Allgemeines
Es ist schwer, eine Stadt wie Rom in wenigen Worten zu beschreiben, sie ist reich an Kunstwerken, Monumenten und charakteristischen Zeitabschnitten. Es ist eine Stadt, deren Geschichte vor über tausend Jahren begann und die trotz der Zerstörungen und Plünderungen im Lauf der Zeit ihren ursprünglichen Charme bewahren konnte.
Die Geschichte Roms spiegelt sich in jedem Monument, in jedem Gebäude, in jedem Stein wieder, die von Ruhm und Verfall vergangener Zeiten, von erlebten Kriegen, von verschiedenen architektonischen Stilen und unterschiedlichsten Religionen, die im Lauf der Zeit aufeinander folgten, gekennzeichnet sind. Letztere machten diese Stadt nicht nur zum Hauptsitz der Christenheit - ein Primat, das bereits im 16. Jahrhundert erzielt wurde, als Konstantin den christlichen Glauben als frei erklärte - sondern auch zu einem Ort, an dem unterschiedliche Religionen aufeinander trafen, ein Zeugnis hierfür ist die hebräische Synagoge, die Moschee und zahlreiche Kirchen byzantinischer, orthodoxer und anglikanischer Glaubensrichtungen.
Man könnte Rom als riesiges Freilichtmuseum bezeichnen, das jedes Jahr von Millionen Touristen aus aller Welt besucht wird. Die große Anzahl an Stadtführern, deren Niederschrift bis auf das Mittelalter zurückgeht, lässt vermuten, dass diese Stadt schon zu antiken Zeiten häufig von Pilgern aufgesucht wurde. Die Anzahl letzterer stieg besonders in den Heiligen Jahren. Zum Jubeljahr 1300, dem ersten im Verlauf der Geschichte und von Papst Bonifatius VIII ausgerufen, beherbergte Rom Zweimillionen Personen, viele davon hofften auf einen vollständigen Ablass, d.h. in eine Erlösung aller Schulden. Um an diesem Ereignis teilzunehmen reisten auch bekannte Persönlichkeiten in Rom an, wie Carlo di Valois, Giotto (malte ein Fresko von Papst Bonifatius während dieser das Jubeljahr ansagt, welches heute in der Basilika von
San Giovanni in Laterano aufbewahrt wird) und möglicherweise sogar Dante Alighieri, in dessen Komödie auf das Jubeljahr zurückzuführende Erfahrungswerte zu erkennen sind.
Während des Jubeljahres suchten die Gläubigen, einer Tradition aus der Mitte des 16. Jahrhunderts folgend, die "Sieben Kirchen" auf. Dies sind die vier patriarchalischen Basiliken,
San Pietro (St. Peter's Basilica), Basilica di San Paolo fuori le Mura,
San Giovanni in Laterano und
Santa Maria Maggiore; um diese zu besuchen, wurden auch die Porte Sante (Heiligen Tore) durchschritten und letztendlich die
drei Basiliken des Jubeljahres,
San Lorenzo fuori le Mura,
Santa Croce in Gerusalemme und San Sebastiano. Später kamen zu diesen die
Abbazia delle Tre Fontane und die Kirche Annunziatela sowie weitere zahlreiche Orte zur Andacht, die von den Päpsten für ihre Gläubigen auserwählt worden waren. Andere religiöse Orte können in verschiedene Kategorien eingereiht werden, Diese sind
an den Ort gebundene Kirchen (sie stehen in der Nähe der großen Basiliken), Katakomben (die bekanntesten sind:
Catacombe di San Callisto,
Catacombe di Domitilla, di Catacombe di Priscilla (Le), e di ),
urchristliche Basiliken, wie Sant'Agnese fuori le Mura,
Santa Maria in Trastevere,
Santa Sabina, S. Cecilia,
Santa Maria in Domnica,
San Lorenzo in Lucina u.a., und schließlich die
nationalen Kirchen wie die französische
San Luigi dei Francesi, die polnische S.Stanislao und die spanische S.Maria in Monserrato, um nur einige zu nennen.
In Rom muss man außerdem immer auf Überraschungen gefasst sein. In den Fundamenten der Stadt werden immer wieder neue Funde gemacht, die von der Größe der römischen Kultur zeugen.
Es scheint unglaublich, dass dies alles mit einer kleinen Ansiedlung von Schäfern und Bauern auf einem Hügel, in Flussnähe, begonnen haben soll.
Palatin ist einer der sieben Hügel, auf denen sich Rom erhebt und hier wurden die ältesten archäologischen Funde gemacht. Nach den Erzählungen, hat Romulus hier die Stadt gegründet und der erste Kaiser, Augustus, ließ hier sein Haus erbauen, das viele fälschlicherweise für das Haus seiner Frau, Livia, halten.
Erst später greift die Stadt auf die anderen Hügel über; diese heißen: Quirinal, Viminalis, Esquilin, Caelius, Aventin und Capitol.
