Unterhaltung

Ohne Zweifel ist Madrid eine der weltbesten Adressen, um sich zu vergnügen. Wer sich als Nachtmensch bezeichnet, wird in der spanischen Hauptstadt keinerlei Probleme haben, auf seine Kosten zu kommen, denn üblicherweise geht man in Madrid nicht vor Mitternacht in Bars und selten vor drei Uhr nachts in Clubs. Sucht man allerdings einen etwas ruhigeren Zeitvertreib, wird man sicher ebenfalls schnell fündig – es sei denn, man möchte nach deutscher Gutsherrenart bereits um halb sieben ein Schnitzel auf dem Teller sehen.

Kunst gibt es an allen Ecken und Enden in dieser kreativen und lebhaften Stadt. Unzählige Galerien verschiedener Geschmacksrichtungen laden zum Besuch ein: Die Galería Capa Esculturas beispielsweise stellt insbesondere Skulpturen aus und gibt vor allem jungen, vielversprechenden Künstlern eine Chance; die Galería Heinrich Ehrhardt hingegen ist eher international angehaucht und bietet deutsche Avantgarde. Die Galería del Cisne konzentriert sich auf zeitgenössische katalanische Künstler. Eine Unmenge jedweder Galerien ist über das elegante Viertel Salamanca verstreut; weitere gute Adressen befinden sich beispielsweise um die Calle Alonso Martínez herum.

Eine Vielzahl von Kinos sind auf der Gran Via, östlich der Plaza España lokalisiert. Da die spanische Filmindustrie allerdings dafür bekannt ist, andauernd eine Menge mehr oder weniger hochwertiger Streifen auf den Markt zu bringen, kann sich die Suche nach Filmen in ausländischer Originalfassung schwierig gestalten. Einige Lichtspielhäuser zeigen jedoch regelmäßig Titel aus dem Ausland, gelegentlich sogar in deren Ursprungssprache. Es ist deshalb unbedingt zu empfehlen, sich der richtigen Sprache zu vergewissern, bevor im Saal die Lichter ausgehen. Kinos, die Filme in Originalfassung zeigen, sind zum Beispiel die Filmoteca, der Renoir Plaza España sowie das Alphaville.

Vielfältig sind die Etablissements, in denen Tanzaufführungen dargeboten werden. Dementsprechend ist es nicht schwer, einen Ort ausfindig zu machen, an dem man sich etwa andalusische Volkstänze, nationale Ensembles oder gar internationale Ballettperformances sowie moderne Darstellungen ansehen kann. Das Teatro de la Zarzuela, in dem übrigens nicht nur getanzt wird, ist eine Möglichkeit davon; eine andere wäre das Centro Cultural de la Villa, das südlich der Plaza de Colón liegt.

In Madrid gibt es außerdem unzählige Museen, von denen sich die drei interessantesten nebeneinander im bekannten Goldenen Dreieck (Triángulo de Oro) befinden. Das berühmteste ist das Museo del Prado mit seiner beeindruckenden Sammlung, die so bekannte Namen wie El Greco, Velázquez und Goya umfasst. Das relativ neue Thyssen-Bornemisza beheimatet Kunstwerke unter anderem von Van Dyck, Van Gogh, Degas, Dalí, Carpaccio und Kandinsky. Das Centro de Arte Reina Sofía schließlich stellt nicht nur eines der berühmtesten Bilder Picassos, Guernica, sondern auch Werke von etwa Miró oder Dalí aus. Neben diesen drei besonders bekannten gibt es aber auch etliche kleinere Museen in Madrid, die ebenfalls einen Besuch wert sein könnten, zum Beispiel das Museo de los Bomberos (Feuerwehrmuseum) oder das Museo Angel Nieto, das dem berühmten Motorradfahrer gewidmet ist.

Auch was Musik angeht, kommt man in Madrid voll auf seine Kosten. Besonders einige Bars wie das Populart, das Cafe Central oder das Clamores, in denen Live-Jazz gespielt wird, erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Sie alle befinden sich in Huertas, wo etliche Musikkneipen angesiedelt sind, die sich alternativ anbieten könnten, falls einen die erstgenannten Adressen nicht ansprechen sollten.

Viele der besten Flamenco-Musiker touren durch Madrid – die Gründe dafür sind offensichtlich: Casa Patas oder Candela sind nur einige der vielen einschlägigen Locations, in denen traditionelle Musikeinlagen dargeboten werden. Wer allerdings lieber einfach drauflos sucht, sollte sich an der Plaza Mayor umsehen, bis er eine Adresse mit dem passenden Ambiente findet. Meistens kommt man dabei allerdings nicht sonderlich günstig weg.

Rock-Musik wird beispielsweise im seit Jahren etablierten Suristán, in dem regelmäßig einheimische und internationale Alternative-Bands auftreten, gespielt. Es gibt aber auch ganz andere Locations, etwa la Riviera, in dem Bands wie Blur oder Massive Attack zu hören sind.

