Allgemeines

Die Spanier sagen, der Rest der Welt lebe nur, um zu arbeiten, während sie arbeiteten, um zu leben. Allein diese Aussage dürfte wohl schon ausreichen, um sich eine Vorstellung von der spanischen Lebensart zu machen. Und Madrid ist der Ort, wo man dies am besten erleben kann. Wenn man nach Spanien reist und nur eine einzige Stadt besuchen könnte, sollte man Madrid wählen, denn dort zeigt sich das ganze Land mit einer angenehmen Mischung aus Unterhaltung und Lebensfreude. In Madrid gibt es eine wohl kaum zu überbietende Vielzahl an Bars, Cafes, Diskotheken, Restaurants und musikalischem Entertainment—daher ist es der Ort, den man besuchen sollte, wenn man sich gut amüsieren möchte. Die grösste Attraktion, die auch sogleich ins Auge sticht, sind die Madrileños (Bewohner von Madrid) selbst mit ihrem Sinn für Freiheit und ihrer Liebe zum Leben.

Obwohl Madrid historisch wohl nicht ganz mit Paris, Rom oder Barcelona mithalten kann, was Touristen-Attraktionen wie anbelangt, hat es doch einige interessante Museen zu bieten, wie zum Beispiel El Prado, a href="detail.html?detailID=1894">Reina Sofía und das Thyssen Bornemizsa, die zu den besten Europas gehören. Außerdem hat die Stadt durch die letzten Renovierungsarbeiten noch einmal einen besonderen Glanz erhalten.

Sol

Das wirkliche Zentrum von allem! Puerta del Sol ist nicht nur der Nabel Spaniens - man könnte sogar sagen, dass Puerta del Sol das Zentrum Europas darstellt, weshalb man von dort aus einer Stadterkundung Madrids beginnen sollte. An der Puerta del Sol ist immer viel los; der Platz ist wird ständig belebt durch das Bus-Terminal, den Geräuschpegel, die Dynamik und auch die Zeitungskioske. Vor allem aber befinden sich dort wunderschöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, Cafes, Bars, Restaurants, und überall Menschen. Von diesem Punkt aus erreicht man bequem viele weitere interessante Orte, zum Beispiel wenn man der Calle Mayor folgt, über die man dann auf den berühmten Platz Plaza Mayor kommt, oder zur Plaza de la Villa, dem alten Stadtkern. Wenn man die Strasse Arenal abwärts geht, gelangt man zum Palacio Real sowie zum Teatro Real.

Die selbe Strasse, an die sich die Carrera de los Jerónimos anschließt, führt zum Prado Museum; auf der Strasse Alcalá befinden sich die wichtigsten Banken der Stadt sowie der Parque del Buen Retiro (Park der guten Erholung).

Castellana

ist eine der wichtigsten Strassen der Stadt, die aber mehr ist als nur eine breite Strasse mit Bäumen. Dieser Boulevard ist so lang, dass er drei offizielle Namen trägt. Man kann dort gut entspannen, eine Pause auf dem Weg einlegen und einen Kaffe trinken, oder etwa die zahlreichen Museen sowie die Vielzahl der Freilichtskulpturen bestaunen. Auch die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sind sehenswert. Bei der Estación de Atocha fängt der Weg für einen Spaziergang durch die beiden berühmtesten Museen Madrids an: den Prado und das Thyssen-Bornemisza. Dort befindet sich auch der Real Jardín Botánico (Botanischer Garten), in welchem viele exotische Pflanzenarten zu finden sind. Wenn man weiter aufwärts auf der Castellana geht, erreicht man den Plaza de Cibeles, wo auch das beeindruckende Gebäude Palacio de Telecomunicaciones (Palast der Telekommunikation, der Sitz der Post) situiert ist, welches wegen seiner Größe nahezu einschüchternd wirkt - im Gegensatz zum beliebten Brunnen der Göttin Cibeles vor dem Gebäude.

Später wird dieser Weg zum Paseo de Recoletos. Dies ist ein guter Ort, um in Ruhe spazieren zu gehen; auch sollte man eine Kaffeepause im historischen Cafe Gijóna einlegen und sich an dem sympathischen Publikum erfreuen. In diesem Teil der Stadt werden oft Kunst- oder Büchermärkte veranstaltet; es lohnt sich also, die Tage der Märkte zu erfragen und diesen einen Besuch abzustatten. Weiter die Straße aufwärts sieht man das beeindruckende Monument und den Platz Colón sowie Biblioteca Nacional (Nationalbibliothek). An dieser Stelle heisst die Strasse dann auch offiziell Castellana, und es herrscht immer viel Verkehr. In der Nähe befinden sich auch das berühmte Fußballstadion von Real Madrid, Santiago Bernabeu, und zahlreiche Banken.