Der
Quirinal ist der höchste der sieben Hügel und auf der Höhe liegt der gleichnamige Platz, auf dem der Palast
Palazzo del Quirinale steht, dies ist die Residenz des Staatspräsidenten. Gegenüber liegen die Ställe, zu denen die Öffentlichkeit erst seit Kurzem, dank eines Projekts des Architekten Gae Aulenti, Zutritt hat, der sie zu einem praktischen Ausstellungsraum umbaute.
Der Hügel
Viminalis hat mäßige Ausmaße, wird zum Grossteil von der langen Via Nationale und zahlreichen Parallelstrassen durchzogen und das Hauptgebäude ist der
Palazzo delle Esposizioni, der von Pio Piacentini geplant wurde; er grenzt an den Hügel Quirinal und reicht bis zur
Piazza della Repubblica, in der Nähe des ersten Bahnhofes der Stadt Rom,
Stazione Termini genannt. Dies ist einer der schönsten Plätze Roms. Seine Form wird von den umstehenden Gebäuden und Bogenpassagen und vom Brunnen "La Fontana delle Naiadi" (erst kürzlich restauriert), unterstrichen.
Etwas weiter südlich liegt der
Esquilin, auf diesem Hügel waren die großen Dichter Virgilio und Horaz zu Hause. Er besteht aus drei Erhebungen, eine davon ist der Monte Oppio, wo die Überreste des
Domus Aurea liegen, zu dem die Öffentlichkeit nach jahrelanger Restaurierung erst seit Kurzem Zutritt hat. Anfangs glaubte man, dass der Esquilin ein Vorort Roms sei und daher nannte man seine Bewohner Exquilini (ex= lat. Aus, heraus; anstatt inquilini= lat. Ein-wohner), einige Forscher führen auch den Namen des Hügels selbst darauf zurück.
Noch weiter südlich liegt der Hügel
Caelius und der
Aventin. Der erste bildet eine Art langes Kap, sein antiker Name war Monte delle Querce (Berg der Eichen), der auf einem starken Eichenbewuchs beruhte. Dies ist vielleicht der suggestivste römische Hügel und er ist heute noch der Grünste (denken Sie nur an den Park Parco del Celio und an
Villa Celimontana) und am wenigsten bebaute, die Gebäude haben fast alle religiösen Ursprung (wir möchten hierzu an die wunderschöne Via Appia Antica erinnern, entlang derer sich zahlreiche Grabmonumente befinden. Auch der andere Hügel ist nicht stark bevölkert und zeugt von wichtigen, zahlreichen Zeugnissen urchristlichen und mittelalterlichen Ursprungs (z.B. die Basilika
S.Maria in Cosmedin, im Atrium wird die bekannte Maske
Bocca della Verità = "Mund der Wahrheit") aufbewahrt.
Und zuletzt der Hügel
Capitol, er steht zwischen dem Palatin und dem Quirinal und war im antiken Rom das Zentrum für Religion und Politik. Er wird von einem Platz eingenommen,
Piazza del Campidoglio genannt, der von Michelangelo erbaut wurde. Die Proportionen und die stilistische Kohärenz mit der Statue von Markus Aurelius zu Pferd in der Mitte und den kolossalen Statuen von Dioscuri, Castore und Polluce auf den Seiten ist perfekt. In den beiden an der Seite gelegenen Palästen, befindet sich das Capitolmuseum dessen Kunstsammlung zu den wertvollsten der Welt zählt.
Dank der besonderen Lage der Stadt, eben auf den sieben Hügeln, gibt es eine viele Aussichtspunkte mit wahrem Panoramablick. Zu den bekanntesten zählen der
Pincio, die Kuppel von
San Pietro und der Gianicolo, von diesen Standpunkten aus wird am deutlichsten sichtbar welche riesigen Ausmaße Rom heute angenommen hat.
Die Stadt hat sich in alle Richtungen und ohne Ordnungsplanung ausgebreitet. Die umliegenden Wiesen und das Land wurden miteinbezogen und so entstanden neue Stadtteile. Auf der Nordseite Roms, in der Nähe der Vatikanstadt liegen die Viertel
Aurelio,
Prati und
Mazzini, in denen überwiegend Wohnhäuser und Geschäfte stehen; ebenfalls auf der Nordseite liegt das elegante Stadtviertel
Parioli und das
Nomentano, in dem viele ausländische Botschaften stehen. Etwas weiter südlich treffen wir auf die stärker bewohnten Stadtteile
Prenestino und
Tiburtino, hier lebt aufgrund der Universitätsnähe der größte Teil der Studenten, die dann abends in das nahegelegene und charakteristische Stadtviertel
S.Lorenzo, mit seinen vielen Pizzerias und Lokalen ausschwärmen. Ohne jeden Zweifel ist das
Trastevere das charakteristischste Viertel, es ist vor allem an Sommerabenden stark bevölkert. Am Südhang Roms liegt der modernste Stadtteil, der
Eur, Sitz vieler Büros und Verwaltungsgebäude.