Attraktionen
Berninis Brunnen in Rom In Rom gibt es eine Unmenge an Brunnen: von verschiedener Größe und Form, einige schön andere weniger schön, mehr oder weniger bekannt und mehr oder weniger versteckt. Ihre große Anzahl ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sie seit jeher als wichtigste Verschönerungselemente der Stadt angesehen wurden, als wahre Schmuckstücke, man denke nur an den gusseisernen Brunnen, der nicht umsonst die Nase Roms genannt wird.
Wenn es um Brunnen in Rom geht, denkt man natürlich sofort an einige große und berühmte Exemplare, die man nicht in die Kategorie der einfachen Brunnen zur Stadtverschönerung einordnen kann, sondern sie vielmehr als wahre Kunstwerke bezeichnen muss. Ein Beispiel hierfür sind die von
Gian Lorenzo Bernini entworfenen Brunnen. Er war einer der größten Bildhauer und Architekten des 17. Jahrhunderts, der sich auch mit der Stadtplanung beschäftigte. Sogar seine "Nebenwerke" zeugen von seiner Größe.
Berninis erster Brunnen ist die sogenannte
Barcaccia, zu Füßen der
Scalinata di Trinità dei Monti; wegen seiner ausgezeichneten Lage ist er natürlich jedem ein Begriff. Er wurde 1627-29 im Auftrag von Papst Urban VIII Barberini errichtet: die Barberinischen Bienen auf dem Brunnen sind daher kein Zufall. Außerdem wird ein riesiges, langsam untergehendes Boot dargestellt, das an das tragische Ereignis am Ende des 16. Jahrhunderts erinnern soll, als der Tiber das Gebiet überflutete. Eigentlich sollte klargestellt werden, dass der Brunnen ein Werk von Pietro Bernini, dem Vater des berühmten Gian Lorenzo, ist, der für dieses Unternehmen mit seinem Sohn zusammenarbeitete.
Ein Werk von ausschließlich Gian Lorenzo Bernini ist die 1642-43 errichtete
Fontana del Tritone an der
Piazza Barberini. Der Brunnen stellt einen Triton dar, der in eine Tritonsmuschel bläst, aus der das Wasser dringt, das ursprünglich viel höher spritzte als heute. Der Triton befindet sich in einer von vier Delphinen getragenen Muschel - so wollte Bernini die Macht von Papst Barberini veranschaulichen.
Am selben Platz befand sich ursprünglich noch ein zweiter Brunnen: die
Fontana delle Api, er wurde ungefähr zur gleichen Zeit erbaut und 1880 abgebaut, um 1917 an einer anderen Stelle wiederaufgebaut zu werden. Das heutige Bild des Brunnens entspricht leider nicht mehr seiner ursprünglichen Form und kann nur mehr zu einem Teil als original bezeichnet werden.
Der berühmteste Brunnen von Bernini ist der Quattro Fiumi Brunnen, der oft als der schönste der Stadt bezeichnet wird und sich im Mittelpunkt der
Piazza Navona befindet. Der Brunnen aus Marmor und Travertin wurde in den Jahren von 1648 bis 1651 errichtet. Die vier Statuen stellen die vier Flüsse dar, und sind auch Sinnbilder für die damals vier bekannten Erdteile: die Donau oder besser Eurpoa; der Nil /Afrika; der Ganges /Asien und der Rio de la Plata /Amerika.
An der selben Piazza befindet sich ein weiterer Brunnen, den Bernini entworfen und Antonio Mari nach seinen Plänen errichtet hat. Es handelt sich dabei um die Fontana del Moro (Mohrenbrunnen) aus dem Jahre 1653 an der Südseite der Piazza. Der Name des Brunnens ist auf den hier beim Kampf mit einem Delphin dargestellten Tritons mit afrikanischen Zügen zurückzuführen.
