein, denn da haben alle Personen ab 30 Jahren freien Eintritt.
Wer die alternativen Klänge liebt, dem bleiben in Hannover eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Das
Eternity oder noch besser das
Base. Beide Discos liegen nur wenige Meter voneinander entfernt, so dass man bei Bedarf zwischen beiden hin—und her wandern kann. Hannover kennt gottlob keine Sperrstunde—und so kann man sich hier stets auf lange Nächte freuen. Wer es besonders lange aushält, dem sei einmal mehr das Zaza empfohlen, das meist erst in den Morgenstunden sein Pforten schließt, sowie das
Odeon, in dem man zu jeder Nachtzeit leckere warme Mahlzeiten bekommen kann.
Parks und Erholung Obwohl Hannover teilweise im Zentrum unschön und verbaut wirkt, hat es andererseits viele "grüne" Seiten. Anders als in anderen Städten sind die Parks und Grünflächen allerdings nicht im Stadtkern verteilt, sondern sind vielmehr zentrierte Oasen mit einem Eigenleben: Als "Grüne Lunge Hannovers" wird oft und gerne die
Eilenriede genannt, ein Stadtwald, der vom Zoo bis in die Innenstadt hineinreicht. Für Wanderer, Jogger und Kinder ideal.
Einen Besuch wert sind auch die
Herrenhäuser Gärten, bei denen vor allem der
Große Garten durch kunstvoll angelegte Orangerien, Irrgärten und Wasserspiele begeistert. Erwähnenswert auch der künstlich angelegte
Maschsee mit seinen dazu gehörigen Freizeitmöglichkeiten wie Baden, Segeln, Rudern oder Eislaufen.
Last but not least ist der Besuch im
Zoo zu empfehlen: Ständig ausgebaut, überzeugt er durch allerlei "animalische" Attraktionen, Kinderfreundlichkeit (Riesenspielplatz) und eine vorzügliche Gastronomie.
Stadtteile Es gibt nur wenige wirklich prägnante Stadtteile in Hannovers. Die Übergänge sind meist fließend, ein eigenes, unverwechselbares Flair besitzen nur wenige.
Erwähnen muss man natürlich das ehemalige Arbeiterviertel Linden mit seinen kleinen, verwinkelten Strassen und unzähligen Kiosken, spanischen und portugisischen Restaurants. Linden hat sich heute zu einem sehr belebten, multi-kulturellen Studentenviertel entwickelt.
Ein Eigenleben besitzt auch die List. In den 60er Jahren Hochburg der Studenten, leben hinter den meisthaft verzierten Stuck-Fassaden heute gutsituierte Ex-68er. Hier findet man eine Vielzahl exquisiter Restaurants und auf der Lister Meile unzählige Einkaufmöglichkeiten.
Kommt man mit dem Zug nach Hannover, wird man fast unweigerlich mit der Passerelle konfrontiert—eine Sub-Einkaufsmeile, die sich vom Kröpcke zum Raschplatz zieht. Eine Submeile übrigens im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier wird man vorwiegend mit preisgünstiger, billiger Ware, teilweise auch Ramsch konfrontiert.
Das gehobene Gegenstück dazu ist die Georgstrasse, eine wahre Prachtmeile, die hinter dem Mövenpick gegenüber dem
Opernhaus beginnt, mit hochwertigen Shoppingmöglichkeiten und Restaurants.