Geschichte

1156 gehörte die Stadt Hannover einem Grafen zu Lauenrode. Dessen ehemaliger Name "Hanovere" war von einigen Lehnshöfen am Leineufer auf die zwischen 1124 und 1141 von Graf Hildebold gegründete Marktsiedlung übergegangen.

"EGO HANOVERENSIS SUM" ließ Heinrich der Löwe um 1180 auf Hannoveranische Silberpfennige prägen: "Ich bin ein Hannoveraner." Das zeigt, dass der große Welfe im 12. Jahrhundert ein großer Fan der im Mittelalter an der Leine entstandenen Ortschaft gewesen sein muss. Tatsächlich war es der Löwe, der die bis dahin eher unbedeutende und erst 1168 welfisch gewordene Siedlung ausbauen und befestigen ließ. Dies war eine vorausschauende und für die heutige Industrie-, Dienstleistungs-, Messe- und Kongressstadt außerordentlich wichtige Entscheidung.

Aus der kleinen Siedlung der Fährleute und Flussfischer entwickelte sich im hohen Mittelalter unter dem Schutz des Grafen von Roden eine kleine Marktsiedlung, die schon bald Stadtrechte bekam und an die Welfen verkauft wurde. 1241 stellt der welfische Herzog "Otto das Kind" ein Stadtprivileg aus, das bis dato als älteste Erwähnung der Stadt Hannover gilt. Es war damals schon ein lebendiges, von selbstbewussten Handwerker, Händlern und Gewerbetreibenden geprägtes Zentrum.

Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt mit einer soliden Mauer befestigt, nur drei Tore stellten die Verbindung zur Außenwelt her: das Leintor, das Aegidientor und das Steintor. Aus der Zeit stammen auch die drei gotischen Kirchen, Aegidien-, Markt- und Kreuzkirche, wobei die beiden ersten auf Strukturen älterer Gebäude stehen. Hundert Jahre später wurde das Rathaus, heute das Alte Rathaus, neben der Marktkirche. gebaut, das Jahrhunderte lang Machtzentrum der Stadt war. Auch die Altstadt. Hannover entstammt dieser Zeit.

Die Stadt begann zu wachsen und die Bürger Hannovers waren selbstbewusst genug geworden, sich 1533 mit einem Schwur auf dem Marktplatz zur lutherischen Lehre zu bekennen. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verlegte Herzog Georg von Braunschweig und Lüneburg, nach einer Erbteilung Herrscher im Fürstentum Calenberg, 1636 seine Residenz ins verhältnismäßig sichere Hannover. Tatsächlich wurde mit dieser Residenznahme der Grundstein für das moderne Hannover gelegt.

Dieses begann nämlich nun die bis dahin weitaus bedeutenderen Städte Braunschweig und Hildesheim zu überflügeln. Wichtige Ost-West-Verkehrswege am Übergang zwischen norddeutschem Tiefland und den Mittelgebirgen wurden wiederbelebt. Die zunehmende Bedeutung der Nordseehäfen verstärkte den Verkehr auf den Nord-Süd-Achsen und begünstigte so die Entwicklung Hannovers.

Während der Personalunion tat sich nicht viel in Hannover. Einzig, dass nach dem Siebenjährigen Krieg die Festungsanlagen abgebaut wurden - an ihrer Stelle entstanden großzügige Promenaden, der heutige Friedrichswall und die Georgstraße.

Im 19. Jahrhundert, nachdem die napoleonische Zeit überstanden, Hannover zum Königreich erhoben und die Personalunion beendet war, wirkte in Hannover Hofbaumeister Laves. Viele Um- und Neubauten wie die Schlösser in der Stadt und in Herrenhausen, der Waterlooplatz, der Bahnhof und das Opernhaus sind an Laves' Reißbrett entstanden und gaben der Stadt ein charakteristisches Gesicht. Zwischen Bahnhof und Altstadt entstand die Ernst-August-Stadt, in der sich viel Handel, Gewerbe und Dienstleistungen konzentrierten und sich damit ein neues Stadtzentrum bildete.

Nun begann die Stadt erneut zu wachsen. Erste Eingemeindungen erfolgten, aber mit der Industrialisierung ging es erst nach 1866 richtig los, nach der Annexion durch Preußen, denn die hannoverschen Könige wollten in ihrer Residenzstadt keine dreckige Industrie. Dafür erlebte Hannover in der Gründerzeit nach 1871 geradezu einen Boom: überall neue Industriebetriebe, neue Stadtviertel entstanden und Dörfer wurden eingemeindet. Auch die Stadt Linden kam 1920 dazu.

Mit der Einwohnerzahl wuchsen auch die Stadtviertel um die Lister Meile und die der Nord- und Oststadt. Die Villen, Wohn- und Mietshäuser aus dieser Zeit sind für das Stadtbild Hannovers prägend geblieben. Den Gürtel der dicht bebauten Stadtviertel haben die Bomben des 2. Weltkriegs nicht so radikal zerstört wie die Altstadt und die Geschäfts-City. Jedoch waren nach Kriegsende nahezu zwei Drittel der Gebäude zerstört.

Dennoch entwickelte sich Hannover im Zuge des Wirtschaftswunders, insbesondere durch die Industriemesse, zum größten Messeplatz Westdeutschlands, wovon die Stadt im Ganzen enorm profitierte. Die einstige Residenz-, Industrie- und Beamtenstadt hat sich als Messeplatz einem internationalen Publikum geöffnet.

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