Klassische Musik und Opern kann man sich im schönen Teatro de la Zarzuela oder im Teatro Real zu Gemüte führen.

Wenn man durch die spanische Hauptstadt läuft, fallen bald die vielen Theater auf, die die Straßen und Gassen säumen. Man würde wohl einen Monat brauchen, um ihnen allen einen Besuch abzustatten. Klüger ist es, sich statt dessen einfach die Aufführung seiner Wahl aus- und die entsprechende Bühne aufzusuchen. In dutzenden Theatern werden die Stücke der alten Meister dargeboten, nach denen die Metrostationen Madrids benannt sind, so etwa Quevedo oder Tirso de Molina. Zu diesen Bühnen zählen das Nuevo Apolo, la Abadía, sowie das Teatro de la Comedia. Wer sich hingegen eher für experimentelles Theater begeistert, sollte das Cuarta Pared (Vierte Wand) oder das Canto de la Cabra (Ziegengesang) aufsuchen. Die englischsprachigen Stadtmagazine geben Auskunft über Aufführungen in ebendieser Sprache.

In England gibt es Pubs an allen Ecken – in Madrid geht man in Musikkneipen und Clubs. Diese wiederum existieren in allen Varianten: große und kleine, preiswerte und wucherhaft teure, heterosexuelle und gemischte, mit elektronischer Musik oder auch Salsa... alles wird geboten. Das Nachtleben beginnt dabei meist erst gegen Mitternacht und füllt sich oft erst nach drei Uhr nachts. Die üblichen Ausgehviertel der Hauptstadt sind Chueca (zum großen Teil Szenelocations), Malasaña (mit viel Rock, Grunge, Independent und Alternative) und Huertas (mit Jazz und Latin Music). Üblicherweise ist im Eintrittspreis ein Freigetränk enthalten. Man sollte sich allerdings nicht grämen, wenn alkoholische Getränke mit (EUR 6) berechnet werden. Die Madrilenen genießen es, zu feiern, und sind bereit, sich den Spaß einiges kosten zu lassen!

Um auf einige Gegenden gesondert einzugehen: La Castellana. Hier ist es vor allem Sommer wundervoll, wenn sich die Straßen mit Terrazas füllen, in denen man bis Mitternacht draußen sitzen kann. Sehen und gesehen werden, heißt das Motto der schicken jungen Madrilenen, die in La Castellana in teuren Designerklamotten ihr Unwesen treiben, deshalb ist es hier auch keineswegs billig. Tagsüber lohnt der Besuch eines der vielen traditionsreichen und/oder hübschen Cafes, wie zum Beispiel des Cafe Gijón, das auf eine beeindruckende literarische Vergangenheit zurückblicken kann, die auch heute noch nachwirkt – es gibt noch die alten Stammtische.

Huertas Diese Gegend ist äußerst zentral gelegen und eignet sich somit ideal, um nachts auszugehen, ohne weite Strecken zurücklegen zu müssen. Etliche Cafes (viele von ihnen mit Live-Musik), Bars und Tapas-Bars, Restaurants und Clubs säumen die Calle Huertas und ihre Umgebung sowie die lebhafte animada Plaza de Santa Ana. Besonders beliebt vor allem bei Jazz-Freunden sind beispielsweise das Populart oder das Cafe Central. Im Las Bravas werden die besten Patatas Bravas Spaniens zubereitet. Im Naturbier hingegen wird eigener Gerstensaft gebraut.

Chueca Hier ist Madrid wirklich kosmopolitisch und tolerant: Chueca ist das Gay-Viertel der Hauptstadt. Eine Vielzahl an Discotheken, Clubs, aber auch Cafes, Pensionen und sogar Büchereien tragen dem homosexuellen Einschlag der Gegend Rechnung. Eine der bekanntesten Gay-Discotheken ist das Black & White; das Acuarela dagegen ist ein überaus charmantes Cafe. Das Viertel war früher einigermaßen gefährlich, und auch heute noch sollte man sich in Chueca vorsehen, auch wenn sich die Situation deutlich entschärft hat. Denn die Drogenszene ist hier weiterhin in ärgerlichem Maße vertreten.

Malasaña Viele der etlichen Musikkneipen und Clubs in diesem Viertel werden überwiegend von jungen Leuten, etwa zwischen 17 und 25, frequentiert. Um die Plaza del dos de Mayo (Platz des 2. Mai) herum finden sich haufenweise gute Locations, in denen die ganze Nacht hindurch gefeiert wird. Wenngleich in den einzelnen Adressen verschiedenen Musikstilen Rechnung getragen wird, prägen doch E-Gitarrenklänge – Rock, Grunge, Alternative und Indie – den Charakter dieser Gegend.

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