Villa Borghese Die Villa Borghese ist der richtige Ort für einen ruhigen Tag im Grünen im Zeichen von Schönheit und unbezahlbarer Kunst. Ihre Lage ist zentral und sie ist von den Mura Aureliane umgeben, die von der
Porta Pinciana am Piazzale Flaminio bis zu den nach der Einigung Italiens entstandenen Vierteln Salario und Pinciano reichen. Man kann die Villa über verschiedene Eingänge erreichen: über die Porta Pinciana; über den Piazzale Flaminio; über die
Piazza del Popolo; die
Viale delle Belle Arti, nahe der
Galleria Nazionale d'Arte Moderna; über die Via Mercadante und die Via Pinciana, in der Nähe des Museum und der
Galleria Borghese.
Camillo Borghese, der im Jahre 1605 unter dem Namen Paulus V zum Papst ernannt wurde, hatte gemeinsam mit seinen Geschwistern einen alten Weinberg geerbt, den er mit dem Kauf von umliegenden Grundstücken vergrößerte bis er schlußendlich ungefähr 80 Hektar groß war. Kardinal Scipione Borghese, dem Neffen des Papstes, verdanken wir die umfangreiche und wertvolle Kunstsammlung, die heute zum Teil im Museo Borghese und in der Galleria Borghese im Inneren des Casino Borghese ausgestellt ist. Die Villa Borghese ist seit 1902, dem Jahr, als König Umberto I sie erstand, ein öffentlicher Park.
Vom Eingang am Piazzale Flaminio aus (leicht mit der Linie A der U-Bahn zu erreichen), gelangt man direkt zu den griechschen Propyläen von Canina aus dem Jahre 1827. Canina plante auch die nahegelegene Fontana di Esculapio; der Brunnen befindet sich am Ende des Viale Washington, unweit eines künstlichen kleinen Sees umgeben, vom bekannten Giardino del Lago mit dem kleinen von Asprucci geplanten Äskulap-Tempel in seiner Mitte. Vom Viale del Lago aus gelangt man auf den Viale Pietro Canonica, von wo aus man das
Museo Canonica, das aufgrund seiner besonderen Form auch Fortezzuola (kleine Festung) genannt wird, erreicht. In diesem Museum werden die Werke des piemontesischen Bildhauers, Malers und Musikers aufbewahrt. Gegenüber des Gebäudes befindet sich die Piazza di Siena, einem römischen Amphitheater nachempfunden. Bekannt sind vor allem die jeden April hier ausgetragenen Pferderennen. Weiter vorne im Viale Canonica stößt man auf die Überreste des Faustina Tempels, gleich darauf gelangt man ins Casino Borghese, in dessen Inneren sich das Museo und die Galleria Borghese befinden mit Kuntwerken von unschätzbarem Wert, welche Kardinal Scipione, ein großer Kunstliebhaber und -sammler im Laufe seines Lebens zusammengetragen hat: hier sind Skulpturen und Bilder berühmter Künstler wie Raffaello, Caravaggio und Botticelli zu bewundern. Im Laufe der Zeit kamen auch andere Sammlungen hinzu, wie z.B. jene von Olimpia Aldobrandini. Ein Besuch wird dringend empfohlen.
Rechts davon, über den Viale dell'Uccelleria, erreicht man den Giardino Zoologico (Zoologischen Garten), auch
Bioparco genannt. Auf diesem weitläufigen und unebenen Gelände gibt es über 200 verschiedene Tierarten zu sehen, die entweder frei oder in speziellen Gehegen gehalten werden. Vom Giardino Zoologico aus gelangt man in das Museo Civico di Zoologia, welches an der anderen Seite des Gebäudes, in der Via Aldrovandi Nr. 18 einen weiteren Eingang hat. In Nr. 16 ist das Museo Africano untergebracht. In der von prächtigen Gebäuden gesäumten Via Aldrovandi befindet sich auch der Palazzo delle Belle Arti, Sitz der
Galleria Nazionale d'Arte Moderna. Ein Besuch der Gallerie ist unbedingt zu empfehlen. Hiermit endet unser Spaziergang durch Roms bezaubernde Straßen zu verschiedenen wertvollen Kunstwerken. Es muß allerdings darauf hingewiesen werden, dass die Villa Borghese noch zahlreiche weitere Kunstschätze birgt.