Die Gran Vía ist eine Strasse mit ganz anderem Charakter als die Castellana. Die Gran Vía ist immer laut, da stets voller Menschen. Eine grosse Menge Madrileños und Touristen tummeln sich auf der Strasse, obwohl der Verkehr nicht einen Moment anhält. Wenn man die Strasse aufwärts blickt, fallen einem die exzentrischen Gebäude aus dem 20. Jahrhundert auf, die in der Zeit des gefürchteten Diktators General Franco gebaut worden sind, aber man entdeckt darüber hinaus auch sonst alle denkbaren architektonischen Stile von Neobarock bis Art Deco an dieser Straße. Wenn man die Gran Vía weitergeht bis zur Straße Alcalá, kommt man zur Plaza de España. Bemerkenswert sind hier die großen Kinos, die immer Künstler suchen, um originale Filmposter malen zu lassen. Die Kinos sind auch der Grund für die Menschenmengen auf den Straßen. Es werden sowohl die neuesten Streifen als auch alte Klassiker gezeigt. Weitere interessante Gebäude sind das elegante Gebäude Metrópolis mit seiner charakteristischen Kuppel und – etwa auf der Hälfte des Weges - das monströse Gebäude der Firma Telefónica.

El Madrid de los Austrias (das Madrid der Österreicher)

Das alte historische Madrid: Ein perfekter Ort, um spazieren zu gehen und sich von den engen Gassen mit ihren alten, schiefen Häusern und ihren eisernen Balkons leiten zu lassen. An diesem Ort fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass man sich im 18. Jahrhundert befindet, kurz vor dem Besuch beim König. Das "Madrid der Österreicher", welches seinen Namen aus der Dynastie der Habsburger ableitet, die auch Spanien zeitweise regierten, ist ein eleganter Ort, an dem man ein gutes Abendessen oder einen lässigen Drink genießen kann. Gleich in der Nähe sollte man den Plaza Mayor besuchen, den Palacio Real oder das Teatro Real. Zudem gibt es dort exzellente Restaurants mit baskischer Küche sowie elegante Cafes.

La Latina

ist ein Teil des Madrids der Österreicher und bekannt für seine Vielzahl an Bars, Cafes, Restaurants und den größten Markt Spaniens: el Rastro. Jeden Sonntag Vormittag kommen etliche Händler hierher, um kuriose Antiquitäten und altem Kram zu verscherbeln.

El Parque de Retiro (der Park der Erholung)

In diesem riesigen und grünen Park kann man sich besonders gut von dem Trubel der Stadt erholen. Man kann sich wie die Madrileños ein Tütchen Sonnenblumenkerne oder kikos (Popcorn) kaufen, oder etwa einen Sonntagsspaziergang am lieblichen Weg entlang des Sees machen, der durch eine Statue von Alfonso XXII. geprägt ist. An sonnigen Tagen lohnt es sich auch sehr, ein Boot zu mieten. Es gibt auch darüber hinaus viele Dinge in dem Park zu sehen: mal werden Zaubertricks aufgeführt, dann wieder treten Sänger, Handleser oder Dichter auf, welche im übrigen jedes Trinkgeld unter EUR1 ablehnen.

Der beste Eingang zum Park ist die Puerta de Alcalá, wo man auf der einen Seite ein Monument aus dem 19. Jahrhundert sieht. Man sollte auf seine Sachen Acht geben, wenn man Metro fährt, und auch wenn man noch spät abends im Park ist. Direkt außerhalb des Parks befindet sich das elegante Viertel Salamanca, wo man viele Geschäfte mit Markenartikeln und Kunstgalerien findet.

Moncloa y Arguelles

sollte man sich ebenfalls unbedingt ansehen. Dies ist eine Gegend voller fantastischer Bars, in denen man auch vorzügliche Tapas einnehmen kann. Die meisten Bars öffnen erst um neun Uhr abends oder noch später. Moncloa y Arguelles ist ein Studentenviertel, daher sollte man bereit sein, hier großen Enthusiasmus anzutreffen.

Huertas y Plaza de Santa Ana

ist eine weitere Gegend für Nachtschwärmer, ebenfalls mit vielen Bars und Cafes, Plaza de Santa Ana herum und in der Nähe des 'Madrid der Österreicher'. Dort gibt es auch gute Live-Musik und Konzerte. Die Leute, die in dieser Gegend ausgehen, sind meistens zwischen 20 und 30 oder ein bisschen älter. Außerdem sind die meisten Bars sehr schön dekoriert, zum Beispiel mit den typischen Azulejos (blaue Kacheln), wie in der Bar Viva Madrid oder in Los Gabrieles, wo spektakuläre Cocktails und Sangría serviert werden. Ebenfalls zu empfehlen ist die Cervecería Alemana (deutsche Bierstube), wenn man es mag, mit vielen netten Leuten, Bier zu trinken, Tapas zu essen und zu quatschen. Eine andere gute Möglichkeit ist das Cafe Central. Ein schöner Platz, um tagsüber dort einen Kaffee zu trinken und abends Jazzkonzerte zu hören.

Malasaña y Chueca

ist tagsüber eine ruhige Gegend, und es macht Spaß, etwas vom Madrid des 19. Jahrhundert zu sehen. In der Nacht wird Malasaña y Chueca zu einer belebten Partygegend. Eine gute Mischung aus jungen und älteren Leuten trifft sich dort nachts, um die Bars, Cafes und Diskotheken unsicher zu machen. Malaseña ist im übrigen gleich in der Umgebung der Plaza Dos de Mayo (Platz des 2. Mai), während Chueca sich im Zentrum des Homosexuellenviertels von Madrid befindet. Es gibt dort gute Diskotheken, wie zum Beispiel das Black & White, in denen es Spaß macht, Leute beim Tanzen oder auch etwa einer Drag-Queen-Show kennenzulernen.

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