Appia Antica Auch die Via Appia Antica ist es wert, an Feiertagen, wenn sie für den Verkehr gesperrt ist, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Besonders schön ist der Bereich zwischen Porta di San Sebastiano und Capo di Bove, der als Bereich außerhalb der Stadt gilt, obwohl die Straße bis zum Casal Rotondo reicht. Der Teil innerhalb der Stadt ist jener von den Terme di Caracalla bis zur Porta selbst. Dies wäre ein weiterer empfehlenswerter Spaziergang durch Roms Geschichte.
Die Via Appia Antica war die wichtigste der nach einem Konsul benannten römischen Straßen. Sie führte von Rom nach Capua und wurde später bis nach Brindisi erweitert. Sie wurde die regina viarum genannt, auch aufgrund der zahlreichen Grabmonumente, die sie umgaben und deren Überreste heute noch zu sehen sind. Sie wurde im Auftrag von Appio Claudio gebaut, verlor nach dem Untergang des römischen Reiches vorübergehend an Bedeutung, bis Papst Paulus VI sie wieder eröffnen ließ.
Kurz nach der Porta Sebastiano stößt man auf die kleine Kirche S. Maria in Palmis, heute unter dem Namen der Chiesa del Domine quo vadis? bekannt. Der Name ist auf die Legende zurückzuführen, nach der das die Frage war, die Petrus an Jesus gestellt hatte. Gegenüber der Kirche befindet sich die Kreuzung mit der Via Ardeatina, die kurz nach der römischen Grabstätte der Priscilla von der Via Appia wegführt. Nach ungefähr einem km dieser Straße gelangt man zu den Fosse Ardeatine, einem traurigen Ort, der an die Tötung von 335 Italienern, größtenteils Juden, durch die Deutschen erinnert, die sich damit für das Attentat der Via Rasella rächten. Über den Vicolo delle Sette Chiese galangt man wieder in die Via Appia. Interessant ist, dass genau hier der 1932 verstorbene Maler Giulio Aristide Sartorio begraben ist. Gleich hier in der Nähe befinden sich die
Catacombe di S.Callisto: der Besuchereingang ist an der Hausnummer 110. An der anderen Straßenseite liegen die jüdischen Katakomben Vigna Randanini, sie und jene der Villa Torlonia sind die einzigen jüdischen Nekropolen Roms.
Weiter vorne in der Straße stößt man auf die Basilica di S. Sebastiano, die den Verfolgungen durch Diokletian zum Opfer fiel. Sie wurde dem hl. Sabastian geweiht, nachdem seine sterblichen Überreste hier beigesetzt wurden, vorher war sie den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Über eine Treppe kann man die durchaus sehenswerten catacombe unterhalb der Basilika erreichen.
Setzt man seinen Spaziergang durch die Straße fort, gelangt man in ein Gebäude, das früher eine beeindruckende Villa gewesen sein muss: die Villa Massenzio war ursprünglich sogar mit einem Zirkus und einem Mausoleum ausgestattet, das anscheinend jenes des Romulus sein soll und von Massenzio selbst in Gedenken an seinen viel zu früh verstorbenen Sohn errichtet wurde. Eines der beeindruckendsten römischen Monumente dieser Zone ist sicherlich die Tomba di Cecilia Metella, Grab einer jungen Adeligen gegenüber der kleinen gotischen Kirche S. Nicola a Capo di Bove, wie das gesamte umliegende Gebiet genannt wird.
Die Via Appia Antica ist für einen langen Abschnitt nur von Zypressen, Pinien und antiken Überresten aus der Römerzeit umgeben. Hier findet man auch den Grabhügel, der sich als jener der Curiazi herausstellte. Weitere interessante Sehenswürdigkeiten sind die Villa dei Quintili, deren Überreste Roma Vecchia (altes Rom) genannt werden, und das Casal Rotondeo, die größte Grabstätte an der Via Appia. Es wird jedoch angeraten, diesen Teil der Straße mit dem Auto zu erkunden.